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Fotografieren mit dem Handy: So gelingen gute Bergsportfotos

6 Minuten Lesezeit
Eine Kamera ist heutzutage der ständige Begleiter, das Smartphone macht es möglich. Täglich lichten wir unseren Alltag ab, machen Bilder von dem, was um uns herum passiert. So auch bei unseren Aktivitäten in der Natur. Bereits mit ein paar Fotoskills lässt sich die Qualität der Bilder deutlich steigern.

Ob Wanderung, Biketour oder Skifahren, das Smartphone dokumentiert unsere aktiven Outdoormomente. Ein schneller Griff in die Hosentasche, schon ist das Handgerät gezückt und bereit zum Fotoschießen. In der Regel entstehen dabei gute Fotos. Die Qualität der Handykameras, aktuelle Prozessoren plus Filtereinstellungen ergeben auch bei wenig fotografischem Talent ein oftmals mehr als akzeptables Ergebnis. 

Wer sich intensiver mit der Materie beschäftigen möchte und ein weitaus besseres Fotoergebnis erzielen möchte, für den haben wir nachfolgend ein paar Tipps & Tricks für das Fotografieren mit dem Handy draußen parat. 

Foto-Herausforderung Wetter 

Unterschiedliche Wetterbedingungen machen das Fotografieren mit dem Wetter zu einer Herausforderung.

Mauro Sbicego | Unsplash

Unterschiedliche Wetterbedingungen machen das Fotografieren mit dem Wetter zu einer Herausforderung.


Um zu wissen, auf was Fotolaien bei der Outdoorfotografie achten sollten, haben wir Profifotografen Thomas Fähnrich als Ratgeber hinzugezogen. Thomas ist in der Sportszene ein gefragter Fotograf und hat in den letzten Jahren bei vielen seiner Outdoor-Fotoshootings u. a. mit unterschiedlichsten Wetterbedingungen zu tun gehabt.

Und so wundert es nicht, dass er das Wetter als die größte Herausforderung beim Fotografieren unter freiem Himmel beschreibt: „Die unterschiedlichen Bedingungen machen das Fotografieren in der Natur so schwierig. Mal scheint die Sonne, dann ist es bewölkt oder es regnet.“ Jede Wettersituation bringt demnach ihre eigene Herausforderung für ein Foto mit sich. Und dabei ist es fast nebensächlich, ob Du mit Kamera oder Smartphone fotografierst. Warum nur fast, darauf gehen wir später ein.

Licht und Schatten 

Neben dem Wetter gilt es auch, die Umgebung zu berücksichtigen. Es ist ein Unterschied, ob Du mit Deinem Handy im Wald oder auf freiem Feld oder auf einem Berg fotografierst. „Hier kommt dem Thema Licht und Schatten eine besondere Bedeutung zu“, erklärt Thomas die Herausforderung, mit Lichtverhältnissen umzugehen. „Im Wald gibt es hohe Bäume. Der Radius von hell bis dunkel, wo Bäume Schatten werfen, ist entsprechend groß. Die Bäume selbst können so recht dunkel erscheinen. Im Gegensatz dazu gibt es auf einem Berg in der Regel viel Lichteinfall, um einen herum ist es hell.“ 

Belichtung und Zusatzfunktionen 

Grundsätzlich lässt sich mit einem Smartphone ein besseres Ergebnis bei Tageslicht erzielen. Der Grund dafür klingt einleuchtend: „Das Bild entsteht auf einem Sensor. Der Sensor ist in einer Kamera entsprechend größer, einfach weil auch mehr Platz dafür im Gehäuse vorgesehen ist. Allein dadurch entstehen Qualitätsunterschiede“, erklärt Thomas Fähnrich den Hintergrund. In einem Smartphone trifft also viel weniger Licht auf den Sensor. 

Deine Fotoergebnisse werden bei Tageslicht besser...

Jeremy Bishop | Pexels

Deine Fotoergebnisse werden bei Tageslicht besser…


...da mehr Licht auf die Sensoren im Handy trifft.

Alexander Nadrilyanski | Pexels

…da mehr Licht auf die Sensoren im Handy trifft.


