Steil sticht der Grat vor ihnen in den blauen Himmel, um sie herum nichts als die grau-weißen Bergspitzen der Ostalpen. Doch die drei Männer lassen sich nicht ablenken von der beeindruckenden Kulisse. Sie konzentrieren sich ganz auf sich, alles andere ist jetzt unwichtig. Schritt für Schritt, Stein für Stein kommen sie ihrem Ziel näher: dem Hintergrat, einer der schönsten Touren, um den Gipfel des Ortlers zur erklimmen. Der Weg führt die Männer über ein Geröllfeld, der Untergrund ist nicht immer fest und verlangt höchste Konzentration. „Wurzel links“, sagt Vittorio mit ruhiger, klarer Stimme. Er führt die Seilschaft an, knapp hinter ihm folgt Gabriel mit behutsamen, aber kräftigen Schritten. 

Gabriel weicht sofort etwas nach rechts aus, um das Hindernis zu umgehen. Matthias achtet in seinem Rücken darauf, dass diese kleine Umleitung ausreicht, damit Gabriel nicht doch an der Wurzel hängen bleibt. Denn sehen kann Gabriel das Hindernis nicht. Schon als Kind hat Gabriel Tschurtschenthaler, 34, gemerkt, dass seine Augen nicht so funktionieren wie die der Menschen um ihn herum, und je älter er wurde, desto schlechter sah der Südtiroler. Die Welt verschwamm vor seinem Gesicht und reduzierte sich auf ein Durcheinander von Licht und Schatten. Deshalb liebt Gabriel die Morgen- und Abenddämmerung: In den Momenten des Übergangs vom Tag zur Nacht oder wenn sich die Nacht wieder verabschiedet, wenn die Konturen der Welt stärker hervortreten, kann Gabriel etwas erkennen. Spüren kann er immer, egal wie hell oder dunkel es ist. Das Gespür ersetzt seine Augen. So sieht Gabriel den Berg zwar nicht, aber er fühlt ihn, in all seinen Facetten. Gabriel weiß, wie unterschiedlich der Wind klingt, wenn er um schroffe Felsen wirbelt oder frei in der Ebene bläst. Er weiß, wann er seine Schritte verlangsamen muss, weil sein Gleichgewichtssinn ihm sagt, dass es auf einer Seite steil hinabgeht. Er weiß, wie anders sich loses Geröll im Vergleich zu festem Stein unter den Schuhsohlen anfühlt.

Ortles Guide 35 Kletterrucksack
Mit dem Ortles Guide 35 Kletterrucksack von Salewa bist du bestens ausgestattet für Deine Bergabenteuer. Der leichte Rucksack aus robustem Material bietet einiges an Verstaumöglichkeiten für Material und Klamotten, so dass auch Mehrtagestouren mit diesem Rucksack kein Problem darstellen. 
Der seitliche Hauptfachzugriff verhilft Dir Dein Material zu finden, ohne viel in dem Rucksack rumkramen zu müssen. Damit Du bei Aufstiegen nicht zu sehr am Rücken schwitzt ist die Rückenpartie äußerst atmungsaktiv. Stauwärme kann durch das 3D-Kanalsystem entweichen ohne die Vorteile des Kontaktrückens zu verlieren. Auch die Schulterträger sind offen gestaltet, um den Stau von Wärme zu verringern.