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Schneeketten fürs Wandern

Was sind Grödel und wann werden sie verwendet?

4 Minuten Lesezeit
Grödel versprechen beim Wandern Halt auf Eis und Schnee. Unser Bergzeit Experte und passionierter Winterwanderer Flo Wolf erklärt Dir, wann Du Grödel brauchst, wie Du sie anziehst und wo ihre Grenzen liegen.
💡Grödel: Das Wichtigste im Überblick
  • Grödel geben Dir Halt auf Eis und gefrorenem Schnee
  • Sie passen unter alle gängigen Wanderschuhe
  • Empfehlenswert fürs Winterwandern und Rodeln

Endlich Winter – der Schnee knirscht unter den Füßen und der Atem malt Wölkchen in die Luft. Natürlich zieht es einen bei den Bedingungen nach draußen, um die kalte Jahreszeit in den Bergen zu genießen. Allerdings hat der Untergrund bei Schnee und Eis so seine Tücken. Hier können Grödel sinnvoll sein!

Wandern macht auch im Winter Spaß - vorausgesetzt Du rutschst nicht aus: Grödel geben Dir auf eisigen Untergründen sicheren Halt.

Bernd Ritschel | Snowline

Wandern macht auch im Winter Spaß – vorausgesetzt Du rutschst nicht aus: Grödel geben Dir auf eisigen Untergründen sicheren Halt.


Was sind Grödel?

Grödel sind Schneeketten für Deine Wanderschuhe. Sie geben Dir Halt auf winterlichem Untergrund wie Firn, Harsch oder gefrorenem, vereistem Schnee. Eingesetzt werden Grödel beim (Winter-)Wandern, Rodeln oder auch beim Trailrunning und Spazierengehen auf eisigen Feld- und Waldwegen.

Aktuelle Grödel-Modelle bestehen meist aus Ketten, die mit spitzen Zacken versehen sind und mit einem elastischen Gummiring über jeden gängigen Bergschuh gezogen werden können.

Wie ziehe ich Grödel richtig an?

Die meisten Grödel-Modelle werden heute – genauso wie Spikes – mit einem flexiblen Gummirahmen über die Wanderschuhe gezogen. Es gibt sie deshalb auch für verschiedene Schuhgrößen. Dank des elastischen Gummis passen sie sich jeder Schuhform an.

Dank eines flexiblen Gummirings können Grödel, wie diese von Snowline, problemlos über alle gängigen Wanderschuhe gezogen werden.

Snowline

Dank eines flexiblen Gummirings können Grödel, wie diese von Snowline, problemlos über alle gängigen Wanderschuhe gezogen werden.


Spikes, Grödel, Steigeisen: Wo liegen die Unterschiede?

Traditionell bezeichnete man als Grödel eigentlich nur die vier- bis sechszackigen Stahlkrallen, die man sich mittig mit Gurtbändern unter den Fuß schnallt. Sie wurden deshalb auch oft Halbsteigeisen genannt.

Draußen getragen werden heute aber hauptsächlich Spikes, weil sie praktikabler und leichter sind. Die Begriffe Grödel und Spikes werden im allgemeinen Sprachgebrauch heute meist gleichgesetzt.

Klassische Grödel, die mit Gurtbändern festgebunden werden, erfordern eine etwas stabilere Sohle Deiner Wanderschuhe, damit die mittig sitzende Zacken-Platte nicht unangenehm drückt. Spikes bzw. leichte Grödel, die mit einem Gummring befestigt werden, eignen sich auch für viele Trailrunningschuhe.

Grödel oder Steigeisen: Wann verwende ich was?

Grödel oder auch Spikes eignen sich hervorragend für Winterwanderungen oder Wanderungen im Herbst und Frühling, wenn es in den Bergen schon recht eisig werden kann. Sie bieten Dir Halt auf Schnee und Eis und können problemlos und schnell ausgezogen werden, wenn der Untergrund wieder ein rutschfreies Gehen ermöglicht. Selbst kurze Stücke über flache (!) Gletscher kannst Du mit ihnen noch queren.

