Die Bergzeit Wanderstudie 2022

 

Wandern ist und bleibt der Trend im Outdoorsport der letzten Jahre. Hier finden wir Zeit, Ruhe und den Ort, um durchzuatmen, den Alltag zu vergessen, Digital Detox zu betreiben und uns auf uns selbst zu besinnen. Wandern gibt uns Raum für mehr Achtsamkeit – darin sind sich die Teilnehmer der Bergzeit Wanderumfrage 2022 einig.


Auch in diesem Jahr wollten wir wieder wissen: Wie wandern deutsche, österreichische und Schweizer Wanderfreudige? Was motiviert sie? Wie hoch, weit, mit wem und wann sind sie am liebsten unterwegs? Achten sie auf Tour gezielt auf Umwelt- und Naturschutz - und wenn ja, wie? Die spannenden Ergebnisse zu diesen und weiteren Fragen, findest Du hier bei der großen Bergzeit Wanderstudie 2022.

 



Tagestouren: unsere liebste Art, zu wandern


2022 sind sich 96 % der Wanderfreudigen einig, dass sie am liebsten Eintagestouren in Angriff nehmen.  Damit haben die Tageswanderungen im Vergleich zur Wanderstudie 2021 nochmal um 7 Prozentpunkte zugelegt und konnten sich wieder klar als beliebteste Wanderart von Deutschen, Österreichern und Schweizern an die Spitze setzen.


Doch nicht nur die Tageswanderungen haben im Vergleich zum Vorjahr an Fans gewonnen: Fast jede Art von Wanderung konnte noch mehr Begeisterung entfachen und die Wandernden vor die Haustür lockenzulegen. Am meisten hat sich die Mehrtagestour unten den Favoriten nach vorne gearbeitet.


Hat 2021 noch jede*r Dritte angegeben, mit Vorliebe mehrere Tage unterwegs zu sein, ist es 2022 bereits jede*r Zweite. Allein „Wandern mit Biwakieren“ ist mit 12 % gleichgeblieben und scheint damit als „Nischen-Wanderart“ weiterhin den eingefleischten Naturfans vorbehalten.



Beliebtesten Wandergebiete: Alpen weiterhin Spitzenreiter!


Auch 2022 behalten die Alpen die Poleposition unter den Wandergebiete. Jede*r dritte Wandernde gibt an, am liebsten in den Alpen unterwegs zu sein – und das wenig überraschend vor allem Schweizer (86 %) und Österreicher (75 %). Auch das Alpenvorland ist für über die Hälfte der Teilnehmenden Destination Nummer Eins, wenn es um die Tourenplanung geht.


Werden damit die flacheren Wandergebiete abgehängt? Keineswegs! Auch Gebiete mit wenig Höhendifferenzen werden attraktiver: 2022 geben mehr Wanderer an, im flachen Gelände und in Küstenregionen unterwegs zu sein (32 %) als noch 2021 (20 %). Vor allem Deutsche wissen auch weniger bergige Gebiete sehr zu schätzen (jede*r Dritte).



Der Durchschnitt wandert mit Genuss & zu zweit!


Veränderungen im Vergleich zur Studie 2021 machen sich auch beim Durchschnittswanderer bemerkbar: Wo im Vorjahr noch sportlich ambitionierte Ziele mit 900 bis 1.200 Höhenmeter die Mehrheit der Bergwandernden angetrieben haben, steht 2022 der Genuss mehr im Vordergrund: In diesem Jahr machen Touren zwischen 500 bis 900 Höhenmetern das Rennen.


Die Beliebtheit von Länge und Begleitung bleibt im Vergleich zu 2021 jedoch konstant. Wandern ist und bleibt der Pärchensport und findet besonders dann viele Anhänger, wenn sich die Jahreszeit im September Richtung Herbst bewegt.



Wandern als Weg zu mehr Achtsamkeit


Zeit in der Natur verbringen sowie eine bessere mentale Gesundheit sind die Top-Gründe, wandern zu gehen. Warum auch nicht? Wandern bietet die Möglichkeit, um zu entschleunigen, sich dem stressigen Alltag zu entledigen und – zumindest eine Zeitlang – zur Ruhe zu kommen. Besonders für Frauen ist der Aspekt, etwas Gutes für ihre mentale Gesundheit zu tun, ein wichtiger Grund, wandern zu gehen.


