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Windbreaker trifft Merinowolle

Ortovox Merino Windbreaker im Test

5 Minuten Lesezeit
Hauchdünn, leicht und mit Merinowolle im Innersten: Unser Bergzeit Autor Christoph Oberschneider hat den Merino Windbreaker von Ortovox beim Skitourengehen, Mountainbiken und Laufen getestet.

„Ohje, da haben mir die Kollegen von Bergzeit wohl das falsche Produkt geschickt!” – das war meine erste Reaktion, als ich das Paket öffnete und darin eine filigrane, gelbe Jacke mit Ortovox-Logo vorfand. Ich sollte den neuen Merino Windbreaker testen, aber das hier sah so gar nicht Merino-wollig aus, sondern wirkte wie ein klassisches Kunststoff-Gewebe, bekannt von ähnlichen Produkten anderer Marken. Auch der Tastbefund war ernüchternd: sehr feines, weiches Gewebe, aber von Merinowolle keine Spur. Auch nicht auf der Innenseite der Jacke, wo ich mir am ehesten eine dünne Merino-Beschichtung erwartet hätte.

Christoph Oberschneider im Portrait
Bergzeit Autor Christoph Oberschneider hat den Merino Windbreaker von Ortovox getestet und ist vom minimalistischen Design und der Funktionalität begeistert. | Foto: Christoph Oberschneider

Als ich mich bereits mit der Enttäuschung abgefunden hatte und in Gedanken schon damit begann, mir den Text für eine E-Mail an Bergzeit mit der Bitte um Zusendung des korrekten Testproduktes zurechtzulegen, fiel mein Blick auf einen Schriftzug am linken Ärmel der Jacke: „Merino Inside”. Also doch! Nur wo soll denn hier Merinowolle drinstecken?

Merinowolle trifft Windschutz

Ein kurzes Nachschlagen auf der Produktseite im Bergzeit Shop lieferte mir die Antwort auf diese Frage: Ganz drinnen! Ortovox hat es geschafft, ein Mischgewebe aus 55 Prozent Merinowolle und 45 Prozent Polyamid herzustellen und dadurch die Vorteile der beiden Materialien zu vereinen.

Der Merino Windbreaker ist somit nicht nur winddicht, sondern punktet auch in den Bereichen Temperaturregulierung, Feuchtigkeitstransport und ist geruchsneutralisierend. Die DWR-Imprägnierung wirkt wasserabweisend und schützt so vor Feuchtigkeit von außen.

Aber was helfen die besten Materialien und die neuesten Fertigungsprozesse, wenn die Jacke dann nicht funktionell ist? Zum Glück wissen die Produktentwickler bei Ortovox auch in diesem Bereich, worauf es ankommt, und haben dem Merino Windbreaker ein paar wesentliche, aber auf’s Nötigste reduzierte Features verpasst. Somit bleibt das Gewicht niedrig (158 Gramm in Größe M) und das Packmaß gering.

Der Merino Windbreaker von Ortovox auf Schnee
Der Merino Windbreaker von Ortovox: leicht, minimalistisch und zu 55 Prozent aus Merinowolle. | Foto: Christoph Oberschneider

Minimalistisches Design und praktische Features

Mein Lieblingsfeature: Die Jacke lässt sich in der Brusttasche verstauen! Dazu dreht man das Innere der Tasche nach außen und stopft dann die ganze Jacke hinein. Das Ganze funktioniert dank der großzügig dimensionierten Tasche wunderbar unkompliziert und stellt auch für Grobmotoriker kein Problem dar.

Aber auch die Features, die nicht gleich auf den ersten Blick auffallen, sind wohl durchdacht. Sämtliche Nähte befinden sich auf der Innenseite und sind somit von außen nicht sichtbar, was der Jacke einen sehr cleanen und minimalistischen Look verleiht.

Die Ärmelabschlüsse sind am Handrücken länger geschnitten und bieten dadurch in diesem Bereich mehr Schutz vor Witterung. Saum und Ärmelbündchen sind genauso wie die Kapuze elastisch eingefasst, bieten allerdings keinerlei Verstellmöglichkeit – für meine Maße (Größe L bei 184 Zentimeter Körperhöhe und 78 Kilo) hat das genau gepasst, andere wünschen sich hier vielleicht  zusätzliche Verstellmöglichkeiten. Mir persönlich gefällt dieser minimalistische Ansatz aber ausgesprochen gut.

Der Ortovox Merino Windbreaker im Test

Ich konnte den Ortovox Merino Windbreaker während des Testzeitraums im März und Anfang April unter unterschiedlichen Bedingungen testen – auf Skitouren in den Hohen Tauern, beim Mountainbiken und beim Laufen rund um Salzburg. Genauso unterschiedlich wie die Einsatzgebiete waren auch die Temperaturen, die Bandbreite reichte von -5 Grad bei leichtem Schneefall bis knapp 20 Grad bei Sonnenschein. Der Windbreaker wurde seinem Zweck entsprechend verwendet, das heißt bei Skitouren im Aufstieg und am windigen Gipfel, beim Mountainbiken sowie Laufen zum Schutz vor Gegen- bzw. Fahrtwind.

Mein Testfazit zum Ortovox Merino Windbreaker

Meine Eindrücke lassen sich trotz der vielfältigen Testbedingungen recht kurz zusammenfassen: Der Windbreaker verrichtet seinen Dienst noch immer auffällig unauffällig. Das klingt recht unspektakulär, ist aber so ziemlich das größte Kompliment, das ein Ausrüstungsgegenstand von mir bekommen kann.

Blick auf die Ärmelenden der Jacke mit dem Schriftzug Merino Inside
Merino Inside: Das in dem Windbreaker Merino steckt, hätte Bergzeit Autor Christoph anfangs nicht gedacht. | Foto: Christoph Oberschneider

Die Reißverschlüsse laufen ruckelfrei, die Kapuze sitzt weder zu eng noch zu locker, die Jacke rutscht auch beim Laufen nicht hoch, und meine Lieblingseigenschaft von Merinowolle fällt auch beim Ortovox Merino Windbreaker auf: die Geruchsentwicklung hält sich auch nach mehrmaliger Verwendung während schweißtreibender Aktivitäten in engen Grenzen! Ach ja, und absolut windabweisend ist der Windbreaker sowieso, aber das empfinde ich als Selbstverständlichkeit.

„Der Windbreaker verrichtet seinen Dienst noch immer auffällig unauffällig. Das ist so ziemlich das größte Kompliment, das ein Ausrüstungsgegenstand von mir bekommen kann.“

Ein einziger negativer Aspekt bleibt allerdings, und das ist der Preis von knapp 190 Euro. In Anbetracht der Ortovox-typischen sehr hohen Verarbeitungsqualität und des innovativen Materialmixes relativiert sich das aber ein wenig.

Der Ortovox Merino Windbreaker beeindruckt durch sein geringes Gewicht, innovativen Materialmix, minimalistisches Design, nützliche Features und tolle Funktion und ist daher – trotz des hohen Preises – eine Empfehlung wert!

Weitere Ortovox Testberichte im Bergzeit Magazin

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