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Kein Zeichen von Schwäche

K2 Wayback: Der Tourenski-Klassiker im Test

5 Minuten Lesezeit
Seit es den K2 Wayback gibt, fallen die Testurteile stets über die Maßen gut aus. K2 hat den Ski-Klassiker für 2014/15 neu überarbeitet. Ist der vielseitige Allrounder im Gelände nach wie vor so ausgewogen und fehlerverzeihend? Der Test verrät mehr.

HINWEIS: Bei dem nun folgenden Test handelt es sich um das Modell 2014/15. Hier geht es zum Test des aktuellen 2016/17er Wayback!

Erst Theorie, dann Praxis: Ich habe den neuen K2 Wayback zwar nicht zersägt, um an die Informationen zu kommen, aber die inneren Werte sind dennoch interessant – machen sie doch einen der beliebtesten Tourenski unserer Zeit aus. Die Entwickler von K2 ziehen beim neuen Wayback 2014/2015 die zurückhaltend neutrale Linie von den Maßen über das Gewicht bis zu Flex, shape, sidecut und was es sonst noch an technischen Details zu erheben gibt, weiterhin durch. Über die Jahre hat sich der K2 Ski nicht groß verändert, warum auch, wenn doch alle zufrieden sind – „never change a running system“. Einige Kleinigkeiten sind mir dann aber doch aufgefallen.

Der K2 Wayback unter der Lupe: Was ist neu?

Die Maße des Tourenski haben sich auf den ersten Blick im Vergleich zum K2 Wayback 2013/2014 nur unwesentlich geändert. Die neutrale Mittelbreite von 88 Millimetern hat sich für jeden Untergrund und Fahrer bewährt, bleibt also identisch. Wer mehr haben will, bekommt ab 2014/15 von K2 zusätzlich den Wayback 96, so jedenfalls wurde der Neue der Wayback-Reihe (Mitte 96 Millimeter) auf der ISPO angekündigt. Das Tip beim K2 Wayback 2014/15 verbreitert sich um zwei Millimeter, was für minimal mehr Auftrieb, aber für eine Verringerung des Radius‘ sorgt. Das Tail wird mit fünf Millimetern schon spürbar breiter, was den Radius weiter schrumpfen lässt, aber weniger „Angstrückenlage“ durch mehr Heckfläche zulassen und somit eine stabilere Position fördern soll.

Die Verringerung des Radius‘ in Kombination mit der leicht gesteigerten Rocker-Konstruktion macht den Ski noch agiler und drehfreudiger als bisher. Der Flex bzw. die Vorspannung wirkt ein wenig härter, alles in allem sollte der Tourenski somit an Kantengriff und Flattersicherheit bei höheren Geschwindigkeiten gewinnen. Beim Praxistest konnten mit der Befahrung der Cima Presanella Nordwand gleich so gut wie alle Anforderungen getestet werden: Drehfreudigkeit, guter Auftrieb, geringes Gewicht für den Aufstieg, fehlerverzeihender Ski bei wechselnden Auflagen, Kantenstabilität.

Praxistest K2 Wayback: Aufstieg

Die Cima Presanella im Trentino: Optimales Testgelände für den K2 Wayback, den wohl vielseitigsten Tourenski. | Foto: Wolfgang Hanus
Die Cima Presanella im Trentino: Optimales Testgelände für den K2 Wayback, den wohl vielseitigsten Tourenski. | Foto: Wolfgang Hanus

Die selbst gewogenen 1.410 Gramm pro Ski lassen sich am Fuß, aber auch am Kletterrucksack in der Firnflanke, über mehrere Stunden angenehm tragen und sind somit auf jeden Fall tauglich für Kurz- bis Mehrtagestouren. In seiner Breitenklasse befindet sich der Wayback im Mittelfeld zwischen aufstiegs- und abfahrtsorientiertem Tourenski. Das besonders schneeabweisende „SnoPhobic“-Topsheet sorgt bei jeder Schneeart dafür, dass sich das Gewicht im Aufstieg nicht erhöhen kann. Die Oberfläche verhindert, dass sich Schnee und Eis auf ihr absetzen, besteht also aus dem gleichen Material wie der Skibelag.