Wenn Du Deinen Fuß nicht mehr komplett aufsetzen kannst, brauchst Du Steigeisen.

Wird das Gelände alpiner, reichen Spikes oder Grödel jedoch nicht mehr aus. Je vertikaler und eisiger der Weg ist, desto weniger Halt finden die kurzen Zacken der Spikes. Auch klassische Grödel, bei denen die Zacken ausgeprägter sind, finden dann keinen Zugriff mehr. Spätestens wenn Du Deinen Fuß nicht mehr komplett aufsetzen kannst, brauchst Du Leichtsteigeisen oder sogar richtige Steigeisen.

Das Mehr an Zacken, zusätzliche Frontzacken und ein noch stabilerer Sitz am Schuh geben (Leicht-)Steigeisen nochmal ein ganzes Stück mehr Stabilität. Hier musst Du allerdings wirklich prüfen, ob die Berg- oder Skistiefel steigeisenkompatibel sind. Als Minimum gilt bedingt steigeisenfestes Schuhwerk, ganz sicher gehst Du mit Stiefeln ab der Bergschuhkategorie C.

Auf Skitouren, wenn zwischendurch immer wieder schwierige Passagen zu überwinden sind, packst Du Dir am besten ein Paar Leichtsteigeisen an den Rucksack. Aus einer Aluminiumlegierung gefertigt und etwas einfacher im Aufbau sind sie deutlich leichter als richtige Steigeisen.

Auf Hochtouren und bei längeren Gletscher-Querungen brauchst Du in jedem Fall Steigeisen. Grödel sind nur für flache Schnee- und Eispassagen geeignet.

Bergzeit

Auf Hochtouren und bei längeren Gletscher-Querungen brauchst Du in jedem Fall Steigeisen. Grödel sind nur für flache Schnee- und Eispassagen geeignet.


Auf hochalpinen Touren, wenn sich immer wieder Fels unter den Schnee mischt oder längere Strecken auf blankem Eis zu bewältigen sind, steigen die Anforderungen an die Belastbarkeit des Materials. Leichtsteigeisen nutzen sich hier zu schnell ab, was nicht nur ärgerlich, sondern auf langen Touren auch gefährlich werden kann.

Worauf muss ich bei der Pflege von Grödeln achten?

Grundsätzlich solltest Du die Grödel wirklich nur anziehen, wenn Du Eis und fest gefrorene Schneefelder queren musst. Sobald der Untergrund es zulässt, solltest Du sie wieder ausziehen. Auf hartem, steinigen Grund werden die Zacken schnell stumpf und auch die Trittsicherheit geht verloren.

Ansonsten sind Grödel sehr pflegeleicht: Nach der Tour säuberst Du sie einfach mit etwas Wasser vom Schmutz und lässt sie trocknen.

Schnell drüber gezogen und schnell wieder sauber: Winterwanderer wissen Grödel zu schätzen.

Snowline

Schnell drüber gezogen und schnell wieder sauber: Winterwanderer wissen Grödel zu schätzen.


Fazit: Grödel sind Steigeisen für Genießer

Wenn Du auch im Winter Lust aufs Wandern hast, aber weißt, dass unterwegs Schneefelder oder Eis zu überwinden sind, dann werden Dir Grödel voll und ganz ausreichen.

Bist Du Läufer, solltest Du auf leichte Grödel bzw. Spikes setzen, die sich auch zum Trailrunning eignen. (Hinweis: Das vorgesehene Einsatzgebiet findest Du in der jeweiligen Produktbeschreibung im Bergzeit Shop unter „Sportart“.)

Häufig wirst Du Deine Grödel eher im Rucksack als an den Füßen tragen. Dennoch sind sie ein absolutes Sicherheitsplus und unverzichtbar auf Winterwanderungen. Schon ein einfaches Paar Grödel verbessert die Trittstabilität im Schnee gegenüber normalen Schuhsohlen erheblich.

Bist Du auf der Suche nach Grödeln oder Spikes für Deine nächste Tour? Hier geht’s zum Grödel-Sortiment bei Bergzeit.

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