Zusätzlich zeigen 2022 die Befragten ein gesteigertes Bewusstsein und Interesse an der körperlichen Gesundheit und Fitness. Dass sie „zum gezielten Training“ wandern gehen, gibt in der Studie 2021 noch 20 % der Teilnehmenden an – 2022 liegt die Zustimmung bei 37 %.


Eine ähnliche Entwicklung zeigt sich bei der Motivation „aus gesundheitlichen Gründen“ wandern zu gehen, die von 31 % auf 56 % stieg.


Wie sehr wir uns einerseits der Pandemie-Situation angepasst haben, andererseits aber auch mehr Lockerungen im Vergleich zu den ersten Lockdowns bestehen, zeigt die Priorisierung „aus sozialen Gründen“ wandern zu gehen. Dieser Aspekt ist 2022 nicht mehr so wichtig wie mit Beginn der Pandemie: Von ehemals 50 % ist Gesellschaft in diesem Jahr nur noch für 39 % ein Motivator.



Niemand wandert schneller als die Schweizer


Ähnlich wie bei den Gründen, aus denen wir auf Wandertour gehen, haben auch die Ziele einen Fokus auf den Aspekt Achtsamkeit erhalten. „Der Weg ist das Ziel“ sowie „die Aussicht genießen“ sind länderübergreifend die beiden top-genannten Ziele der Wanderfans.


Allgemein haben sportlichere Ziele wie Höhenmeter (18 %), Distanz (25 %) und Schnelligkeit (10 %) im Vergleich zur Studie 2021 jeweils um 4 bis 5 Prozentpunkte verloren. Nicht so jedoch bei den Schweizern! Sie haben sich in der Wanderstudie 2022 als die Sprinter der Alpen etabliert: 16 % gaben dabei an, dass ihnen „Schnelligkeit/Zeit“ ein wichtiges Ziel auf ihren Wanderungen ist. Dem stimmen nur 11 % der Österreicher und nur 9 % der Deutschen zu.


Aber auch die Flachland- und Küstenwanderer sollte man nicht unterschätzen: „Stecke/Distanz“ ist hier das meistgenannte Ziel. So nimmt sich jeder dritte Flachland- und/oder Küstenwanderer eine bestimmte Streckenlängen auf Wanderschaft vor.


Für Österreicher zählt vor allen eins: das perfekte Gipfelfoto! Jede*r Fünfte motiviert sich auf Wanderung mit der Erinnerung via Gipfelfoto. Damit setzen sie sich klar von den Deutschen (10 %) und Schweizern (7 %) ab.



Jeder 5. Wandernde lässt sich von TV-Reportagen inspirieren


Wer hätte das gedacht? Fernsehreportagen erreichen mit ihren Tipps und Inspirationen Wanderfreunde jeden Alters. Hier hebt sich vor allem die Zielgruppe der 46- bis 75-Jährigen hervor – aus dieser Altersgruppe holt sich mehr als jeder vierte Wandernde (26 %) Toureninspiration aus dem TV.


Klarer Gewinner in Sachen Inspirationsquelle sind auch in diesem Jahr wieder Wanderportale wie Outdooractive, Bergfex, Komoot & Co. Mit 75 % gewinnen sie klar an Bedeutung im Vergleich zu 2021 (65 %). Zudem hat sich gezeigt, dass die Wanderportale besonders unter den 26- bis 35-Jährigen (84 %) treue Anhänger gefunden haben.  


Wirft man einen Blick auf die Nutzung von YouTube, fällt auf, dass vor allem Männer auf diesem Kanal neue Tourentipps recherchieren. Frauen ziehen dafür eher klassische Social Media Plattformen oder Familie und Freunde heran, wenn sie auf der Suche nach neuen Wanderrouten sind.



Anfahrt per ÖPNV: für Schweizer unverzichtbar


Wer hat’s erfunden? Schweizer lassen im Vergleich zu ihren deutschsprachigen Nachbarn deutlich häufiger das Auto stehen und nutzen den ÖPNV. Für knapp jede*n dritte*n Schweizer*in ist es selbstverständlich per Zug oder Bus zum Start der Wanderroute zu gelangen. Diese Selbstverständlichkeit legt nur etwa jede*r zehnte Deutsche und sogar nur etwa jede*r zwanzigste Österreicher*in an den Tag.


