Es gibt viele gute Gründe, auch im Winter und an kalten Herbsttagen die Laufschuhe zu schnüren und es gibt viele gute Winter-Laufschuhe, mit denen das Laufen auch bei Kälte, Nässe, Eis und Schnee richtig Spaß machen kann. Doch welches Modell passt zu Dir und Deinen Bedürfnissen?
👟 Wähle den passenden Schuh für Deinen Einsatzzweck: Wer hin und wieder im Winter auf geräumten Parkwegen läuft, hat andere Bedürfnisse als ein Trailrunner in den Bergen.
👟 Am Wichtigsten ist, dass Du bei nassen Verhältnissen Laufschuhe mit gutem Grip wählst. Kalte Füße sind beim Laufen nicht unbedingt das Problem, rutschiger Untergrund hingegen schon.
👟 Gore-Tex Schuhe können bei nasskalten Bedingung hilfreich sein. Sie sind aber kein Garant für trockene Füße.
👟Rüste Deine Schuhe bei Schnee und Eis mit Grödeln oder Gamaschen auf.
Bergzeit
Auf natürlichem Terrain zählt im Herbst und Winter guter Grip bei Trailrunningschuhen.
Straßenlaufschuhe für Herbst und Winter
Wenn Du in der kalten Jahreszeit ausschließlich auf befestigten Wegen wie Asphalt oder Schotter unterwegs ist, kannst Du bei trockenem Wetter problemlos Deine normalen Laufschuhe anziehen. Vor allem bei kurzen, schnellen Trainingseinheiten benötigst Du keine besonderen Schuhe zum Laufen im Herbst oder an schönen Wintertagen. Eventuell kannst Du über wärmere Laufsocken nachdenken.
Wasserfeste Laufschuhe und Isolation
Wer beim Laufen zu kalten Zehen neigt oder auch bei extrem frostigen Bedingungen unterwegs ist, für den eignen sich Laufschuhe mit Isolation bzw. festerem Obermaterial. Vor allem auf Longruns in Zone 2 können die Füße trotz Bewegung beim Laufen auskühlen. Bei Regen und Schnee können außerdem Membrane sinnvoll sein, die Nässe abhalten. Bedenke aber, dass Feuchtigkeit auch von oben in den Laufschuh kommen kann.
🧦 Tipp: Eine gute Lösung können dann auch wasserfeste Laufsocken sein.
Mehr Grip: Die Sohle bei Winterlaufschuhen
Schnee, Matsch, aber auch nasses Laub können Deine Laufstrecke zur Rutschpartie machen. Eine rutschfeste Sohle gibt dem Laufschuh im Herbst und Winter mehr Grip. Achte auf eine angemessene Profiltiefe. Zu schmal sollten die Rillen nicht sein, sonst bleiben Schnee oder Dreck darin kleben.
Bei gefrierender Nässe, hartgetretenem Schnee oder sogar Eisplatten auf den Wegen, stoßen Laufschuhe an ihre Grenzen. Nimm dann auf jeden Fall Tempo raus, um Dich nicht zu verletzen. Gegebenenfalls verlegst Du Dein Lauftraining an solchen Tagen auch besser auf das Laufband.
Spezielle Winterlaufschuhe unterscheiden sich auch bei der Mittelsohle von herkömmlichen Modellen. Letztere fühlen sich bei Kälte oft steifer an und dämpfen weniger gut. Das liegt daran, dass der verbaute Schaum niedrige Temperaturen nicht so gut abkann. Wintermodelle haben deshalb oft eine andere Materialzusammensetzung.
Bei wechselndem Untergrund können auch sogenannte Gravel-Schuhe eine gute Alternative sein. Sie bieten etwas mehr Grip. Auch die gibt es mit Membran.
🔦 Tipp: Wer früh morgens oder nach Feierabend läuft, muss sich im Herbst und Winter auf düstere Bedingungen einstellen. Reflektierende Elemente an den Laufschuhen sorgen dafür, dass Du von Autofahrern besser erkannt wirst.
Einige Läufer greifen im Winter oder bei rutschigen Bedingungen im Herbst auf Trailrunningschuhe zurück. Der Gedanke: Sie bieten mehr Grip. Wer allerdings auf Asphalt läuft, ist mit Trailrunningschuhen falsch beraten. Warum?
🪶 Dämpfung: Trailrunningschuhe sind auf Stabilität in wechselndem Gelände ausgelegt. Deshalb bieten sie weniger Dämpfung und absorbieren die Stöße auf dem harten Asphalt nicht ausreichend.
🩹 Verschleiß: Die Gummimischung der Sohle und die Stollen sind nicht für harte Untergründe gemacht. Trailrunningschuhe verschleißen deshalb auf Asphalt schneller.
Trailrunningschuhe für den Herbst und Winter
Nasse Baumwurzeln, Matsch und Schlammpfützen: Wer im Herbst und Winter im Geländer oder auf Waldwegen läuft, braucht Trailrunningschuhe, auf die er sich verlassen kann: Guter Grip und Stabilität sind das A und O.
Bergzeit
Ganzjahresläufer wissen: Das passende Schuhwerk ist für den Spaß am Laufen entscheidend.
Achte also auf eine höhere Stollentiefe, eine etwas festere Mittelsohle und eine steifere Konstruktion des Trailrunningschuhs. Du brauchst nicht zwingend spezielle Trailrunningschuhe für den Winter, wenn Du bereits Schuhe hast, die auf nassem Untergrund gut funktionieren.
