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Das Ausdauertalent

Die Suunto 9 Baro im Test: Multisport-GPS-Uhr für lange Trainingseinheiten

9 Minuten Lesezeit
Mit der Suunto 9 Baro bringen die Finnen ein Ausdauerwunder auf den Multisport-Uhren-Markt, das sich von der Konkurrenz deutlich abhebt. Die Entwickler setzen vor allem auf eine starke Akkulaufzeit: 25 Stunden im Performance- und bis zu 120 Stunden im Ultra-Modus. Damit sollte die Uhr ganz sicher nicht vor Dir schlappmachen. Verena hat die "9" auf etlichen Bergtouren und beim Grundlagen-Training getestet.

Anders als die Mitbewerber legt Suunto bei seinen Sportuhren weniger Wert auf Zusatzfunktionen wie zum Beispiel das Abspielen einer Musik-Playlist oder das kontaktlose Bezahlen per NFC: Im Mittelpunkt aller Entwicklungen stehen längere (Batterie-)Laufzeiten und eine höhere Messgenauigkeit – entsprechend dem Motto „Built to last – just like you“. Durch das intelligente Batterieverwaltungssystem mit Erinnerungsfunktion läuft die Uhr solange wie man sie braucht. Suunto-Käufer entscheiden sich also in erster Linie für Funktion bei höchsten sportlichen Ansprüchen.

Die Suunto 9 Baro wurde für intensives, anstrengendes Fitness-/Ausdauertraining konzipiert sowie für lange und extreme Abenteuer. Als Nachfolger der Spartan Ultra basiert die neue Suunto im Wesentlichen auf diesem Modell, weist allerdings mehrere erfolgsversprechende Neuerungen auf: die Herzfrequenzmessung direkt am Handgelenk, das innovative Energiemanagement und eine genauere Routenaufzeichnung. Höchste Zeit also für einen eingehenden Test!

Allgemeine Funktionen der Suunto 9 Baro

Die getestete GPS-Uhr Suunto 9 Baro am Handgelenk.
Die Navigation kann mithilfe eines Kompasses oder durch detaillierte Richtungsanzeiger erfolgen. | Foto: Verena Oberndorfer

Die getestete GPS-Sportuhr bietet dem Berg(ausdauer)sportler vielerlei Funktionen und ist auch im Alltag ein praktischer Begleiter. Mit über 80 Sportmodi ist für jeden die richtige Sportart dabei. Die Voreinstellungen sind logisch gewählt, können bei Bedarf aber jederzeit einfach angepasst werden.

Beim Navigieren kann man nach wie vor zwischen Route oder Point of Interest wählen. Man kann sich entweder mithilfe eines Kompasses oder durch detaillierte Richtungsanzeiger navigieren lassen. Auch die Funktion, die gelaufene Route als „Brotkrümelstrecke“ anzeigen zu lassen, ist nicht neu.

Zusätzlich bietet die Uhr noch einiges an Wetterfunktionen: Sonnenauf- und -untergang, Unwetterwarnung, Luftdruck und Temperatur. Nicht ganz uninteressant: Die Suunto 9 ist bis 100 Meter wasserdicht – damit steht auch einem Triathlon oder einer Nutzung beim Canyoning nichts im Weg. Ein weiterer Mehrwert im Alltag sind kleine Funktionen wie zum Beispiel die Aufzeichnung des Schlafs oder der täglichen Schrittzahlen.

Material und Design

Das schlichte, edle Design ist man von den Finnen gewöhnt. Reduziert auf das Wesentliche hat die Sunnto 9 Baro nur noch drei Bedienknöpfe und wird hauptsächlich über den Touchscreen gesteuert. Sie wiegt 81 Gramm und ist damit kein absolutes Leichtgewicht. Dafür sind Edelstahl und Saphirkristallglas außerordentlich robust und kratzfest und halten auch leichtem Felskontakt gut stand. Beim Klettern sollte man trotzdem aufpassen und sie nach dem Zustieg doch lieber in den Rucksack packen.