Wie sieht es denn mit vorinstallierten Apps aus, haben wir Profifotograf Thomas gefragt. „Die internen Apps sind zumeist völlig ausreichend. Ich nutze die Möglichkeit der Über- und Unterbelichtung. Das ist zwar nicht identisch mit einer Blendeneinstellung und einer Belichtungszeit, aber es lässt sich bereits eine befriedigende Einstellung vornehmen“, beschreibt er seinen Umgang mit einer Standardfoto-App. „Wer nach weitere Einstellungsmöglichkeiten sucht, für den gibt es verschiedene Kamera-Apps mit mehr Steuerungsfunktionen. Dort lässt sich unter anderem die Iso-Zahl einstellen.“ 

Kameras von Smartphones haben dabei noch viel mehr „Technik“ an Bord. So hat sich die Zoomfunktion in den letzten Jahren zum Standard entwickelt. Diese gilt es jedoch mit Vorsicht einzusetzen. „Ich würde empfehlen, nur die festen Brennweiten zu nehmen und nicht digital zu zoomen. Das Ergebnis ist in meinen Augen besser und man erhält die bestmögliche Qualität. 

Zusätzlich lässt sich fest auf ein Objekt fokussieren, z. B. einen Baum“, erklärt Thomas Fähnrich seine Herangehensweise beim Zoomen. 

Motivauswahl und Grundregeln fürs Handy-Foto 

Nach ersten tieferen Einblicken in die Funktionalität der Foto-Apps wollen wir uns mit ein paar Grundregeln des Fotografierens beschäftigen. Dabei ist es eigentlich egal, ob Du mit einem Smartphone oder mit einer Kamera fotografierst. Bestimmte Regeln gelten für alle Kameratypen und haben weniger mit der Technik als mit der Herangehensweise an ein Foto zu tun. 

Einer dieser Grundsätze lautet: In der Fotografie sind keine Grenzen gesetzt und Geschmäcker sind unterschiedlich. Jedoch gibt es feine Unterschiede, wie ein Motiv aufgenommen wird. Ein erster Standard betrifft den Horizont, dieser sollte gerade sein. Dies relativiert sich jedoch in dem Moment, wo etwa eine Person fotografiert wird. Dann kann der Hintergrund auch schräg angesetzt werden. Bei Landschaften sollte die horizontale Linie hingegen immer gerade sein. 

„Zusätzlich kann mit unterschiedlichen Ebenen gespielt werden. Blumen und Blätter lassen sich als Unschärfe leicht angeschnitten in den Vordergrund setzen“, so Thomas mit einem einfachen Verbesserungsvorschlag für die Motivauswahl. 

Achte auf eine gerade horizontale Linie im Foto...

Dastan Khdir | Pexels

Achte auf eine gerade horizontale Linie im Foto…


...wenn Du Landschaften fotografierst.

Atahan Demir | Pexels

…wenn Du Landschaften fotografierst.


Drittel-Regel 

Bessere Bilder mit der Drittel-Regel: Bildbearbeiungsprogramme wie Photoshop zeigen das neunteilige Raster beim Zuschnitt automatisch an.

Chalabala | Adobe Stock

Bessere Bilder mit der Drittel-Regel: Bildbearbeiungsprogramme wie Photoshop zeigen das neunteilige Raster beim Zuschnitt automatisch an.


Dann gibt es noch verschiedene Bildregeln, wie etwa die Drittel-Regel. Hier teilt man das Bild gedanklich in zwei vertikale und zwei horizontale Linien auf. Daraus entstehen neun gleiche Teile. Das Hauptmotiv sollte an den Linien oder den Schnittpunkten platziert werden. Das bedeutet vereinfacht ausgedrückt, im linken Drittel des Bildes ein Objekt zu platzieren und noch zwei Drittel zur rechten Seite freizuhaben. Oder von oben nach unten betrachtet: ein Drittel Himmel und zwei Drittel unteres Bild.

Gerade für Anfänger der Fotografie empfiehlt es sich, diese Regel anzuwenden. Viele Smartphone-Kameras blenden das neunteilige Raster übrigens automatisch ein. Das erleichtert die Anwendung. Das Tolle: Die Ergebnisse sind sofort verbessert. Auch beim Zuschneiden der Bilder wird das Raster von vielen Programmen automatisch eingeblendet.

Foto-Nachbearbeitung 

Auch im Nachgang, bei der Bearbeitung von Bildern, lässt sich immer noch etwas nachbessern. Bildbearbeitungsprogramme wie z. B. Photoshop oder Lightroom bieten die Möglichkeit, verschiedene Gestaltungsraster einzublenden. Hier kann zudem viel an der Bildgestaltung und den Farbeinstellungen gearbeitet werden. Der Kreativität sind nahezu keine Grenzen gesetzt. Die Bildbearbeitungsmöglichkeiten sind bei Smartphones mittlerweile beachtlich. 

