Wer mehrere Lagen funktionaler Kleidung geschickt und gezielt kombiniert, kleidet sich nach dem Zwiebel(schalen)prinzip. Damit lassen sich Wetter- und Temperaturschwankungen unterwegs einfach ausgleichen – im Alltag und insbesondere beim Outdoor-Sport. Wir verraten, was es dazu zu wissen gibt.

Was ist das Zwiebelprinzip?

Das Zwiebelprinzip beschreibt die geschickte Kombination mehrerer Bekleidungsschichten, um gegen wechselnde Temperaturen und Bedingungen gewappnet zu sein. Damit ist es ideal für Übergangs-Jahreszeiten wie Herbst und Frühling und auch beim Outdoor-Sport.

Wie funktioniert das Zwiebelprinzip?

Beim Zwiebelprinzip kommen mehrere Schichten zum Einsatz, die auf jeweiligen Bedingungen abgestimmt sind und je nach Bedarf ergänzt oder weggelassen werden können. | Foto: Pixabay
Beim Zwiebelprinzip kommen mehrere Schichten zum Einsatz, die auf jeweiligen Bedingungen abgestimmt sind und je nach Bedarf ergänzt oder weggelassen werden können. | Foto: Pixabay

Eine Zwiebel ist in mehreren Schichten aufgebaut. Auch beim Zwiebelprinzip kommen mehrere Schichten zum Einsatz, die auf jeweiligen Bedingungen abgestimmt sind und je nach Bedarf ergänzt oder weggelassen werden können. Ein Alltagsbeispiel:

  • Geht man morgens bei herbstlicher Kälte aus dem Haus, sorgt unter der Übergangsjacke neben Funktionsunterwäsche und Longsleeve noch eine Fleecejacke für zusätzliche Wärme.
  • Scheint Mittags die Sonne, genügt auf der windgeschützten Café-Terrasse vielleicht schon der Pulli, während für den Rückweg ins Büro doch wieder der Fleece ganz praktisch erscheint.
  • Am frischen Abend tritt man dann wiederum komplett eingepackt den Rückweg an.

Das Zwiebelprinzip mit den unterschiedlichen Bekleidungsschichten hilft also dabei, Temperaturunterschiede geschickt auszugleichen.

Wie funktioniert das Zwiebelprinzip beim Outdoor-Sport?

Beim Outdoor-Sport gleicht das Zwiebelprinzip nicht nur unterschiedliche Lufttemperaturen und Wettersituationen aus. Auch körperliche Aktivität und Anstrengung – und damit verbunden Schweiß und überschüssige Körperwärme – kommen als zusätzliche Faktoren hinzu.

Gerade beim Sport ist es daher wichtig, dass die unterschiedlichen Bekleidungschichten auch hinsichtlich ihrer Funktionalität aufeinander abgestimmt sind. Das bedeutet, Material und Produktgestaltung müssen passen, um je nach Bedingungen kombiniert oder auch als einzelne Lage für ein ideales Körperklima zu sorgen. Durch an- und ausziehen kann man in Ruhepausen oder bei wechselnder Witterung schnell auf veränderte Bedingungen reagieren.

Welche Lagen gibt es?

Klassisch unterscheidet das Zwiebelprinzip drei Lagen, wobei nicht festgelegt ist, dass es sich dabei immer um drei übereinanderliegende Kleidungstücke handeln muss. Bei kalten Bedingungen kann es sich durchaus lohnen, eine weitere Isolationsschicht unter die äußerste Lage zu packen, während im Sommer oft schon eine oder zwei Lagen genügen.