Das transflektive (das heißt auch bei Sonneneinstrahlung gut ablesbare) LCD-Display ist mit 320 x 300 Pixel zwar übersichtlich, für Damenhandgelenke aber doch schnell klobig und zum Teil beim Schlafen störend. Das Silikon-Armband ist mit 24 Millimeter Breite Standard und kann problemlos gewechselt und ausgetauscht werden. Allerdings fällt auf, dass Hautpartikel und Schweißreste recht gut haften und nur mit warmem Spülwasser wieder entfernt werden können.

Neu bei der Suunto 9 Baro: Herzfrequenzmessung am Handgelenk

Die Ansicht der Suunto 9 Baro im Herzfrequenz-Modus.
Ziemlich genau und gute Visualisierung: die neue Wrist HR Messung. | Foto: Verena Oberndorfer

Ein spannendes Thema ist bei der Suunto 9 Baro die Herzfrequenzmessung: Während bei allen vorherigen Suunto-Modellen die Pulsmessung nur über einen zusätzlichen Brustgurt möglich war, was besonders als Frau mit einem Sport-BH hin und wieder störend sein konnte, hat die Suunto 9 Baro optische Herzfrequenzmessung am Handgelenk.

Die Wrist HR ist eine enorme Verbesserung und die Genauigkeit der Messung war im Test überraschend gut. Auch wenn es hin und wieder zu Ausreißern kommt, was aber aufgrund von aktiven Handgelenksbewegungen verständlich ist, passen die gemessenen Werte im Großen und Ganzen. Dafür muss die Sportuhr auch nicht enorm streng am Handgelenk sitzen. Wer jedoch sehr genaue Messungen wünscht, kann zur Uhr auch noch zusätzlich einen Brustgurt verwenden.

Die Rückseite der Suunto 9 Baro GPS-Uhr mit Herzfrequenzmessung am Handgelenk.
Große Neuerung: Suunto verwendet bei der Suunto 9 zum ersten Mal Herzfrequenzmessung am Handgelenk. | Foto: Verena Oberndorfer

Energie ohne Ende durch intelligentes Power-Management

Der Clou der neuen Suunto 9 Baro ist eindeutig die intelligente Ladezustandserinnerung. Dank eines neuen Power-Managements können Akkulaufzeiten von bis zu 120 Stunden – und das mit aktiviertem GPS – erreicht werden. Ermöglicht wird das durch den Wechsel zwischen den (Energie-)Profilen sowie durch das Zu- und Abschalten von Funktionen. Suunto stellt drei unterschiedliche Betriebsmodi zur Auswahl: Power, Endurance und Ultra. Zudem erlaubt der Custom-Modus Einstellungen dazwischen. Hinter den Modi steckt im Wesentlichen die GPS-Abtastrate, die je nach Profil zwischen einer und 120 Sekunden liegen kann.

 

Die Individualisierungsmöglichkeiten sind bei der Suunto 9 Baro generell gut gelungen: Sämtliche Einstellungen und Modi sind ab Werk vorgegeben, können aber durch Custom an die Bedürfnisse des jeweiligen Sportlers angepasst werden. Die Uhr informiert vor jedem Aktivitäten-Start über den aktuellen Energiezustand inklusive des errechneten Akkubedarfs für die kommende Sporteinheit. Wählt man zum Beispiel die Sportart Trailrunning mit einem bestimmten Energieprofil (abhängig von der GPS-Genauigkeit) gibt die Uhr vor Start Bescheid, wie lange man mit der Einstellung laufen gehen kann. So ist man im Normalfall nie mehr mit leeren Batterien unterwegs. Sollte es doch einmal länger dauern als geplant, kann man das Energie-Profil auch während der Aufzeichnung wechseln, um die Datenerfassung zu gewährleisten.

