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Fein, feiner, micro ...

Mikrofaser: Was ist das?

3 Minuten Lesezeit
Den Begriff Mikrofaser findest Du hin und wieder in unserer Produktinformation bei Bekleidung, Schuhen, Ausrüstung und Reisehandtüchern. Ihr Einsatz ist meist einer bestimmten Funktionalität geschuldet. Was genau und welche Eigenschaften eine Mikrofaser generell ausmachen, erklären wir hier.

Was sind Mikrofasern?

Frau mit Reisehandtuch im Meer
Mikrofasern sind generell sehr leicht und weich. Je nach Ausgangsmaterial und Textil kommen weitere Eigenschaften – wie zum Beispiel Saugfähigkeit und kurze Trocknungszeiten – hinzu. | Foto: Sea to Summit

Im Fachjargon bezeichnet der Begriff Mikrofaser (auch Microfaser) alle synthetischen Fasern mit einer Feinheit von weniger als einem Decitex. Diese technische Maßeinheit bezieht sich auf ein Verhältnis von Länge zur Dichte der Faser: Ein Decitex (dtex) bedeutet, dass 10.000 Meter dieser Faser nur ein Gramm wiegen.

Etwas verständlicher ist die Definition von Mikrofaser über den Durchmesser, welche in Mikrometer oder Micron gemessen wird: Als Mikrofaser klassifiziert werden alle synthetischen Fasern mit einem Durchmesser zwischen drei und zehn Micron pro Mikrometer.

Zum Vergleich:

  • ein menschliches Kopfhaar hat eine Feinheit von 50 bis 70 Micron
  • Merinofasern in Funktionsunterwäsche haben eine Feinheit von 17 bis 20 Micron
  • Baumwolle hat eine Feinheit von 11 bis 22 Micron

Woraus werden Mikrofasern hergestellt?

Mikrofasern werden künstlich entweder aus petrochemischen (wie etwa Polyester und Nylon) oder aus erneuerbarem organischem Material (zum Beispiel Zellulose) hergestellt. Das Grundmaterial wird flüssig durch Spinndüsen gepresst – der Durchmesser der Spinndüse entscheidet, ob die entstehende Faser aufgrund ihrer Feinheit unter die Kategorie „Mikrofaser“ fällt.

Was sind die Eigenschaften von Mikrofasern?

Die Eigenschaften von Mikrofasern entsprechen zunächst einmal jenen des Grundmaterials. Zum Beispiel absorbiert eine Mikrofaser aus Zellulose (beispielsweise Viskose oder Tencel®) sehr viel mehr Feuchtigkeit als Polyester-Mikrofasern. Eine Mikrofaser aus Nylon ist hingegen abriebfester als eine aus Zellulose.

Aufgrund ihrer außergewöhnlichen Feinheit ist die Faser sehr weich im Griff und – bedingt durch die hohe Faserdichte in einem Garn aus Mikrofaser – auch sehr resistent gegen Fusseln (Pilling). Durch die Kombination mit anderen Fasern entstehen Materialien mit weiteren funktionellen Eigenschaften.

Mikrofasern in Outdoor- und Sportbekleidung und -ausrüstung

  • Synthetische Faserisolation: die Lufteinschlüsse zwischen den feinen, weichen und anschmiegsamen Mikrofasern haben ein hohes Wärmerückhaltevermögen (Beispiel Primaloft Faserisolation: 0,6 – 0,8 denier), das in hochwertiger Isolationsbekleidung genutzt wird.
  • Gewebe aus Mikrofasern sind sehr vielseitig. Zum einen können sie sehr dicht sein – fast ähnlich zu einem Fensterleder im Griff – und werden wegen ihrer guten Haltbarkeit und Abriebfestigkeit als Innenfutter in Outdoorschuhen verwendet.
  • Andere Gewebe sind sehr fein und punkten zum Beispiel bei Schlafsackinlets als leichte und günstigere Materialoption.
  • Mikrofleece-Stoffe sind aufgrund der Mikrofasern besonders fein, leicht und weich.
  • Bei Reisehandtüchern bringt die Mikrofaser neben einer hervorragenden Saugfähigkeit vor allem Weichheit und geringes Gewicht ins Produkt.
  • Der Kapillareffekt bei Doppelgeweben oder Doppelstrickware entsteht durch Fasern mit dünnerem Durchmesser (auch Mikrofasern) auf der Außenseite und dickeren Fasern auf der Innenseite.

Mikrofaser waschen: Was muss man wissen?

Da die Temperaturen beim Waschen und Trocknen abhängig vom Grundmaterial sind, kann keine generelle Pflegeanweisung für Mikrofasern ausgesprochen werden. Die Empfehlung des Herstellers auf dem Pflegeetikett gibt genaue Anweisungen zum Waschen und Trocknen. Je nach Ausgangsmaterial und weiteren Komponenten können diese durchaus unterschiedlich sein.

  • Tipp: Wer Pflegeetiketten grundsätzlich aus seiner Kleidung entfernt, sollte diese – zumindest bei speziellen Produkten – archivieren. Ganz einfach klappt dies per Handyfoto.

Sind Mikrofasern gesundheits- oder umweltschädlich?

Die Problematik „Mikroplastik“ in Abwasser und Umwelt betrifft Faserrückstände verschiedener Durchmesser. Daher sind Mikrofasern genauso problematisch wie Fasern mit einem Faserdurchmesser von mehr als einem Decitex. Beim Waschen empfehlen wir generell die Nutzung eines faserdichten Waschbeutels wie zum Beispiel den Guppyfriend®.

Mehr zum Thema Funktionstextilien im Bergzeit Magazin

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