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Licht und Schatten

Julbo Aerospace Zebra Light Red Skibrille im Test

5 Minuten Lesezeit
Der französische Brillenhersteller Julbo gilt schon seit Jahren als Experte für hochwertige Skibrillen und technische Brillengläser. Bergzeit Autor Urs Mahnel hat das Modell "Aerospace" mit dem selbsttönenden "Zebra Light Red"-Brillenglas getestet.

Eine Skibrille muss mit einem breiten Spektrum an klimatischen Bedingungen zurechtkommen: nasskalte Bedingungen um die 0°C, dann wieder Schneefall, diffuse Lichtverhältnisse im Wald und schweißtreibende Schiebestücke bei der Abfahrt. Am nächsten Tag strahlende Sonne bei ordentlich Minusgraden – vom jeweiligen „Transpirationsverhalten“ des Trägers ganz zu schweigen.

Mit der Zeit kommt so eine ordentliche Bandbreite an Temperatur- und Luftfeuchtigkeitsschwankungen zusammen, mit denen es ein Brillenglas zu tun bekommt – und im Idealfall nicht beschlagen sollte. Julbo löst diese Herausforderungen beim Modell Aerospace mit Zebra Light Red-Gläsern primär mit den folgenden beiden Ansätzen:

Das sphärische Brillenglas der Julbo Aerospace bietet ein beeindruckend großes Blickfeld. | Foto: Urs Mahnel
Das sphärische Brillenglas der Julbo Aerospace bietet ein beeindruckend großes Blickfeld. | Foto: Urs Mahnel
  • Super Flow System: Um dem stark wechselnden Bedarf an Hinterlüftung gerecht zu werden, wird die Scheibe mit wenigen Handgriffen ein Stück nach vorne versetzt, wodurch zwischen Scheibe und Rahmen ein umlaufender und etwa ein Zentimeter breiter Spalt entsteht, durch den Luft ungehindert hinter die Scheibe strömen kann
  • Zebra Light Red – eine selbsttönende, rötlich getönte Scheibe, die je nach Sonneneinstrahlung zwischen den Schutzkategorien 1 und 3 wechselt

Julbo Aerospace – der erste Eindruck

Julbo bietet die Brille in den Brillenband- und Rahmen-Farben schwarz/dunkelblau-rot, dunkelgrau/orange und dunkelblau/orange an. Ich habe mich für die dunkelblau/orange Variante entschieden, die in meinen Augen den Spagat zwischen dezentem Design und Highend-Optik sehr gut schafft.

Der Lieferumfang umfasst neben der Brille eine hochwertige, im Scheibenbereich verstärkte Hülle, ein praktisches Putztuch, eine Abdeckung für den oberen Bereich des Spalts bei ausgestellter Scheibe als Schutz gegen das Eindringen von Niederschlag und eine knappe Piktogramm-Bedienungsanleitung.

Folgende Punkte hebt Julbo zusätzlich hervor:

Urs Mahnel hat die Julbo Aerospace einem umfassenden Test unterzogen - besonders in Sachen Belüftung konnte das Modell überzeugen. | Foto: Urs Mahnel
Urs Mahnel hat die Julbo Aerospace einem umfassenden Test unterzogen – besonders in Sachen Belüftung konnte das Modell überzeugen. | Foto: Urs Mahnel
  • Antibeschlag-Beschichtung
  • anatomische Rahmenform
  • Axis Strap (Anpassungsmöglichkeit des Kopfbandes an unterschiedliche Helmformen)
  • Full Silicone Strap (drei durchgehende Silikonstreifen auf der Innenseite des Kopfbandes)
  • Symmetrische Anpassung (symmetrisches Verstellsystem des Kopfbandes)
  • Double-Density-Schaumstoff (Schaumstoff zwischen Rahmen und Gesicht mit zwei Schichten mit unterschiedlichen Härtegraden)
  • Minimalist Frame (extragroßes Sichtfeld)
  • Double Spherical Lens (sphärische Linse mit verzerrfreier Optik)

Was mir zu Hause am Küchentisch nach dem Auspacken gleich auffällt: Die Spaltabdeckung des Super Flow Systems ist etwas fummelig zu montieren und sitzt anschließend nicht sonderlich fest und ordentlich. Ob es an mir oder an der Abdeckung liegt, weiß ich natürlich nicht. In meinen Augen gibt es hier noch etwas Nachbesserungsbedarf bei Julbo.