Eine Frau am Gipfel eines Berges mit der Suunto 9 Baro am Handgelenk.
Die lange Akkulaufzeit mit intelligenter Erinnerung und eine hohe Messgenauigkeit bei Streckenprofil und Geschwindigkeit machen die GPS-Uhr zu einem Top-Begleiter am Berg. | Foto: Verena Oberndorfer

Sollte auch das nicht reichen, dann schaltet sich die Suunto 9 bei letzten Batterie-Reserven in den Chronos-Modus, um wenigstens eine Zielzeit erfassen zu können. Zudem versucht die Uhr ein Muster aus dem bisherigen Aktivitätsverlauf zu erstellen, um rechtzeitig an ein Aufladen zu erinnern. So profitieren vor allem Ultra-Distanzler aber auch notorische Auflade-Vergesser von dem innovativen Power-Management.

Erhöhte Messgenauigkeit der Suunto 9 Baro

Die Routenaufzeichnung erfolgt durch GPS; der Stromverbrauch hält sich aber dank FusedTrack – einer Kombination von GPS- und Bewegungssensor-Daten – in Grenzen. FusedTrack ist neben dem Power-Management eine weitere Innovation der Suunto 9 Baro. Durch diese Technik werden zusätzlich zum GPS die Daten des Bewegungssensors ausgewertet, um die Genauigkeit der Aufzeichnung von Streckenprofil und Geschwindigkeit zu verbessern. So kann die Akku-Laufzeit durch niedrigere GPS-Leistung verlängert werden, ohne einen Kompromiss bei der Genauigkeit eingehen zu müssen.

Und auch die Höhenmessung bedient sich einer Kombination: FusedAlti verknüpft bei der Suunto 9 Baro einen integrierten Barometer mit GPS-Daten. Verglichen mit weiteren Geräten kommt es jedoch nach wie vor zu Unterschieden.

Die neue Suunto-App

Uhr und Smartphone können mittels Bluetooth super einfach verbunden werden, was im Test auch zu jeder Zeit gut funktioniert hat. Einmal verbunden, übertragen sich die Daten automatisch und ohne großartigen Aufwand, einfach durch das Öffnen der dazugehörigen App. Diese kam im Zuge der Markteinführung der neuen Suunto-Uhr heraus und heißt ganz einfach: Suunto. Wer weiterhin lieber über Movescount trackt, kann diese App nach wie vor nutzen. Das Design und die einfache Bedienbarkeit der neuen Variante überzeugen aber. In der App werden Trainings- und Tourenaufzeichnungen übersichtlich dargestellt und können mit anderen geteilt werden.

Es fällt auf, dass bei der Übertragung der Daten von der Sportuhr auf die App Abweichungen vorkommen, vor allem wenn es um Höhenmeter geht. Ein weiteres Manko: Ein neues Suunto-Update auf die Uhr zu laden, ist nur über den PC/Laptop möglich.

Die Suunto 9 Baro im Praxistest

Ich war mit der Uhr in den letzten sechs Wochen viel am Berg unterwegs: unter anderem auf kurzen Trainingstouren am Abend. Sehr positiv ist mir beim Testen aufgefallen, dass man die Uhr nur selten aufladen muss. Ein kurzer Blick auf das Display genügt und schon weiß ich, wie viel Batterie sie noch hat und wie genau ich meine Tour heute aufzeichnen kann.

Verpackung und Anleitung der Suunto 9 Baro.
Unboxing der Suunto 9 Baro: Ein kurzes Einrichten der Uhr genügt und schon kann es auf die erste Tour gehen. | Foto: Verena Oberndorfer

Vor dem ersten Einsatz müssen nur ein paar Grunddaten über den Nutzer (Geschlecht, Körpergröße, Gewicht, wöchentliche Mindest-Aktivität, etc.) eingegeben werden und schon geht es los. Was mir richtig gut gefällt, ist das individuell einstellbare Start-Display. Es gibt bis zu acht verschiedene Designs und das dann nochmal in unterschiedlichen Farbvarianten. So ist für jeden etwas dabei.

