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Was man zum Pilgern braucht

Packliste Jakobsweg: Die richtige Ausrüstung fürs Pilgern

9 Minuten Lesezeit
Wer eine längere Pilgerreise unternehmen möchte, muss sich gut vorbereiten. Die Packliste Jakobsweg stellt Dir die wichtigste Ausrüstung fürs Pilgern vor. Außerdem haben wir noch viele clevere Tipps, die Dir das Wandern auf dem Camino erleichtern!

Weitere Ausrüstung für die Packliste Jakobsweg

Wanderin mit Sonnenhut und rotem Trekkingrucksack auf dem Rücken.
Mit der Packliste Jakobsweg bist Du für Deine Pilgerreise gut ausgerüstet. Achtung: Das Rucksack-Gewicht sollte 15 Kilo nicht übersteigen! | Foto: Tobias Krüger

Rucksackapotheke für Pilger

LesetippRucksackapotheke fürs Wandern und Trekking

Papierkram, Infomaterial, Elektronik

  • Reisepass/Personalausweis + Reisedokumententasche
  • Krankenkassen-Karte mit Auslandsversicherungsschein
  • EC- oder Kreditkarte + Reisegeldbeutel
  • Pilgerausweis
  • Pilgerführer
  • Straßen- oder Wanderkarte
  • Tagebuch und einen Stift
  • Handy oder Smartphone mit Ladegerät
  • Einen kleinen Fotoapparat mit Akkus und Ladegerät sowie zusätzliche Speicherkarten

Ggf. zusätzliche Ausrüstung fürs Pilgern

Der Rucksack für den Jakobsweg: Das ist zu beachten

Ein Mann mit rotem Rucksack zieht einen beladenen Pilgerwagen hinter sich her.
Wer eine mehrmonatige Pilgerreise plant, für den kommt alternativ zum schweren Rucksack möglicherweise ein Pilgerwagen in Frage. | Foto: Heiko Gärtner

Achtet darauf, dass Du nicht zu viel Gepäck dabei hast. Dein Wandergepäck sollte inklusive Proviant ein Gewicht von zehn Kilogramm nicht übersteigen, wenn Du es in einem Rucksack transportieren willst. Mit einem Pilgerwagen kannst Du natürlich deutlich mehr mitnehmen. Was Du alles einpacken solltest, hängt ein bisschen von der Art und Weise ab, wie und wo Du pilgern willst. Wir haben Dir daher mit der Packliste Jakobsweg eine Grundausrüstung für den Camino zusammengestellt und dann noch einige Erweiterungen aufgeführt, die Du in bestimmten Fällen beim Pilgern benötigst.

Dein Rucksack ist für die Dauer des Pilgerns Dein Schneckenhaus. Hier solltest Du besonders darauf achten, dass er gut auf dem Rücken sitzt, perfekt passt und dass er zwei Drittel des Gewichtes auf dem Hüftgurt trägt. Die Schultergurte sollten außerdem gut gepolstert sein. Praktisch ist es zudem, wenn der Rucksack zumindest einige kleine Nebenfächer besitzt, so dass man sich ein System beim Packen angewöhnen kann.

Hilfreich ist es, vor der Reise bereits einige Male probezupacken und zu schauen, wie Du alles am besten unterbekommst. Wenn Du weitere Ausrüstung mitnehmen willst, denk‘ daran, dass Du sie unterwegs auch tragen musst und überleg‘ Dir gut, ob die Vorteile das Gewicht aufwiegen.

Wichtige Dokumente fürs Pilgern

Personalausweis/Reisepass

Auf den Pilgerwegen nach Santiago, Fatima, Rom und Assisi reicht ein normaler Personalausweis. Wenn Du bis nach Israel pilgern willst, brauchst Du einen gültigen Reisepass.

Auslandskrankenversicherung

Eine Auslandskrankenversicherung ist Pflicht – man weiß nie, was passiert, und da ist es besser zu wissen, dass man für den Notfall abgesichert ist.

Notfallnummern für EC- & Kreditkarte

Selbst für den Fall, dass Du vorhast, komplett ohne Geld zu reisen, ist es nicht schlecht einen Sicherheitspuffer zu haben, falls Du Deine Wanderung aus irgendeinem Grund abbrechen musst. Achte darauf, dass Du die Notfallnummern dabei hast, um die EC- und Kreditkarte sperren lassen zu können.

