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Rodeln am Alpenrand

Rodeln im Allgäu: Die Top 5 Rodelbahnen

7 Minuten Lesezeit
Bis die Kufen glühen! Wir stellen fünf der besten Rodelbahnen am Allgäuer Alpenrand vor: in Pfronten, bei Immenstadt, im Ostrachtal bei Bad Hindelang, in Reichenbach und an der Hornbahn in Bad Hindelang.

Rodeln im Allgäu – das gehört zu den schönsten Wintersport-Beschäftigungen im süddeutschen Raum. Die Landschaft südlich des Grünten ist geradezu prädestiniert für spaßige Rodelbahnen: Die gute Infrastruktur und die nicht allzu hohen Berge bieten in der Regel ein perfektes Setup für Rodeltouren mit Einkehrschwung. Dass es ein sagenhaftes Panorama gratis dazu gibt, versteht sich von selbst!

1. Breitenberg: Rodeln auf der Naturrodelbahn Ostler

Wir starten mit der längsten Naturrodelbahn im Allgäu: Die Breitenbergbahn und ein Sessellift bringen uns auf den Breitenberg (1.677 m), das letzte Stück bis zum Gipfel (1.829 m) gehen wir zu Fuß. Hier steht außerdem die Ostlerhütte, von deren Terrasse aus wir all die Gipfel der Allgäuer und Tiroler Alpen sehen können.

Die Rodelstrecke am Breitenberg ist mit 7 Kilometer die längste Naturrodelbahn im Allgäu.

Pfronten Tourismus, E. Reiter

Die Rodelstrecke am Breitenberg ist mit 7 Kilometer die längste Naturrodelbahn im Allgäu.


Eine Brotzeit muss schon auch noch sein, so tanken wir Kraft für die anstehende Abfahrt mit dem Schlitten: Ca. sieben Kilometer heißt schon etwas. Die Rodelbahn verläuft auf einem Forstweg, daher ist das Gefälle ideal und man wird nicht zu schnell. Achtung: Da die Strecke in Richtung Süden ausgerichtet ist, sollte man gerade im Spätwinter vorher den Schneebericht checken!

Vom Ende der Rodelstrecke kann man dann von der Bushaltestelle Pfronten Grenze/ehem. Zollhaus ganz entspannt mit dem Bus zurück zur Talstation der Breitenbergbahn fahren. Wer noch eine schöne Winterwanderung dranhängen möchte, läuft in ca. zwei Stunden entlang der Steinacher Aach zurück zur Talstation.

  • Start: Breitenberg
  • Wegstrecke: 7 Kilometer
  • Höhenmeter: 795
  • Wanderzeit: 30 min
  • Weitere Informationen auf der Homepage der Breitenbergbahn
  • TIPP: Wer keinen eigenen Rodel dabei hat, kann sich einfach einen bei der Breitenbergbahn Pfronten oder bei Sport Kolb ausleihen.

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2. Immenstadt: Rodeln am Mittag

Genau um 12 Uhr mittags steht die Sonne über dem Gipfel des Mittag – daher kommt der eher ungewöhnliche Name. Die knapp fünf Kilometer vom Gipfel des Immenstädter Hausbergs bis hinab ins Steigbachtal versprechen Adrenalin pur! Der Lieblingsberg der Immenstädter ist recht gut erschlossen. Der Mittag ist Teil der bekannten Nagelfluhkette, einer einzigartigen Gesteins- und Gebirgsformation. Der Aufstieg zum Mittag wird mit einer fünf Kilometer langen Abfahrt belohnt.

Der Aufstieg zum Mittag wird mit einer 5 Kilometer langen Abfahrt belohnt.

Alpsee Immenstadt Tourismus GmbH

Der Aufstieg zum Mittag wird mit einer 5 Kilometer langen Abfahrt belohnt.


Am einfachsten, schnellsten und ohne Anstrengung geht es mit der traditionsreichen Mittagbahn hinauf bis zum Gipfel. Wer mag, kann jedoch auch den Rodel schultern und den kurvenreichen (und teilweise recht steilen) Forstweg hinaufwandern. Der Rundumblick von oben auf Immenstadt ist sagenhaft. Bei gutem Wetter sieht man außerdem die Allgäuer und Österreichischen Gipfel und sogar bis in die Schweizer Bergwelt hinein.

