Biwaksäcke (18 Artikel)

Ultralite Bivi Double Biwaksack Bivibag Storm I Biwaksack Bivibag Storm II Biwaksack PTX Bivibag I Biwaksack PTX Bivibag II Biwaksack Ion Bivi Bivy Single Biwaksack Bivy Double Biwaksack Bivy Pro Biwaksack Bivybag Uno UL E-Bivy Biwaksack Pro Bivy Biwaksack Biwacksack I WP B Bivy Hülle Biwaksack Light II Wilderness Cover Biwaksack Alpine Bivi Alpine Bivi

In erster Linie ist ein klassischer Biwaksack nichts anderes als eine wind- und wasserdichte Hülle in der Größe eines Schlafsacks. Im Falle eines Notfalls, längeren Ausharrens wegen schlechter Sicht oder bei einem Wettersturz bieten Biwaksäcke Schutz und eine Rückzugsmöglichkeit vor Wind und Feuchtigkeit. Einen Biwaksack für den Notfall sollte deshalb jeder Bergsportler das ganze Jahr über als Standardausrüstung im Rucksack haben. Sie sind ultraleicht und besitzen ein sehr kleines Packmaß, was sie ideal als Notfallausrüstung macht.

Biwaksäcke als Wetterschutz

Gerade in den Bergen sind extreme Wetterstürze nichts Seltenes. Hast Du die Anzeichen dafür übersehen und bist schlecht ausgerüstet, kann dies schnell in eine Gefahrensituation führen oder gar das Leben kosten. Starke Niederschläge, tiefe Temperaturen und hohe Windgeschwindigkeiten führen dazu, dass die Betroffenen ohne Biwaksack schnell auskühlen und diese oft schon nach wenigen Stunden an Unterkühlung sterben.

Wenn keine Möglichkeit eines schnellen Rückzugs besteht, bietet Dir ein Biwaksack in solchen Situationen den einzig möglichen Schutz vor Wind und Nässe. Auch qualitativ hochwertige, wasserdichte Bekleidung wie eine Regenjacke schützt Dich in diesem Fall nur begrenzt. Sie durchnässt auf kurz oder lang und Du kühlst durch die relativ große Oberfläche schnell aus. Im Biwaksack kann Dein Körper hingegen sehr schnell ein warmes Luftpolster (Haftluft) um sich erzeugen, das speziell in Kombination mit einem Schlafsack für angenehme Wärme sorgt.

Geplantes Biwak unter freiem Himmel

Doch das ist nicht alles. Biwaksäcke werden daneben auch gerne dann eingesetzt, wenn ein Biwak unter freiem Himmel geplant durchgeführt wird. Daher gibt es neben ultraleichten und klein verpackbaren Biwaksäcken auch luxuriösere Varianten, die zum Teil mit einem Gestänge im Bereich des Kopfs versehen sind und somit etwas Platz zum Lesen oder zum Kartenstudium bieten - fast so wie ein kleines Zelt.

Rast, Orientierung & Jause im Biwacksack

Auch Gruppenverantwortliche setzen die robusteren und schwereren Modelle gern ein, um bei Kälte und starkem Wind eine Pause einzulegen. Um sich mit einer Brotzeit zu stärken, Kleidung zu wechseln, sich zu orientieren oder einfach mal durchzuschnaufen. In Skandinavien kommt in solchen Fällen sogenannte Windsäcke zum Einsatz, da sie die einzige Möglichkeit bieten, im baumlosen Fjäll windgeschützt zu rasten.

Materialien von Biwaksäcken

Ein Hauptgrund für die deutlichen Preisunterschiede der Biwaksäcke ist das verwendete Außenmaterial. Von der superleichten Alurettungsfolie bis zur Gore-Tex Membran ist alles erhältlich.

