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Tipps für den perfekten Outdoor-Kaffee

8 Minuten Lesezeit
Früh morgens aus dem Zelt oder Bus kriechen und frisch gebrühten Kaffee trinken - für Outdoorfans gibt es wohl kaum etwas Schöneres. Dass es für diesen Wärmespender und Wachmacher, Stimmungsaufheller und Stressabbauer weder Bar, Café noch den Coffee Maker von Zuhause braucht, zeigen unsere Tipps für den Lieblingskaffee unter freiem Himmel.

Kaffee draußen kochen? Na klar, Kaffee geht überall. Der belebende Wärmespender lässt sich nicht nur im Café oder zuhause, sondern auch auf dem Campingplatz vor dem Zelt, bei der Gipfelrast oder im Campervan direkt am Strand genießen. Der leidenschaftliche Bergsteiger Thomas Huber, der ältere der beiden Huberbuam, würde sich am liebsten im Biwak oder in der Felswand im Portaledge frischen Kaffee brühen, um den neuen Tag im Fels zu starten. „Der Genuss einer Tasse des schwarzen Goldes inspiriert mich, macht mich wach und ist für mich der Start, Höchstleistungen geben zu können. Guter Geschmack beflügelt mich.“

Alpinist Thomas Huber, der ältere der beiden Huberbuam, muss auch in den Bergen nicht auf frischen Kaffee verzichten.

Merchant and Friends

Alpinist Thomas Huber, der ältere der beiden Huberbuam, muss auch in den Bergen nicht auf frischen Kaffee verzichten.


Finde die geeignete Kaffeemaschine fürs Camping & Co.

Gut, dass sich viele Tools fürs Outdoor-Kaffeezubereiten – egal ob beim Camping oder Trekking – benutzerfreundlich und verlässlich bedienen lassen und frischgebrühten Kaffee schön lange heiß halten. Unterwegs muss also niemand aufs frischgebraute Elixier verzichten, schließlich kann ein heißer Kaffee Seelen retten und ein Espresso-Schub nach einer ungemütlichen Nacht im Freien Wunder wirken – mehr als jedes andere Heißgetränk. Dabei funktioniert Kaffeemachen im Grunde immer mit den drei Zubereitungsarten filtern, pressen und aufkochen – auch außerhalb der eigenen vier Wände. Es gibt viele kompakte Kaffee-Setups, was einen vor die Qual der Wahl stellt. Wir stellen Dir die gängigsten Zubereitungsarten vor, um Dir die Entscheidung zu erleichtern.

Egal, wo Du bist: Bereite Dir perfekten Kaffee zu!

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1. Kaffee in der French Press – einfach, schnell und abfallfrei!

Pulver im Wasser ziehen lassen, umrühren, Siebstempel-Presse drücken – genießen. Das super-einfach zu handhabende System gibt es für Outdoorer und Camper direkt zum überm-Feuer-aufkochen oder als isolierte Kannensysteme aus Kunststoff und Edelstahl – für eine bis zehn Tassen.

French Press mit Kaffee

Unsplash | Rachel Brenner

Bei einer French Press zieht das Pulver im Wasser und wird dann mit einem Stempel nach unten gedrückt.


  • Zubereitung: Das Gefäß wird mit gemahlenem Kaffee- oder Espressopulver befüllt. Dann kommt – je nach Menge/Stärke – rund 90 Grad heißes Wasser dazu. Liegt die Brühtemperatur über 95 Grad – wenn z.B. Kaffee direkt gekocht wird – ist das Ergebnis eher bitter. Dann wird umgerührt, etwa vier Minuten Ziehzeit gewährt, schließlich der Stempel bis zur Kaffeeextrakt-Oberkante, nicht bis ganz nach unten, gedrückt. Fertig!
  • Mahlgrad des Pulvers: etwas gröber gemahlen als bei der mittelfeinen Handfiltermethode.
  • Vorteile: French-Press-Systeme verursachen keinen Abfall und sind sehr unkompliziert zu bedienen.
  • Nachteile: Wer keine isolierte oder dickerwandige French Press nutzt, sollte den Kaffee rasch verbrauchen, lange hält er in den meisten Kannen nicht warm.

French Press Systeme werden ganz unterschiedlich umgesetzt – GSI bietet mit der Commuter JavaPress einen Isolierbecher, in dem Du Deine Einzelportion Kaffee nicht nur zubereiten, sondern direkt genießen kannst. Hier kannst Du auch einen Testbericht dazu lesen. Die Marke bietet aber auch „klassische“ French Presses wie die Javapress 30oz, mit der Du gleich mehrere Portionen aufbrühen kannst. Primus und Jetboil haben Varianten im Angebot, für die man ein Kochersystem im Gepäck haben muss. Es handelt sich um Einsätze für den passenden Topf, was die Zubereitung größerer Mengen möglich macht.

