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7 Tipps, die das Leben Deiner Outdoor-Ausrüstung verlängern

8 Minuten Lesezeit
Die Lebenszeit eines Produkts wird nicht nur durch dessen eigene Langlebigkeit bestimmt. Auch Du kannst beeinflussen, wie lange ein Produkt im Einsatz ist und was nach dem Ende seiner Nutzungszeit mit ihm geschieht. Sieben Dinge, die Du tun kannst.

Im Laufe der Jahre kommt bei mir so einiges an Bergsport-Ausrüstung zusammen. Funktionsbekleidung, Wanderschuhe, Schlafsack, Zelt, Rucksack, Kletterausrüstung … Diese Produkte können ganz schön kostspielig sein. Ganz abgesehen davon, dass diese Neuanschaffungen durch ihre Herstellung meinen ökologischen Fußabdruck verstärken.

Wäre es daher nicht sinnvoll, wenn all dieses Equipment und die Sportklamotten möglichst lange eingesetzt und getragen werden? Sich hierzu Gedanken zu machen, kann gleichzeitig den Geldbeutel und die Umwelt schonen und insgesamt zu mehr Nachhaltigkeit beitragen.

Nachhaltigkeit bedeutet auch: weniger wegwerfen und Vorhandenes länger nutzen. Wir verraten Dir jede Menge Tipps, damit Du bei diesem Thema große Sprünge machen kannst.

Bergzeit

Nachhaltigkeit bedeutet auch: weniger wegwerfen und Vorhandenes länger nutzen. Wir verraten Dir jede Menge Tipps, damit Du bei diesem Thema große Sprünge machen kannst.


Ich gebe Dir in diesem Beitrag zusammen mit der Bergzeit Nachhaltigkeitsmanagerin Anna sieben Tipps, wie Du es schaffst, das meiste aus Deinem Produkt herauszuholen und seine Lebenszeit (bei Dir oder auch bei anderen) zu maximieren. Anhand der einzelnen Stationen entlang der Produktlebenszeit finden sich dafür verschiedene Ansatzpunkte:

1. Vor dem Kauf nachdenken und informieren

Beginnen wir mal ganz am Anfang. Bevor Du einen Neukauf machst, frage Dich, ob Du das neue Teil wirklich benötigst und ob Du die Ausrüstung, die Du bereits besitzt, nicht noch etwas länger nutzen kannst.

Es ist sinnvoll, sich für qualitativ hochwertige Produkte zu entscheiden. Stimmt die Qualität, so hält in der Regel das Produkt wesentlich länger und Du hast länger Freude daran.

Informiere Dich außerdem vor dem Kauf und lasse Dich beraten, was das „richtige“ Produkt für den gewünschten Einsatzzweck und Deine persönlichen Bedürfnisse ist. Fehlkäufe liegen nur im Schrank und erleben keine Zeit draußen.

Tipp: Beratung zu Bergsport- und Outdoorprodukten bekommst Du beim Bergzeit Kundenservice unter +49 (0)8024-902290 (Mo-Fr von 9 bis 17 Uhr), in den Bergzeit Filialen, in unseren Kaufberatungen im Bergzeit Shop, auf dem Bergzeit Youtube-Kanal sowie im Bergzeit Magazin in der Rubrik Kaufberatungen.

2. Pflegen, waschen, reinigen

Die richtige Pflege ist ein wesentlicher Faktor für die Lebensdauer Deiner Ausrüstung und Funktionsbekleidung. Die einzelnen Materialien unterscheiden sich dabei sehr in ihren Ansprüchen. Das bedeutet bei Bekleidung, dass Du nicht einfach alles zusammen in die Waschmaschine geben solltest. Jedes Material benötigt eine individuelle Pflege und gegebenenfalls Spezialwaschmittel. Beachte das Herstelleretikett und informiere Dich über das richtige Vorgehen etwa beim Waschen von Merinowolle, dem Reinigen von Gore-Tex-Kleidung oder der Daunenjacken-Pflege.

Lieber nicht so oft waschen? Keineswegs! Je nach Material hält Deine Outdoorkleidung mit der richtigen Pflege länger und behält ihre Funktion.

