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Sprengung bei Laufschuhen – was bedeutet das eigentlich?

4 Minuten Lesezeit
Die Sprengung ist eine entscheidende Maßeinheit bei Laufschuhen und maßgebend für deren Einsatzbereich. Komfortabler Allrounder für Anfänger? Minimalistisches Leichtgewicht für Profis? All das wird über die Sprengung festgelegt.

Wer an den Begriff „Sprengung“ denkt, denkt nicht zwangsläufig an Laufschuhe, sondern eher an die Beseitigung alter Gebäude oder auch harte Arbeit im Steinbruch. Derweil ist Sprengung einer der Begriffe, die auch bei der Schuhauswahl eine entscheidende Rolle spielen.

👟 Sprengung beim Laufschuh: Die wichtigsten Infos in Kürze
  • Die Sprengung bezeichnet den Höhenunterschied zwischen Ferse und Vorfuß.
  • Sie hat Einfluss auf Laufeigenschaften und Abrollverhalten des Laufschuhs.
  • Was sagt die Sprengung aus?
    • 0 bis 4 Millimeter: geringe Sprengung
    • 4 bis 9 Millimeter: Normbereich der meisten Laufschuhe
    • über 9 Millimeter: starke Sprengung.
  • Mehr Sprengung gibt Entlastung für die Waden und Sprunggelenke
  • Weniger Sprengung entlastet die Knie und nutzt die natürliche Energiewiedergabe besser aus

Was bedeutet Sprengung?

Die Sprengung bezeichnet bei Schuhen den Höhenunterschied zwischen der Ferse und dem Vorfußbereich. Diese kleine Rampe ist bei vielen konventionellen Straßenschuhen ganz normal und hört sich zunächst belanglos an.

Die Sprengung Deines Laufschuhs kann Deine Laufperformance maßgeblich beeinflussen.

Bergzeit

Die Sprengung Deines Laufschuhs kann Deine Laufperformance maßgeblich beeinflussen.


Bei Laufschuhen ist die Sprengung entscheidend für den Einsatzbereich, das Abrollverhalten und die Laufeigenschaften. In der Regel bewegt sich die Höhe der Sprengung zwischen null Millimeter (neutral) und etwa 13 bis 15 Millimeter (stark gedämpfter Einsteiger- und Allroundschuh).

Viel oder wening Sprengung: Vor- und Nachteile im Vergleich

Wenig Sprengung Viel Sprengung
✅ natürliche Fußsstellung und Laufverhalten✅ unterstützt Abrollbewegung vom Rück- bis zum Vorfuß
✅ fördert Mittelfußlaufen✅ erleichtert weichen Fersenaufsatz
✅ entlastet Knie- und Hüftgelenke✅ entlastet Fußunterseite, Sprunggelenk und Archillessehne
❌ erhöhen Belastung auf Sprunggelenk, Fuß und Unterschenkel❌ erhöht Belastung auf Knie und Oberschenkel

Gut zu wissen dabei ist, dass sich die Sprengung in aller Regel nicht von der Stärke oder Form der Sohle ablesen lässt. Auch Schuhe mit einer vergleichsweise dicken Sohlenkonstruktion können eine neutrale Fußstellung bieten. Andersherum kann sich auch in ausgewiesenen Barfußschuhen mit Minimalsohle ein kleiner Höhenunterschied zwischen Vorfuß und Ferse verstecken.

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Die richtige Sprengung: Finde Deine „Sprengungsklasse“

Um die Orientierung ein wenig zu vereinfachen, unterteilen wir die Sprengung bei Laufschuhen in drei verschiedene Klassen:

  1. wenig: Nullsprengung oder geringe Sprengung von Null bis vier Millimeter
  2. mittel: Sprengung im Normbereich zwischen vier und neun Millimeter
  3. viel: starke Sprengung ab neun bis 14 Millimeter
Clever filtern nach Deinem Anspruch
– Unser Experte Judith, Bergzeit Redakteurin
Tipp bei den Trailrunningschuhen und Laufschuhen im Bergzeit Shop findest Du unter den Filtern die Auswahl nach gewünschter Sprengung und Dämpfung. Die Sprengung kannst Du millimetergenau einschränken.