Praxistest K2 Wayback: Abfahrt

Eine 55 Grad steile Pulver- und Eisflanke, pulverige und eisige Hänge bis 40 Grad für hohe Geschwindigkeit, kurze Bruchharschpassagen und Frühjahrsfirn standen auf dem Programm. Perfektes Gelände, um die Grenzen eines Skis aufzuspüren! Zuerst geht es durch Umspringen über eine eisige circa 55 Prozent steile Kuppe vom Gipfel in die Wand: Windgepresster Schnee mit hartem Deckel, dann lockerer Pulver und zuletzt zwei kurze Schwünge auf Blankeis und das alles noch in 50 Grad steilem Gelände.

Während des Tests ist es einfach zu schwierig, Bilder in voller Fahrt zu machen. Da er sich bewährt, der K2 Wayback, nehme ich ihn gleich noch einmal mit ins Steile. | Foto: Wolfgang Hanus
Während des Tests ist es einfach zu schwierig, Bilder in voller Fahrt zu machen. Da er sich bewährt, der K2 Wayback, nehme ich ihn gleich noch einmal mit ins Steile. | Foto: Wolfgang Hanus

Trotz schwerem Gepäck und stetig wechselndem Untergrund hält sich der K2 Wayback straff auf der Kante und gibt sofort vollstes Vertrauen im Steilgelände, ohne spezielle Eigenheiten bzw. Macken an den Tag zu legen. Im Anschluss wird die Wand immer flacher und der Pulverschnee tiefer, was zur Folge hat, dass Schwünge und Geschwindigkeiten immer größer werden. Auch hier weist der Wayback keine Mängel auf, wobei das „Surfgefühl“ durch die 88 Millimeter Mittelbreite natürlich relativ limitiert ist. Danach kommen ein paar eisige, mit Kuppen durchzogene Hänge, die beinahe Pistenverhältnissen gleichen. Kein Flattern, satter Kantendruck ohne zu großen Kraftaufwand – in dem Maß, wie man es eben von einem eher leicht gehaltenen Tourenski verlangen kann. Die letzten Hänge führen dann durch tiefer gelegenes Gelände und immer weicher werdenden Schnee. Jetzt vielleicht ein Anzeichen von Schwäche? Der K2 Wayback lässt sich in Firn bis Sulzschnee genauso wie in den anderen Untergrundformen steuern: Ohne großen Kraftaufwand oder Lageveränderung. Schwächen ließen sich also nicht aufspüren im Testgelände.

Mein Fazit zum K2 Tourenski

Ich habe wirklich alles versucht, um dem Ski eine Schwäche zu entlocken – unterschiedliche Verhältnisse sollten mir dabei behilflich sein – und komme selbst nur zu dem Ergebnis, dass er eben nicht nur für die Extreme gebaut ist, sondern nach wie vor dem Fahrer jeder Könnerstufe absolutes Vertrauen und falls nötig Hilfestellung für jedes Terrain gibt. Der Unterschied zum K2 Wayback im Vorjahr: Eingespartes Gewicht und dabei noch mehr Performance in jedem Gelände. Mehr gibt es nicht zu sagen!

 

NOCHMAL DER HINWEIS: Bei diesem Test handelt es sich um das Modell 2014/15. Hier geht es zum Test des aktuellen 2016/17er Wayback!

Details und Unterschiede zwischen den Modellen 2013/14 und 2014/15

  • All-Terrain Rocker™
  • Powder Tip
  • Progressiver Sidecut
  • SnoPhobic Topsheet
  • Torsion Box Cap Konstruktion
  • Espe/Paulowina/Bambus Kern

K2 Wayback Modell 13/14 (174 Zentimeter)

  • Skispitze/Mitte/Skiende: 124/88/108
  • Radius: 21 Meter
  • Gewicht 3.000 Gramm pro Paar

K2 Wayback Modell 14/15 (174 Zentimeter)

  • Skispitze/Mitte/Skiende: 126/88/113
  • Radius: 17 Meter
  • Gewicht: 2.820 Gramm pro Paar

K2 Wayback Modell 15/16 (174 Zentimeter)

  • Skispitze/Mitte/Skiende:126/88/113
  • Radius 17 Meter
  • Gewicht: 2700 Gramm pro Paar

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