Apps zur Nachbearbeitung 

Smartphone oder doch lieber Kamera? 

Viele Outdoorsportler, egal ob Wanderer, Bergsportler oder Skifahrer, sind nicht mit Kamera, sondern ihrem Smartphone unterwegs. Die gute Nachricht direkt vorab: Grundsätzlich lässt sich mit jedem modernen Smartphone auch fotografieren. Nun stellt sich die Frage, wo liegen eigentlich die Unterschiede in der Qualität? Lassen sich mit einem 200 Euro-Smartphone ebenso gute Bildergebnisse erzielen wie mit einem hochpreisigen um die 1.000 Euro? Und wie schneiden die Smartphone-Aufnahmen im Vergleich zu Kameras ab? 

Ohne einen genauen Überblick über den gesamten Smartphonemarkt zu haben – mit vielen der neuen Modelle lässt sich gut fotografieren. Punkt. Bin ich als Ergebnis nicht auf eine Fototapete aus, reicht die Bildqualität vieler Smartphones völlig aus. In den meisten Fällen wird das Ergebnis im Familien- und Freundeskreis oder auf Social-Media-Kanälen präsentiert. Passt also. 

Heutzutage eignet sich fast jedes Smartphones zum fotografieren.

Jonah Pettrich | Unsplash

Heutzutage eignet sich fast jedes Smartphones zum fotografieren.


Sei kreativ und probiere verschiedene Funktionen aus, um ein spannendes Foto zu erzielen.

Chelaxy Designs | Unsplash

Sei kreativ und probiere verschiedene Funktionen aus, um ein spannendes Foto zu erzielen.


Mit Modellen wie dem iPhone von Apple oder dem Sony Xperia Pro 1 lassen sich in jedem Fall hervorragende Ergebnisse erzielen, auch im Vergleich zu kleinen Kompaktkameras. Teilweise lässt sich sogar im hochwertigen RAW-Format fotografieren. Vor allem das Sony-Smartphone ist dabei auf Fotografie ausgerichtet. Im Grunde wurde bei diesem Modell das Prinzip umgedreht – es handelt sich um eine Kamera mit Handyfunktion. Aber auch Modelle von Samsung oder Huawei sind absolut fototauglich, um nur ein paar Hersteller zu benennen. 

Fotohacks & Tipps für das Fotografieren mit dem Handy 

Zum Abschluss noch ein kleines Q&A zu Tipps und Hacks von Thomas Fähnrich, die den Fotoalltag enorm erleichtern. 

Wie hält man das Smartphone eigentlich richtig? Hoch oder quer? 

„Alle, die gerne ihre Erlebnisse auf Social-Media-Plattformen teilen möchten, fotografieren am besten im Hochformat. So lassen sich bei Instagram die Bilder optimal hochladen und die größtmögliche Fläche nutzen. Für mich ist das Querformat das schönere Format.“ 

Wie halte ich das Smartphone zum Fotografieren richtig? 

„Ein angebrachter Tipp: auf die Finger achten. Diese sollten nicht die Linse verdecken. Hört sich selbstverständlich an, wird aber regelmäßig vergessen. Ein ergänzender Tipp: die Linse zwischendurch mal abwischen. Beim Smartphone einfach mit dem T-Shirt erledigen, es wird kein Linsenputztuch benötigt.“ 

Und wenn ich Menschen in Bewegung fotografieren möchte? 

„Um bewegende Personen zu fotografieren, wird eine kurze Belichtungszeit benötigt. Hier heißt es beim Smartphone, auf eine möglichst helle Umgebung zu achten. Sonst verwischt das Bild. Es sei denn, der Effekt ist erwünscht. Bei Skifahrern ist es weiß drumherum, perfekt. Bei Abendwanderungen evtl. doch mit App und einer vorgegebenen Belichtungszeit arbeiten. Hier am besten das Smartphone auf ein Stativ stellen, damit es stabil steht und nicht verwackelt. Ansonsten alternativ dem Objekt folgen.“ 

Ein Smartphone Hack zum Abschluss:
Bei einigen Smartphones lassen sich die Lautstärketasten als Auslöseknopf verwenden. Das ist insofern praktisch, wenn die Hände etwas kleiner sind und das Smartphone sehr groß. Die Schwierigkeiten, an den im Bildschirm integrierten Touch-Auslöser zu gelangen, können so umgangen werden. 

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