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Brillengläser für Sportsonnenbrillen und Skibrillen

7 Minuten Lesezeit
Polarisierende oder verspiegelte Skibrillengläser? Zylindrische und sphärische Form? Und was um alles in der Welt ist der VLT-Wert? Wir bringen Licht in den Brillenglas-Dschungel - und beantworten die wichtigsten Fragen.

Fachbegriffe aus der Ski- und Sonnenbrillen-Technologie

Beim Kauf einer Sportsonnenbrille oder Skibrille steht man nicht selten wie der Ochs‘ vorm Berg. Das Fachkauderwelsch ist bei Sonnenbrillen häufig besonders undurchsichtig. Deswegen bringen wir ein wenig Licht ins Dunkel und entheddern das Fachbegriff-Wirrwarr ein wenig.

1. Sphärische oder zylindrische Gläser?

Vor nicht allzu langer Zeit hatten noch alle Skibrillengläser eine zylindrische Form, heute ist ein Großteil der hochwertigen Gläser sphärisch.

  • Zylindrische Gläser bieten hingegen ein hervorragendes Preis-Leistungsverhältnis. Seitlich ist eine zylindrische Brille also gebogen, nach von oben nach unten (vertikal) ist sie aber flach.
  • Sphärische Gläser ahmen die Wölbung des Glases nach außen ahmt die Kugelform des menschlichen Auges nach. Sie verbessert die Rundumsicht und vermindert Verzerrungen am Rande das Blickfelds – das ist bei hohen Geschwindigkeiten und ganz besonders beim Anvisieren von Landungen aus der Luft durchaus angenehm. Die komplexere Form ist jedoch auch aufwändiger in der Herstellung und damit teurer in der Anschaffung.

2. Polarisierende Gläser – was ist das?

Polarisierende Gläser blockieren reflektierte Lichtwellen (z.B. vom Schnee reflektiertes Sonnenlicht) und verhindern damit Blendungen. Das steigert die Wahrnehmung von Kontrasten und Farben. Gleichzeitig ermüden die Augen weniger schnell. Der Filter befindet sich im Inneren des Glases. Das Geheimnis liegt in seiner vertikalen Anordnung. So kann der Polfilter reflektiertes Licht aus einem bestimmten Winkel blocken. Damit können 99 Prozent aller Reflexionen von Oberflächen wie Wasser, Schnee oder nassen Straßen herausgefiltert werden.

3. Welche Glastönungen gibt es, wie wirken sie und wann/wo setze ich sie ein?

Viele Sonnenbrillen – egal ob für den Skieinsatz, für Einsätze im hochalpinen Umfeld sowie auf dem Fahrrad – verfügen heutzutage über sogenannte Wechselgläser. Die Wechselgläser können in der Regel mit wenigen Handgriffen ausgetauscht werden –  und sind meist in mehreren Schattierungen bzw. Glasqualitäten erhältlich. Hochwertige Fahrradbrillen werden zum Beispiel mit bis zu drei verschiedenen Wechselgläsern ausgeliefert:

