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Sieben-Klassen-System

Wanderschuhe und Bergschuhe: Welche Kategorie für welchen Einsatz?

5 Minuten Lesezeit
In den 1970er-Jahren erfand Meindl das Kategorie-System für Bergstiefel und Wanderschuhe. Seither werden Outdoorschuhe einfach und übersichtlich in Klassen unterteilt, die Dir die Auswahl erleichtern. Entscheidend dabei ist der Einsatzzweck.

Wander- und Bergschuhe gibt es in allen Farben, Formen und Ausführungen. Da den Überblick zu behalten, fällt manchmal schwer. Nicht zulezt deshalb bewährt sich seit den 1970er-Jahren das vom Schuhhersteller Meindl entwickelte Kategorien-System. Es gibt Auskunft, für welchen Anspruch und welches Gelände ein paar Schuhe geeignet ist.

Wusstest Du, dass es verschiedene Schuhe für verschiedenes Terrain gibt?
– Unser Experte Judith Hackinger, Redakteurin Bergzeit Magazin
Wenn Du Schuhe zum Wandern oder Bergsteigen auswählst, dann ist der geplante Einsatzzweck, der Anspruch Deiner Tour und die zu erwartenden Bedingungen hinsichtlich Wetter und Wegbeschaffenheit, entscheidend. Das gilt einerseits für den Aufbau des Schuhs – hier hilft Dir die Einstufung in Kategorien – andererseits auch für die Ausstattung – zum Beispiel mit wasserdichten Materialien.

Welche Bergschuh-Kategorie für welche Tour?

Für mehr Durchblick in Sachen Outdoor- und Bergsportschuhe sind Berg- bzw. Wanderschuhe in Kategorien eingeteilt. Ausgehend vom Einsatzgelände der Schuhe, geben die Kategorien – A, A/B, B, B/C, C und D – Auskunft für welchen Anspruch bzw. welches Gelände ein Modell geeignet ist. Die nachfolgende Tabelle verrät, wie die Kategorien unterteilt sind.

Kategorien-Tabelle für Outdoor- und Bergschuhe

KategorieSchuh-TypEinsatzbereichAnspruch & Gelände
AFreizeit- und Wanderschuhe sowie Speed-Hiking und Zustiegsschuhe*Freizeit, Alltag, Reise, WalkingGute Wege, Parkanlagen, Alltag
A/BWanderstiefel bzw. hohe WanderschuheLeichte Wanderungen im Flachland, Mittelgebirge oder in den VoralpenGute und weniger gute Wege, Hüttenwege
BAnspruchsvolle Wanderungen im Mittelgebirge, leichte Trekking-Touren in den Gebirgen der WeltAuch auf schlechten Wegen, Steige
B/CSchwere TrekkingstiefelAnspruchsvolles Trekking, harte Touren bis ins Hochgebirge, bedingt steigeisenfestAuch auf schlechten Pfaden und Trails, Geröll, Klettersteige
LeichtbergstiefelLeichtbergstiefelFelsorientierte Bergtouren und KlettersteigeKlettersteige, felsiges Gelände, schlechte Wege
CBergstiefelTouren im Hochgebirge auf Gletschern, härteste Trekking-Touren, bedingt steigeisenfestGletscher, schlechteste Wege oder auch weglos, Geröll, Klettersteige
DBergstiefel/ ExpeditionsstiefelAbsolut steigeisenfeste SchuheWeglos, Gletscher, Eistouren extrem, Eisklettern

* Speed-Hiking– und Zustiegsschuhe sind aufgrund des niedrigen Schafts als Kategorie A klassifiziert. Sie sind jedoch in der Regel härter, präziser und weniger bequem als klassische Wanderschuhe.

Klassische Berg- und Wanderschuhe werden in die Kategorien A bis D unterteilt...

Bergzeit

Klassische Berg- und Wanderschuhe werden in die Kategorien A bis D unterteilt…


Klassische Berg- und Wanderschuhe werden in die Kategorien A bis D unterteilt...

Bergzeit

… wobei Leichtbergstiefel und Zustiegsschuhe eine Sonderstellung einnehmen.


Auch fallen innerhalb der Kategorie Outdoorschuhe hin und wieder Begriffe wie:

die sich – bis auf die Trekkingsandalen – jedoch alle auf Grund ihrer Eigenschaften bzw. des eingesetzten Materials in den oben genannten Kategorien A, B, C und/oder D wiederfinden.

Die richtigen Schuhe für Deine Touren

Wichtig: Die Angabe im Bergzeit Shop gibt unsere Empfehlung wieder und dient als Orientierungshilfe. Im Zweifelsfall empfiehlt es sich einen Bergschuh aus der höheren Kategorie zu wählen, da dieser unterwegs mehr Reserven und Möglichkeiten bietet.

🍂 Brauche ich im Herbst andere Schuhe als im Sommer?
– Unser Experte Judith Hackinger, Redakteurin Bergzeit Magazin
Egal ob Frühling, Sommer, Herbst oder Winter: Deine Outdoor-Schuhe wählst Du entsprechend dem tagesaktuellen Anspruch Deiner geplanten Tour. Felsige Wege sind bei feuchten Bedingungen oft rutschiger und auch gute Wege können sich bei Regen zum Schlechteren wandeln. Einge griffige Sohle und eine wasserdichte Membran im Schuh, machen also Sinn. Im Zweifel wählst Du bei fordenden Bedingungen – nass und rutschig – die höhere Kategorie für mehr Reserven.