1. Laufschuhe mit Null bis vier Millimeter Sprengung


Eine Nullsprengung oder eine sehr geringe Sprengung wird häufig mit Barfußschuhen in Verbindung gebracht, da sie dort ein typisches Merkmal ist. Allerdings ist sie nur eines von mehreren: Klassische Barfußschuhe zeichnen sich beispielsweise auch dadurch aus, dass sie keine oder kaum Dämpfung sowie keine stabilisierenden Elemente besitzen. Gerade bei Laufschuhen gibt es jedoch Hersteller, die eine neutrale Fußstellung ohne erhöhte Ferse (Natural Running Shoes) mit einer je nach Konzept mehr oder weniger starken Dämpfung kombinieren – allen voran Altra, die viele Modelle mit neutraler Fußstellung anbieten.

Eine geringe Sprengung im Bereich mit vier Millimetern findest Du bei Laufschuhen und Trailrunningschuhen von Scarpa, Hoka, New Balance, La Sportiva, Nike ACG, Mammut, The North Face, Dynafit und mehr.

👣 Für wen eignen sich Barfußschuhe zum Laufen?
– Unser Experte Judith, läuft im Altra Lone Peak und im Alltag mit Barfußschuhen,
Barfußschuhe bieten neben der neutralen Fußstellung und einer ergonomischen Schuhform oft eine sehr geringe Dämpfung, samt flexibler Sohle. Beim Laufen sorgen sie für ein direktes Feedback vom Boden – und auch eine sehr direkte Kraftübertragung. Das muss der Fuß mögen und der Körper sollte langsam daran gewöhnt werden. Untrainierten Läuferinnen und Läufern rate ich sich langsam und auf kurzen Strecken an einen Barfußschuh mit geringer Dämpfung zu gewöhnen – oder diese nach Möglichkeit vor dem Kauf auszuprobieren.

2. Laufschuhe mit vier bis neun Millimeter Sprengung

In diese Kategorie fallen die meisten Laufschuhe auf dem Markt. Auch die Mehrzahl der Laufschuhe, die im (Straßen)Wettkampf zum Einsatz kommen, bewegt sich in diesem Millimeterbereich. Sie stellen sozusagen den Mittelweg dar. Schuhe dieser Kategorie wiegen vergleichsweise wenig und sind trotzdem ausreichend bequem – echte Allrounder eben.

3. Laufschuhe mit mehr als neun Millimetern Sprengung

Schuhe mit mehr als neun Millimetern Sprengung fallen automatisch in die Kategorie „stark gedämpft“. Wer gerne komfortabel unterwegs ist, mit dem Laufen anfängt oder aus anderen Gründen nicht auf eine stärkere Dämpfung verzichten kann, sollte sich in dieser Kategorie umsehen.

Sprengung ≠ Dämpfung

Ein gerne gemachter Fehler ist es, Sprengung und Dämpung gleichzusetzen. Zwar hat die Sprengung indirekt auch etwas mit der Dämpfung zu tun, da ein Schuh mit hoher Sprengung in vielen Fällen auch über eine stärkere Dämpfung verfügt. Trotzdem bezeichnen Sprengung und Dämpfung zwei gänzlich unterschiedliche Sachverhalte.

Die Dämpfung umschreibt, wie stark der Fuß durch Dämpfungselemente vor Erschütterungen geschützt wird. Sie wird nicht (oder nur in sehr wenigen Fällen) in Millimetern angegeben. In diesem Sinne lässt sich die Dämpfung auch nicht messen.

Eine starke Dämpfung – wie bei Schuhen der Marke Hoka – bedeutet aber eben nicht automatisch auch eine hohe Sprengung: Der Altra Torin hat beispielsweise trotz Nullsprengung trotzdem eine beeindruckend große Dämpfung.

👉 Mehr dazu: Dämpfung bei Laufschuhen – das gibt es zu beachten

Fazit: „Bist Du beschwerdefrei, bleib dabei“

Wer mit der aktuellen Sprengung und Dämpfung seiner Laufschuhe gut zurecht kommt, hat eigentlich keinen Grund, an der Konfiguration der Ausrüstung etwas zu ändern. Wer hingegen am Laufstil und/oder der Ausrüstung zweifelt, tut gut daran, sich in Sachen Schuhe umzuorientieren und sich professionelle Unterstützung zu suchen.

Manchmal sorgen schon kleine Änderungen für eine deutliche Verbesserung. Im Zweifel hilft der Experte im Fachgeschäft – zum Beispiel in der Bergzeit Outdoor-Filiale in Gmund – mit fundiertem Rat weiter.

Trailrunningschuhe und Laufschuhe im Bergzeit Shop

Zu den Laufschuhen

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