  • Transparentes Glas: Skilaufen bei Flutlicht, Radfahren in der Nacht oder bei schlechtem Wetter, Regen und starker Bewölkung. Mit der „durchsichtigen“ Scheibe hat man hier den besten Blick, die Augen werden vor Spritzwasser, Insekten und Schmutz geschützt.
  • Gelbe, orange oder rosa Gläser: Bei schlechter Sicht, Schneefall, Nebel oder diesigem Wetter. Diese Farben filtern die vorhandenen Sonnenstrahlen nur schwach aus, verhindern aber trotzdem störende Reflexionen. Außerdem erhöhen Gläser in diesen Farben bei diffusem Licht und schlechter Bodensicht die Kontraste. Unebenheiten und Löcher im Untergrund lassen sich leichter erkennen.
  • Braunes, graues und blaues Glas: Allroundglas. Es ermöglicht sowohl bei sonnigen als auch bei schlechten Verhältnissen eine gute Sicht und ist deshalb besonders bei wechselhaften Bedingungen zu empfehlen. Gläser in dieser Farbe kommen auch bei dichtem Nebel zum Einsatz, wenn gelbe Gläser nicht genügend Licht absorbieren. Dadurch werden Kontraste besser sichtbar.
  • Dunkle, stark getönte Gläser: Stark getönte Gläser kommen immer dann zum Einsatz, wenn der Himmel wolkenlos ist und die Sonneneinstrahlung besonders intensiv. Sie verfügen über die größte Schutzfunktion.
Freie Fahrt dank funktionaler Brille: Mit dem richtigen Glas sorgt eine Sonnenbrille stets für den richtigen Durchblick. | Foto: Swiss Eye
Freie Fahrt dank funktionaler Brille: Mit dem richtigen Glas sorgt eine Sonnenbrille stets für den richtigen Durchblick. | Foto: Swiss Eye

4. Glastechnologien großer Hersteller

Viele große Brillenhersteller setzen auf hauseigene Brillentechnologien – allen voran Oakley und Julbo. Im folgenden erklären wir die wichtigsten zwei Technologien.

  • Prizm (Oakley): Hierbei handelt es sich um eine Art Farbfilter. Die Tönung des Glases filtert exakt die Wellenlängen bzw. Farben heraus, die in diesem Moment für das Auge und den Sport, den die Person betreibt, wichtig sind. Dadurch wird die Wahrnehmung von Kontrasten und Farben gesteigert. Speziell für den Einsatz im Schnee wurde die Variante Prizm Snow entwickelt: sie filtert aus der weißen Oberfläche die Blau- und Orangetöne heraus und verbessert so den Kontrast und die Sicht. Verschiedenfarbige Gläser für unterschiedliche Lichtverhältnisse sorgen zusätzlich für eine perfekte Sicht bei allen Bedingungen.
  • Cameleon, Zebra (Julbo): Julbo setzt bei vielen seiner Brillen – egal ob Skibrille oder Sportbrille für den alpinen Einsatz – auf selbsttönende (photochrome) Glastechnologien. Dabei handelt es sich um nachdunkelnde Technologien. „Cameleon“ bzw.  „Zebra“ und ermöglicht das Nachdunkeln von Kategorie 2 bis auf Kategorie 4. Ein gutes Beispiel für diese Technologie ist die Julbo Explorer Cameleon Gletscherbrille. Lichtempfindliche Moleküle sorgen bei dieser Technologie dafür, dass die Gläser je nach Stärke der Einstrahlung abdunkeln oder aufhellen. Dies geschieht jedoch nicht innerhalb von Sekunden – man sollte also nicht direkt nach einem Aufenthalt im Schatten in die Sonne blicken und der Brille etwas Zeit geben.

5. Der VLT-Wert und die Schutzkategorien bei Sonnenbrillen

Was bedeutet der VLT-Wert und die Schutzkategorien von 0 bis 4? Um bestimmte Brillenmodelle und -Gläser genau zu vergleichen, kann man sich nach dem VLT-Wert richten. Diese Herstellerangabe steht für Visible Light Transmission und besagt in Prozent, wieviel Licht die Scheibe durchlässt. Dabei gibt es fünf grobe Abstufungen – die sogenannten Schutzkategorien.