Günstige Biwaksäcke bis etwa 100 Euro sind oft aus einem Gewebe hergestellt, das keinen Wasserdampf von innen nach außen passieren lässt. Die Modelle bestehen meist aus einer stabilen Folie, einem polyurethanbeschichtetem Gewebe oder silikonbeschichtetem Stoff. Bei längerem Ausharren wirst Du feststellen, dass sich recht schnell Kondenswasser im Biwaksack sammelt und die Kleidung oder den Schlafsack durchfeuchtet. Diese Modelle eignen sich nur für den Notfall. Vorteil ist ihr geringer Preis und ihr oft kleines Packmaß und Gewicht. Absolut empfehlenswert in dieser Kategorie ist beispielsweise der Mountain Equipment Ultralite Bivi - ein echter Klassiker, den Mountain Equipment Jahr für Jahr neu auflegt.

Soll der Biwaksack auch für eine geplante Übernachtung in Kombination mit einem Schlafsack Verwendung finden, solltest Du Dich unbedingt nach einer atmungsaktiven Schlafsackhülle umsehen. Bedenke, dass gerade im Winter ein "nur" wasserabweisendes Modell, das dafür aber dampfdurchläsig ist, von Vorteil sein kann, um der Bildung von Kondenswasser im Inneren des Biwaksacks möglichst vorzubeugen. Hochwertige Biwaksäcke setzen auf verschiedenartige Gore-Tex® Membranen, andere Hersteller auf sehr atmungsaktives eVent® Gewebe und andere Materialien. Bei sehr leichten Bivis kommt auch sehr stark wasserabweisendes Pertex Endurance zum Einsatz. Allen ist eines gemein: Der Preis übersteigt oftmals die 150 Euro- bei "Luxusmodellen" auch mal die 300 Euro-Grenze.

Konstruktion eines Biwaksacks

Der klassische Biwaksack für den Notfall besitzt in der Regel einen quadratischen Schnitt. Biwaksäcke, die als Schlafsackhülle verwendet werden, sind recht schlicht als mumienförmiger Sack geschnitten. Daneben gibt es aber einige "luxuriösere" Modelle mit Abspannmöglichkeiten oder einem kleinen Gestänge für mehr Kopffreiheit. Der Übergang von Biwaksäcken zu Biwakzelten oder gar kleinen Campingzelten ist fließend.

Bist Du häufiger zu zweit unterwegs, empfiehlt es sich ebenfalls einen Blick auf die Windsäcke - zum Beispiel von MSR und Hilleberg - zu werfen. In diesen haben gleich mehrere Personen mit Rucksack und/oder sonstigem kleinen Gepäck Platz. So geht weniger Wärme verloren. Außerdem kannst Du in diesen leichter hantieren, z.B. bei der Essenszubereitung. Je nach Konstruktion wird hierbei auch von Bothy Bags gesprochen, die sich insofern zu klassischen Windsäcken unterscheiden als man sich in entgegengesetzter Richtung gegen die Außenwand des Sackes lehnt, nachdem man ihn über den Kopf gezogen hat, und auf diese Weise Wind- und Wetterschutz sowie einen offenen Raum zwischen sich hat. Ein Beispiel für einen Bothy Bag ist der Munro Bothy 4 von MSR. Idealerweise haben Windsäcke und Bothy Bags Reißverschluss- oder Klettöffnungen zum Hinausschauen und Atmen.

Um die Handhabung des Biwaksacks zu erleichtern, sind Befestigungsösen von Vorteil, damit Du den Bivi bei starkem Wind nah am Körper halten kannst. Manche Modelle lösen diesen Problem dadurch, dass Du sie wie einen Poncho tragen kannst. Hilleberg hat mit dem Bivanorak sogar ein Modell entwickelt, das als Biwacksack, Notunterkunft oder als Anorak gegen Sturm und Regen genutzt werden kann.

Welche Größe sollte der Biwaksack haben?

Am verbreitetsten ist bei uns der 2-Personen-Biwaksack. Er bietet im Falle eines Unfalls nochmal mehr Kapazität, um die verletzte Person vorsichtig einzupacken. Bedenke zudem, dass Mehr-Personenmodelle eine bessere Wärmeentwicklung unter den eingepackten Personen bieten. Große Gruppen Bothys wie der Group Shelter 8-10 Bothy von Rab eignen sich hauptsächlich für Wandergruppen oder sind alternativ für die Bergrettung interessant.


Mehr zum Thema Biwakieren