Gibt es etwas Schöneres als die Sonne im Gesicht zu spüren, den warmen Felsen unter den Händen und die müden Arme vom vielen Klettern? Das Sarca-Tal ist dafür das Ziel schlechthin. Im Nordosten Italiens ist es besser bekannt unter dem Namen des Ortes: Arco.
Dieses Städtchen ist das magische Zentrum für alle Kletterfans. Die Stadt Arco verfügt über viele Geschäfte (Sportartikel, Lebensmittel, Apotheken, etc.), Bars, Restaurants, Hotels und eine ausgezeichnete Buchhandlung, in der es auch Kletterführer gibt.
Ausrüstung: Das brauchst Du zum Klettern in Arco
Alle hier vorgestellten Felsen sind gut mit Bohrhaken abgesichert, so dass die erforderliche Ausrüstung eine klassische Felsenausrüstung ist. Folgendes solltest Du aber immer dabei haben:
- Klettergurt
- Kletterschuhe
- Chalk
- eine Bürste, um die Griffe zu säubern und möglich vorhandene „Spuren“ von Magnesium zu beseitigen
- einen Satz Express-Schlingen
- Einfachseil
- Sicherungsgerät
- Wasser und Essen
Die besten Klettergärten in Arco
Arco bietet eine Vielzahl an Möglichkeiten zum Klettern. Die folgenden Gebiete und Sektoren überzeugen unsere Autorin besonders.
- Geeignet für Anfänger (Grad von 4c bis 6a): Massone (Sektor A), Muro dell’asino und La gola (Sektor Il Giardino)
- Geeignet für etwas fortgeschrittenere Kletterer (Grad 6b bis 7c): Padaro (Sektoren Solarium, Il boschetto, Las Reinas und Ali di Mosca), Ottava Meraviglia, Red Point Wall (Sektor Central), Bassilandia.
- Geeignet für gute Kletterer (Grad 7b bis 8c): Padaro (Gotischer Sektor), Bassilandia.
Für Anfänger geeignete Klettergärten in Arco
Mit Massone, Muro dell’Assino und La Gola finden auch Einsteiger rund um Arco einiges zu tun.
Massone
Offiziell als Policromuro bekannt, liegt Massone fünf Autominuten von Arco entfernt, ist nach Osten hin exponiert und zeichnet sich durch einen extrem kurzen Zustieg aus. Massone sieht aus wie eine lange Festungsmauer aus kompaktem Kalkstein.
Von Gold über Orange bis Perlgrau reichen die Farben der Felsen, die inmitten eines Olivenhains gelegen sind. Alleine aus diesem Grund ist das Gebiet definitiv einen Besuch wert! Da es sich jedoch um einen der ältesten Kletterfelsen in Arco handelt, ist der Fels sehr abgenutzt und speckig.
Marta Cavallari
Ich empfehle, nur in den Sektor A zu gehen, der aufgrund der Schönheit der Umgebung und der Vielfalt der Seillängen auch für Anfänger geeignet ist. Empfehlenswert ist auch ein kurzer Erkundungsspaziergang entlang des gesamten Felsens, der sich in Süd-Nord-Richtung vom Sektor A zum beeindruckenden Pueblo-Sektor fortsetzt: Hier haben die stärksten Kletterer der Welt ihre Spuren an 90°-Dächern mit Graden bis 9a+ hinterlassen.
Der Sektor Abissi sollte bei Regen mit Vorsicht genossen werden, mit Graden von 6b bis 7c. Am Parkplatz des Felsens findest Du eine Tafel mit den Namen und Schwierigkeiten der Routen, eine Toilette, einen Brunnen und ein paar Tische für einen Aperitif, mit dem Du auf Deine Klettererfolge anstoßen kannst!“
Muro dell’Assino
Nur fünf Autominuten von Arco entfernt, erreichst Du das Dorf Laghel, von wo aus ein 20-minütiger Weg bergauf zur Felswand führt. Der letzte Sektor auf der rechten Seite, der Touren im 3. Grad bietet, liegt an einer schönen, flachen Wiese mit Blick auf den Gardasee, die mit ein paar Holztischen ausgestattet ist.
Wiese und Felsen sind nach Westen ausgerichtet. Du bist hier nachmittags in der Sonne, so dass es besser ist, hier eher nachmittags bis zum Sonnenuntergang zu klettern.
La Gola
Etwa 20 Autominuten von Arco entfernt, vorbei an dem Dorf Sarche, erreichst Du den charakteristischen Toblino-See (mit einem schönen kleinen Schloss und einer Bar). Der Fels „La Gola“ ist sehr breit und in sieben Sektoren unterteilt.
Besonders empfehlenswert ist der Sektor Giardino, ein schöner Felsriegel aus grauem Kalkstein mit Südausrichtung. Er ist nicht zu sonnig, da er von der gegenüberliegenden Wand beschattet wird. Und der nahe Bach sorgt an Sommertagen für Abkühlung.
Wer gerne etwas für sich ist und eine wesentlich gebirgigere Umgebung schätzt, kommt hier voll auf seine Kosten. Der Sektor „casa del piacere“ ist bei Regen eine gute Option: es handelt sich um eine Höhle mit Graden von 7a bis 8a+.
Klettergärten für fortgeschrittene bis gute Kletterer
Padaro, Bassilandia, Ottava Meraviglia und Red-Point-Wall sind Klettergebiete rund um Arco, die für fortgeschrittene und gute Kletterer bestens geeignet sind.