Valentin Rapp

Lieber nicht so oft waschen? Keineswegs! Je nach Material hält Deine Outdoorkleidung mit der richtigen Pflege länger und behält ihre Funktion.


Neben der Reinigung kommt es bei Bekleidung vor allem darauf an, die Funktion zu erhalten oder wiederherzustellen, zum Beispiel durch Imprägnieren. Imprägnieren, also das Erneuern der wasserabweisenden Eigenschaften von Membranen, ist wichtig bei allen Textilien, die als äußerste Bekleidungsschicht eingesetzt werden. Mit der Zeit lässt der Wetterschutz nach und sollte erneuert werden, sobald das Wasser nicht mehr abperlt. Das machst Du am besten mit einem umweltverträglichen, PFC-freien Imprägniermittel.

Nicht nur Funktionsbekleidung, auch Ausrüstungsgegenstände benötigen eine regelmäßige Reinigung oder sogar Wäsche.

Diese Ausrüstung solltest Du ab und an waschen:

  • Rucksack: Als Begleiter auf jeder Tour landet der Rucksack oft am Boden im Staub. Schweißrückstände lassen sich ebenfalls nicht vermeiden. Eine Reinigung in der Badewanne entfernt Schmutzflecken sehr leicht und man entdeckt die leuchtenden Farben wieder. Eine Anleitung findest Du im Magazinbeitrag Rucksack waschen.
  • Kletterseil: Es tut Deinem Seil gut, es gelegentlich von Schmutz und Staub zu befreien, zum Beispiel ganz einfach in der Badewanne. Die Anleitung dazu gibt’s im Magazinbeitrag Kletterseil waschen.
  • Schlafsack: Zu häufig sollte er zwar nicht gewaschen werden, trotzdem kannst Du Deinen Schlafsack damit deutlich auffrischen, am besten per Handwäsche. Die Anleitung findest Du im Magazinbeitrag Schlafsack waschen.
  • Kletterschuhe: Kletterschuhe pflegen und waschen – wie geht das?
  • Skischuhe: Skischuhe richtig trocknen, waschen, pflegen und lagern

Tipp: Im Bergzeit Magazin findest Du zahlreiche weitere Pflegeanleitungen für Ausrüstung und Funktionsbekleidung ebenso wie auf unserem Youtube-Kanal. In unserem handlichen Pflegeguide „Waschzeit“ haben wir Dir außerdem alle Anleitungen und Informationen rund ums Waschen und Pflegen Deiner Sportbekleidung und -ausrüstung übersichtlich zusammengestellt.

Hast Du schon einmal Deinen Rucksack gewaschen? Nicht nur Deine Bekleidung benötigt regelmäßige Pflege.

Valentin Rapp

Hast Du schon einmal Deinen Rucksack gewaschen? Nicht nur Deine Bekleidung benötigt regelmäßige Pflege.


Damit sie lange halten, solltest Du Deinen Bergschuhen eine ordentliche Reinigung und Pflege gönnen - spätestens zu Saisonende!

Valentin Rapp

Damit sie lange halten, solltest Du Deinen Bergschuhen eine ordentliche Reinigung und Pflege gönnen – spätestens zu Saisonende!


3. Lagern und aufbewahren

Die falsche Lagerung kann sich tatsächlich negativ auf die Funktion Deiner Ausrüstung auswirken. Ein feuchter Keller oder ein zu warmer Dachboden sind nicht die Orte erster Wahl. Vor allem bei sicherheitsrelevanter Ausrüstung wie beispielsweise Kletterzubehör ist die Art der Lagerung sehr wichtig.

Deine Ausrüstung solltest Du immer sauber, trocken und vor UV-Strahlung geschützt an einem gut belüfteten Ort aufbewahren.

Hitze und Chemikalien sind fernzuhalten.

