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Winderwander-Must-Have

Was sind Grödel und wozu werden sie verwendet?

5 Minuten Lesezeit
Endlich Winter – der Schnee knirscht unter den Füßen und der Atem malt Wölkchen in die Luft. Natürlich zieht es einen bei den Bedingungen nach draußen, um die kalte Jahreszeit in den Bergen zu genießen. Allerdings hat der Untergrund bei Schnee und Eis so seine Tücken. Hier können Grödel Sinn machen!

Was sind Grödel?

Grödel sind die einfachste Form von Steigeisen, weshalb Grödel auch Halbsteigeisen genannt werden. Sie werden auf Wanderungen eingesetzt und geben durch ihre Zacken stabilen Halt auf winterlichem Untergrund wie Firn, Harsch oder gefrorenem, vereistem Schnee.

Im Gegenteil zu „richtigen“ Steigeisen verfügen sie in der Regel nur über vier bis sechs Zacken, decken den Fuß nicht vollständig ab und besitzen keine Frontzacken. Dafür sind sie deutlich leichter und lassen sich schneller anbringen – ideal, wenn Du auf Deiner Tour Schneefelder queren musst oder Du auf einer eisigen Rodelbahn unterwegs bist. Grödel lassen sich unter jeden gängigen Bergschuh schnallen und sitzen dabei mittig unter dem Fuß.

Wie ziehe ich Grödel richtig an?

Beim Anlegen solltest Du darauf achten, die Grödel nicht zu locker anzuziehen. Instabilität führt zu Kontrollverlust und genau das brauchst Du im verschneiten Bergland nicht. Allerdings solltest Du die Grödel auch nicht zu straff anziehen, denn schließlich willst Du die Blutzirkulation im Fuß nicht unterbrechen. Daher ist es sinnvoll, das An- und Ausziehen zu Hause erstmal zu üben, bis Du die richtige Einstellung gefunden hast. Vor allem, da Du die Grödel auch in der Breite an den entsprechenden Schuh anpassen musst.

Es empfiehlt sich das Anlegen der Grödel zuhause zu testen.

Snowline

Es empfiehlt sich das Anlegen der Grödel zuhause zu testen.


Ganz klassische Grödel kannst Du durch Gurtbänder über dem Spann und hinten an der Ferse an den jeweiligen Schuh binden. Auch in der Breite musst Du die Grödel an den Schuh anpassen. Der zweigeteilte Rahmen ist in der Regel über Schrauben verbunden. Willst Du die Einstellung ändern, lockerst Du sie mit einem Schraubenschlüssel und ziehst sie anschließend wieder an (bei manchen Modellen reicht auch eine Münze). Hier zeigt sich: Es ist besser, Du machst Dich vor der Tour mit Deinen Grödeln vertraut.

Spikes, Grödel, Steigeisen: Was ist was?

Die drei Begriffe werden häufig synonym genannt und verschwimmen miteinander, dennoch gibt es klare Unterschiede.

Spikes …

… sind von der Art eher Schneeketten für die Schuhe. Sie dienen als Rutschbremse auf glattem Untergrund und sind auch bei Läufern beliebt, die ihr winterliches Lauftraining nicht durchweg auf dem Hosenboden verbringen wollen. Anders als Grödel werden Spikes nicht an die Schuhe geschnürt, sondern eher darüber gezogen, weshalb es sie auch für verschiedene Schuhgrößen gibt.

Spikes lassen sich problemlos an Laufschuhe anbringen und bieten im Winter ein Plus an Sicherheit.

Snowline

Spikes lassen sich problemlos an Laufschuhe anbringen und bieten im Winter ein Plus an Sicherheit.


Die Mini Crampon 6 P Grödel von Climbing Technology geben sicheren Halt beim Queren vereister Flächen oder steiler Schneefelder.

Climbing Technology

Die Mini Crampon 6 P Grödel von Climbing Technology geben sicheren Halt beim Queren vereister Flächen oder steiler Schneefelder.


Grödel …

… dagegen arbeiten sich mit ihren ausgeprägten Zacken viel stärker in den Boden und geben Dir dadurch noch mehr Halt. Allerdings braucht es da auch eine stabilere Sohle,

  1. um die Grödel stabil befestigen zu können und
  2. weil sich die Grödel sonst unangenehm durch die Sohle drücken.

Anders als Spikes gehören Grödel daher nicht auf Turn- und Laufschuhe, sondern auf feste Wanderschuhe, die aber nicht steigeisenfest sein müssen (Kategorie A).