Padaro
Padaro ist ein Gebiet, das viele Möglichkeiten für Kletterer bietet, die im Grad 6c bis 8c unterwegs sind. Die Anzahl an abwechslungsreichen Routen ist beträchtlich. Das ganze Potenzial von Padaro wurde erst vor kurzer Zeit erschlossen, weshalb der Fels noch wenig abgeklettert ist. In einigen Touren gibt es durchaus noch loses Gestein. Daher empfehle ich unbedingt das Tragen eines Helms beim Klettern (der Wandfuß ist etwas geschützter).
Der Felsen ist je nach Sektor nach Osten oder Südosten ausgerichtet, so dass er ab dem frühen Nachmittag im Schatten liegt. Vom Dorf Padaro (10 Minuten mit dem Auto von Arco) hat man zwischen 10 und 20 Minuten Zustieg. Die senkrechte bis überhängende Kletterei ist abwechslungsreich. Für Freunde harter Moves empfehle ich den charakteristischen Gothic-Sektor mit schönen 8a-8b-Seillängen an überhängendem weißen Kalkstein.
Stefano Ragazzo
Hier wird es schwierig, diese Sektoren haben Routen zwischen 6b und 8c. Im Bild: 7c+, Bassilandia.
Bassilandia
Bassilandia ist der ideale Fels für sonnige Wintertage oder für bewölkte Frühlingstage, da er direkt nach Süden ausgerichtet ist. Es handelt sich um einen großen, senkrechten, grauen Kalksteinfelsen mit ausgezeichneter Qualität und einem Panorama-Blick auf den Toblinosee. Das Gebiet ist in 15 Minuten zu Fuß vom Parkplatz (in 20 Minuten mit dem Auto von Arco in Richtung Trient) zu erreichen.
Alice Russolo
Arco gilt als eines der Paradiese des Kletterns. Im Bild: 7a, Bassilandia.
Ottava Meraviglia
Das Klettergebiet Ottavia Meraviglia befindet sich dank einer 20-minütigen Anfahrt bergauf in einer ruhigen und abseits gelegenen Umgebung. Die Kletterei an löchrigem oder plattigem Fels ist sehr vielseitig. Das Gebiet ist nach Osten ausgerichtet und liegt daher am Nachmittag im Schatten.
Red-Point-Wall
Senkrechte Wand mit langen Ausdauerrouten, die einen hohen Spaßfaktor garantieren. Die Felsen sind nach Westen ausgerichtet und können in 10 Minuten zu Fuß erreicht werden (10 Minuten mit dem Auto von Arco aus).
FAQ: Was Du zum Klettern in Arco sonst noch wissen solltest
Beste Jahreszeit, Unterkünfte und Fortbewegung vor Ort: Hier findest Du die wichtigsten Infos um Deinen Kletterurlaub in Arco zu planen.
Wie kommst Du von Arco zu den Kletterfelsen?
Nur sehr wenige Felsen sind von Arco aus zu Fuß erreichbar, so dass man meist ein Fahrzeug benötigt, um in deren Nähe zu kommen. Was die Mobilität betrifft, empfehle ich daher leider das Auto, auch wenn es immer etwas schwierig ist, einen Parkplatz in der Nähe des Zentrums zu finden. (Achtung: Nie im Parkverbot oder ohne Ticket parken! Die Polizei kontrolliert.)
Eine sportlichere und nachhaltigere Alternative ist das Fahrrad. Der Gardasee ist bei Radfahrern sehr beliebt. Daher ist die Region gut mit entsprechender Beschilderung und Infrastruktur ausgestattet.
Unterkünfte und Campingplätze in Arco
Arco oder die Nachbardörfer (z.B. Dro, Ceniga, Bolognano) bieten verschiedene Möglichkeiten von Hotels, Bed & Breakfast bis hin zur Zimmervermietung. Wichtig ist es, rechtzeitig zu buchen, vor allem an den Wochenenden!
Es gibt auch zwei schöne Campingplätze für Zelte und Bungalows: Camping Zoo ist der schönere mit der besseren Ausstattung, während Camping Arco praktischer ist, da er nur zwei Minuten Fußweg vom Zentrum von Arco entfernt ist.
Stefano Ragazzo
Wenn Du nicht gerade an einer Projektroute arbeiten, ist es besser, die Felsen von Arco im Sommer und Winter zu meiden.
Die beste Jahreszeit zum Klettern in Arco
Frühling und Herbst sind die besten Jahreszeiten zum Klettern in Arco. Besonders im Frühling sind die Temperaturen perfekt. Manchmal wird es fast zu warm, aber ab Mittag kommt der charakteristische See-Wind auf (Ora del Garda), dessen Brise den Fels abkühlt und gute Bedingungen bringt. Der Herbst bietet ebenfalls sehr angenehme Temperaturen zum Klettern, jedoch werden dann die Tage bereits kürzer.
Im Sommer ist es zum Klettern eindeutig zu heiß. Das Gebiet wird zwar auch dann noch von Kletterern sehr frequentiert, doch für wirklich gute Kletter-Bedingungen sind die Temperaturen zu hoch.
Im Winter hingegen kann man an sonnigen Tagen an den südlich exponierten Felsen gut klettern. Ist der Himmel hingegen bedeckt, wird es sehr kalt und es ist schwierig, sich mit bloßen Händen und Schuhen am Fels zu halten – es sei denn, Du suchst die trockene Kälte, die man braucht, um eine 9a zu klettern!