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Der Sicherungs-Alleskönner

Das neue Petzl Grigri (2019) im Test

4 Minuten Lesezeit
Der Klassiker unter den Halbautomaten ist das Petzl Grigri. Es lässt sich komfortabel bedienen und hat eine zuverlässige Bremsunterstützung – für 2019 wurde das Sicherungsgerät überarbeitet. Chiara Hanke verrät, was sich geändert hat:

Geht es beim Klettern um das Thema Sicherungsgerät kommt man an einem nicht vorbei: dem Grigri. Der Platzhirsch, der Alleskönner, eben DAS Sicherungsgerät. In diesem Jahr hat Petzl seinem Klassiker ein Update verpasst. Aber was unterscheidet das Grigri, von seinen Vorgängern Grigri 2 oder dem „alten“ Grigri 1?

Geschichte: Welche Grigris gab und gibt es?

Inzwischen muss man nun schon mit einem Rückblick auf die Geschichte des Grigris beginnen. Also: Es war einmal …

  • 1991: Petzl bringt das sogenannte Grigri auf den Markt, benannt nach afrikanischen Amuletten. Es ist das erste halbautomatische Sicherungsgerät und findet vor allem bei amitionierten Sportkletterern große Verbreitung.
  • 2011: Das Grigri 2 ersetzt das „alte“ Grigri. Vorteil: Es ist auch für dünnere Seile geeignet (siehe Tabelle unten)
  • 2017: Mit dem Grigri+ präsentiert Petzl ein gerät, das sich insbesondere an Einsteiger und weniger routinierte Sicherer richtet.
  • 2019: Das Grigri kommt auf den Markt kommt auf den Markt und ersetzt damit das Grigri2

Im Vergleich: Grigri, Grigri 2 oder Grigri+

Kletterer hat Grigri im Gebrauch
Das neue Grigri liegt leicht und gut in der Hand und eignet sich für Seile mit einem Durchmesser von 8,5 bis 11 Millimeter. | Foto: Chiara Hanke

Petzl kehrt im Jahr 2019 wieder zurück zu seinen Wurzeln, das erkennt man schon in der Namensgebung: Das Grigri heißt jetzt einfach wieder nur Grigri. Und auch äußerlich hat es sich nicht allzu sehr verändert.

Das neue Grigri beruht im Grunde genommen auf den Maßen des Grigri 2, ist aber mit einem überarbeiteten Blockiermechanismus ausgestattet.

Bereits für das direkte Vorgängermodell Grigri+ hat Petzl die Blockiervorrichtung überarbeitet: Hier war es erstmals möglich den Blockiermechanismus zu regulieren, das heißt die Federspannung der Klemmnocken anzupassen. So greift beispielsweise der Blockiermechanismus des Grigri+ bei einer geringen Spannung (beim Toprope Klettern) schneller als beim Ur-Grigri. Im Inneren wurde eine Bremsplatte aus Stahl verbaut, das macht das Grigri zwar etwas schwerer, aber auch haltbarer. Zudem wurde bereits das Grigri + für eine Benutzung von Seilen von 8,5 bis 11 Millimeter konstruiert.

Auch beim neuen Grigri wurde dieser Seilschacht übernommen. Die beim Vorgänger Grigri 2 verbaute Seilführung, die teilweise ein Einklemmen des Seils im Sicherungshebel verursachte, wurde für das neue Modell nicht mitübernommen. Dafür wurde eine kleine Nocke am Seilkanal angebracht, die das Seil zuverlässig im Seilkanal hält. Zusätzlich verzichtet Petzl beim Grigri auf die Anti-Panik-Funktion aus dem Grigri+.

Grigri (2019) Grigri + Grigri 2
Grigri 2 Gehäuse, überarbeiteter Klemmnocken aus Grigri+ Regulierungsfähigkeit der Federspannung, Anti-Panik-Hebel Überarbeitete Grigri 1 Version (bald aus Sortiment)
2019 2017 2011 – 2018
 8.5 – 11 mm 8.9 – 10,5 mm  8.9 – 11 mm
175 g 200 g 170 g
Kein Stahl-Einsatz Verstärkungs-Insert aus Edelstahl  Keine Stahlplatte
Anti- Panik-Funktion  –
Für erfahrene Sicherer, die keine zusätzliche Sicherungsfunktion brauchen Für Einsteiger, Toprope-Kletterer und Kursbetrieb Wird ab 2019 durch Grigri ersetzt; Testbericht: Grigri 2 vs. altes Grigri

Welches Grigri soll ich kaufen?

Grigri in Detailaufnahme auf felsigem Untergrund
Das neue Grigri überzeugt im Test und ist ein würdiger Nachfolger des guten alten Originals. | Foto: Chiara Hanke

Einsteiger: Wer auf der Suche nach einem zuverlässigem Sicherungsgerät und ein wenig mehr Sicherheit ist, für den – und vor allem für Einsteiger – empfiehlt sich das Grigri+ mit der Anti-Panik-Funktion. Dank der Anpassungsfähigkeit der Federspannung, bietet es auch für alle, die viel im Toprope klettern, besseres Handling.

Fortgeschrittene: Das neue Grigri 2019 ist für den erfahrenen Kletterer eine gute Möglichkeit Geld und Gewicht zu sparen. Die zusätzlichen Sicherungsfeatures des Anti-Panik-Hebels fallen beim neuen Grigri weg.

Testfazit zum neuen Petzl Grigri

Das neue Grigri liegt leicht und gut in der Hand. Getestet wurden die Seile Mambo 10,1 Millimeter von Petzl sowie das Joker 9,1 Millimeter und Opera 8,5 Millimeter von Beal. Bei keinem der verschiedenen Seildurchmesser lief das Seil schwer durch das Grigri oder griff schlecht beim Zumachen oder Ablassen. Die Kante für den Zeige- und Mittelfinger beim Gaswerkgriff, wurde ein wenig abgeflacht und ist dadurch etwas unkomfortabler zu halten. Damit wird die Umstellung auf die übliche Sicherungstechnik, ähnlich zum Tube, mehr forciert.

Zusammenfassend hat das Handling des neuen Grigri überzeugt und es ist einfach eine gute und überarbeitete Neu-Version des guten alten Grigri.

Du hast noch eine Frage zum neuen Grigri? Dann ab damit in die Kommentare!

Daten zum neuen Petzl Grigri im Überblick

  • Seildurchmesser: kompatibel mit Einfachseilen der Durchmesser 8,5 bis 11 Millimeter
  • Handling wie beim Grigri2: Das Seil wird in das Gerät geführt und eine Hand befindet sich am Bremsseil
  • Gewicht: kompakt und leicht (Gewichtseinsparung 175 Gramm gegenüber Grigri2)
  • Material: Seitenteile aus Aluminium, Bremsmechanismus und Klemmnocken aus rostfreiem Stahl, Hebel aus verstärktem Nylon
  • Preis: Mit 69,95 Euro etwas teurer als das Modell Grigri 2, aber günstiger als das Grigri+

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