2. „Espresso“ aus dem Perkolator – steam & strong!

Der Perkolator, wie es auch die italienische Bialetti-Ikone ist, nutzt das Dampfprinzip und eignet sich damit ideal für Espressoröstungen. Sein Crema-loser, dafür recht vollmundiger Kaffee schmeckt dementsprechend stark, aromatisch und hat oft mehr Koffein als etwa Filterkaffee. Die Kannen mit einfachem Innensystem, das es auch einzeln zu kaufen gibt, sind etwas höher, daher kommt bei diesem System etwas mehr Gewicht zusammen. Bei offenem Feuer darauf achten, dass Kunststoffgriffe nicht anschmoren.

Perkolatoren stellt man direkt auf den Kocher, damit das heiße Wasser nach oben durch das Kaffeepulver steigt.

Stefan Rehm

Perkolatoren stellt man direkt auf den Kocher, damit das heiße Wasser nach oben durch das Kaffeepulver steigt.


  • Zubereitung: Kaffeepulver ins Innensystem füllen und andrücken, Wasser in die Kanne. Das Wasser in der Kanne erhitzen – egal ob per Lagerfeuer, Grill, Kocher, Herd, manche Modelle haben sogar eine interne Heizung – dann steigt es durch ein Steigrohr nach oben, tröpfelt per Wasserverteiler übers Kaffeepulver im runden Metallfilter am oberen Drittel des Steigrohrs, läuft wieder nach unten in die Kanne, vermischt sich dort wieder mit heißem Wasser, steigt wieder auf. Je länger Du den Perkolator also zirkulieren lässt, desto intensiver wird Dein Kaffee. Um Farbe und Stärke zu kontrollieren haben die meisten Kannen im Deckel ein Guckfenster.
  • Mahlgrad des Pulvers: Mittelfein gemahlenes Pulver eignet sich gut.
  • Vorteile: Größere Kannen ohne Einsatz gehen als Wasserkocher für den Herd zu Hause durch und erhitzen im Winter den Glühwein auf dem Lagerfeuer. Sie sind robust und können große Mengen Kaffee zubereiten.
  • Nachteile: Die Kannen werden sehr heiß und bringen mitunter viel Gewicht mit, außerdem schmeckt der starke Kaffee nicht allen.

GSI hat hochwertige Perkolatoren aus Edelstahl im Sortiment: mit dem Glacier Stainless 14 Cup Percolator kann man ausschließlich große Mengen (2,1l), mit dem Mokka Espresso Pot flexibel bis zu 10 Tässchen zubereiten.

Obwohl Perkolatoren als Espresso-Kocher bezeichnet werden, ist das Resultat eher ein Mokka. Denn leider reicht der Druck dieser Maschinchen nicht aus, um einen „echten“ Espresso samt Schaum zu zaubern. Nur ein starker Druck schafft es, diesen zu zaubern. Ganz ohne Feuer, Elektrizität oder Batterie kommt die 336 Gramm leichte, kleine und funktionale Outdoor Nanopresso von Wacaco aus und liefert knapp 80 ml ziemlich perfekt gebrühten Espresso. Zum Set gehören Wassertank, Dosierlöffel, Pumpe, Siebträger, Filter und Kaffeebecher. Sind Kaffeepulver und Wasser drin, gilt es manuell so lange zu pumpen bis der Espresso fertig ist. Immerhin schafft man bei der Extraktion bis zu 18 bar (261 PSI) Druck – mehr als manches Heimgerät bietet.

3. Kaffee zubereiten mit Filter – prima auch ohne Papier!

Mit der klassischen Pour-Over Methode kann man auch draußen absolut einfach und sehr platzsparend frischen Kaffee aufbrühen.  Wiederverwertbare und feinporige Handfilter verursachen bis auf den Kaffeesatz, der als natürlicher Dünger dient (und trotzdem nicht ins Gebüsch gehört), keinen Abfall! Und klar: Handfiltern heißt Zeitlassen und Zelebrieren – sowohl fürs Zubereiten als auch Genießen.

Mit einem Kaffeefilter kann sowohl die Menge des Kaffees als auch dessen Stärke sehr gut auf die eigenen Vorlieben abgestimmt werden.