Skibrillentest bei strahlendem Sonnenschein

Auf diesem Bild ist der ca. 1 cm breite Belüftungsspalt des Super Flow Systems deutlich zu erkennen. | Foto: Urs Mahnel
Auf diesem Bild ist der ca. 1 cm breite Belüftungsspalt des Super Flow Systems deutlich zu erkennen. | Foto: Urs Mahnel

Mein erster Testtag sieht folgendermaßen aus: Pistenskifahren bei -5 bis 0°C und strahlendem Sonnenschein. Soll bedeuten: Die Funktionen Super Flow System und die Antibeschlag-Beschichtung haben erstmal leichtes Spiel. Was mich von Beginn an begeistert hat, ist die Optik der Brille. Das Zebra Light Red-Brillenglas passt sich wechselnder Helligkeit sehr schnell an – auch bei schnellen Wechseln von sonnenbeschienenen Pistenabschnitten zu schattigen Waldschneisen.

Beim Aufsetzen stelle ich fest: Brillenband, Verstellmöglichkeiten und Schaumstoff rangieren in etwa im Qualitätsbereich der restlichen Brillen, die in unserer Familie zum Einsatz kommen (fünfköpfige Familie, guter Markenquerschnitt von A wie Alpina bis O wie Oakley). Wo die Julbo Aerospace allerdings eindeutig punkten kann, ist das Sichtfeld, das sie bei durchschnittlicher Rahmengröße gewährt. Der eingangs erwähnte Minimalist Frame ist eben nicht nur ein Marketingbegriff, sondern entpuppt sich als einer der zentralen Vorteile.

„Zebra Light Red“-Brillenglas mit wechselnder Lichtdurchlässigkeit

Die selbsttönende Zebra Light Red-Scheibe deckt die Schutzkategorien 1 bis 3 ab. Das bedeutet, dass sie über eine Lichtdurchlässigkeit (Visible Light Transmission – VLT) von 75% bis 17% verfügt. Ich komme mit „noch“ 17% Durchlässigkeit an einem strahlenden Tag sehr gut klar, da ich es grundsätzlich nicht sonderlich dunkel mag. Wem es nicht so geht, der kann die Brille auch mit einer Kat. 2-4-Scheibe (VLT 40% bis 7%) erwerben (zu dieser Scheibe gibt es an dieser Stelle in Kürze einen Nachtrag).

An meinem zweiten Testtag herrschen schließlich klassische Frühjahres-Skitouren-Verhältnisse: 6°C plus mit Sonne bei leichter Kumulusbewölkung. Beim Start auf meinen Hausberg möchte ich überprüfen, ob das Super Flow System seine angepriesene Wirkung auch voll entfalten kann. Okay, ich gebe zu: Die wenigsten Skitourengeher setzen eine Skibrille bereits beim Aufstieg auf. Aber ich will eben den ultimativen Beschlagtest machen!

Das Zebra Light Red-Brillenglas der Julbo Aerospace verfügt über eine Lichtdurchlässigkeit von 17 bis 75 Prozent. | Foto: Urs Mahnel
Das Zebra Light Red-Brillenglas der Julbo Aerospace verfügt über eine Lichtdurchlässigkeit von 17 bis 75 Prozent. | Foto: Urs Mahnel

Als ich loslaufe, bleibt die Brillenscheibe erst einmal „angelegt“ und das Super Power Flow damit deaktiviert. Circa 300 Höhenmeter brauche ich, dann kommt die Antibeschlag-Beschichtung an ihre Grenze. Schnell die Scheibe ausgestellt – und bereits nach 30 Sekunden ist die Sicht wieder komplett frei. Das nenne ich effektiv!

Bei der Abfahrt ist die Sicht etwas diffus, Unebenheiten im Schnee sind ohne Brille nur schwer zu erkennen. Auch hier kann das Zebra Light Red-Glas auf beeindruckende Weise punkten, es arbeitet auch feine Nuancen deutlich sichtbar heraus.

Mein Fazit zur Julbo Aerospace Zebra Light Red Skibrille

Die Julbo Aerospace Zebra Light Red ist eine optisch ansprechende und leichte Brille mit hohem Tragekomfort, tollem Sichtfeld und gut funktionierender Selbsttönung. Die zusätzliche Belüftung macht sie auch für Freeride- und Skitouren zum perfekten Begleiter – das Super Flow System hat auch den Extremtest bestanden! Allein mit der im Lieferumfang enthaltenen Spaltabdeckung war ich nicht zufrieden – aber das schmälert den tollen Gesamteindruck kaum.

Die Julbo Aerospace Zebra Light Red Skibrille ist bei Bergzeit leider ausverkauft. Passende Alternativen von Julbo gibt’s hier:

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