• Seit 1999 online
  • Powered by 350 Bergsportler
  • Am Puls der Berge
Die feinen Unterschiede

Was unterscheidet Rucksäcke für Damen und Herren?

7 Minuten Lesezeit
Damen-Rucksäcke sind kein Werbe-Gag, sondern eine echte Evolution im Rucksackbau. Die Zeiten, in denen ein Damen-Rucksack lediglich die hübschere Version eines Herrenrucksacks war, sind lange vorbei. Heutige Modelle berücksichtigen die feinen anatomischen Unterschiede sehr genau und stimmen ihr Tragesystem darauf ab - mit enormem Komfortgewinn.

Woran erkenne ich Damen-Rucksäcke?

Erste Anzeichen, dass man es mit einem Damen-Rucksack zu tun hat, sind bereits das Design und der Name. Optisch präsentieren sich die Rucksäcke in einer femininen Ästhetik, schließlich muss auch das Auge Gefallen an ihnen finden. Deuter hängt seiner Damenlinie sogar eine Blume an, um sie damit hervorzuheben. Entsprechend klingen die Namen der Packs femininer oder sie tragen einen Zusatz wie W(ms), SL (Slim Line, bei Deuter), ND (bei Lowe Alpine) oder Lady.

Am augenfälligsten wird es allerdings, wenn man sich das Tragesystem genauer ansieht. Hier liegt schließlich der Grund, warum ein Damenrucksack ein Damenrucksack ist. Die Rückenlänge, Schultergurte und der Hüftgurt lassen bereits beim ersten Anblick erkennen, dass hier alles auf die weibliche Anatomie abgestimmt ist. Reine Damenrucksäcke sind bei uns im Shop mit dem Attribut: frauenspezifischer Schnitt gekennzeichnet. Ihre ergonomische Passform ist speziell auf Frauen zugeschnitten.

Frauen mit Rucksäcken, wandern
Rucksackhersteller berücksichtigen in ihren Damenmodellen die weibliche Anatomie | Foto: Bergzeit

Was ist der Unterschied zwischen Damen- und Herren-Rucksäcken?

  • Rückenlänge: Frauen sind im Durchschnitt nicht nur kleiner als Männer, sie haben auch ein anderes Verhältnis von Beinlänge zu Rückenlänge. Anders als Herren haben Damen nämlich deutlich längere Beine im Vergleich zu ihrem Oberkörper. Aus diesem Grund ist die Rückenpartie der Damen-Rucksäcke ein gutes Stück kürzer.
    Die Größe des Rucksacks spielt dabei natürlich auch eine Rolle. Je größer der Backpack wird, desto länger wird er in der Regel. Gerade hier muss das Rückenteil und seine Anpassbarkeit noch stärker auf Frauen abgestimmt werden.
  • Tragegurte/Schultergurte: Damen, die bisher nur Herrenmodelle gewohnt sind, werden hier einen der entscheidenden Unterschiede finden. Bei den Schultergurten spürt frau sofort, wie groß der Komfortgewinn gegenüber den Herren-Rucksäcken ist. Ergonomisch perfekt auf den Körperbau abgestimmt, setzen sie dem Scheuern, Reiben und Drücken ein Ende.
    Da Frauen schmälere Schultern haben, sind die Gurte meist enger am Rückenteil aufgehängt. Um im Nacken nicht zu scheuern, fahren sie einen weiten Bogen um ihn herum, ziehen dann aber sofort wieder nach innen, damit sie nicht wegrutschen und schwingen dann früh genug unter den Armen weg, um im Brustbereich nicht zu drücken.
    Neben dieser stark ausgeprägten S-Form der Träger sind sie zudem schmaler, kürzer und an den Kanten häufig stärker gepolstert. Außerdem wird der Brustgurt deutlich höher angesetzt. Schließlich soll er Halt und Stabilität geben und nicht die Brust einquetschen.
  • Hüftgurt: Auch im Hüftbereich lässt sich ein gewaltiger Unterschied zwischen Madln und Buam ausmachen. Anatomisch gesehen haben Damen hier einen breiteren Knochenbau, was die ganze Art verändert, wie der Beckengurt den Rucksack auf die Hüften setzt. Auch darauf wissen Damen-Rucksäcke die richtige Antwort. Die Hüftgurte ziehen weiter herum und sind konisch gestellt. Konisch gestellt bedeutet, dass die Hüftflossen schräger angesetzt werden, um sich stärker von oben auf und um die Hüftknochen zu schließen. Manche Hersteller polstern den Gurt dazu an entscheidenden Stellen sogar noch stärker aus. So wird das Gewicht besser auf die Hüfte übertragen, es entstehen weniger Druckstellen und der Rucksack rutscht weniger. Wenn das Becken die Hauptlast tragen soll, dann ist die richtige Form hier selbstredend Gold wert.
  • Volumen: Meist weniger.
    Warum haben Damenmodelle häufig ein paar Liter weniger Volumen als die für Herren? Das hängt mit der Rückenlänge zusammen. Wenn man zum Beispiel von einem 30-Liter-Rucksack für Herren eine Damenversion auflegt, muss natürlich die Rückenlänge verkürzt werden. Um den kompakten Schnitt des Packsacks nicht zu verändern, verliert das Damenmodell meist zwei bis drei Liter an Volumen.
    Außerdem wird es für Damen schwer, einen Rucksack über 70 Liter zu finden. Die kurze Rückenlänge lässt ein größeres Volumen kaum zu. Dennoch schaffen es ein paar Hersteller auch, wirkliche Trekkingschlachtschiffe mit einem frauengerechten Tragesystem auszustatten. Die Kunst dabei liegt darin, den Rücken kurz zu halten und dennoch den Schwerpunkt nah am Körper zu lassen. War es für Frauen früher nahezu ausgeschlossen, einen großen aber dennoch gut tragbaren Rucksack zu finden, können sie heute ihre Touren um einiges entspannter angehen – den ausgefeilten Rückensystemen sei Dank!