Das sind die beliebtesten Bergschuhe nach Kategorie

Ob entspannter Freizeitschuh für leichte Wanderungen oder steigeisenfester D-Kategorie-Schuh fürs Hochgebirge: Hier findest Du alle Bestseller des Bergzeit Shops.

Schuhe der Kategorie A sind immer niedrig geschnitten, daher findest Du hier sportliche Multifunktionsschuhe, Trailrunningschuhe und alpine Zustiegsschuhe mit harter Sohle neben klassischen Wanderschuh-Modellen und einigen Freizeitmodellen.

Für leichte Wanderungen auf guten Wegen und im unschwierigem Gelände, bei Freizeitaktivitäten und Spaziergängen, können Kategorie-A-Modelle eine gute Option sein. Für anspruchsvolleres Gelände solltest Du sie nur wählen, wenn Du entsprechend Bergerfahrung und Trittsicherheit mitbringst.

Outdoorschuhe der Kategorie A/B sind ihren niedrigen Kollegen der Kategorie A in Sachen Sohlenaufbau sehr ähnlich und für leichte Wanderungen auf guten Wegen bestens geeignet. Anders ist hier die Schafthöhe, die bis an oder über den Knöchel reicht, so dass der Schuh auch auf weniger guten Wegen noch Reservien hat.

Der hohe Schaft bietet Deinem Knöchel Schutz vor Kratzern und blauen Flecken. Er sorgt für einen guten Halt und gibt etwas mehr Unterstützung – ein Umknicken kann er allerdings nicht verhindern. Auch der Nässeschutz ist bei höher geschnittenen Wanderschuhen besser.

In der Kategorien B findest Du klassische Wanderstiefel, die für anspruchsvollere Touren im Mittelgebirge und leichte Trekkings im alpineren Gelände geeignet sind – auch für Steige und Hüttenwege.

Schwere Trekkingstiefel oder Bergstiefel der Kategorie B/C sind für anspruchsvolle Trekkings und Bergtouren bis ins Hochgebirge gemacht. Derartige Schuhe sind in der Regel bedingt steigeisenfest. Auch auf Klettersteigen bieten Dir Schuhe der Kategorie B/C die nötige Unterstützung.

Bergstiefel der Kategorie C sind für Touren im Hochgebirge gemacht. Wenn Du auf Gletschern, sehr schlechten Wegen oder im Geröll unterwegs bist, bieten sie die nötige Unterstützung. Schuhe dieser Kategorie sind in der Regel bedingt steigeisenfest.

👉 Mehr dazu: Steigeisenfeste & bedingt steigeisenfeste Bergschuhe: Eine Kaufberatung

Die Kategorie D kennzeichnet absolut steigeisenfeste Berg- und Expeditionsstiefel: für Gletscher, Eistouren, Eisklettern. Damit ist klar: Kategorie-D-Schuhe brauchst Du nur, wenn es Dich ins extreme Gelände zieht.

Video: Welche Bergschuhe für welchen Einsatz?

Gut zu wissen: Meindls Kategoriesystem

Seit den 1970er-Jahren existieren für Bergschuhe ein Kategorien, die vom bayerischen Schuhhersteller Meindl geschaffen wurde. Über dieses System gelang es Meindl, seine Bergstiefel und Wanderschuhe recht einfach und überschaubar einem bevorzugten Anwendungsbereich zuzuordnen. Über die Jahre wurde diese Klassifizierung auch von weiteren Outdoorschuh-Herstellern übernommen und diente einer wachsenden Zahl an Kunden als Orientierungshilfe.

  • Hinweis: Die mit den Meindl-Kategorien verbundenen Produkteigenschaften sind weder standardisiert noch verbindlich, so dass es von Hersteller zu Hersteller durchaus Unterschiede in der Einteilung gibt. Um diese zu eliminieren, werden alle Schuhe im Bergzeit Sortiment noch einmal unabhängig von der Herstellerauszeichnung beurteilt.

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Erfahrungswerte – Testberichte von Berg- und Wanderschuhen

Weitere Erfahrungswerte zum Einsatzbereich finden sich in unseren Testberichten zu Wander- und Trekkingschuhen einzelner Marken:

Zusammenfassung

Die Schuh-Kategorie gibt Auskunft über den empfohlenen Einsatzbereich Deiner Bergschuhe bzw. Outdoorschuhe. Die im Bergzeit Shop angeführten Auszeichnungen basieren auf der Einschätzung unserer Produktmanager, die jedem Schuh-Modell in unserem Lager noch einmal genau auf die Sohle fühlen.

Da dem Auszeichnungssystem keine offiziellen Standards zu Grunde liegen, kann es dabei zu Abweichungen von der Herstellerangabe kommen.

Das Kategoriensystem basiert auf dem von Meindl in den 1970er-Jahren etablierten System und wurde von Bergzeit um die Kategorie Leichtbergstiefel, für felsorientierte, leichte Bergstiefel und Zustiegsschuh erweitert, um neuen Trends gerecht zu werden.

Den besten Überblick bietet die oben angeführte Tabelle. Im Zweifelsfall empfehlen wir, den neuen Bergschuh aus der höheren Kategorie zu wählen. So bietet der Schuh nicht nur mehr Reserven, sondern auch mehr Möglichkeiten, wenn es bei der nächsten Wanderung doch mal ins gröbere Gelände geht.

Schuhe einer niedrigeren Kategorie sollten nur dann ins anspruchsvollere Gelände geführt werden, wenn entsprechende Bergerfahrung und Trittsicherheit vorliegt.

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