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Die Marktneuheit im Winter 18/19 getestet

Die Salomon TS/Lab Shift MNC 13 Freeridebindung im Test

6 Minuten Lesezeit
Die Salomon Shift MNC 13 wird vielfach als neuer Standard der Freeridebindungen angepriesen. Alpine Performance und Tourentauglichkeit mit Low-Tech Pins kommen in dieser Bindung zusammen und versprechen kompromisslosen Bewegungsspielraum. Sehen wir mal, ob die Shift MNC 13 hält, was Salomon verspricht.

Beginnen wir zunächst mit der Theorie und dem vielversprechenden Datenblatt der Salomon TS/Lab Shift MNC Freeridebindung:

Technische Details

Ein Skischuh und Ski
Das Testsetup mit Scarpa Maestrale Tourenschuh und der neuen Salomon Shift Bindung. | Foto: Cornelius Kolb
  • Gewicht: 1.700 Gramm/Paar
  • Z-Wert: 6-13
  • Norm: Multi Norm Certified (MNC), Tüv-zertifiziert
  • Standhöhe: 21-25 Millimeter
  • Elastizität vorne: 47 Millimeter
  • Elastizität hinten: 9 Millimeter
  • Steighilfenwinkel: 2° und 10°
  • Skistoppergrößen: 90, 100, 110 und 120 Millimeter
  • Verstellbereich: 30 Millimeter
  • Harscheisengrößen: 100 Millimeter, 120 Millimeter

Gewicht

Mit einem Gewicht von 1.700 Gramm pro Paar bewegt sich die Salomon Shift im ähnlichen Bereich wie die Freeridebindungen Dynafit Beast 14 (1.666 Gramm/Paar) und Marker Kingpin 13 (1.460 Gramm/Paar). Im Vergleich zu ausgewählten Alpin-/Freeridebindungen zeigt sich die Shift deutlich leichter, zum Beispiel Look Pivot 14 WTR Dual (2.306 Gramm), Marker Jester ID (2.100 Gramm) oder Atomic/Salomon STH 2 13 (100 Millimeter, 2.268 Gramm).

Z-Wert

Der Z-Wert kann bei der Salomon Shift zwischen 6 und 13 eingestellt werden. Das überrascht ein wenig, da man bei einer Freeridebindung von höheren Einstellwerten ab Z-Wert 11 bis 18 ausgehen könnte. Laut Cody Townsed, der maßgeblich an der Entwicklung der Salomon Shift mitgewirkt hat, war der Einbau einer 16er-Feder technisch nicht vereinbar. Er selbst berichtet nur Positives über den 13er Z-Wert:

„Yeah, we were pushing for up to a 16 but there were design limitations that made it impossible for the 16 spring to be put in according to the developers. At the same time, I’ve been skiing more and more on the Warden 13 because it has a sliding AFD plate and is compatible with the MTN Lab boot which is the boot I ski now 100% of the time and my experience with a 13 DIN binding has been nothing but positive. I also had the lead engineer for this project dispel the myth that bindings work better in the mid-range of their DIN better than at the edges. So for the SHIFT, I’ve been at 13 and have gained nothing but confidence on them.“ (Tetongravity)

Standhöhe

Die Standhöhe der Shift kann zwischen 21 und 25 Millimeter variieren und bedingt sich je nach Alpin- oder Touring-Norm. Der Slider am Vorderbacken kann entsprechend der Höhe angepasst werden. Diese Einstellmöglichkeiten hat bereits erste Irritationen verursacht, da bei falscher Einstellung der Skischuh am Vorderbacken Spiel hat bzw. den Skischuh gar nicht erst aufnimmt. Zwei Pfeile zeigen die Position entsprechend an. Zum Vergleich: Die Marker Jester hat mit 22 Millimeter eine ähnliche Standhöhe (die Angaben verstehen sich ohne Ski).

Vorder- und Hinterbacken

Ein wirklicher Vorteil der Salomon Shift gegenüber den Techbindungen ist der Vorderbacken. Dieser hat eine Elastizität von satten 47 Millimetern, die der Skischuh nach links oder rechts ausweichen kann, bevor eine Auslösung stattfindet. Im Hinterbacken sind neun Millimeter Beweglichkeit vorhanden.

Steighilfe

Für den Aufstieg hat die Salomon Shift eine Steighilfe mit zehn Grad. Die Zwei-Grad-Steighilfe ist durch den Aufbau des Stoppers im Aufstiegsmodus gegeben.