Kategorie / Lichtdurchlässigkeit in Prozent (VLT) Einsatzbereich
Schutzkategorie 0: 80-100% VLT für starke Bewölkung (Nebel) und Flutlicht (Nacht)
Schutzkategorie 1: 43-80% VLT für wechselnde Lichtverhältnisse (Dämmerung)
Schutzkategorie 2: 18-43% VLT für sonnige, teils bewölkte Tage (leichte Sonneneinstrahlung)
Schutzkategorie 3: 8-18% VLT überwiegend Sonnenschein (starke Sonneneinstrahlung)
Schutzkategorie 4: 3-8% VLT für strahlenden Sonnenschein (Gletscher)

Fragen und Antworten rund ums Thema Gläser von Ski- und Sportbrille

  • Wie verhindere ich, dass die Brille beschlägt? Eine beschlagene Brille hat fast jeder schon einmal erlebt. Gegen eine beschlagene Brille helfen grundsätzlich zwei Dinge – erstens die sofortige Entfernung von Schnee oder Wasser – im Glücksfall lässt sich trockener Schnee herausklopfen, Kondenswasser kann mit einem trockenen Tuch (Transportbeutel) entfernt werden – oder der Kauf eines besser belüfteten Modells. Speziell hier sind die Unterschiede groß.
  • Was ist ein UV-Filter? Ein UV-Filter ist eine Technologie, die die schädliche UV-Strahlung aus dem Sonnenlicht ausfiltert. Bei handelsüblichen Sonnenbrillen gehört ein UV-Filter inzwischen zum Standard.
  • Was bedeutet der VLT-Wert? Der VLT-Wert beschreibt, wieviel sichtbares Licht von den Gläsern einer Sonnenbrille durchgelassen wird (siege obige Tabelle).
  • Was sind verspiegelte Gläser? Verspiegelte Gläser vermindern den Blendeffekt von reflektiertem Sonnenlicht – der beste Schutz bei aggressiver Bergsonne. Sie blocken grelles Licht stark ab, sind dafür aber für dunklere Verhältnisse ungeeignet. Verspiegelte Gläser gibt es in unterschiedlichen Farbtönungen und Verspiegelungsgraden – beispielsweise blau, orange, silber oder gold sowie teil- und vollverspiegelt.
  • Welche Materialien werden bei Sportbrillen verwendet? Im Sportbereich werden Brillengläser größtenteils aus Kunststoff – in der Regel aus bruchsicherem Polycarbonat – gefertigt. Der Vorteil liegt auf der Hand – sie sind bruchsicher und verringern damit die Gefährdung für die Augen. Was den Rahmen angeht, wird zunehmend auf flexible Materialien zurückgegriffen, die sich der Gesichtsform anpassen und Verwindungen mitmachen, ohne zu großen Widerstand zu leisten.
  • Was sind selbsttönende/photochrome Gläser? Selbsttönende, auch photochrome Gläser genannt, passen sich von selbst den Lichtverhältnissen an. Die bekanntesten Beispiele sind die Julbo Zebra sowie Cameleon Technologien sowie die Prizm-Technologie aus dem Hause Oakley.
  • Wann machen nachdunkelnde Gläser Sinn? Nachdunkelnde Gläser machen immer dann Sinn, wenn es während des Einsatzes zu starken Veränderungen bei den Lichtverhältnissen kommen kann. Ist man beispielsweise beim Skifahren im Hochwinter mit großen Unterschieden zwischen dunklen Abschnitten (Schattenwurf) und hellen Abschnitten bei wolkenlosem Himmel konfrontiert, sorgen nachdunkelnde Gläser für mehr Sicherheit.
  • Was bedeutet Schneeblindheit? Schneeblindheit bedeutet die Überreizung/Schädigung der äußeren Hornhaut des Auges durch starke UV-Strahlung. Im Extremfall kann das Auge so stark geschädigt werden, dass die Schneeblindheit für mehrere Tage andauert.
  • Wie reinige ich Brillengläser? Was diese Frage angeht, sollte man stets die Angaben der Brillenhersteller beachten. Im Lieferumfang vieler Hersteller befindet sich ein Mikrofaser-Putztuch bzw. Brillenbeutel, der sich gleichzeitig perfekt als Putztuch eignet. Auf jeden Fall vermeiden sollte man Geschirrtücher oder andere Tücher – deren Fasern können auf Polycarbonat-Scheiben Kratzer hinterlassen.

Das passende Zubehör für deine Sportbrille findest Du hier:

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