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Tipps bei der Modellwahl

Kletterschuhe & Boulderschuhe für Anfänger

5 Minuten Lesezeit
Als Einsteiger steht man bei der Wahl der Kletterschuhe vor vielen Fragen: Hier die wichtigsten Antworten, wie eng Kletterschuhe eigentlich sein müssen und worauf man sonst noch achten kann.

Wie finde ich den richtigen Kletterschuh oder Boulderschuh?

Kletterschuhe müssen zur eigenen Fußform passen.

Kletterschuhe müssen zur eigenen Fußform passen.


Da die ersten Schritte der Kletterkarriere meist in der Halle getätigt werden, machen zwei Überlegungen Sinn: eher einen günstigen Kletterschuh kaufen (da tut es nicht weh, wenn der Kletterschuh in einem halben Jahr kaputt ist. Ein Kletterschuh mit stärkerem Gummi an Sohle und Randgummi (der hält länger) ist ausdauernder, vor allem am Anfang des Klettertrainings.

Ach ja, bevor weitere Verwirrung entsteht: Zwischen Kletterschuhen und Boulderschuhen gibt es keinen Unterschied. Du kannst damit sowohl mit als auch ohne Seil klettern. Vielmehr kommt es auf die Neigung des Geländes an, in dem Du kletterst und die Form der Tritte. Nachdem Du idealerweise aber am Start Deiner Kletterkarriere möglichst vielfältige Klettererfahrungen machen solltest, brauchst Du entsprechend vielfältige Kletterschuhe.

Welche Kletterschuh-Modelle für Einsteiger?

Gute Schuhe zeichnen sich nicht zuletzt durch eine Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten aus. Deshalb solltest Du für den Anfang einen Schuh wählen, der all diese Spielarten gleichermaßen zulässt und nicht auf eine Form des Boulderns (z. B. nur steile Boulder im Überhang bzw. Dachboulder) spezialisiert ist. Wähle also einen Boulderschuh, dessen Sohle gerade ist und der sich für Dich bequem anfühlt! Einige klassische Beispiele ohne Downturn sind etwa

Bei Bergzeit findest Du übersichtlich die gängigen Modelle für Einsteiger:

Boulderschuhe für Anfänger – worauf muss ich achten?

Bouldern ist gerade für Anfänger sehr einfach: Kletterschuhe an die Füße und los geht’s! Aber worauf muss ich als Einsteiger achten? Eine bequeme Passform, ein reibungsstarker Sohlengummi und eine Vielfalt an Einsatzmöglichkeiten.

Passform & Größe

Dein Schuh sollte hinsichtlich der Passform beim Tragen keine Druckstellen oder Luftlöcher aufweisen. Achte bei der Größenwahl darauf, dass Du ohne schmerzverzerrtes Gesicht auf der Matte umherlaufen kannst. Wenn Dir jemand Märchen erzählt wie „Kletterschuhe müssen aber weh tun“, glaub ihm nicht. Ob Du wirklich engere Kletterschuhe brauchst und für welche Routen Du sie brauchst, damit kannst Du experimentieren, wenn Du ein oder zwei Jahre Erfahrung gesammelt hast.

Die Ferse Deines Einsteiger-Kletterschuhs sollte vom Rand der Schuhöffnung eng umschlossen sein, damit Du eine gute Gesamtspannung auf den Tritten hast und es Dir bei Hooks (Einhaken mit der Ferse auf Tritten) nicht den Schuh auszieht. Ob der Schuh über Schnürsenkel oder Klettverschlüsse verfügt, ist reine Geschmackssache und sagt nichts über dessen Passform aus (zum Thema Klettverschluss siehe aber Punkt 6.).

Reibungsstarke Sohle

Der Sohlengummi des Schuhs sollte eine gute Reibung aufweisen. Am Anfang ist jeder Kletterschuh noch etwas glatt an der Sohle. Mit der Zeit nimmt die Sohlenreibung aber beträchtlich zu. Die Qualität der Sohle steigt meist mit dem Preis des Kletterschuhs. Für die Halle benötigst Du einen etwas weicheren Sohlengummi als am Fels.

Neutrale Kletterschuhe

Hört sich komisch an, es geht auch gar nicht um Streitigkeiten, sondern um Downturn und Asymmetrie. Spezielle Schuhe für steile Boulder haben meist einen sogenannten „Downturn“, d. h. die Spitze des Schuhs ist stark nach unten gekrümmt, um ein besseres Ziehen an den Tritten im steilen Gelände zu ermöglichen. Deshalb empfiehlt sich für Einsteiger ein Schuh ohne Downturn oder Asymmetrie. Falls Du bis hier nur Bahnhof verstehst, lohnt es sich im Beitrag „Vorspannung, Downturn & Asymmetrie bei Kletterschuhen“ nachzulesen.

Klettverschluss

Falls Du Dich gewundert hast, warum in Deiner Boulderhalle immer wieder Menschen mit ausgezogenen Schuhen auf der Matte sitzen: Die tun einfach ihren Füßen etwas Gutes und gönnen ihnen etwas Freiraum. Auch wenn Du bequeme Kletterschuhe hast, solltest Du Deine Kletterpausen dafür nutzen. Und was geht einfach und schnell auf und zu? Richtig, der Klettverschluss (unter Kletterern auch Velcro genannt).

Damen- oder Herren-Kletterschuh?

Ja tatsächlich, es gibt Kletterschuhe für Damen und Herren. Und sie unterscheiden sich nicht nur durch Klischee-Farben, sondern auch durch Passform und Härte.



Wie eng muss ein Kletterschuh sein?

Am Anfang darf man zwar von löchrigen Routen wie dem Sautanz in der Fränkischen träumen, man sollte allerdings bei seinen ersten Kletterschuhen darauf achten, dass die Füße vom Schuh nicht zu sehr in eine unnatürliche, spitze Form gezwängt werden. Es soll ja schließlich Spaß machen und keine Schmerzen bringen. Markenfetischismus ist ebenfalls fehl am Platz. Auch wenn all Deine Kumpels auf die Marke XY schwören, taugt es nix, wenn Dir der Schuh einfach nicht passt. Da hilft nur: verschiedene Schuhe ausprobieren.

Zu eng ist schlecht, zu weit aber genauso. Es gilt also: Kletterschuhe dienen nicht dazu dich selbst zu züchtigen, sollen aber auch keinen „ausgelatschten Birkenstock-Wohlfühl-Charakter“ haben. Wähle die Größe also so, dass die Zehen vorne gerade anstehen und du den Schuh spürst.

Viele Einsteiger erfreuen sich über den Halt, den ein Schnürverschluss bietet, da das Tragegefühl an leichte Sportschuhe erinnert. Wer es komfortabler mag und schneller ein- und aussteigen will, freut sich mehr über einen Klett-Schuh. Hier ist allerdings Vorsicht geboten: Die meisten Velcro-Schuhe sind von Haus aus weicher und reiben sich somit gerade an künstlichen Kletterwänden und bei unsauberer Fußtechnik schneller ab. Slipper machen für den Einstieg keinen Sinn.

Du hast noch eine Empfehlung? Dann schreib sie uns in die Kommentare!

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