Können Frauen auch Männerrucksäcke tragen?

Damen-Rucksäcke sind optimal auf die weibliche Anatomie angepasst - und sorgen so für Komfort. | Foto: Hansi Heckmair
Damen-Rucksäcke sind optimal auf die weibliche Anatomie angepasst – und sorgen so für Komfort. | Foto: Hansi Heckmair

Jein! Die meisten Frauen werden mit einem Rucksack für Damen sehr viel glücklicher und komfortabler unterwegs sein. Der ergonomische, speziell auf Frauen angepasste Schnitt mit seinem fein auf den weiblichen Körperbau abgestimmten Tragesystem ist für die meisten Damen die eindeutig bessere Wahl. Ausnahmen gibt es aber immer.

Manche Frauen kommen aufgrund ihrer Statur (groß gewachsen, breite Schultern, schmale Hüften) besser mit einem Herrenmodell klar. Übrigens gibt es auch Männer, denen der Damen-Rucksack besser passt. Auch männliche Jugendliche, die zu groß für Kinderrucksäcke geworden sind, finden in den Damenmodellen einen klasse Übergang zum großen Herren-Rucksack.
Eine Sache lässt sich auf jeden Fall sagen: Je großvolumiger ein Rucksack wird, desto größer werden auch die Unterschiede zwischen Damen- und Herrenmodellen. Frauen auf der Suche nach einem Reise- oder Trekkingrucksack sollten sich definitiv nach einem Damenmodell umsehen. Bereits bei mittelgroßen Tagesrucksäcken mit stabilen Hüftgurten ist der Komfortgewinn durch die Damenvariante klar zu spüren.

Selbst bei kleinen Daypacks, bei denen der Unterschied zwar geringer aber dennoch vorhanden ist, greifen Frauen lieber zum Damenmodell. Es stimmt schon, durch den kleinen Packsack ist die Rückenlänge hier ohnehin kürzer (tatsächlich gibt es viele große Männer, die Schwierigkeiten haben, einen kleinen Rucksack zu finden). Außerdem sind bei kleinen Rucksäcken die Hüftgurte derart minimalistisch, dass auch hier weniger Unterschied zwischen Damen und Herren besteht. Dennoch kommt der ergonomische Verlauf der Schulterträger und leichte Veränderungen im Schnitt des Rückenteils Frauen entgegen.