Der Teil der präparierten Rodelbahn oberhalb der Mittelstation ist meist auch dann gut befahrbar, wenn im Tal wenig bis gar kein Schnee liegt. Der untere Teil führt durch Wald, hier sollte die Schneelage ausreichend sein, um Spaß zu haben und sicher unten anzukommen (am besten vorab die Hinweise der Bergbahn checken!).

  • Start: Mittagbahn Bergstation
  • Wegstrecke: 4,8 Kilometer
  • Höhenmeter: 650
  • Weitere Informationen auf der Homepage der Mittagbahn
  • TIPP: Eine kleine Stärkung beim Gipfelwirt oder am Wochenende in der Alpe Mittelberg muss immer sein. Schlitten kann man an der Talstation der Bahn zwischen 8 und 15 Uhr ausleihen.

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3. Bad Hindelang: Von der Schwarzenberghütte zum Giebelhaus

Im hintersten Ostrachtal, fern von Hektik und Trubel, dafür umgeben von den Gipfeln des Naturschutzgebietes Allgäuer Hochalpen, liegt das Giebelhaus. Hierher kommt man nur zu Fuß, mit dem Rad oder mit dem Privatbus (fährt ca. stündlich) von Hinterstein aus. Im Sommer starten hier die Touren zu Hochvogel und Co., im Winter zahlreiche Skitouren ins Obertal oder auf den Großen Daumen.

Bad Hindelang bietet viele abwechslungsreiche Rodelbahnen.

Bad Hindelang Tourismus

Bad Hindelang bietet viele abwechslungsreiche Rodelbahnen.


Vom Giebelhaus führt ein einstündiger Fußweg zur wunderschön gelegenen Schwarzenberghütte. Doch schon der teils steile Weg an sich eröffnet den Blick auf steile Bergwände und die Gipfel am Ende des Obertals. Die Schwarzenberghütte wird vom DAV betrieben, die Auswahl an Speisen und Getränken lässt keine Wünsche offen und bei Sonnenschein kann man es schon eine Weile in den Liegestühlen aushalten, bevor die ideal geneigte Rodelbahn unter die Kufen genommen wird.

Rodel können beim Hüttenwirt geliehen werden und dann heißt es „Ab geht’s!“ über steilere und flachere Passagen und einige Kurven, die jedoch nie zu eng sind. Die ausgeliehenen Rodel können am Giebelhaus abgestellt werden. Von hier nehmen wir wieder den Bus zurück nach Hinterstein oder nehmen die idyllische Strecke als Winterwanderung zu Fuß in Angriff (ca. zwei Stunden).

  • Start: Giebelhaus
  • Wegstrecke: 2,5 Kilometer einfach
  • Höhenmeter: 320
  • Wanderzeit: 1 Stunde
  • Weitere Informationen auf der Homepage des Giebelhauses
  • Tipp: Beim Hüttenwirt Albert unbedingt den Kaiserschmarrn bestellen oder eines der Wildgerichte testen!

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4. Reichenbach: Rodeln von der Gaisalpe

Die Winterrodelbahn am Fuße des markanten Nebelhorns startet und endet in Reichenbach bei Oberstdorf, wo es auch einen ausgeschilderten Parkplatz gibt. Von hier startet der ca. 1,5 Stunden dauernde Fußweg hinauf zum urigen Berggasthof Gaisalpe. Schon von weitem sieht man die Alpe mit ihrer dunklen Holzfassade zwischen den verschneiten Berghängen in einem Kessel liegen. Am markantesten sticht uns das Rubihorn ins Auge, dessen Nordflanke ziemlich dunkel und bedrohlich ausschaut.

Die Naturrodelbahn startet am Berggasthof Gaisalpe – hier sollte man sich mit fantastischen Knödeln für die Abfahrt stärken.

Berggasthof Gaisalpe

Die Naturrodelbahn startet am Berggasthof Gaisalpe – hier sollte man sich mit fantastischen Knödeln für die Abfahrt stärken.


Die Wirtsleute Silvia und Max Zobel servieren nicht nur fantastische Knödel, sondern sie betreiben hier immer im Winter eine Naturrodelbahn. Diese ist sehr einfach zu finden, weil sie direkt entlang des Aufstiegsweges verläuft. Waldpassagen geben immer wieder die Sicht ins Illertal und auf die gegenüberliegenden Berggipfel frei – vor lauter schöner Aussicht sollte man aber nicht die Rodelstrecke aus den Augen verlieren, denn die hat es in sich, vor allem wenn es ein wenig eisig ist!