Ob Du einen wasserdichten Schuh mit Membran wählst, ist Geschmackssache: Manche Trailrunner schwören drauf, andere mögen es gar nicht.
Auch hier sind wasserfeste Laufsocken eine gute Option. Wichtig für lange Trailruns: Die beschichteten Socken sitzen oft nicht so straff wie normale Laufsocken. Um Blasen zu vermeiden, kannst Du einen dünnen Liner-Socken drunter ziehen. Probiere die Kombination aber auf jeden Fall bei kürzeren Läufen aus.
Trailrunning bei Schnee und Eis: Schuhe und Zubehör
Vor allem beim Trailrunning in den Bergen sollten Läufer nicht nur im Winter auf Schnee vorbereitet sein. Auch im Herbst oder im Frühjahr können einem in höheren Lagen Schneefall oder Altschneefelder begegnen. Auch Eisplatten sind tückisch und können zu gefährlichen Stürzen führen.
Grödel zum Laufen
Im Winter und in höheren Lagen ist es deshalb gut, Grödel in der Laufweste dabei zu haben. Die kleinen Spikes sind eine Art Steigeisen Light, die Du bei Schnee schnell über die Trailrunningschuhe ziehen kannst.
Die elastischen Bänder mit Metallzacken lassen sich an herkömmlichen Trailrunningschuhen anbringen. Der Schuh sollte aber stabil in der Konstruktion sein und ein robustes Obermaterial haben. Teste vor der ersten Verwendung, ob die Grödel fest und ohne zu verrutschen an Deinen Trailschuhen sitzen.
Tipp: Achte darauf, dass die Zacken der Grödel nicht zu lang sind: Sonst wird es anstrengend, weil Du Deine Füße stark anheben musst. Wie bei Schneeketten gilt: Pass Dein Tempo an.
Gamaschen fürs Trailrunning: Schutz von oben
Praktisch können auch Gamaschen zum Laufen bei Schnee sein. Sie verhindern, dass Schnee und Nässe von oben in den Trailrunningschuh eindringen. Sie halten aber auch Steinchen oder Matsch ab.
Besorg Dir spezielle Gamaschen zum Laufen. Die, die Du vielleicht zum Schneeschuhwandern nutzt, sind zu weit und flattrig. Die Gamasche sollte den Knöchel eng umschließen und stabil auf Deinem Schuh sitzen.
Winterspezialisten: Trailrunner für extreme Bedingungen
Wenn Du sehr häufig in winterlichen Bedingungen unterwegs bist und dort anspruchsvolle, technische Trails läufst, kann es sinnvoll sein, sich einen speziellen Schuh zuzulegen. Eigenschaften sind zum Beispiel:
- Ein hoher Schaft/integrierte Gamasche. Das verhindert das Eindringen von Schnee von oben.
- Spike-Vorbereitung: Der Trailrunningschuh für die nachträgliche Montage von Spikes ausgelegt ist.
- Mit Spikes ausgerüstete Sohle.
- Wintertaugliches Profil.
⚠️ Wichtig: Ein Schuh gleicht keine fehlende Technik aus. Anspruchsvolles Terrain solltest Du nur mit dem passenden Skillset betreten.
👉 Auf der Suche nach weiteren Trailrunning-Schuhen. Die besten Trailrunner aus aktuellen Tests findest Du im Beitrag Testsieger: Das sind die besten Trailrunningschuhe.
Tipps für Winter-Laufschuhe und ihre Besitzer
- Mehrere Schuhe zur Auswahl: Wer es mit dem Joggen im Winter ernst meint, sollte sich auf lange Sicht einen kleinen „Fuhrpark“ zusammenstellen. Einen Laufschuh mit Spikes oder Gamaschen für die extremen Tage, einen mit groben Stollen für weichere Schneeverhältnisse und eventuell einen mit nicht ganz so grobem Profil für kalte, aber schneearme Tage.
- Gore-Tex oder nicht? Wasserdichte Laufschuhe mit Gore-Tex sind zwar bei nasskalten Verhältnissen von Vorteil, aber nicht unbedingt notwendig. Nässeempfindliche Läufer werden Gore-Tex natürlich zu schätzen wissen. Hartgesottene, denen die Wegbeschaffenheit im Grunde egal ist und die keine Pfütze auslassen, wird auch Gore-Tex nicht vor nassen Füssen bewahren!
- Socken: Der Autor dieser Zeilen kann für Winterläufe nur eines empfehlen: Merinosocken! Speziell die Laufsocken von Smartwool glänzten in zahlreichen Winter-Tests mit einer ausgezeichneten Performance. Sie sind dick genug, um auch mit Temperaturen im Minus-Bereich zurechtzukommen und haben eine durchdachte Passform, die Blasen an den neuralgischen Stellen vermeiden hilft. Zudem hat Merinowolle den klaren Vorteil, dass sie auch im nassen Zustand wärmt und unangenehme Gerüche vermeidet!
- Richtige Laufbekleidung im Winter: Neben passenden Winterlaufschuhen, brauchst Du natürlich auch oben rum Bekleidung, die Dich zuverlässig vor Kälte und Schnee schützt. Alle Infos dazu findest Du in unserem Beitrag Laufbekleidung für den Winter: eine Kaufberatung.
Podcast-Tipp: Trailrunningschuhe für den Winter
In dieser Beratungsfolge des Bergzeit Podcast erklärt Dir Ultraläufer Flo, worauf Du achten solltest und welche Schuhe zu Dir und Deinen Winter-Laufplänen passen: