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Umrühren, keimfrei, fertig!

Drei SteriPEN Wasserentkeimer im Vergleichstest

7 Minuten Lesezeit
Die Wasserentkeimer von SteriPEN ermöglichen eine schnelle Wasserentkeimung mit Hilfe ultravioletter Strahlung. Im Vergleichstest haben sich die beiden Wildnis-Profis Tobias Krüger und Heiko Gärtner die drei populärsten Modelle genau angeschaut!

Es gibt nur wenig, was einem einen Outdoortrip so vermiesen kann wie schlechtes Wasser. Oft reicht schon eine kleine Menge, und der Magen rebelliert mit heftigem Durchfall und Erbrechen. Damit das nicht passiert, sollte man auf jeder Trekking-Tour einen Wasserentkeimer mit sich führen, mit dem man sein Wasser aufbereiten und entkeimen kann.

Heute gibt es dafür viele verschiedene Möglichkeiten, angefangen bei Chlortabletten über Wasserfilter bis hin zum SteriPEN, der das Wasser mit Hilfe von künstlicher UV-Strahlung keimfrei macht. Wir haben auf all unseren Outdoor-Touren immer wieder unterschiedliche Systeme ausprobiert und können daher mit gutem Gewissen sagen, dass die Technik mit dem SteriPEN eine der zuverlässigsten und sinnvollsten ist!

Nach der Filtrierung mit einem Steripen lässt sich auch Wasser aus einem Bachgraben bedenkenlos genießen. | Foto: Heiko Gärtner
Nach der Filtrierung mit einem SteriPEN lässt sich auch Wasser aus einem Bachgraben bedenkenlos genießen. | Foto: Heiko Gärtner

SteriPEN im Vergleich

Der SteriPEN ist ein handlicher Stab mit einer UV-Lampe an der Spitze. Diese taucht man für rund 90 Sekunden in eine Trinkflasche mit dem Wasser, das man entkeimen will, rührt dabei permanent um – und schon ist es trinkbar.

Die Vorteile liegen vor allem in der Einfachheit, mit der man sein Wasser aufbereiten kann. Außerdem kommt der SteriPEN vollkommen ohne Chemie aus. Das ist sehr sinnvoll, da man die für den Durchfall verantwortlichen Keime ja nicht unbedingt durch gesundheitsschädliche Gifte ersetzen will! Anders als Wasserfiltersysteme benötigt der SteriPEN nahezu keine Pflege. Nach der Benutzung trocknet man die UV-Lampe mit einem Tuch ab, steckt die Schutzhülle wieder drauf und  damit ist alles erledigt.

Die Entkeimung des Wassers funktioniert nach einem ebenso einfachen wie genialen Prinzip. Konzentrierte UV-Strahlung tötet alle Arten von Mikroorganismen, Keimen, Bakterien, Protozoen und ähnliches ab, ohne sich auf die Qualität des Wassers selbst auszuwirken.

Der Hersteller gibt an, dass mehr als 99,9% aller Kleinstlebewesen abgetötet werden. Am besten funktioniert ein SteriPEN natürlich in klarem Wasser, doch die entkeimende Wirkung tritt auch dann noch ein, wenn das Wasser durch Schlamm oder andere Schwebstoffe leicht getrübt ist.

Wichtig ist jedoch, dass ein SteriPEN keine Gifte und Chemikalien entfernen kann, sondern nur Kleinstlebewesen. Wer mit einem SteriPEN unterwegs ist, sollte daher darauf achten, dass er möglichst reines Wasser erwischt, das zuvor nicht durch eine Stadt, eine Müllhalde, durch landwirtschaftliche Felder oder Industriegebiete geflossen ist.

Welcher SteriPEN ist der richtige?

Farbenfroh: die drei Steripen warten auf ihren Einsatz. | Foto: Heiko Gärtner
Farbenfroh: die drei SteriPEN warten auf ihren Einsatz. | Foto: Heiko Gärtner

Vom Grundaufbau und von der Handhabung unterscheiden sich die drei getesteten SteriPEN-Modelle nur unwesentlich. Die Funktionsweise die gleiche, es gibt keine fundamentalen Unterschiede. Diese bestehen eher in den Feinheiten, so dass die Frage nach dem richtigen SteriPEN vor allem davon abhängt, auf was für eine Art von Abenteuer man ihn mitnehmen will!

1. SteriPEN Classic 3 mit Vorfilter

Wie der Name schon sagt, ist der Classic 3 der Klassiker unter den SteriPEN. Er ist robust und zuverlässig. Sein größter Nachteil ist das relativ hohe Gewicht und seine Größe. Er ist  knapp 20 Zentimeter lang, hat einen Durchmesser von ungefähr 4 Zentimeter und wiegt mit Batterien rund 200 Gramm. Der Vorteil ist jedoch, dass man ihn mit ganz normalen AA-Batterien oder -Akkus betreiben kann, die man an jedem Kiosk und in jedem Lädchen überall auf der Welt bekommt.

Wenn man keine Akkus, sondern normale Batterien verwendet, kann man sicher gehen, dass sich diese nicht entladen, wenn man den SteriPEN für längere Zeit nicht nutzt. Mit einem Satz gewöhnlicher Batterien schafft man rund 80 bis 100 Aktivierungen – also eine ganze Menge, wenn man bedenkt, dass man nur selten permanent mit verschmutztem Wasser zu tun hat.