  • Start: Parkplatz in Reichenbach bei Oberstdorf
  • Wegstrecke: 2,5 km
  • Höhenmeter: 280
  • Wanderzeit: 1,5 Stunden
  • Weitere Informationen auf der Website des Berggasthofs Gaisalpe
  • TIPP: Sonnenanbeter sollten die Tour nachmittags unternehmen, vormittags liegt die Gaisalpe noch im Schatten. Schlitten können direkt im Gasthof ausgeliehen werden. Hier im Zweifel auch nachfragen, ob die Strecke rodelbar ist.

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5. Große Auswahl im „Rodel-Park“ an der Hornbahn

Gleich drei ausgewiesene Rodelbahnen finden wir am Imberger Horn in Bad Hindelang: Rot, Blau und Gelb. Der schöne Aussichtsberg im Ostrachtal ist mit einer Gondelbahn erschlossen, wobei Rodler und Winterwanderer hier unter sich bleiben. Ski gefahren wird in Bad Hindelang am höher gelegenen Oberjoch. Doch auch die Aussicht vom Imberger Horn (1.300 m) auf die Allgäuer Bergwelt ist eine Wucht. Außerdem gibt’s hier eine ausgezeichnete Einkehrmöglichkeit und bei Sonnenschein bequeme Liegestühle.

Der Rodelpark an der Hornbahn bietet drei verschiedene Strecken mit unterschiedlicher Länge und Gefälle.

Hornbahn/ Bad Hindelang

Der Rodelpark an der Hornbahn bietet drei verschiedene Strecken mit unterschiedlicher Länge und Gefälle.


Die abwechslungsreichen Rodelstrecken führen in unterschiedlichen Varianten von der Bergstation der Imbergbahn zurück ins Tal, wobei die Länge zwischen drei und 3,4 Kilometer variiert. Damit ist das Gebiet insbesondere auch für Kinder geeignet. Das durchschnittliche Gefälle bewegt sich zwischen 14,5 und 16,5 Prozent, also geht schon teilweise die Post ab – besonders auf der eher schwierigen gelben Strecke!

Die blaue Strecke hat ein paar knackige Kurven und ist zusätzlich beschneit, die rote Strecke hat am ehesten den Charakter einer „Rodeltour“ und ist besonders für Genuss-Rodler geeignet. Auf halber Strecke gibt es mit dem Café Horn eine urige Einkehrmöglichkeit. Am Ende der Rodelstrecke befinden wir uns ein wenig östlich des Ausgangspunktes. Der Rückweg zur Talstation der Bahn führt über ca. zwei Kilometer entlang der Ostrach durch eine tief verschneite Winterlandschaft – mein persönlicher Favorit!

Übrigens: Laut ADAC-Test sind die Bad Hindelanger Rodelbahnen mit die besten Deutschlands und in puncto Sicherheit und Qualität mit „sehr gut“ bewertet.

  • Start: Imbergbahn Bergstation
  • Wegstrecke: 3 km / 3 km / 3,4 km
  • Höhenmeter: 514
  • Wanderzeit: bis zu 30 min
  • Weitere Informationen auf der Website der Hornbahn Bad Hindelang
  • TIPP: Nach dem Rodeln im Café Ostrach 38 einkehren und die Ausstellung des Allgäuer Fotografen Jonathan Besler anschauen!

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Fazit zu Rodelbahnen im Allgäu

Wer einmal zum Rodeln im Allgäu unterwegs war, wird es unbedingt wieder machen wollen! Die Auswahl an Strecken ist groß und es sind viele darunter, die auch für Kinder geeignet sind. Oft lassen sich die Rodelstrecken darüber hinaus auch mit Winterwanderungen verbinden, einzelne Fremdenverkehrsverbände haben auch Angebote geschnürt, die Rodelausflüge beinhalten. Was die Verhältnisse angeht, lohnt sich ein Besuch der jeweiligen Homepage. Oft sind auch Webcams vorhanden, die eine ungefähre Einschätzung der Verhältnisse erlauben. Pflichtprogramm, auch beim Rodeln, ist das Einholen des aktuellen Wetterberichts.

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