Beispiele:

  • (Daunen)Schlafsack: Wenn Du nicht gerade damit unterwegs bist, verwende nicht den engen Packsack zur Lagerung, sondern einen größeren luftigeren Aufbewahrungsbeutel. So wird die Füllung nicht dauerhaft gequetscht und behält ihre Bauschkraft.
  • Isomatte: Isomatten nicht eingerollt, sondern locker ausgebreitet lagern.
  • Seil: Das Kletterseil am besten dunkel und kühl und vor allem trocken lagern, lose, ohne Krangel, im Seilsack und liegend.
  • Schuhe: Auch hier sind Feuchtigkeit und Hitze zu vermeiden. Schimmel oder austrocknendes Leder können die Folge sein. Am besten zu Saisonende noch einmal Deine Wanderschuhe reinigen und pflegen. Worauf es beim Lagern von Skischuhen ankommt erfährst Du im Magazinbeitrag Skischuhe richtig trocknen, waschen, pflegen und lagern.

4. Reparieren

Auch mit kleinen oder größeren (optischen) Schäden lassen sich Produkte durchaus noch benutzen. Ein Riss in der Jacke oder ein Loch im Rucksack sind noch kein Grund, das Produkt in den Müll zu werfen. Nachhaltiger ist: Nähen, flicken, Löcher stopfen… Bei Bekleidung ist das oft unkompliziert. Aber auch Dein Zelt kannst Du ganz einfach selbst flicken.

Bei manchen Ausrüstungsgegenständen ist es dagegen sinnvoll, sie fachmännisch reparieren zu lassen. Zahlreiche Hersteller bieten einen Reparaturservice an – hier findest Du unsere Übersicht Reparaturservices. Auch lohnt es sich, die Augen nach Aktionen wie Repair Cafés oder Reparatur-Workshops offenzuhalten, die zum Beispiel vom DAV angeboten werden. In der Regel kannst Du hier Dein repariertes Lieblingsstück gleich wieder mitnehmen.

Tipp: Kletterschuhe neu besohlen

Ist der Kletterschuh einmal gut eingetragen und passt wie angegossen, möchte man ihn am liebsten ewig benutzen. Wird der Gummi dann immer weniger, kann man den Schuh neu besohlen lassen. Das geht beim Schuster vor Ort oder über spezielle Onlineportale. Mehr dazu liest Du in unserem Magazinbeitrag Kletterschuhe neu besohlen und reparieren.

Statt neue Kletterschuhe zu kaufen, versuch's doch mal mit einer neuen Besohlung!

Bergzeit

Statt neue Kletterschuhe zu kaufen, versuch’s doch mal mit einer neuen Besohlung!


5. Weitergeben

Du hast intakte Ausrüstungsgegenstände, die Du nicht mehr nutzt? Oder ist Dein Kleiderschrank einfach zu voll? Diese Produkte kannst Du noch einmal auf neue Outdoor-Abenteuer schicken, indem Du sie den Besitzer wechseln lässt. Das geht zum Beispiel durch:

  • Verkaufen: Flohmärkte wie z.B. der Alpinflohmarkt des DAV, Kleinanzeigen-Portale, Ebay, Verkaufs- und Tauschbörsen auf Social Media …
  • Bergzeit RE-USE: Auf der Second Hand-Plattform von Bergzeit findest Du hochwertige und geprüfte Outdoorbekleidung und Schuhe für Damen, Herren und Kinder.
  • Spenden: Wenn Du Dein gebrauchtes Stück für einen guten Zweck weitergeben willst, kannst Du bei sozialen Einrichtungen nachfragen. Ein guter Anlaufpunkt ist immer die nächstgelegene Kleiderkammer oder ein Sozialkaufhaus. Wohltätige Einrichtungen in Deiner Nähe findest Du unter wohindamit.org oder Du fragst an Deinem Wohnort bei der Stadt oder der Gemeinde nach.
  • Verschenken/tauschen: Vielleicht hat jemand im Freundes- und Bekanntenkreis Interesse? Über Nachbarschafts-Netzwerke wie nebenan.de, Schenk- und Tauschmärkte, das Schwarze Brett im Supermarkt oder auch einfach die Kiste am Straßenrand findest Du vielleicht einen Abnehmer, der das Teil noch gebrauchen kann.

