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3 Familientouren rund um Bozen

Wandern mit Kindern in Südtirol: Oachner Höfeweg, Ritten & Co.

2 Minuten Lesezeit
Südtirol ist ein Wanderparadies, auch für Familienurlauber. Wanderbuch-Autor Uli Wittmann stellt drei kurzweilige Touren in der Region Bozen mit Abenteuerfaktor für Groß und Klein vor.

Kinder quengeln, wenn sie wandern. Für viele Eltern gilt das als Naturgesetz. „Südtirol ist langweilig! Ich will ans Meer!“, polterte mein Junge noch zuhause. Doch als wir im Urlaub angekommen sind, ist sein Zorn verflogen. In Südtirol haben wir in der Umgebung von Bozen drei ungewöhnliche Touren gefunden, bei denen die Kinder wie von selbst marschieren. Mit großem Abenteuerfaktor und garantiert viel Spaß.

Lama-Trekking am Ritten: Den Anden ganz nah!

Einen Hund an der Leine, das hat wohl fast jeder, aber mit einem Lama zu wandern, das ist schon etwas Besonderes für die Kinder. Touren mit Lamas gibt's am Ritten in Südtirol.

Uli Wittmann

Einen Hund an der Leine, das hat wohl fast jeder, aber mit einem Lama zu wandern, das ist schon etwas Besonderes für die Kinder. Touren mit Lamas gibt’s am Ritten in Südtirol.


Am Ritten, dem sonnigen Balkon von Bozen, gibt es etliche Möglichkeiten, um mit Kindern zu wandern. Begeistert sind die Kleinen wie die Großen von der Schmalspurbahn, die seit über 100 Jahren am Ritten dahinrattert. Doch das lässt sich noch steigern: Bei einer Wanderung mit Lamas zu den Rittner Erdpyramiden. Walter Mair vom Kaserhof, der seit 1996 Lamas und Alpakas in der Region züchtet, bietet jeden Mittwoch und Freitag eine solche Tour mit Brettljause an. Die Kinder sind von den gutmütigen Lamas begeistert und die Andentiere gehen brav an der Leine hinter den Kleinen her. Auch für die Eltern ist diese Tour ein unvergessliches Erlebnis. Mit dem Hund wandern gehen kann schließlich jeder. Wer ohne Tiere unterwegs sein will, nimmt den Rittner Themenweg. Unterwegs gibt es eine Menge zu sehen!

Wenn Ihr die Tour ohne Lamas einfach selbst gehen wollt, ist hier die Beschreibung:

Ihr startet in Oberbozen am Bahnhof und folgt dem gut markierten Weg 23. Er führt über eine alte Römerstraße mit historischem Pflaster. Durch den Wald geht es auf die Erdpyramiden zu. Die Kinder sind von diesem Naturdenkmal beeindruckt. Von hier aus gehen wir weiter zum Moarhof und kehren dort auf eine deftige Brotzeit ein. Die Kinder greifen reichlich zu und lassen sich Schüttelbrot, Käse und Speck schmecken. Als nächstes Etappenziel wartet die kleine Kirche Sankt Georg und Jakob auf uns. Moderat geht es bergauf. Bald stehen wir vor der nächsten Sehenswürdigkeit: Die Sommerfrischhäuser von Maria Himmelfahrt. Hier verbrachten die gutsituierten Bozener die heißen Sommertage. Von hier aus geht es nach Oberbozen zurück.

Oachner Höfeweg: Ritter und urige Anwesen

Gegenüber vom Ritten liegt die zweite Wanderung: der Oachner Höfeweg. Bei Schloss Prösels, östlich von Bozen, startet der Rundweg. Bevor es losgeht, lohnt es sich, mit den Kindern dieses Gemäuer zu besuchen. Ein Schloss, wie es sich die Kinder vorstellen. Von dort bieten sich immer wieder tolle Blicke auf den Schlern und es gibt auch Kinderführungen.

Bergab wandert Ihr los und folgt dem gut markierten Oachner Höfeweg. Zuerst kommt Ihr am ehemaligen Wirtskeller vorbei. Mit Hilfe der Natur kühlten hier die Wirte das Bier und den Wein. Als nächstes passiert Ihr den Mitterpsennerhof. Weiter wandern zum Gmoanerhof. Auf dem urigen Hof haben sich die Kinder und Eltern eine Brotzeit und Erfrischung verdient.

Das tut gut! Auf dem Oachner Höfeweg brennt die Sonne herunter. Zum Glück gibt es unterwegs einen Brunnen mit frischem Gebirgswasser.

Uli Wittmann

Das tut gut! Auf dem Oachner Höfeweg brennt die Sonne herunter. Zum Glück gibt es unterwegs einen Brunnen mit frischem Gebirgswasser.


Mächtige Mauern schützten Schloss Prösels. Heute schauen wir zwischen den Zinnen hindurch auf Völs am Schlern.

