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Sauberes Trinkwasser

Wasseraufbereitung: Eine Kaufberatung

4 Minuten Lesezeit
Wie kommt man unterwegs bei Outdoor, Trekking oder Fernreisen an sauberes Wasser? Dr. Peter Schatzl, Zentrum für Tropen-, Reise- und Geomedizin erklärt wie man unterwegs Trinkwasser mit Wasseraufbereitungstabletten, UV-Bestrahlung und Outdoor-Wasserfilter durch richtige Wasseraufbereitung selbst produzieren kann.

Unsere Ansprüche an Trinkwasser sind mannigfaltig, wenn sie auch nicht immer in allen Punkten eingehalten werden. Zuallererst steht die Forderung, dass Trinkwasser frei von Kontamination durch Krankheitserreger sein soll. Die Palette an Wasser verunreinigenden Stoffen reicht von Bakterien wie z.B. den bekannten E. Coli, Cholera, Shigellen, Salmonellen über Ein- und Mehrzellern wie z.B. Lamblien, Amöben, Kryptosporidien bis zu Viren, wie z.B. Rota-, Adeno- oder Hepatitisviren.

Trinkwasseraufbereitung auf Reisen

Katadyn

Trinkwasseraufbereitung auf Reisen


Allen gemeinsam ist, dass sie in den meisten Fällen durch den Mund aufgenommen werden und sich im Verdauungstrakt mit Durchfallsymptomatik bemerkbar machen. Zu weiteren Kontaminationsquellen von Trinkwasser zählen Chemikalien aus Industrie und Landwirtschaft wie z.B. Pestizide, Nitrate oder Schwermetalle, die vor allem bei Genuss über längeren Zeitraum gefährlich sind. Daraus resultiert die Forderung, dass Trinkwasser auch keine Langzeitschäden verursachen soll.

Wasseraufbereitung auf Outdoor Reisen & Abenteuern

Nicht zuletzt soll unser Trinkwasser gut schmecken, gut riechen und ein optisch einwandfreies Aussehen haben. Nur dann werden wir auch in ausreichender Menge und ohne schlechtes Gewissen davon trinken. Oftmals ist Wasser mit Schwebstoffen wie Algen, Pflanzenreste, Tierreste, Sand oder Ton vermengt. Diese sind zwar meist unbedenklich, aber können als Herd für andere Verunreinigungen (z.B. Bakterienkolonien) dienen.

Was bei uns zu Hause als Selbstverständlichkeit gilt, ist die ständige Verfügbarkeit und Unbedenklichkeit von Trinkwasser aus dem Wasserhahn. In den meisten Ländern weltweit trifft dies aber nicht zu! Wir kennen diese Problematik z.B. von Ferneisen – vor allem in Entwicklungsländern. Wünschenswert wäre eine Aufbereitung des Wassers zu Trinkwasser bereits ab der Quelle, dem Reservoir oder im Leitungssystem. Oftmals sind wir aber zur Trinkwasserbehandlung am Ort der Entnahme gezwungen. Müssen wir Trinkwasser vor Ort lagern bzw. in Tanks transportieren, so lässt sich fordern, dass es hier zu keiner Veränderung durch die Lagerhaltung kommt. Auch hierfür gibt spezielle Lösungen z.B. auf Schiffen oder in Caravans.

Es gibt verschiedene Methoden, um Wasser fraglicher Qualität, ob bei Trekking im Gelände abseits von Infrastruktur oder auf Fernreisen, zu Trinkwasser aufzuwerten. Nachfolgend werden vier Methoden der Outdoor Wasseraufbereitung vorgestellt.

Methode 1: Wasser abkochen

Eine sehr zuverlässige Methode für die Outdoorküche, da Hitze sämtliche Erreger abtötet. Allerdings sind Organismen verschieden empfindlich gegen Hitze. Manche sterben früher andere erst bei Temperaturen über 100°C. Temperatur und Erhitzungszeit stehen eng in Beziehung. In der Regel genügt ein kurzes Kochen des Wassers (bei 100 Grad Celsius); aber wer sicher gehen will, lässt es länger aufkochen. Man beachte auch, dass in großer Höhe Wasser schon bei niedrigeren Temperaturen zu sieden beginnt und daher wesentlich länger abgekocht werden muss.