Norm

Die S-Lab Shift besitzt eine Multinormierung (MNC). Damit ist sie mit allen Schuhnormen am Markt kompatibel. Aber hier muss man auch aufpassen. Denn obwohl die Skitourennorm DIN 9523 ebenfalls kompatibel ist, haben manche Skitourenschuhe eine zu kurze „Nase“, um in der Frontaufnahme der Bindung Halt zu finden.

Handling im Aufstiegsmodus

Für den Umbau in den Tourenmodus wird am Vorderbacken der Aufnahmehebel für die Nase des Skischuhs nach unten geklappt. Die Position ist mit „Walk“ gekennzeichnet. Durch das Umschalten schnappt der vordere Hebel nach oben.

Auch am Fersenautomat der Bindung muss vom Ski- in den Walkmodus gewechselt werden, um die Stopper zu fixieren. Dafür klappt man den Hebel leicht um und kann diesen dann mit der Ferse herunterdrücken und somit rastet der Stopper ein. Die Bindung ist nun für den Aufstiegsmodus vorbereitet.

Zum Einsteigen werden die Pinbacken durch Druck mit dem Skistock auf den vorderen Hebel geöffnet. Die Pins in die Aufnahme von meinem Scarpa Maestrale RS zu bekommen, war etwas ungewohnt. Mit etwas Übung sollte das Problemchen aber zu meistern sein. Der vordere Hebel zum Körper gezogen arretiert die Pinbacken und verhindert die Auslösung im Tourenskimodus.

Im Aufstieg schlägt sich die Salomon Shift sehr solide. Den Drehpunkt der Bindung empfinde ich als angenehm. Durch den Aufbau der Stopper geht man mit einem Winkel von zwei Grad. Als zusätzliche Erhöhung kann noch eine Zehn-Grad-Steighilfe mit dem Stock hochgeklappt werden.

Ein Ski im Schnee
Ideale Kraftübertragung und Stabilität bietet die Shift Bindung gerade in der Abfahrt. | Foto: Cornelius Kolb

Zum Aussteigen muss nun wieder der vordere Hebel umgelegt werden. So löst sich die Arretierung und die Pinbacken werden nach außen gedrückt.

Bei einem meiner Testausflüge schien ein Vorderbacken vereist zu sein und die Pins konnten nicht voll geöffnet werden (hier erwarten wir noch Feedback von Salomon; das Problem war dort bisher nicht bekannt und wird im Moment untersucht).

Handling im Alpinmodus

Um die Bindung zurück in den Abfahrtsmodus zu bauen, wird der Aluminiumhebel am Vorderbacken hochgeklappt und man erhält so die Aufnahme für die Skischuhspitze. Am Hinterbacken klappt man den Hebel zur Stopperfixierung um und entriegelt den Stopper. Der Einstieg ist nun wie bei Alpinbindungen gewohnt möglich.

Die Kraftübertragung der Shift ist wunderbar direkt. Die Kombination aus Aluminium und carbonverstärktem Polyamid macht auf mich nach den ersten Metern einen sehr guten Eindruck und lässt keine Wünsche offen. Auch beim ruppigen Einsatz auf frühwinterlichem Gletschereis hält die Shift allen Schlägen stand. Hier bewährt sich die hohe Elastizität im Vorderbacken. Zu jeder Zeit habe ich in der Bindung ein sehr sicheres und gutes Gefühl.

Fazit zur Shift-Freeridebindung

Nach den ersten kurzen Ausflügen ist die Salomon S-Lab Shift MNC 13 für mich eine wunderbare Alpinbindung mit der Option aufzusteigen. Soweit hat mich die Bindung im Abfahrtsmodus voll überzeugt. Einen Unterschied zu meinen am häufigsten gefahrenen Alpinbindungen kann ich nicht feststellen. Satte Kraftübertragung und Stabilität freuen den Freerider.

Auch der Aufstiegsmodus funktioniert solide und tut was er soll. Der Drehpunkt ist wie bei einer Pinbindung sehr angenehm zu gehen. Die Steighilfe funktioniert, mit etwas Übung, solide. Etwas gewöhnungsbedürftig ist der Umschaltmechanismus zwischen Alpin- und Tourenmodus. Sowohl der Vorder- als auch der Hinterbacken muss mit der Hand umgestellt werden. Das geschieht leider oft ohne Handschuh, da die Bedienelemente sehr gut aufgeräumt sind und Vereisung und Schnee die Bedienung erschweren.

Schlussendlich ist die Salomon Shift eine Bereicherung für das liftunterstützte Aufsteigen. Salomon schafft damit eine wirklich solide Allday-Lösung. Da stellt sich nur noch die Frage für den passenden Everydayski. Meine Empfehlung für ein solides Setup ist der Atomic Bent Chetler 100.

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