Pilgerausweis

Eines der wichtigsten Dokumente auf Deiner Pilgerreise ist der Pilgerausweis! Nicht nur, weil Du darin lustige Stempel sammeln kannst, für die Du am Ende eine Pilgerurkunde bekommst, sondern vor allem deswegen, weil viele Sonderregelungen für Pilger nur mit einem solchen Ausweis gelten. Viele Pilgerherbergen auf dem Camino lassen Dich ohne einen Pilgerpass nicht ein und in einigen Gästehäusern bekommst Du mit dem Ausweis Prozente. Du kannst ihn einfach beim Jakobsweg-Verein in Deiner Region beantragen.

Pilgerführer & Wanderkarten

Mann mit Trekkingrucksack und Wanderstöcken steht auf dem Jakobsweg und pilgert.
Karte und Pilgerführer gehören auf die Packliste Jakobsweg, denn sie bringen Dich auf sicheren Pfaden zum Ziel. | Foto: Heiko Gärtner

Ebenso wichtig für die Packliste Pilgern ist ein Pilgerführer. Je nachdem, ob Du auf dem Jakobsweg oder einem anderen Pilgerweg unterwegs bist, fallen die entsprechenden Wegmarkierungen sehr unterschiedlich aus. Selbst auf den besten Wegen gibt es immer wieder Passagen, auf denen Du ohne Wanderführer verloren bist. Und wenn es nur aus dem Grund ist, dass ein genervter Anwohner alle Hinweistafeln geklaut hat. Das kommt öfter vor, als Du denkst …

Gleichermaßen hilfreich wie ein Pilgerführer ist bei Deinen Reisedokumenten eine Straßen- oder Wanderkarte. Denn die meisten Wanderführer haben nur sehr kleine und oftmals nicht sehr genaue Kartenausschnitte. Mit deren Hilfe kann man sich zwar orientieren, wenn man auf dem Weg bleibt, sie helfen einem aber oft nicht mehr, wenn man einmal vom Weg abgekommen ist.

Tagebuch

Deine Erlebnisse auf dem Camino kannst Du in einem kleinen Tagebuch festhalten. Pilgern ist in erster Linie nämlich auch eine Reise zu sich selbst und dazu ist es wichtig, die Geschehnisse zu reflektieren.

Tipps zur Ausrüstung auf dem Jakobsweg

Blasenpflaster, Ohrstöpsel & Co

Auch wenn Du mit Deinen Schuhen bislang sehr zufrieden bist, kann es trotzdem sein, dass Du aufgrund von besonders langen Etappen, schwitzenden Füßen oder regendurchweichten Socken Blasen bekommst. Diese können Dir das Wandern zur Höllenqual machen. Daher stehen auch Blasenpflaster auf der Packliste Jakobsweg

Das Gewicht des Rucksacks, die ungewohnte Dauerbelastung der Beinmuskeln und die immer wieder auftauchenden Auf- und Abstiege werden höchstwahrscheinlich dazu führen, dass Du Verspannungen und Sehnenüberlastungen bekommst. In diesen Fällen ist nichts besser, als wenn man sich die strapazierten Glieder am Abend mit einem wohltuenden Balsam massieren kann (siehe Minzöl auf der Packliste).

Wenn Du vorhast, zumindest hin und wieder einmal in einer Pilgerherberge zu schlafen, dann sind Ohrenstöpsel ein absolutes Muss. Denn die Chancen, dass ein anderer Mitpilger laut schnarcht, gehen gegen 100 Prozent. Viele Schlafplätze befinden sich außerdem in der Nähe von Kirchenglocken oder stark befahrenen Straßen.

Bekleidung

Drei Wanderer stehen auf einer asphaltierten Straße.
Die Autoren dieser Packliste, Heiko Gärtner und Tobias Krüger, sind schon mehrfach auf dem Jakobsweg und auf vielen anderen Wegen durch die weite Welt gewandert. | Foto: Heiko Gärtner

Auch wenn wir von den südlichen Ländern oft glauben, dass dort immer die Sonne scheint, kann es ganz schön heftig zu regnen beginnen. Daher solltest Du so vorbereitet sein, dass Du Dich und Dein Gepäck jederzeit regendicht verpacken kannst – beispielsweise mit Regenhose, Regenjacke, Regenponcho und/oder Regenhülle.

Kleide Dich so, dass Du gut und bequem wandern kannst. Zip-Hosen, die man mit einem Reißverschluss zu kurzen Hosen machen kann, sind zwar recht praktisch, bergen aber auch das Risiko, dass man sich am Reißverschluss wund scheuert. Generell ist ein Zwiebelsystem sinnvoll, damit Du Deine Kleidung den zum Teil stark schwankenden Temperaturen anpassen kannst.