Insgesamt hält die UV-Lampe nach Herstellerangaben rund 8.000 Aktivierungen aus, was unseren Schätzungen zufolge realistisch ist. Ebenfalls überzeugt hat uns die Schlichtheit und Einfachheit des SteriPEN Classic. Es gibt nichts weiter als einen einzigen Knopf und eine kleine LED. Wenn man den Knopf drückt, leuchtet die Lampe grün auf. Wenn man den Entkeimer ins Wasser hält, beginnt die UV-Lampe blau zu leuchten und dann rührt man um, bis sie wieder aus geht. Wenn es irgendein Problem gibt, leuchtet die LED rot. Das ist alles!

Im Steripen Adventurer Opti ist sogar eine Taschenlampe integriert. | Foto: Heiko Gärtner
Im SteriPEN Adventurer Opti ist sogar eine Taschenlampe integriert. | Foto: Heiko Gärtner

Da die UV-Entkeimung am besten in klarem Wasser funktioniert, wird der SteriPEN Classic mit einem Vorfilter geliefert. Dieser passt auf die meisten weitmündigen Trinkflaschen, wie sie im Outdoorbereich verwendet werden.

  • Fazit: Der SteriPEN Classic ist ideal für Viel- und Langzeitreisende

2. SteriPEN Adventurer Opti

Der SteriPEN Adventurer Opti hat den Vorteil, dass er mit gut 100 Gramm Gewicht incl. Batterien wesentlich leichter als der Classic 3 ist. Außerdem hat er ein sehr robustes Gehäuse und verfügt zusätzlich zur UV-Lampe für die Entkeimung über eine LED als Taschenlampe, was hin und wieder recht praktisch sein kann. Uns persönlich hat der Adventurer Opti von allen getesteten Steripen jedoch am wenigsten überzeugt.

Zum einen weil er – anders als seine Kollegen – oval und nicht rund ist, wodurch er in viele Trinkflaschen weniger gut passt. Zum anderen wird er mit zwei kleinen CR123 Lithium-Batterien betrieben. Die Batterien sind zwar im Lieferumfang enthalten, darüber hinaus aber schwer aufzutreiben, weil es sich um ein Spezialformat handelt, das von üblichen Läden nur sehr selten geführt wird. Hinzu kommt, dass CR123 im Vergleich zu normale Batterien relativ teuer sind und zudem auch nur etwa halb so viele Aktivierungen ermöglichen.

  • Fazit: Der SteriPEN Opti 3 ist ideal für kürzere Reisen mit wenig Gewicht

3. SteriPEN Ultra

Der SteriPEN Ultra vereint die Vorteile des Classic 3 mit denen des Adventurer Opti. Mit rund 140 Gramm ist er verhältnismäßig leicht und kompakt und benötigt keine Spezialbatterien. Er verfügt über einen internen Akku, der über USB geladen werden kann. Der Nachteil dabei ist, dass sich dieser Akku nach längerer Nichtbenutzung selbst entlädt. Der Vorteil ist, dass man den Ultra direkt am USB-Kabel benutzen kann.

Mit einem Steripen wird man unterwegs deutlich unabhängiger. | Foto: Heiko Gärtner
Mit einem SteriPEN wird man unterwegs deutlich unabhängiger. | Foto: Heiko Gärtner

Wenn man also eine Stromquelle zur Verfügung hat, kann man sein Wasser jederzeit entkeimen. Dabei funktioniert sowohl das Laden über eine Steckdose als auch über einen Computer oder ein Solarpanel. Mit voller Ladung schafft der Ultra nach Herstellerangaben 50 Entkeimungen, was sich in etwa mit unseren Erfahrungen deckt.

Anders als der Classic 3 und der Adventurer Opti verfügt der Ultra über einen kleinen Bildschirm, durch den man komplett durch den Entkeimungsprozess geleitet wird. Wenn man den SteriPEN einschaltet, erscheint auf dem Display ein Symbol, das einem zeigt, dass man die UV-Lampe nun ins Wasser halten soll. Anschließend wechselt die Anzeige zu einem Bild, das einem zum Umrühren des Wassers auffordert und zählt dabei von 90 auf 0 runter. Wenn alles geklappt hat, erscheint am Ende ein Smiley. So macht die Wasserentkeimung gleich noch mehr Spaß!

  • Fazit: Der SteriPEN Ultra ist ideal für Reisen, bei denen die Stromversorgung gesichert ist

Fazit SteriPEN Wasserentkeimer

Ein SteriPEN sollte unserer Meinung nach auf keiner Outdoor-Expedition fehlen, bei der man nicht sicher sein kann, ob man regelmäßig an gutes Trink- oder Quellwasser kommt.

  • Der Classic 3 ist dabei für Langzeitreisen, bei denen es nicht auf jedes Gramm im Gepäck ankommt, die beste Wahl.
  • Für kürzere Trips, bei denen man so viel Gewicht sparen will wie möglich, eignet sich der Adventurer Opti 3.
  • Für Reisen, bei denen man sicher ist, dass man immer irgendwie an eine Steckdose oder an Solarstrom kommt, ist hingegen der Ultra ideal!

Unser Fazit: Für jede Reisevariante findet sich auch der passende Steripen. Wenigstens die Wasserversorgung ist dann beim nächsten Abenteuer gesichert …

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