  • Erste Lage oder Base-Layer: Die erste Lage im Zwiebelprinzip umfasst all jene Kleidungsstücke, die direkt auf der Haut getragen werden. In erster Linie sind das Unterwäsche und Socken, die für den sportlichen Outdoor-Einsatz idealerweise aus feuchtigkeitsregulierenden Funktionsmaterialien – beispielsweise Merinowolle oder Kunstfaser-Gewebe- gefertigt sein sollten. Baumwolle ist aufgrund der hohen Feuchtigkeistaufnahme für Sportbekleidung ungeeignet.
  • Zweite Lage oder Midlayer: Die zweite Lage sorgt als Isolationsschicht für Wärme und richtet sich daher nach den jeweiligen Bedingungen und Anforderungen. Ob und wieviel Isolation gerade nötig ist, richtet sich nach der sportlichen Intensität und den Temperaturen. Die Möglichkeiten reichen von leichten Midlayer-Shirts über Fleecejacken bis hin zu mehr oder weniger dicken Isolationsjacken. Auch mehrere Schichten sind möglich und auch hier gilt es auf die Funktionalität der Materialien zu achten.
  • Dritte Lage oder Outer Shell: Die Außenschicht übernimmt den Wetterschutz. Daher ist damit meist Wetterschutz-, Regen- oder Skibekleidung gemeint. Eine funktionale Außenschicht hält dank einer integrierten Membran Wind und Regen zuverlässig ab, während zumindest eine gewisse Atmungsaktivität weiterhin gegeben ist. So kann überschüssige Wärme und Feuchtigkeit entweichen. Gut zu wissen: bei trockenen Bedingungen ist eine winddichte Softshelljacke oft die bessere Wahl, da das Material in der Regel eine bessere Atmungsaktivität bietet als sogenannte Hardshelljacken.
Für jede Situation bestens gerüstet - dank Zwiebelprinzip und variabler Kleidung. | Foto: Bergzeit
Für jede Situation bestens gerüstet – dank Zwiebelprinzip und variabler Kleidung. | Foto: Bergzeit

Wie viele Lagen brauche ich?

Das Temperaturempfinden ist eine sehr individuelle Angelegenheit. Wo der eine bereits friert, ist dem anderen oft noch nach einem T-Shirt zu Mute. Daher lässt sich keine pauschale Anleitung geben, welche Zwiebelschichten für welche Art von Aktivität notwendig oder ideal sind. Das gilt es nur selber herauszufinden und aus persönlichen Erfahrungen zu lernen. Ein paar Grundregeln und Tipps gibt es dennoch:

  • Eine gute Planung ist für gelungene Outdoor-Touren Pflicht. Das gilt nicht nur für die Route, sondern besonders auch für den Blick auf die Wettervorhersage. Nach diesem richtet sich die Auswahl der Bekleidung. Eine Jacke für den Notfall sollte immer ins Gepäck!
  • Überhitzung ist beim Sport tendenziell das größere Problem als vorübergehend zu frieren. Das bedeutet: Im Zweifelsfall lieber eine Lage zu wenig, als eine zu viel.
  • Mehrere dünne Lagen bieten mehr Optimierungsspielraum als eine zu dicke.
  • Auch zu viele Schichten sind nicht das A und O, wenn sie die Bewegungsfreiheit einschränken oder zu viele Zwischenräume entstehen.
  • Wer beim Start einer Tour oder Laufrunde nicht friert, ist zu warm gekleidet!
  • Membranbekleidung benötigt ein Temperatur- und/oder Druckgefälle, damit die Atmungsaktivität funktioniert. Bei hoher Außentemperatur und/oder Luftfeuchtigkeit „wärmt“ eine Hardshell daher mehr, als bei niedrigen Temperaturen im Winter.
  • Das Zwiebelprinzip lässt sich auch für den Kopf (leichte Mütze plus Kapuze(n)) und Hände (leichte Unterhandschuhe unter Fäustlingen) anwenden.

Zusammenfassung

Durch die gezielte und geschickte Kombination mehrere funktionaler Bekleidungschichten lassen sich Wetter- und Temperaturschwankungen beim Outdoorsport einfach durch an- und ausziehen einer Lage ausgleichen.

Klassisch unterscheidet man nach dem Zweibelprinzip drei Schichten: Das Baselayer wird direkt auf der Haut getragen, das Midlayer sorgt für Wärme und die äußere Schicht (Outer Shell) schützt vor Witterungseinflüssen wie Wind und Regen. Speziell beim (Outdoor-)Sport ist es wichtig, dass jede Schicht auch hinsichtlich Feuchtigkeitstransport und Atmungsaktivität zu einem idealen Körperklima beiträgt. Denn nur dann funktioniert das Zwiebelprinzip.

Wie viele Lagen bei einer Tour tatsächlich notwendig sind hängt vom persönlichen Temperaturempfinden, den erwarteten Bedingungen und der sportlichen Intensität ab, denn eine höhere Beanspruchung erfordert in der Regel weniger und andere Bekleidungsschichten als ein gemütlicher Spaziergang im Regen.

Mehr zum Thema Outdoor-Bekleidung im Bergzeit Magazin

 

 

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