Als Herstellerfirma von hochwertiger Outdoorausrüstung versteht Edeldrid nachhaltiges Handeln als ihre Pflicht. Daher arbeiten sie seit 2009 mit bluesign Technologies zusammen und sind weltweit die erste Seilmarke, die die Produktion an die strengen Vorgaben des bluesign Systems angepasst hat. Alle von ihnen eingesetzten Rohmaterialien in der Seilherstellung sind bluesign zertifiziert und ihre Seile mit dem Gütesiegel “bluesign product” ausgezeichnet.
Dadurch können sie Dir ein schadstofffreies, für die Gesundheit unbedenkliches Produkt anbieten, das umweltfreundlich produziert wurde. Außerdem ist es ihnen gelungen, das erste Seil mit einer PFC- und PFAS-freien Imprägnierung (Eco Dry) auf den Markt zu bringen und das weltweit erste Kletterseil aus recycelten Materialien zu entwickeln.

Welches Kletterseil ist das richtige für Dich?

Grundsätzlich werden Dynamikseile fürs Klettern in drei Kategorien eingeteilt:

Je nach Anwendung haben die einzelnen Seiltypen gewisse Vorteile in der Sicherheit und beim Handling oder sind für bestimmte Klettertechniken notwendig.

Einfachseile sind die am meisten verwendeten Kletterseile. Sozusagen der Klassiker unter den Bergseilen. Je nach Länge und Durchmesser (bei Edelrid 8,6 - 10,5 mm) decken Einfachseile ein großes Einsatzspektrum ab. Sie sind die klassischen Sportkletterseile, sowohl am Fels als auch in der Halle, werden aber auch für alpine Kletter- bzw. Hochtouren und zum Big Wall Klettern verwendet. Ein großer Vorteil dieses Seiltyps ist die einfache, übersichtliche Handhabung. Mit zunehmendem Durchmesser steigt in der Regel die Festigkeit eines Seiles und es erhöht sich die Anzahl der Normstürze. Mehr Durchmesser bedeutet aber auch mehr Gewicht. Besonders bei intensivem Gebrauch durch Projektieren oder Toprope-Klettern bewähren sich robustere Einfachseile mit hohem Mantelanteil.

Zwillingsseile
Dieser Typ Seil darf ausschließlich im Doppelstrang verwendet werden, da sonst die normgerechte Sicherheit nicht gegeben ist. Wichtig ist, dass Du Zwillingsseile immer zusammen in Zwischensicherungen einhängst. Sie zeichnen sich vor allem durch einen kleinen Seildurchmesser und ihr niedriges Gewicht aus. Zwillingsseile bieten große Sicherheitsreserven durch die redundante Verwendung der beiden Seilstränge.
Der Vorteil: Eine deutlich höhere Kantenfestigkeit und ein geringeres Totalschadenrisiko (z. B. Steinschlag und Scharfkantensturz). Deshalb werden Zwillingsseile in erster Linie für alpine Klettertouren in schwierigem Terrain benutzt, aber auch zum Eis- und Mixed-Klettern. Ein weiteres Plus ist, dass Du über die gesamte Seillänge abseilen kannst, was einen schnellen Rückzug aus der Wand möglich macht.

 

Halbseile
Halbseile sind wie Zwillingsseile dafür konzipiert im Doppelstrang verwendet zu werden und bieten auch nur dann die vorgeschriebene Sicherheit. Im Unterschied zu Zwillingsseilen musst Du Halbseile an Zwischensicherungen aber nicht im Doppelstrang einhängen. Besonders in schlecht oder selbst abgesicherten Routen mit kreuz und quer angebrachten Zwischensicherungen kannst Du durch diese Methode den Seilverlauf optimieren und damit die Reibung und den Fangstoß reduzieren.
Wichtig ist: Beim Klettern mit Halbseilen musst Du ein Sicherungsgerät verwenden, mit dem ein separates Einholen und Ausgeben der beiden Seilstränge möglich ist, wie es beispielsweise bei dem Mega Jul von Edelrid der Fall ist. Ein weiterer großer Unterschied ist jedoch, dass Halbseile im Nachstieg auch im Einzelstrang belastet werden können. Dies ist für Dreierseilschaften mit zwei Nachsteigern relevant.

 

Die Auswahl an Bergseilen ist zweifelsohne so groß wie nie. Dementsprechend komplex kann sich die Entscheidungsfindung beim Kauf eines Kletterseiles gestalten. Das Geheimnis für einen erfolgreichen Seilkauf ist, im Vorhinein schon zu wissen, wofür es hauptsächlich verwendet wird. Dazu solltest Du einschätzen können, welchen Klettertyp Du am ehesten verkörperst. Du kletterst sehr ambitioniert? Dann wirst Du um die Anschaffung mehrerer Kletterseile wahrscheinlich nicht herumkommen. Nachdem zuerst der Einsatzbereich klar ist, solltest Du zweitens Kriterien wie Länge, Durchmesser, Gewicht und Imprägnierung abgewägen. Denn jede Anwendung hat ihre ganz eigenen Anforderungen. Anschließend wählst Du in einem dritten Schritt den passenden Seiltyp aus.
Über die Schnittfestigkeit von Seilen
Diese langen textilen Verbindungen, die wir Seile nennen, haben in ihrer Evolution bereits einen langen Weg zurückgelegt. Wahrscheinlich seit der Mensch ernsthaft damit begonnen hat, seine umliegenden Berge zu besteigen, sind Seile eine der effizientesten Methoden, um die Gefahr des Absturzes zu vermeiden.
Von den Anfängen der handgefertigten Seile auf Naturfaserbasis, über die revolutionäre Einführung von synthetischen Fasern und deren erster Verwendung in Seilen in den 40er und 50er-Jahren bis hin zur Erfindung der Kernmantel-Konstruktion im Jahre 1953 durch Edelrid – Textilseile für alle Arten von Klettersport haben ein technisches Niveau erreicht, das es in der Praxis fast unmöglich macht, dass ein Seil durch Überlastung versagt.