Bei der mittlerweile großen Auswahl an Damen-Rucksäcken braucht keine Frau mehr einen unliebsamen Kompromiss eingehen. Warum sollte man einen höheren Komfort, einen besseren Sitz und damit ein schöneres Erlebnis auf Tour opfern, wenn es auch anders geht?

Für welche Sportarten gibt es spezielle Damen-Rucksäcke?

  • Wanderrucksack Damen: Vom kleinen Tagesausflug mit der Familie bis zu mehrtägigen Wanderungen mit Hüttenübernachtung, ein Rucksack gehört immer dazu. Damit sich die Tour voll und ganz genießen lässt, greifen Damen am besten zu einem auf sie abgestimmten Rucksack. Wanderrucksäcke für Damen punkten mit einem ergonomisch komplett auf die weibliche Anatomie ausgerichteten Tragesystem. Weniger Reiben, weniger Scheuern – dafür umso mehr Freude auf der Tour.
  • Fahrradrucksack/MTB-Rucksack Damen: Rutschende Schulterträger, ein zu langes Rückenteil, das von unten gegen den Helm schlägt und ein Rucksack der unkontrolliert auf dem Rücken hoppelt, will man beim Biken nicht haben. Daher greifen Frauen besser zu einem speziellen Damen-Rucksack. Denn bei flowigen Downhills soll nicht ausgerechnet der falsche Rucksack den Spaß verderben. Mit einem genau auf die weibliche Anatomie abgestimmten Schnitt bringen Damenmodelle mehr Komfort und einen stabileren Sitz – auch bei hohem Tempo.
  • Trekkingrucksack Damen: Gerade bei den großvolumigen Rucksäcken für Trekkingabenteuer ist der Unterschied zwischen Herren- und Damenmodellen gewaltig. Damit der Trip in die Wildnis in guter Erinnerung bleibt, erzielen Damenrucksäcke mit ihrem voll auf Frauen abgestimmten Tragesystem einen enormen Komfortgewinn. Schulterträger, Hüftgurt, Rückenlänge und Schnitt orientieren sich ergonomisch genau an der weiblichen Anatomie. So werden auch große Rucksäcke und schwere Lasten gut tragbar – und die Tour ein voller Erfolg.
  • Skirucksack Damen: Eine Runde in der Loipe, energische Schwünge bei der Abfahrt und intensive Anstiege auf der Skitour – alles macht mit einem speziellen Damen-Rucksack gleich doppelt Spaß. Das Plus an Komfort durch ein auf Frauen abgestimmtes Tragesystem ist gewaltig. Wenn der Rucksack passt, fällt jede Tour leichter, jede Bewegung gewinnt an Präzision und der Schwerpunkt bleibt kompakt am Körper. Ob auf der Piste oder daneben, ein frauenspezifischer Schnitt ist definitiv eine Bereicherung.
  • Daypacks/Kleiner Rucksack Damen: Warum muss der Rucksack, mit dem man einfach nur in die City, ins Büro oder die Uni geht, einen speziellen Damenschnitt haben? Weil man ihn häufiger und länger am Rücken hat, als den Rucksack für die Bergtour am Wochenende. Meistens ist er mit Laptop, Ordnern, Essen etc. auch noch schwer befüllt. Ein Damen-Rucksack, dessen Tragesystem speziell auf Frauen ausgerichtet ist, bringt einem tagtäglich ein Plus an Komfort, das man bald nicht mehr missen möchte.
Alle Rucksäcke für Damen

 

Alle Rucksäcke für Herren

 

Zum Shop

Zum Shop

 

Mehr Beiträge zum Thema Rucksäcke findest Du im Bergzeit Magazin:

 

Rubriken und Themen

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
2 Comments
älteste
neueste beste Bewertung
Inline Feedbacks
View all comments

Unsere Top Outdoor Kategorien


Bergzeit Magazin - Dein Blog für Bergsport & Outdoor

Willkommen im Bergzeit Magazin! Hier findest Du Produkttests, Tourentipps, Pflegeanleitungen und Tipps aus der Outdoor-Szene. Von A wie Alpspitze bis Z wie Zwischensicherung. Das Redaktionsteam des Bergzeit Magazins liefert zusammen mit vielen externen Autoren und Bergsport-Experten kompetente Beiträge zu allen wichtigen Berg- und Outdoorthemen sowie aktuelles Branchen- und Hintergrundwissen.