Bei den wöchentlichen Trainingstouren an meinem Hausberg Rechelkopf bin ich super happy über die genauen Aufzeichnungen: Herzfrequenz und Höhenmeter immer im Blick, das macht das Training übersichtlich. Zudem kann ich Rundenzeiten einstellen (entweder im Minuten- oder Kilometer-Zyklus), was es mir auch schon auf der Strecke einfacher macht abzuschätzen, ob ich schneller oder langsamer als beim letzten Mal unterwegs bin.

Die Übertragung nach dem Training funktioniert einwandfrei und kinderleicht: Einfach die App öffnen und schon koppelt sich die Uhr per Bluetooth. Somit brauche ich das Smartphone während der Aktivität zu keiner Zeit aus dem Rucksack nehmen und werde trotzdem über alle eingehenden Nachrichten informiert. Seit Kurzem können jetzt auch die Suunto-Daten einfach auf Strava geladen werden – für alle, die sich gerne mit anderen messen und vergleichen mögen, sicherlich noch ein schöner Mehrwert.

Auch eine Mehrtageswanderung durch das Tote Meer mit täglichem GPS-Tracking von bis zu zehn Stunden hat die Suunto 9 Baro wunderbar mitgemacht. Die Uhr hat ohne erneutes Laden vier Tage durchgehalten und alle Tracks tadellos aufgezeichnet.

Im Langzeittest hielt meine Suunto circa sechseinhalb Tage durch: bei 20 Prozent Display-Helligkeit inklusive Schlafaufzeichnung und mobilen Benachrichtigungen.

Mein Fazit zur Suunto 9 Baro

Zwei Personen beim Trailrunning im Nebel.
Für den Bergsport konzipiert: Besonders wer lange und intensiv unterwegs ist, wird die neuen Funktionen der Suunto 9 Baro schätzen. | Foto: Verena Oberndorfer

Für mich besonders hervorzuheben ist die intuitive und einfache Bedienbarkeit der Uhr. Sowohl die Bedienung über das Uhren-Display als auch die neue Suunto-App sind logisch aufgebaut und können ohne das Studieren einer Bedienungsanleitung sofort verwendet werden. Einfach den Instruktionen der Uhr folgen und schon ist man startklar.

Insgesamt würde ich die 9 Baro als robusten, qualitativ hochwertigen und extrem vielseitigen Begleiter bezeichnen. Die lange Akkulaufzeit und das schlichte Design überzeugen nicht nur am Berg sondern auch im Alltag.

Einziger Wermutstropfen: Die Uhr ist mit 599,95 Euro sicherlich kein Schnäppchen. Sie bietet aber jede Menge Features und Sport-Modi, die man – ist man einmal daran gewöhnt – nicht mehr missen möchte.

Daten und Fakten zur Suunto 9 Baro

Hersteller: Suunto
Modell: 9 Baro Black
Maße: 50 mm x 24 mm x 16,8 mm (H x B x T)
Display-Auflösung: 320 x 300
Gewicht: 81 g
Armband: 24 mm (Standardbreite), wechselbar
Batterie: Lithium-Ionen-Akku
Batterielaufzeit: ohne Trainingsmodus: 7-14 Tage | Trainingsmodus GPS höchste Genauigkeit: 25 Std. vs. niedrigste Genauigkeit: 120 Std.
UVP: 599,95 € ohne Herzfrequenzmesser | 694,95 € mit Herzfrequenzmesser
Testdauer: 6 Wochen
Highlight: cooles Design, guter Pulsmesser am Handgelenk, intuitive Bedienbarkeit
Lowlight: für Damenhände recht groß und klobig

Weitere Informationen zu GPS-Uhren

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