Schau mal vorbei auf der Second Hand-Plattform von Bergzeit:

Zu Bergzeit RE-USE

Tipp von Bergzeit Nachhaltigkeits-Expertin Anna:

Infostand Bergzeit RE-USE Second Hand-Shop in der Bergzeit Filiale

Bergzeit

Über Bergzeit RE-USE kannst Du gut erhaltene Outdoorbekleidung und Schuhe mit wenig Aufwand weiterverkaufen.


„Falls Du Dich fragst, warum der Altkleidercontainer in unserer Liste nicht steht: Der Großteil dieser gesammelten Altkleider landet nicht in Kleiderkammern, sondern wird verkauft. Entweder zum Beispiel an Second Hand-Läden, die die Ware wieder anbieten, oder aber an Verwerter – die machen aus den Textilien dann unter anderem Putzlappen für die Industrie. Das ist nicht nur negativ zu sehen, da die Organisationen damit Geld verdienen, das sie wiederum in die Unterstützung Bedürftiger investieren. Wenn Du aber willst, dass Deine Kleidung auch weiter als Kleidung verwendet wird, solltest Du sie lieber irgendwo persönlich abgeben und nicht in einen Container werfen.“

Weitere Tipps zum richtigen Spenden gut erhaltener Kleidung bekommst Du in dem Ratgeber von Utopia.

6. Aufwerten und weiterverwenden

Deine Ausrüstung lässt sich, so wie sie ist, nicht mehr für ihren ursprünglichen Zweck benutzen? Dann mach doch etwas Neues daraus! Upcycling-Ideen bietet das Internet mehr als genug. Hier kannst Du völlig frei und kreativ sein. Und so ganz nebenbei erkennt man aus dem neu gestalteten Werk noch die Bergleidenschaft und kann damit Wohnung, Garten oder Camper-Van aufhübschen.

Eine Obstschale aus einem alten Kletterseil oder der Bergstiefel als Blumentopf – Upcycling-Ideen gibt es viele.

Aus Kletterseilen sind schon viele coole Ideen entstanden, vom Armband über Gürtel und Tischset bis zur gewebten Fußmatte. Und auch aus alten Ski lässt sich so einiges machen. Hier findest Du Upcycling-Ideen für Deine Ski.

Wenn Dich Deine Outdoorausrüstung nicht mehr auf Touren begleitet, lohnt sich ein Upcycling - wie hier aus alten Skiern.

Franziska v. Treuberg

Wenn Dich Deine Outdoorausrüstung nicht mehr auf Touren begleitet, lohnt sich ein Upcycling – wie hier aus alten Skiern.


Tipp von Bergzeit Nachhaltigkeits-Expertin Anna:

„Vielleicht kannst Du Teile eines Kleidungsstücks weiterverwerten: Eine kaputte Jacke hat zum Beispiel noch einen intakten Reißverschluss oder schöne Knöpfe, die Du heraustrennen und für ein anderes Kleidungsstück brauchen kannst? Schöne Prints können als Applikation oder hübscher Flicken dienen.“

Weitere Inspiration zum Thema Weitergeben und Wiederverwendung findest Du in diesem Magazinbeitrag: Das kannst Du mit alter Bergsportkleidung & Ausrüstung machen.

7. Recyceln, rückführen, Bestandteile verwerten

Wenn gar nichts mehr geht, musst Du das gute Stück tatsächlich aufgeben. Der Weg zur Restmülltonne ist dann trotzdem oft nicht der richtige. Alternativen sind:

  • Rückgabe beim Hersteller: In manchen Fällen können diese das Produkt wieder in die Produktion neuer Produkte einfließen lassen.
  • Recycling-Programme für bestimmte Materialien, wie z.B. Daunen-Recycling.
  • Altkleider-Container: So wird aus alten Textilien vielleicht noch ein Putzlumpen.
  • Wertstoffhof: Je nach Materialien können Bestandteile weiter verwertet werden.

In unserem Magazinbeitrag bekommst Du alle Infos zum Recycling in der Outdoorbranche.

Du hast noch weitere Ideen und Tipps für eine längere Lebensdauer Deiner Outdoorklamotten und -ausrüstung? Was hast Du schon gemacht, um ein Produkt noch nicht wegwerfen zu müssen? Ich freue mich auf Deinen Kommentar!

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