Das Abkochen hat keinen Effekt auf Aussehen, Geruch oder Geschmack des Wassers. Nachteil bei dieser Methode ist der Zeit- und Energieaufwand (Brennstoffverbrauch). Das Wasser muss erst abkühlen, bevor man es trinken kann.

Methode 2: Wasseraufbereitungstabletten

Wasserfilter und Tabletten zur Wasseraufbereitung sind an manchen Gewässern, besonders an Seen, unbedingt notwendig, will man das Wasser unbedarft trinken.

SteriPEN

Wasserfilter und Tabletten zur Wasseraufbereitung sind an manchen Gewässern, besonders an Seen, unbedingt notwendig, will man das Wasser unbedarft trinken.


Meist in Tropfen oder Tablettenform dem Wasser beigesetzt, oxidiert das Halogen oder Jod sämtliche Erreger. Das Chlorieren des Trinkwassers ist z.B. in vielen Städten der Dritten Welt weit verbreitet. Voraussetzung ist optisch klares Wasser (keine Schwebestoffe) und ausreichende Dosierung des Halogens (im Zweifelsfall lieber höher als zu wenig). Je höher dosiert, umso unangenehmer wird aber sein Beigeschmack. Diesen kann man zum Teil mit Aktivkohle binden bzw. durch andere Zugaben verbessern. Zusätzliche Faktoren beim Halo

Micropur Forte von Katadyn desinfiziert klares Wasser schnell und sicher und hält es bis zu sechs Monaten keimfrei. Durch die Oxidationswirkung von Chlor werden neben Bakterien auch Viren und die meisten Protozoen und Pilze eliminiert. Micropur Forte kann überall dort verwendet werden, wo mikrobiologisch unsicheres Wasser zum Trinken, Kochen oder Waschen desinfiziert werden soll. Nur in klarem Wasser verwenden. Trübes Wasser sollte erst mit einem portablen Wasserfilter filtriert werden.

Eine Micropur Forte-Tablette auf einen Liter klares Wasser dosieren; zehn Minuten warten, bis sich die Tablette aufgelöst hat; gut schütteln; vor Gebrauch weitere 20 Minuten einwirken lassen.

Methode 3: Outdoor Wasserfilter

Mikrofilter halten durch ihre mikroskopisch kleinen Poren (Porengröße 0,2 bis 0,4 Mikrometer) Erreger mechanisch zurück. Der Großteil der Erreger v.a. Bakterien, Ein- und Mehrzeller passen nicht durch die Poren und bleiben stecken. Kleinste Erreger z.B. Viren können aber nach wie vor durchdringen. Kombifilter mit Aktivkohle können hier noch zusätzlich kleinste Erreger sowie Geschmacks- und Geruchsstoffe binden.

Besonders für kleinere Mengen sind Filter gut einsetzbar und das Wasser steht rasch zur Verfügung. Je nach Verunreinigung bzw. Trübung des Wassers muss dann der Filter gereinigt oder ausgewechselt werden. Punkte wie Gewicht des Filters, Anschaffungskosten und laufende Wartung sind hier zu diskutieren. Zu empfehlen sind Wasserfilter von MSR, SteriPEN oder von Katadyn.

Wer jetzt glaubt, dass er mit einem UV-Entkeimer eine halbe Aufbereitungsanlage mit sich rumträgt, der irrt. Unser Favorit für Trekking Touren und Reisen ist der kompakte SteriPEN Wasserentkeimer zur Wasseraufbereitung. Er wiegt gerade mal 100 Gramm inkl. Batterien. Für einen Liter Wasseraufbereitung benötigt man mit dem SteriPEN damit ca. 90 Sekunden.

Methode 4: UV-Bestrahlung von Wasser

Hochwirksames UV-C Licht tötet Erreger innerhalb kürzester Zeit ab. Früher nur im großen Maßstab in Aufbereitungsanlagen eingesetzt, steht diese Methode nun auch mit handlichen batteriebetriebenen Geräten zur Verfügung. Vor allem eine Trübung des Wassers behindert diese Art der Trinkwasserbehandlung (Schwebstoffe unbedingt vorab entfernen)! UV-Behandlung hat ebenfalls keinen Effekt auf Aussehen, Geruch oder Geschmack des Wassers. Anschaffungskosten, Gewicht und Batteriebedarf sind hier den anderen Verfahren gegenüber zu stellen.

Alle Produkte zur Wasseraufbereitung bei Deinem nächsten Outdoor-Abenteuer findest Du hier:

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