Doch woran liegt das? Dass so viele Schweizer Wandernde das ÖPNV-Angebot nutzen, hat viele Gründe, die nicht nur in der Größe des Landes begründet liegen, wie Holger Cecco-Stark – Head of Projects & CRS bei Bergzeit – erklärt:

Holger Cecco-Stark | Head of Projects & CSR (Bergzeit)


„Das Schweizer Bahn-Streckennetz ist gut ausgebaut und wird durch perfekt abgestimmte Busverbindungen ergänzt. So kommt man ohne Probleme auch in abgelegene Täler. Damit kann man sehr gut Überschreitungen in den Bergen machen - ein sehr häufig genutztes Angebot.


Pünktlichkeit ist ein weiterer wesentlicher Faktor. Ich habe bei meinen zahlreichen Touren nicht eine einzige Verspätung in Erinnerung.


Es gibt zudem kein Problem Equipment mitzunehmen. Im Winter gibt es Stauraum für Ski, im Sommer für Räder - auf Strecken mit hoher Frequentierung in Form von Anhängern. Komplett unkompliziert und ohne Aufregung abzuwickeln.


Das ausreichende Platzangebot ist ein weiterer Faktor: Selten ist es notwendig in einem Öffi zu stehen. Verständnis und Freundlichkeit beim Personal sowie Sauberkeit in den Zügen und Bussen runden die ganze Sache ab.“



Hauptsache kurz: schneller Anfahrtsweg besonders in Deutschland entscheidend


Bitte nicht zu lang! 30 bis 60 Minuten Anfahrtsweg ist länderübergreifend die am häufigsten genannte Anfahrtsdauer. Im Vergleich zu Deutschland und Österreich nehmen Schweizer tendenziell einen zeitlich länger dauernden Anfahrtsweg bis zum Wandergebiet auf sich: Gut jeder dritte Schweizer Teilnehmende gab an, 1 bis 1,5 Stunden zum Wandergebiet zu benötigen.


Eine mögliche Erklärung dafür könnte zum einen darin begründet liegen, dass Schweizer öfter den ÖPNV nutzen und deshalb durchschnittlich mehr Zeit für ihre Anfahrtswege benötigen.


Allerdings sind sie auch bei Anreise per PKW durchschnittlich länger unterwegs als ihre deutschen oder österreichischen Nachbarn. Vorstellbare Gründe dafür können geographische Gegebenheiten (bergigere Landschaft, weniger Schnellstraßen) sein sowie die verkehrsrechtliche Lage (Geschwindigkeitsbegrenzung, hohe Bußgeldstrafen).



Einfach mal abschalten: Wanderer brauchen kein Internet!


Altersunabhängig geben nur 4 % der Wandernden an, sicheres Internet am Wanderort zu benötigen. Wer braucht schon digitale Ablenkung, wenn er in die analoge Welt der Natur flieht? Eben – niemand! Getreu der Tendenz, beim Wandern die Natur und Aussicht zu genießen, seiner körperlichen und mentalen Gesundheit etwas Gutes zu tun und achtsamer mit sich selbst zu sein.


Kulinarische Wanderfreuden: Über Einkehrmöglichkeiten während der Wanderung freuen sich besonders die lebenserfahreneren Teilnehmer und Teilnehmerinnen über 56 Jahre.



Orientierungsprofi Schweiz: auch der Kompass hilft im Notfall


Länderunabhängig gab nahezu jeder Wanderfan an, dass sie sich auf Wanderungen vor allem anhand von Beschilderung und Wegemarkierungen orientieren.


Selbstverständlich darf in der heutigen Zeit das Smartphone mit der Vielzahl an Navigations-Apps wie Google Maps zur Orientierung nicht fehlen. und steht somit an zweiter Stelle als relevantes Mittel in allen Altersklassen als zur Absicherung zur Verfügung. Wirft man einen genaueren Blick auf die einzelnen Länder, spielt das Smartphone in Österreich tendenziell eine kleinere Rolle (58 %) als in Deutschland (68 %) und der Schweiz (70 %).


