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Fit fürs Gelände?

Skitouren mit Kindern: Im Interview mit Werner Koch

4 Minuten Lesezeit
Sind meine Kinder fit genug für die erste Skitour? Lohnt die Anschaffung einer eigenen Ausrüstung? Wir sprachen mit Werner Koch, Vater zweier Kinder und Geschäftsführer von contour skins.
Portät von Werner Koch

Werner Koch

Im Gespräch mit Werner Koch von Koch alpin, Hersteller der contour Steigfelle.


Skitouren mit Kindern sind ein tolles Abenteuer, bei dem es jedoch auch viel zu beachten gibt. Nur so kann der Tag im Gelände zum Erlebnis werden, an das man sich als Familie noch gerne zurückerinnert. Wir sprachen mit Werner Koch, Geschäftsführer von contour Skins, einem Tiroler Produzenten für Ski-Steigfelle. Er erzählt von seinen persönlichen Erfahrungen mit seinen zwei Jungs im Schnee. Außerdem verrät er uns im Interview, warum er einen Skitourenadapter für Kinder entworfen hat und wie ihm seine Jungs beim Testen geholfen haben.

Die Idee: Ein Tourenadapter für Kinder

Lieber Werner, Du hast zwei Jungs, die mittlerweile 15 und 16 Jahre alt sind. Erinnerst Du Dich noch an Eure ersten gemeinsamen Touren?

Natürlich. Mit den Bergen vor der Haustür haben meine Jungs das Skifahren schon sehr früh erlernt. Und dann war es nur eine Frage der Zeit, bis sie auch mal abseits der Piste fahren wollten. Die Abfahrt im Tiefschnee war für sie einfach das größte. Das war dann auch die Zeit, wo ich anfing, darüber nachzudenken, einen speziellen Adapter für den Aufstieg zu entwickeln.

Du sprichst vom StartUp Tourenadapter für Kinder. Kannst Du uns darüber mehr erzählen?

Gerne. Die Idee eines speziellen Adapters für den Aufstieg ist ja nicht neu. Damals haben wir die Schweizer Tourenadapter von secura-fix gekauft und vertrieben. Der war aus der Notwendigkeit entstanden, dass für Freerider mit „härterem“ Abfahrtseinsatz damals keine Tourenbindung am Markt war, die entsprechend hohe Z-Werte geboten hat. So fuhren die Tourengeher mit Alpinbindung ab und stiegen mit Adapter auf. Secura-fix gab es in drei verschiedenen Größen – die kleinste wurde auch für Kinder verkauft. Die Installation war aber leider recht kompliziert, weil das Ding aus vielen einzelnen Teilen bestand.

Also hast Du beschlossen, die Adapter zu optimieren?

Mit dem Aufkommen der ersten richtigen Freeride-Bindungen wurden die Adapter für Erwachsene eigentlich überflüssig. Also haben wir uns auf einen Adapter speziell für Kinder fokussiert. Da Kinder ja bekanntlich schnell wachsen, brauchen sie jedes oder jedes zweite Jahr neue Ski und Schuhe. Der Adapter ist da eine preisgünstige und sehr flexible Lösung für Eltern, die nicht regelmäßig in neue und noch dazu unterschiedliche Ausrüstung investieren wollen. Der startUp Tourenadapter wird für den Aufstieg einfach auf den Alpinski montiert und für die Abfahrt abgenommen. Und er wächst mit.

Haben Dir Deine Jungs dann auch gleich beim Testen geholfen?

Natürlich, meine zwei Söhne zählten damals im Alter von ca. fünf, sechs Jahren mit zu den ersten Testpersonen. Und ihr Foto ziert noch heute die Verpackung (lacht).

Video: So funktioniert der StartUp Tourenadapter

Tipps für die ersten Touren

Wie hast Du Deine Kinder auf ihre ersten Skitouren vorbereitet?

Für meine Jungs waren Tiefschnee-Abfahren schon immer faszinierend. Kurze, wenig begangene Touren mit unverspurter Abfahrt waren für sie die schönsten Erlebnisse. Solide Skitechnik und ausreichende Ausdauer haben sie beim Fahren auf der Piste und im Sommer beim Bergsteigen bekommen.

Was gefällt Deinen Kindern am meisten am Tourengehen?

Am einprägsamsten waren ohne Zweifel die Touren mit Hüttenübernachtung z.B. auf der Heidelberger Hütte, wo die leichte Erreichbarkeit und die hochalpine Umgebung mit gut machbaren Gipfelanstiegen auf erste Skidreitausender ein Leben lang in Erinnerung bleiben. Die Einsamkeit, unverspurter Schnee und abwechslungsreiche Abfahren mit Sprüngen, z.B. durch lichten Wald sind Dinge, die sie bis heute begeistern.

Die Einsamkeit, der unverspurte Schnee bei der Abfahrt oder Übernachtungen auf einer Hütte in hochalpiner Umgebung begeistern meine Kinder bis heute.

Werner Koch, Koch alpin

Welche Tipps hast Du für Eltern, die mit ihren Kindern das erste Mal auf Skitour gehen wollen?

Wichtig ist, dass Ihr Spaß habt. Und natürlich hat die Sicherheit immer höchste Priorität – sowohl was Lawinenlage und Orientierung angeht, als auch eine sichere Skitechnik der Kinder, auch bei schwierigem Schnee. Sucht Euch nicht gleich irgendein anspruchsvolles Ziel aus, sondern lasst die Kleinen sich einfach mal ausprobieren.

Und welche Ausrüstung empfiehlst Du für den Anfang?

Für den ersten Einstieg im Alter von etwa sechs bis elf Jahren reicht der contour startUp Tourenadapter vollauf. So können Eltern und Kindern erstmal mit relativ geringem Aufwand ausprobieren, wie es läuft. Dazu eigentlich nur noch verstellbare Stöcke mit großem Teller und es kann losgehen. Ab einem Alter von etwa zwölf Jahren kann der Kauf einer vollwertigen Tourenausrüstung in Betracht gezogen werden. Da wachsen dann auch die Füße nicht mehr so schnell!

Für den Anfang genügt ein Adapter, der auf die Bindung des Alpinskis montiert wird.

Werner Koch

Für den Anfang genügt ein Adapter, der auf die Bindung des Alpinskis montiert wird.


Die Begeisterung hält bis heute an

Gehen Deine Jungs heute noch mit Dir auf Skitour?

Ja, sie sind auch heute noch begeisterte Tourengänger. Allerdings sind sie nun abfahrtsorientierter und probieren sich gern im Freeriden aus.

Hast Du vielleicht noch einen Touren-Geheimtipp für die ganze Familie?

Da hätte ich einige. Aber die sollen ja Geheimtipps bleiben.
(Tipp der Redaktion: In diesem Skitourenführer für Kinder findet Ihr einige Tourenvorschläge für das Skitouren-Erlebnis mit der gesamten Familie.)

Lieber Werner, wir danken Dir für das Gespräch!

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