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Sportbekleidung aus Baumwolle richtig waschen und pflegen

6 Minuten Lesezeit
Baumwoll-Bekleidung und Jeans im Outdoor-Sport? Na klar! Wir geben Dir Tipps, wie Du Deine Baumwoll- und Jeansbekleidung richtig wäschst und pflegst, damit Du mit ihr lange viel Freude auf Deinen Outdoor- und Bergabenteuern hast.

Baumwolle sorgt für ausgezeichnete Bewegungsfreiheit, daher mischt sie bei allen Aktivitäten im Outdoor-Sektor kräftig mit; ob pur, beschichtet, behandelt oder im Mix mit anderen Natur- und synthetischen Garnen. Auch in Zukunft bleibt uns die Naturfaser in der Sport-Branche erhalten, da die Forschung bereits mit modifizierten Stoffen experimentiert, die nach schweißtreibenden Wanderungen oder Workouts etwa dezente Zitronenaromen verströmen – je mehr man schwitzt, desto besser riecht man dann.

Maloja Freizeit Bekleidung
Sportbekleidung aus Baumwolle steht für einen lässigen, bequemen und funktionalen Look. | Foto: Maloja

Baumwolle waschen: 40, 60 oder gar 90 Grad?

Grundsätzlich gilt: Je länger die Fasern, desto feiner und hochwertiger ist das Baumwollgarn. Damit es nicht kratzig wird oder schnell verschleißt, sind allerdings ein paar Pflegetipps zu beachten. Bedenke außerdem, dass selbst bei einem T-Shirt aus 100% Baumwolle immerhin noch 3% Synthetik vorkommen können, die nicht deklariert sind. Hier ist eine schonender Waschgang angesagt.

Baumwollzweig
Baumwollbekleidung gibt es in den unterschiedlichsten Qualitäten und Formen, die ihre spezifische Pflege benötigen. | Foto: Tove Erbs/Pixabay
  • Ein gut gemeinter Rat: Lies die Pflegehinweise im Waschetikett, bevor Du Deine Baumwollbekleidung wäschst. Baumwolle wird in vielen Qualitäten angeboten: Pur, merzerisiert, mit locker oder fest gesponnen Fäden, dicht oder fein verwoben – all das spielt beim Waschen der Baumwolle eine Rolle.
  • Nur ‚konditionierte‘, also vorbehandelte Baumwolle geht nicht schon bei der 40°C-Wäsche ein!
  • Unterwäsche, Socken, Handtücher usw. aus konditionierter Baumwolle lassen sich zwar bei 60°C waschen, 30 bis 40°C reichen aber völlig aus. So können auch noch Baumwoll-Shirts und -Pants mit in die Trommel. Und auch solche, die mit 100% Baumwolle deklariert sind, aber dennoch Synthetikanteile besitzen.
  • Baumwollkleidung in strahlenden oder dunklen Farben und sehr feine Stoffe am besten nur mit maximal 30°C im Schonwaschgang und auf links waschen, da sie sonst ihre Form oder intensive Farbe verlieren können. Waschmittel ohne optische Aufheller verwenden.
  • Baumwoll-Mix-Materialien, etwa mit Elasthan oder Viskose, bei geringen Temperaturen und auf links waschen.
  • Eine höhere Schleuderleistung ist kein Problem.

Baumwolle trocknen

  • Leine oder – je nach Symbol auf dem Pflegeetikett – im Trockner. Hier besteht eine leichte Einlaufgefahr, auch wenn schonend bei niedriger Temperatur getrocknet wird und die Baumwolle konditioniert ist. Ideal ist das Pflegeleicht- oder Synthetikprogramm.
  • Feucht in Form ziehen.
  • Gebügelt werden kann auch mit leichter Restfeuchte.

Gewachste Baumwolle waschen und trocknen

  • Verschmutzungen/Staub an gewachsten Outdoorjacken und -Pants mit kaltem Wasser und Schwamm abwaschen, stärkeren Schmutz mit einer weichen Bürste behandeln.
  • Bei kompletter Verschmutzung in der Badewanne mit klarem Wasser durchspülen, wenn es nicht anders auf dem Etikett steht.
  • Waschmaschine nur, wenn es das Pflegeetikett erlaubt. G-1000 Bekleidung von Fjällräven kann zum Beispiel in der Maschine bei 40°C gewaschen werden – umweltfreundlicher ist ein Waschgang bei 30°C. Nach zwei- bis dreimal Waschen ist dann allerdings das Wachs ausgewaschen. Daher Waschmaschinengänge hier nur gezielt und überlegt einsetzen.
  • Besteht das Kleidungsstück aus verschiedenen Materialien, also etwa anteilig aus Daune und Kunstfaser, unbedingt die Pflegehinweise beachten.
  • An einem belüfteten Platz trocknen– am besten draußen, vor Regen geschützt auf einen Kleiderbügel aufhängen. Nicht in den Trockner geben, nicht bügeln.
Draußen beim Kaffeetrinken
Mit der richtigen Pflege hält Deine Sportbekleidung umso länger. | Foto: Bergzeit