Unsplash | Kyle Peyton

Mit einem Kaffeefilter kann sowohl die Menge des Kaffees als auch dessen Stärke sehr gut auf die eigenen Vorlieben abgestimmt werden.


  • Zubereitung: Wasser kochen und den Filter auf die Tasse/Kanne setzen. Die Menge des Pulvers hängt davon ab, wie stark der Kaffee werden soll.Mit dem ersten Heißwasser-Aufguss wird das Kaffeemehl zunächst nur benetzt, das sorgt fürs Vorquellen. 30 Sekunden lässt man dem Pulver am besten Zeit, sein Kohlendioxid entweichen zu lassen; denn das sorgt mitunter für herbe Geschmacksnoten. Aufgegossen wird danach ausschließlich auf das am besten immer mit Wasser benetzte Pulver, nicht auf den Rand. Umso langsamer man gießt, desto länger berührt das Wasser das Pulver und extrahiert mehr Geschmack.
  • Mahlgrad des Pulvers:optimal sind mittlere Mahlgrade.
  • Vorteile: Die meisten Filter sind äußerst platzsparend und leicht, einfach zu bedienen und abfallfrei benutzbar.
  • Nachteile: Ohne Kanne kann man nur eine Tasse nach der anderen zubereiten. Es soll ultimative Feinschmecker geben, deren sensible Geschmacksknospen sich bei Edelstahl-Dauerhandfiltern am „metallischen“ Geschmack stören. Modelle aus Titanium sind absolut geschmacksneutral.

MSR bietet einen Filter an, den man direkt in der Tasse verstauen kann, während GSI einen auswaschbaren Filter anbietet, zu dem man noch einen Halter braucht wie den faltbaren Helix von Soto. Sie bieten aber auch einen Dauerfilter, der sogar mit der passenden Karaffe geliefert wird und zusammengefaltet werden kann. Die Variante von Sea to Summit ist aus Silikon und auf praktische 2cm faltbar.

4. Old-school Mokka – ganz puristisch

Ganz traditionell kann man Kaffee so aufkochen, dass Kaffeepulver im Getränk als Kaffeesatz bleibt. Manche kennen diese Variante auch als „türkischen Mokka“ – ohne ein paar Körnchen im Mund wird man bei dieser Variante aber nicht auskommen. Es sei denn, das Ergebnis wird durch ein feines Sieb/Filter in die Tassen gegossen. Da die lange Kochzeit mehr Bitterstoffe freisetzt, süßt mancher Zeitgenosse mit dementsprechend mit viel Zucker und/oder Milch.

  • Zubereitung: Wasser in einer oben engeren Kanne nicht kochen, aber erhitzen, bis Bläschen aufsteigen. Jetzt kommt das Pulver – pro Espressotassengröße ein gehäufter Teelöffel – dazu und wird umgerührt. Dann wird alles vorsichtig aufgekocht. Sobald sich Schaum bildet und beginnt zusammenzufallen ist der Kaffee fertig. Wer mag füllt sich etwas Schaum in die Tasse und gießt darüber den Kaffee. Verteilt sich der Schaum am Tassenrand und bildet sich mittig das schwarze Auge des Kaffees, ist der Kaffeesatz zu Boden gesunken.
  • Mahlgrad des Pulvers: fast wie Puderzucker fein gemahlenes Pulver.
  • Vorteile: Man benötigt keineweiteren Geräte, spart so Gewicht und produziert keinen Müll.
  • Nachteile: Kaffeesatz im Mund ist unvermeidlich und der Kaffee schmeckt etwas stärker.

5. Profitipp von Dinzler Barista Gionny: Der Coldbrew

Dinzler Barista Gionathan Wild schwört nach einem langen Tag in den Bergen auf einen Coldbrew: „Das ist kalt aufgebrühter Äthiopischer Mokka mit feinsten Tabak- und Gräsernoten. Bietet vor allem bei heißen Temperaturen einen ungemein erfrischenden Koffein-Kick. Dank kalter Extraktion werden bis zu 70 Prozent weniger Säure und Bitterstoffe aus den Bohnen freigesetzt als bei heiß gebrühtem Kaffee, was den Cold Brew vergleichsweise mild macht. Für abends kann man ihn übrigens auch mit Gin und Tonic verfeinern oder mit einer Kugel Vanilleeis genießen“.

Der Coldbrew - kalt zubereiteter Kaffee - erfrischt an heißen Tagen und kann mit Fruchtsäften, Milch oder Gin Tonic gemixt werden.