Halstücher zählen zu den absoluten Multifunktionsgegenständen. Sie schützen Deinen Hals vor Wind und Sonne und dienen darüber hinaus auch als Picknickdecke, Trockentuch oder leichter Umhang, falls man sich beim Wandern doch die Arme an der Sonne verbrannt hat.

Schuhe

Beim Thema Schuhe bzw. Trekkingschuhe ist vor allem wichtig, dass Du wirklich gut darin laufen kannst und dass sie eine gute Fersendämpfung bieten. Haben sie das nicht, kannst Du das Problem mit Einlegesohlen beheben. Viele Berater empfehlen für lange Wanderungen dicke Halfter, da diese den Fuß stützen. Unsere Erfahrung ist, dass man mit einem leichten, bequemen Wanderschuh, bei dem man noch ein Gefühl für den Untergrund hat, deutlich besser bedient ist – vorausgesetzt die Fußmuskulatur ist ausreichend trainiert.

Schlafsack

Selbst wenn Du auf dem Jakobsweg nur in Herbergen übernachtest, ist es gut, einen Schlafsack dabei zu haben. Denn oftmals gibt es nur Decken, in denen man sich nicht wirklich wohlfühlt. Teilweise ist es sogar Pflicht mit einem eigenen Schlafsack zu übernachten.

Hilfreiche, kleine Utensilien

Schon MacGyver wusste, dass ein Taschenmesser zur absoluten Standardausrüstung gehört, wenn man sein Haus verlässt. Man kann unendlich viele Dinge damit machen und sich das Leben auf vielfältige Weise erleichtern. Und wenn es nur darum geht, Schachfiguren zu schnitzen, weil man gerade darauf warten muss, dass die Pilgerherberge öffnet.

Eine kleine Lampe (egal ob Stirnlampe oder Taschenlampe) ist auf der Packliste schon deshalb unverzichtbar, weil es immer sein kann, dass Du aus irgendwelchen Gründen auch nach Einbruch der Dunkelheit noch wandern musst. Außerdem ist sie in vielen Herbergen hilfreich, um den Weg aufs Klo zu finden, ohne alle anderen wecken zu müssen.

Auch ein Handy gehört zur Notfallausrüstung. Wenn Du Dir auf einer einsamen Passage den Fuß verknackst, dann musst Du in der Lage sein, Hilfe holen zu können. Denk‘ in diesen Situationen auch daran, dass man Dein Handy im Notfall orten kann.

In den Herbergen gibt es meist keine Handtücher, weshalb Du immer ein eigenes dabei haben solltest.

Wasservorrat

Du solltest mindestens 1,5 Liter Wasser bei Dir haben können. Du musst sie ja nicht immer auffüllen, wenn Du kurze Etappen hast oder sicher weißt, dass Du bald wieder nachfüllen kannst. Aber vor allem beim Wandern in warmen Ländern wie Spanien ist Trinken überlebenswichtig.

Tipps zur zusätzlichen Ausrüstung auf der Packliste Jakobsweg

Zwei Wanderer sitzen unter einem Baum im Schatten und machen Pause.
Wenn man nicht immer einkehren möchte, sollte man die Outdoorküche für unterwegs mit dabei haben. | Foto: Heiko Gärtner

Wenn Du durch Deutschland oder Frankreich wanderst, gibt es nahezu keine Pilgerherbergen. Hier hast Du dann drei Möglichkeiten zur Auswahl: Du zeltest, Du übernachtest in Pfarrhäusern oder Rathäusern oder Du buchst Dich in Gästehäusern und Pensionen ein. Letzteres kann auf Dauer sehr teuer werden. Wenn Du die Pfarrhäuser nutzen willst, hast Du dort aber oft keine Betten. Daher ist eine kleine Liegeunterlage wie beispielsweise eine Isomatte unerlässlich.

Da ein Zelt selbst in der leichtesten Variante noch immer sehr viel wiegt, ist ein Tarp eine gute Alternative. Du kannst es einfach zwischen zwei Bäumen aufspannen und habt damit einen trockenen Unterstand.

Wanderstöcke sind vor allem in bergigen Regionen praktisch, um Deine Trittfestigkeit zu erhöhen. Außerdem kann man sie auch gut als Zeltstangen für das Tarp verwenden. Wenn Du nicht darauf angewiesen sein willst, immer irgendwo einkehren zu müssen, solltest Du Dir eine kleine Miniküche mitnehmen, mit deren Hilfe Du Dich selbst versorgen kannst.

Wenn Dich nun die Pilgerlust gepackt hat, dann nichts wie los! Die Welt ist da draußen und wartet auf Dich! Die passende Ausrüstung findet Du bei Bergzeit:

Weitere Tipps fürs Pilgern auf dem Jakobsweg:

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