Wenn das Gelände alpiner und damit steiler wird, finden die Grödel jedoch keinen Halt mehr im Untergrund. Da sie mittig unter dem Fuß sitzen, bekommen sie in der Vertikalen keinen Zugriff mehr. Auch die geringe Anzahl an Zacken und der verhältnismäßig kleine Rahmen reichen für die Anforderungen im Hochgebirge nicht mehr aus.

Merke: Schnee und Eis in relativ flachem Gelände aber auch Steige auf Feld- bzw. Waldwegen sind das Einsatzgebiet für Grödel. Selbst kurze Stücke über flache (!) Gletscher kannst Du mit ihnen noch queren. Aber spätestens wenn Du Deinen Fuß nicht mehr komplett aufsetzen kannst, brauchst Du ein paar echte Steigeisen.

(Leicht-)Steigeisen

Das Mehr an Zacken, zusätzliche Frontzacken und ein noch stabilerer Sitz am Schuh geben (Leicht-)Steigeisen nochmal ein ganzes Stück mehr Stabilität. Hier musst Du allerdings wirklich prüfen, ob die Berg- oder Skistiefel steigeisenkompatibel sind. Als Minimum gilt bedingt steigeisenfestes Schuhwerk, ganz sicher gehst Du mit Stiefeln ab der Kategorie C.

Auf Skitouren, wenn es zwischendurch immer wieder gilt, schwierige Passagen zu überwinden, packst Du Dir am besten ein Paar Leichtsteigeisen an den Rucksack. Aus einer Aluminiumlegierung gefertigt und etwas einfacher im Aufbau sind sie deutlich leichter als richtige Steigeisen.

An richtigen Steigeisen führt dann auf hochalpinen Touren kein Weg mehr vorbei. Wenn sich immer wieder Fels unter den Schnee mischt oder längere Strecken auf blankem Eis zu bewältigen sind, steigen die Anforderungen an die Belastbarkeit des Materials. Leichtsteigeisen nutzen sich hier zu schnell ab, was nicht nur ärgerlich, sondern auf langen Touren zunehmend gefährlich werden kann.

Beim Skimo Race Leichtsteigeisen ist alles auf Geschwindigkeit eingestellt, was sich unter anderem an der leichten Aluminiumkonstruktion zeigt.

Camp

Beim Skimo Race Leichtsteigeisen ist alles auf Geschwindigkeit eingestellt, was sich unter anderem an der leichten Aluminiumkonstruktion zeigt.


Die G20 Plus Steigeisen von Grivel sorgen mit elf Zacken für maximale Stabilität und sind bestens für steiles und anspruchsvolles Mixed-Gelände geeignet.

Grivel

Die G20 Plus Steigeisen von Grivel sorgen mit elf Zacken für maximale Stabilität und sind bestens für steiles und anspruchsvolles Mixed-Gelände geeignet.


Worauf muss ich bei Grödel noch achten?

Grödel mit Stahlzacken mögen vielleicht etwas schwerer sein. Das zahlen sie aber mit einer besseren Haltbarkeit zurück. Stahlzacken verzeihen auch eher mal einen kurzen Ausflug auf Fels. Allerdings solltest Du die Grödel so schnell wie möglich ausziehen, wenn Du sie nicht mehr benötigst. Auf hartem Grund werden die Zacken schnell stumpf und auch die Trittsicherheit geht dort verloren.

Ansonsten sind Grödel relativ pflegeleicht: Nach der Tour von Schmutz säubern und trocknen lassen, mehr brauchen sie nicht.

Fazit: Grödel sind Steigeisen für Genießer

Hast Du also im Winter einfach nur eine gemütliche Wanderung im Sinn, aber weißt, dass unterwegs Schneefelder oder Eis zu überwinden sind, dann werden Dir Grödel (eventuell sogar Spikes) voll und ganz ausreichen. Bist Du Läufer, solltest Du lieber auf Spikes setzen, da Grödel und Laufschuhe eher keine Freunde werden. Bist Du alpiner unterwegs, egal ob auf Ski- oder Hochtour, dann sind Steigeisen unumgänglich.

Häufig wirst Du Grödel eher im Rucksack, als an den Füßen tragen. Dennoch sind sie ein absolutes Sicherheitsplus und unverzichtbar auf Winterwanderungen. Schon ein einfaches Paar Grödel verbessert die Trittstabilität im Schnee gegenüber normalen Schuhsohlen erheblich.

Alle Grödel aus dem Bergzeit Sortiment findest Du hier.

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