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Lightline Jacket: Technische Daunenjacke von Mountain Equipment im Test

4 Minuten Lesezeit
Oft gibt es diese Produkte, die einem schon seit langem im Kopf herumspuken und die man schon immer einmal testen wollte. Für Bergzeit Autor Arnold war das eine leistungsstarke Daunenjacke. Die hat er mit dem Lightline Jacket von Mountain Equipment bekommen. Ob die Jacke die Erwartungen erfüllt und was sie mit einem warmen Ofen zu hat, liest Du hier.

Hand auf’s Herz: Ich wollte immer schon einmal eine leistungsstarke Daunenjacke für den hochalpinen Einsatz testen! Der Grund: In meinem bisherigen Bergsteigerleben, das mich immerhin schon auf 5.000er führte und darüber hinaus zahlreiche Winterbiwaks und andere ordentlich kalte Unternehmungen beinhaltete, habe ich mich stets am klassischen mehrschichtigen Zwiebelprinzip orientiert.

Mountain Equipment Lightline Jacket
Arnolds Testobjekt der Begierde: das Lightline Jacket von Mountain Equipment. | Foto: Arnold Zimprich

Das Wärmewunder

Vorteil: Man kann sich über die Klamottenwahl schnell an die jeweiligen Witterungsbedingungen anpassen. Nachteil: So richtig mollige Wärme, wie man sie von Daunen kennt, gibt es nur in Ausnahmefällen und wenn, dann nur mit einem gewissen Aufwand, schließlich müssen im Zweifel Funktionsbaselayer, Fleecepulli, Fleecejacke und Hardshell kombiniert werden.

Gespannt packe ich das Lightline Jacket daher in den Rucksack. Im Gegensatz zum Mountain Equipment Earthrise Jacket, einer Daunenjacke, die ich zufällig gleichzeitig in der Hand halten durfte, fällt das Lightline Jacket deutlich voluminöser aus. In Größe L befüllt Mountain Equipment die Jacke mit beeindruckenden 296 Gramm 90/10er Gänsedaune mit 700 cuin. Trotzdem – das Packmaß ist (noch) tolerierbar. Immerhin hat die Jacke ja auch eine ordentlich gefütterte Kapuze!

Aus der Not eine Tugend machen

Ende Oktober geht es mit dem Lightline Jacket auf ein hoch gelegenes Biwak. Es hat weit herunter geschneit – die Temperaturen fallen in der Nacht ordentlich unter den Gefrierpunkt. Perfektes Daunenjackentestwetter!

Knapp 900 Meter geht es mit dem Rad bis zum Ausgangspunkt. Ich gebe etwas zu viel Gas – am Ende der Radstrecke ist mein Base- und Midlayer komplett durchgeschwitzt. In der Eile habe ich vergessen, einen zweiten Baselayer einzupacken, mein Schlafshirt will ich nicht durchschwitzen, sonst habe ich nichts mehr für die Übernachtung zum Anziehen. Was tun? Kurzerhand ziehe ich – bitte nicht lachen – das Lightline Jacket auf nacktem Oberkörper an. 

Die Temperatur dürfte bereits an der Nullgradgrenze kratzen, und so bin ich dankbar, dass die Jacke im Nu angenehme Wärme spendet. Schnell die Kapuze aufgesetzt – und schon geht es die finalen 500 Höhenmeter hinauf zum Übernachtungsplatz. 

Tja – das Lightline Jacket hat mir den Aufstieg gerettet. Bei molliger Wärme und steigender „Innenfeuchtigkeit” komme ich an der Biwakschachtel an, hänge das Lightline Jacket auf und kümmere mich ums Kochen. Die Temperatur wandert langsam in den Keller, und so nehme ich die Jacke nach einer halben Stunde über-dem-Kocher-baumeln wieder ab und ziehe sie über mein Schlafshirt an. 

Die Jacke anzuziehen kommt dem Betreten eines warmen Ofenzimmers gleich.“

Herrlich! Die Feuchtigkeit, die sich auf dem Innenmaterial angesammelt hatte, ist fast komplett verdampft. Die Jacke anzuziehen kommt dem Betreten eines warmen Ofenzimmers gleich. Ich will sie gar nicht mehr ausziehen, doch irgendwann ruft dann doch der nicht minder warme Schlafsack und ich freue mich auf eine sternenklare Nacht. 

Perfekt für luftige, windige Gratkraxeleien

Um sechs Uhr morgens verlasse ich die wärmenden Schlafsackfedern. Wie erwartet hat es Minustemperaturen. Wie viele, kann ich mangels Thermometer nicht feststellen – es müssen jedoch zwischen -5°C und -10°C sein, soweit ich mich auf meine vielfach getesteten Temperaturfühler verlassen kann. 

Diesmal trage ich den über Nacht getrockneten Baselayer – und lasse mich vom Lightline Jacket auf dem kurzen Gipfelanstieg mit Kraxelpassagen angenehm wärmen. Eine zweite Schicht braucht es heute gar nicht, ich habe lediglich den Baselayer und das Lightline Jacket an, das war’s! Okay, ich zähle mich im gesunden Zustand nicht zu dem Personenkreis, der schnell friert, bin aber trotzdem sehr beeindruckt. So eine wohlige Wärme in so kurzer Zeit habe ich noch nicht erlebt. 

Eins von vielen Highlight für Tester Arnold: die anpassbaren Ärmelbündchen.

Arnold Zimprich

Eins von vielen Highlight für Tester Arnold: die anpassbaren Ärmelbündchen.


Die Drilite Membran hält das Lightline Jacket von Mountain Equipment trocken.

Arnold Zimprich

Die Drilite Membran hält das Lightline Jacket von Mountain Equipment trocken.


Am Grat frischt der Wind auf. Also nichts wie die Kapuze auf den Kopf und alles fest zugemacht. Die praktische Drahtverstärkung an der Vorderseite verhindert, dass Windböen die Kapuze nach unten drücken und die Sicht einschränken. Besonders angenehm finde ich die Klettverschlüsse an den Ärmelenden – macht man diese zu und verzurrt die Hüftkordel, ist das Lightline Jacket ein echtes Wärmewunder. Sollte es noch schneeregnen oder regnen, wäre das auch kein Thema – die Produktentwickler bei Mountain Equipment haben dem Lightline Jacket eine Außenhaut aus Drilite verpasst, das wind- und wasserdicht ist. 

Fazit zum Mountain Equipment Lightline Jacket

Das Mountain Equipment Lightline Jacket hat mich im Test voll überzeugt. Es trägt sich angenehm, sorgt für schnelle Wärme und hat alle technischen Features, die eine Daunenjacke, die man auch für Wintertouren und -biwaks nutzen will, haben sollte. Die abnehmbare Kapuze ist praktisch, wenn man mit Helm klettert und mehr Bewegungsfreiheit haben möchte. Vor allem das Material hat überzeugt – so leicht spielt einem das Wetter keinen Streich, wenn man das Lightline Jacket dabei hat. Klarer Kauftipp also!

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