Uli Wittmann

Mächtige Mauern schützten Schloss Prösels. Heute schauen wir zwischen den Zinnen hindurch auf Völs am Schlern.


  • Start/Ende: Schloss Prösels
  • Länge: 13 Kilometer
  • Höhenmeter: 400
  • Dauer: 5 Stunden
  • Leider nicht für Kinderwagen geeignet!

Auf einer Schotterstraße geht es weiter. Bald wandert Ihr über dem Tierser Tal. Hier lohnt es sich stehen zu bleiben und das Panorama vom Rosengarten anzusehen. Es folgen der Prackfolerhof und Gstatschhof. Eine Besonderheit ist der Fronthoft. Er ist noch aus der Gotik. Nebenan ist der Fingerhof, der ebenfalls unter Denkmalschutz steht. Eine kleine Hängebrücke führt über den Lausbach und ist für die Kinder ein unglaubliches Abenteuer. Bergauf steigen wir nach Sankt Katharina auf. Hier haltet Ihr Euch links und wandert auf dem Weg Nummer 5 nach Prösels. Unterwegs habt Ihr einen genialen Blick auf den Ort Völs sowie den markanten Schlern.

Kostenloser Sherpa mit vier Buchstaben: P A P A. Beim Oachner Höfeweg kommen die kleineren Kinder in die Kraxe.

Uli Wittmann

Kostenloser Sherpa mit vier Buchstaben: P A P A. Beim Oachner Höfeweg kommen die kleineren Kinder in die Kraxe.


„So hoch ist der Schlern!“ Am Anfang führt der Oachner Höfeweg vom Schloss Prösels durch blühende und tiefgrüne Bergwiesen zur Ruine vom Eiskeller.

Uli Wittmann

„So hoch ist der Schlern!“ Am Anfang führt der Oachner Höfeweg vom Schloss Prösels durch blühende und tiefgrüne Bergwiesen zur Ruine vom Eiskeller.


Die Eislöcher von Eppan: Das ganze Jahr Winter

Eppan im Frühling. Auf dem Weg zu den Eislöchern bietet sich dieses Postkarten-Panorama.

Uli Wittmann

Eppan im Frühling. Auf dem Weg zu den Eislöchern bietet sich dieses Postkarten-Panorama.


Die dritte Wanderung mit Kindern in Südtirol führt uns nach Eppan, westlich von Bozen. Eine geologische Besonderheit sind hier die Eislöcher. Hier wachsen Pflanzen, wie sie eigentlich nur im Hochgebirge vorkommen. Kinder sind von diesem Naturphänomen begeistert. In Sankt Michael stellt Ihr am Dorfplatz das Auto ab. Von dort geht es zur kleinen Sankt-Anna-Kirche. Folgt dazu dem Weg mit der Nummer 7. Weiter marschieren wir zum Schloss Gandegg. Wunderbar liegt dieser Herrschaftssitz zwischen den Weinbergen. Als nächstes gehen wir zum Stroblhof. Nun haltet Euch in Richtung Süden und wandert auf dem Weg mit der Nummer 15.

Bald erreicht Ihr die Eislöcher. Plötzlich spürt Ihr, dass es deutlich kühler ist. Warum ist es hier kälter? Dazu müssen wir uns die geologischen Gegebenheiten genauer ansehen: Unterirdisch kühlt sich die Luft ab, wenn sie die Prophyrblöcke umströmt.

Diese tritt bei den Eislöchern aus und hier wachsen Pflanzen, die es sonst nur in Höhenlagen gibt, wie die Alpenrosen. Zurück wandern wir mit den Kindern auf dem Weg mit der Nummer 7A. Wenn die Kinder quengeln, kehrt kurzerhand in den Gasthof Steinegger ein. Bald seid Ihr wieder in Sankt Michael. Jetzt haben sich die Kinder ein Eis verdient.

  • Start/Ende: Dorfplatz Eppan
  • Länge: 7 Kilometer
  • Höhenmeter: 100
  • Dauer: 2 ½ -3 Stunden
Fototapete? Nein, alles echt! Wer zu den Eislöchern von Eppan wandert, sieht immer wieder diese einzigartigen herrschaftlichen Ansitze. Jedes dieser noblen Anwesen hat eine jahrhundertelange Geschichte.

Uli Wittmann

Fototapete? Nein, alles echt! Wer zu den Eislöchern von Eppan wandert, sieht immer wieder diese einzigartigen herrschaftlichen Ansitze. Jedes dieser noblen Anwesen hat eine jahrhundertelange Geschichte.


Wandern mit Kindern zu den Eppaner Eislöchern in Südtirol. Im Hintergrund ist der Tschögglberg mit dem Hochplateau vom Salten zu sehen.

Uli Wittmann

Wandern mit Kindern zu den Eppaner Eislöchern in Südtirol. Im Hintergrund ist der Tschögglberg mit dem Hochplateau vom Salten zu sehen.


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