Adobe Stock Fotos | fahrwasser

Der Coldbrew – kalt zubereiteter Kaffee – erfrischt an heißen Tagen und kann mit Fruchtsäften, Milch oder Gin Tonic gemixt werden.


  • Zubereitung: Vermische 100 Gramm Kaffee mit einem Liter Wasser und lasse die Mischung mindestens 12 Stunden stehen. Dann durch einen Sieb filtern.
  • Mahlgrad des Pulvers: Es empfiehlt sich ein grober Mahlgrad
  • Vorteile: Hält sich bei entsprechender Kühlung bis zu zwei Wochen und erfrischt bei heißen Temperaturen
  • Nachteile: Nicht jeder steht auf „kalten Kaffee“. Und: Bis sich das Kaffeearoma in kaltem Wasser entfaltet, musst Du dem Coldbrew Zeit geben – also am besten am Vorabend zubereiten.

Bergzeit-Tipps fürs Feuer unterm Topf

Wenn das Wasser unabhängig von den Wetterbedingungen schnell kocht, macht die Kaffeezubereitung umso mehr Freude. Wer nicht gerade im Campervan oder auf dem Campingplatz Strom für einen Mini-Wasserkocher oder eine Herdplatte zur Verfügung hat, greift zu…

  • . . . einem faltbaren, leichten Windschutz etwa von Optimus, der sich dann lohnt, wenn der Kochtopf nicht direkt am Brenner fixiert und damit nicht windgeschützt ist.
  • . . . einen kleinen Trekkingkocher, der mit Gaskartusche (auf den richtigen Adapter achten!) oder Benzin brennt, rußfrei und dank SmartPump auch sofort, ohne Vorheizen. Ideal sind Kocher, die fast jeden Brennstoff vertragen, wie die Primus Omni Fuels, die mit Gas, Benzin, Diesel, Kerosin, Paraffin und sogar Abgas funktionieren.

Wer zusätzlich Gewicht sparen will, ist gut beraten mit …

  • … kleineren Gaskartuschen oder Brennstoffbehältern und passendem Geschirr zum Minikocher
  • … ultraleichten Töpfen aus Titanium. Günstigere sind aus Edelstahl oder Alu, eine echte Alternative ist etwa der faltbare Escape 2l Pot Kochtopf aus hitzebeständigem Silikon und Alu-Boden mit bis zu 30% Brennstoffverbrauch-Einsparung. Dank Henkel baucht er zudem keine Zange/Topfgriff.

Damit Dein Lebenselixier lange heiß bleibt!

In Isolierkannen und -bechern ist frischer Kaffee am besten aufgehoben.

Unsplash | Ostap Senyuk

In Isolierkannen und -bechern ist frischer Kaffee am besten aufgehoben.


Du willst, dass Dein Kaffee möglichst lange heiß bleibt (oder im Falle des Coldbrew kalt), um ihn auch unterwegs genießen zu können? Dafür eignen sich doppelwandige Tassen/Becher, die, auch wenn sie oben offen oder mit Deckel und Trinköffnung versehen sind, Genuss ohne Fingerverbrennen schenken.

Wer lieber seinen Lieblingskaffee von zu Hause oder der Hütte frisch gebraut mitnehmen und noch richtig heiß genießen will, sollte zur vakuumisolierten, auslaufsicheren Doppelwand-Isolierkanne greifen, die Getränke mindestens 12 bis rund 20 Std. anständig warm hält. Stanley verspricht das bei einigen Modellen sogar bis zu 45 Std. Bei einigen Herstellern ist der Deckel zusätzlich auch gleich der Trinkbecher, etwa bei Kleen Kanteen, GSI oder Thermos.

Damit Heißes heiß und Kaltes kalt bleibt!

Thermoskannen & Isolierflaschen

Fazit: Outdoor & Kaffee gehören einfach zusammen

Auch Thomas Huber möchte auf guten Kaffee nicht verzichten – egal ob zu Hause, im Basislager oder auf einer Expedition fern seiner Heimat. Er schwört übrigens – wie wir von Bergzeit – auf die Kaffeemischungen der Glonner Rösterei Merchant and Friends.

Die Zeit im Leben ist viel zu schön und zu wertvoll um es mit schlechten Kaffee zu verschwenden! Nachdem ich auf allen möglichen Kontinenten schon zu oft schlechten Instant-Kaffee getrunken habe, brühe ich jetzt immer meine Lieblingsröstung auf.

Thomas Huber

Viel Spaß bei der Zubereitung Deines Draußen-Kaffees – welche Zubereitungsart ist Deine liebste?

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