Schweizer Wandernde orientieren sich dafür doppelt so häufig (11 %) mithilfe von einem Kompass wie ihre deutschen (6 %) oder österreichischen Kolleg*innen (4 %). Auch spezielle GPS-Geräte scheinen in Schweizer Händen häufiger zum Einsatz zu kommen, als in deutschen oder österreichischen – nahezu jeder Vierte bedient sich der smarten Navigationshilfen im Gegensatz zu nicht einmal jedem fünften Deutschen oder Österreicher.



Safety first! Notfallapotheke gehört in den Wanderrucksack


Wie beruhigend: Eine Notfallapotheke hat bei über Zweidrittel einen festen Platz im Wandergepäck Das unabhängig vom jeweiligen Alter, wobei die Ü75-jährigen durchschnittlich noch etwas häufiger daran denken (77 %).


Auffällig ist, dass vor allem Vereinsmitglieder (76 %) eher ein Notfallset bei sich tragen als Nicht-Vereinsmitglieder (58 %).


Als beliebter Dreiklang in Sachen Wander-Equipment haben sich die Wanderschuhe, der Wanderrucksack und das Smartphone entpuppt: 93 bis 95 % aller Wandernden haben diese Ausrüstungsgegenstände immer auf Tour mit dabei.



Wandern ist der Trendsport unter den 18- bis 35-Jährigen


30 % der Teilnehmenden geben an, dass sie noch häufiger wandern als mit Beginn der Pandemie. Der Trend „Wandern“ ebbt nicht ab, sondern hat neue, treue Fans gefunden. Darunter jede*r Dritte unter 35 Jahren!


Gleichzeitig bilden die 18- bis 35-Jährigen auch die Gruppe, die am häufigsten angaben, dass sie nicht mehr so viel Zeit hätten, aber gerne wieder mehr wandern wollen würden (5 %). Der Wille ist somit weiterhin da, nur gilt es noch sich die nötige Zeit dafür freizuräumen.



97 % sagen: Wandern tut der Seele gut!


Nahezu alle Wanderer sind sich einig: Wandern ist Balsam für die Seele. Bei 48 % der Teilnehmenden ist der positive Effekt auf die Psyche auch einer der Hauptgründe, wandern zu gehen – durchschnittlich stimmen dem mehr Frauen als Männer zu (50 % vs. 43 %).



Weg mit dem Müll: In Österreich wird aufgeräumt!


Und zwar nicht nur der eigene Müll: Getreu dem Motto „Leave no trace“ entsorgen österreichische Wanderfreunde korrekt den eigenen Müll, und sammeln zusätzlich auch vermehrt Müll von anderen auf (40 % im Vergleich zu 33 % in Deutschland und 29 % in der Schweiz).


Auch Vereinsmitglieder des DAV, OÄV, SAC oder der Naturfreunde (40 %) zeigen mehr Bereitschaft den Müll fremder Wandernden aufzusammeln als Nicht-Vereinsmitglieder (29 %).


Allerdings zeigt sich auch, dass Österreicher*innen und Schweizer*innen in der Tendenz häufiger nach „alternativen“ Routen suchen und öfter abseits der Wege unterwegs sind als ihre deutschen Nachbarn. Möglicherweise - zumindest auf Schweizer Seite - eine logische Erklärung für den vermehrten Einsatz von Kompass und GPS-Gerät.



Mehr Müll & wildes Parken: Schattenseiten des Wandertrends


Als Konsequenzen des Wanderbooms sind den Teilnehmenden mehr Müll, vermehrt wildes Parken, mehr Stau, Trittschäden und eine erhöhte Störung der Tierwelt aufgefallen.


Hier heißt es für alle Wandernden: Nicht allein Achtsamkeit mit sich selbst ist wichtig - auch Achtsamkeit in Bezug auf andere, die Natur und die Tierwelt darf nicht aus dem Blick geraten. Die Frage danach, welche Möglichkeiten es gibt, diese Achtsamkeit auch mit anderen zu praktizieren, beantworten die Teilnehmenden in der folgenden Frage.



Lösung: Umweltschutz als eigenständiges Schulfach


Wo können wir ansetzen, um Natur und Anwohner in Wanderregionen besser zu schützen? „Bei der Bildung der Kinder“ schlagen einige Wanderbegeisterte vor. Präventive Lösungsansätze wie ein eigenes Unterrichtsfach in der Schule oder umfangreiche Unterrichtseinheiten zum Thema Umwelt- & Naturschutz können dabei helfen, Verständnis, Achtsamkeit und ein gutes Miteinander von Menschen und Natur frühzeitig zu fördern. Auch Informationsabende und Aufklärungskampagnen, die nicht nur an Kinder gerichtet sind, können helfen, langfristig auf die genannten Ziele einzuzahlen.


Mehr Hinweisschilder und Mülleimer können außerdem dazu beitragen, wildes Parken, Müll und Trittschäden zu verringern und damit Natur und Anwohner zu schützen und.


Jede*r zweite Deutsche findet zudem, dass der ÖPNV verbessert werden sollte. Die Bereitschaft weg vom Individualverkehr ist in Deutschland vorhanden, fällt aber unter den aktuellen Bedingungen noch nicht auf fruchtbaren Boden. Möglicherweise bringt mit Einführung des 9-Euro-Tickets dahingehend noch mehr Klarheit.



Wandern ist Privatsache! Weniger Wandernde teilen ihre Erlebnisse auf Social Media


Nur selten oder gar nicht auf Social Media teilen 60 % der Befragten ihre Wandererlebnisse. Im Vergleich zu 2021 ist das ein stolzer Anstieg von 16 %. Das Erlebnis in den Bergen bleibt 2022 für die Mehrheit ein privates Erlebnis – und zahlt auch an dieser Stelle wieder auf den allgegenwärtigen Aspekt der Achtsamkeit ein.


Erwartungsgemäß nimmt die Bereitschaft, Wanderungen auf Social Media zu teilen mit zunehmendem Alter ab. Doch auch die jungen Altersgruppen der unter 35-Jährigen haben zu mehr als der Hälfte (54 %) angegeben, ihre Bergerlebnisse selten oder nie zu sharen.


Im Ländervergleich zeigen sich vor allem die Österreicher*innen als Social Media-treu: Jede*r Fünfte gab an „(fast) immer“ die Wanderung auf Social Media zu teilen.



Instagram bleibt die beliebteste Sharing-Plattform für unsere Wandererlebnisse


Unter den Teilnehmenden, die angegeben haben, mindestens „selten“ ihre Wandererlebnisse zu teilen positioniert sich Instagram (63 %) vor WhatsApp (55 %) und Facebook (41 %) als favorisierte Sharing-Plattform. Erwartungsgemäß nimmt die Beliebtheit konstant mit zunehmendem Alter ab. Dafür steigt im gleichen Zuge mit dem Alter auch die Nutzung von WhatsApp als Medium, um Wanderungen mit anderen zu teilen. Ab einem Teilnehmeralter von 26 Jahren gaben mindestens die Hälfte aller Wanderfans an, WhatsApp als Social-Plattform zu nutzen. Heavy User sind mit durchschnittlich 71 % die über 66-Jährigen.


Und auch wenn Facebook von mehreren Seiten ein langsamer Untergang prophezeit wird, gaben durchschnittlich 58 % der über 36-jährigen Teilnehmenden an, die Social Media Plattform noch zum Teilen ihrer Wandererlebnisse zu nutzen.



Fräulein Draußen als beliebteste Wander-Influencerin


Im Vergleich zum Vorjahr gaben 2 % mehr Teilnehmende an, Wander-Influencern zu folgen (19 % vs. 17 %). Als Gipfelstürmerin hat sich 2022 die selbsternannte „Chef-Abenteurerin […] und Draußenfrau von ganzem Herzen“ Kathrin aka. Fräulein Draußen entpuppt.



Mit Wander-Influencern zu mehr Naturschutz


Inspiration und schöne Fotos: Das sind für 84 % bzw. 70 % aller Teilnehmenden hauptsächliche Gründe, Wander-Influencern zu folgen.


Nahezu die Hälfte geben an, dass Influencer wie Fräulein Draußen, die Munichmountaingirls oder AlpineFex sie dabei unterstützen, Wissen über das Wandern zu sammeln. Somit können sie einen wertvollen Beitrag zur mehr Achtsamkeit mit Natur und Umwelt leisten und ihre Follower für diesen wichtigen Aspekt des Wanderns sensibilisieren.