Gewachste Baumwolle nachimprägnieren

  • Nach langem Lagern/ ausgiebigem Tragen die Wachsschicht auffrischen. Geht durch Erwärmen (je nach Etikett) per Bügeleisen oder Föhn auf niedriger Temperaturstufe.
  • Mit Wachsspray/Pflegewachs v.a. Schulter, Nacken, Rücken, Ärmel, Nähte, abgenutzte Bereiche (Ärmelfalten) und trockene Bereiche mindestens alle zwölf Monate behandeln.
  • Wachs auftragen: Wachs gegen die Materialrichtung mit großen Bewegungen auftragen und einreiben, sodass eine gleichmäßige, dünne Schicht entsteht.
  • Erwärmen: Mit einem Bügeleisen ohne Dampf bringst Du das Wachs bei einer Temperatur von 55-60°C zum Schmelzen, bis es vollständig in das Material eindringt. Alternativ geht auch ein Föhn. Vergiss nicht, das Bügeleisen zu säubern, bevor Du es wieder auf anderer Kleidung benutzt.
  • Wiederholen: An den besonders beanspruchten Stellen empfiehlt es sich, den Vorgang mehrmals zu wiederholen, damit diese auch wirklich gut geschützt sind.
  • Produkte gefüllt mit Daunen oder Kunstfasern: Zum Erhitzen des Wachses einen Föhn verwenden. So nehmen Füllung und Futter keinen Schaden. Manchmal erlaubt das Etikett auch einen Wäschetrockner mit niedriger Temperatur.
  • Wachs entfernen: Für bestimmte Aktivitäten bzw. höhere Temperaturen sollte Dein Baumwoll-Wachs Outfit atmungsaktiv und luftdurchlässig sein. Dafür wandert es zwei- bis dreimal bei 40°C in die Waschmaschine.

Jeans waschen und trocknen

Ebenso wie die Baumwoll-Klassiker brauchen auch Jeans eine schonende Pflege oder höchst sparsame Hand- oder Maschinenwaschgänge. Damit kannst Du Stoff, Material, Farbe, die typische Struktur und eben die Jeans-typische Coolness automatisch länger erhalten. Jeans lassen sich – vorausgesetzt man verdreckt sie nicht komplett – gut fünf bis zehn oder mehr Tage tragen.

  • Lüfte sie draußen oder am offenen Fenster, um muffige Gerüche zu vertreiben. Hängst Du sie per Hosenbügel an nur einer Bundseite auf, kommt auch von oben Luft hinein.
  • Wasserdampf hilft gegen Gerüche: Dafür hängst Du sie beim Duschen/Baden im Bad auf.
  • Kühlen statt spülen: Mit der Methode Schockfrosten geht Levi‘s-Chef Chip Bergh gegen Keime und Bakterien in seinen Jeans vor. Er legt sie über Nacht in die Tiefkühltruhe (Jeans in die Tüte, Luft rausdrücken) und schwört darauf, Jeans ohnehin so selten wie möglich zu waschen.
  • In den Trockner: Mit einem Erfrischungstuch im Schonprogramm und mit wenig Hitze riecht sie wieder frisch.
  • Flecken vorbehandeln: Geht mit einer Zahnbürste oder einem feuchten Schwamm mit etwas Fein- oder Colorwaschmittel.
  • Muss sie gewaschen werden, dann Pflegeetikett lesen, Zipper, Knöpfe schließen, auf links drehen.
  • Da ein zu hoher Schleudergang Knitterfalten erzeugen kann, liegst Du mit dem Waschprogramm Pflegeleicht samt reduzierter Trommelbewegung und einer Füllmenge zwischen 1,5 und 2,5 Kilogramm richtig.
  • In der Waschmaschine bei max. 40°C, besser bis 30°C mit wenig Feinwaschmittel waschen, gut spülen. Waschmittel mit bleichenden Zusätzen oder Weißwaschmittel bleichen dunkles Blau aus.
  • Jeanshosen sind schwere Kleidungsstücke, die viel Wasser aufsaugen. Dadurch bekommen leichtere Kleidungsstücke wie (Funktions-) Shirts oder Pullis weniger Wasser ab und werden nicht so gut sauber.
  • Wäschst Du andere Buntwäsche mit, hilft ein Schmutzfangtuch. Viele Jeans bluten lange Zeit, wenn auch nur minimal aus.
  • Verwende je nach Hersteller, keinen oder nur einen kurzen, schonenden Trocknergang. Damit lässt sich auch die DWR aktivieren oder die Jeans imprägnieren. Nicht auf der Heizung trocknen.
Mit Maloja Jeans beim Bouldern
Jeans beim Bouldern: In der Outdoor-Variante äußerst komfortabel, bequem und lässig. | Foto: Maloja

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