Digital Natives auch unter den 66- bis 75-Jährigen


Im Vergleich zur Wanderstudie 2021 hat sich der Anteil an App-Nutzern 2022 nochmal leicht erhöht und stieg von 71 % auf 75 %.


Im Hinblick auf das Alter sind besonders die 26- bis 45-Jährigen Heavy User von Wander-Apps. Doch auch unter den 66- bis 75-Jährigen gaben stolze Zweidrittel an, Apps auf Wanderungen zu nutzen.



Komoot ist auch 2022 top genutzte Wander-App


Komoot baut seinen Vorsprung als beliebteste App in der Wanderstudie 2022 weiter aus: 63 % aller Teilnehmenden nannten die Wander-App, gefolgt – wie bereits im letzten Jahr – von Outdooractive (43 %), Google Maps (38 %) und Bergfex (35 %).



Aus alt macht neu: Jede*r 5. kauft Second Hand!


Die Mehrheit der Wandernden ist sich einig: Am liebsten shoppen sie Bekleidung und Equipment als Neuware vor Ort im Ladengeschäft, gefolgt vom Online-Handel. Hier zeigt sich bei den Männern ein höheres Interesse, Wanderprodukte neu online zu kaufen (78 %) als bei den Frauen (68 %).


Doch in der Wander-Community wird deutlich: Secondhand ist auch ein Thema! Jede*r fünfte Wandernde gibt an, sich bei Wanderbekleidung und -ausrüstung für Secondhand-Ware zu interessieren und diese online oder im Ladengeschäft zu kaufen. Besonders Frauen kaufen Wanderprodukte aus zweiter Hand (17 %) – 10 % der Männer verleiht bereits getragenen oder benutzen Wanderprodukten gerne ein zweites Leben.


Diesem nachhaltigen Kaufinteresse begegnet Bergzeit seit Juni 2022 mit dem Bergzeit RE-USE Portal, auf dem sowohl Outdoor-Ware verkauft als auch gekauft werden kann.



Bedürfnis nach mehr Bergwissen: vom Nutzer zum Schützer


Auf die Frage, in welchem Bereich sich Wanderer und Wanderinnen mehr Beratung wünschen, zeigt sich ein ähnliches Bild wie bereits 2021. Ein starkes Interesse zum Thema „Bergwissen“ (38 %) sticht besonders hervor.


Das allgemeine Beratungsinteresse in den Bereichen Pflanzen/Tiere (22 %), Nachhaltigkeit (23 %) und Bergwissen (38 %) macht deutlich, dass sich Wandernde klar mit der Natur und den Bergen, in denen sie sich bewegen, auseinandersetzen möchten – weg vom reinen „Nutzer“ und hin zum künftigen „Schützer“.

Untersuchungsgegenstand: Die Wanderumfrage richtet sich an die gesamte Wander-Community – unabhängig von Geschlecht, Alter und Leistungsniveau. Ermittelt wird unter anderem welche Aspekte die Sportart so attraktiv machen, welche körperlichen und sozialen Komponenten Wandernde daran zu schätzen wissen und welche Rolle dabei Natur- und Umweltschutz spielen.

Befragungsmethode: Online-Umfrage

Befragungszeitraum: 24.02.2022 - 17.03.2022

Verwendung der Studienergebnisse: Alle Ergebnisse und Grafiken der Umfrage können kostenfrei genutzt werden. Bei Verwendung ist Bergzeit als Urheber kenntlich zu machen. Für Grafiken, Rohdaten und weitere Infos: redaktion@bergzeit.de

Stichprobe: Befragt wurden 3.478 Umfrageteilnehmer (m/w/d) aus Deutschland, Österreich und der Schweiz. Die Geschlechter unterteilten sich in 68,54 % weiblich, 31,32 % männlich und 0,14 % divers. Die Teilnehmer wurden in acht Altersgruppe eingeteilt:

  • unter 18 Jahre
  • 18-25 Jahre
  • 26-35 Jahre
  • 36-45 Jahre
  • 46-55 Jahre
  • 56-65 Jahre
  • 66-75 Jahre
  • über 75 Jahre