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So macht sich die neue Bindung

Im Test: MSR Lightning Ascent Schneeschuhe mit Paragon-Bindung

6 Minuten Lesezeit
Die auffälligste Besonderheit an den neuen Lightning Ascent von MSR ist die innovative Bindung: Diese lässt sich intuitiv und schnell anlegen, sitzt besonders komfortabel und ermöglicht maximale Kontrolle über den Schneeschuh. Wie die leichten Schneeschuhe im alpinen Terrain überzeugen, hat Schneeschuh-Guide Anke getestet.

„Ultraleichte und aggressive Performance für schmale Schrittbreiten“, „unübertroffene Rutschsicherheit“ und dazu noch ein neues Bindungssystem, das „ein Höchstmaß an Trittsicherheit“ mit „Komfort“ vereint. Ein selbstbewusstes Herstellerversprechen bezogen auf das aktuelle Top-Produkt im MSR-Schneeschuhsegment für den alpinen Anwendungsbereich.

Erster Eindruck: schick, leicht, auffällige neue Bindung

Mein erster Eindruck, als ich meine neuen „Women’s Lightning™ Ascent“-Schneeschuhe in Händen hielt, war zugegebenermaßen zunächst von der auffälligen Optik bestimmt: „Sehen die toll aus!“, dachte ich mir. Reduziertes Design kombiniert mit einer modernen und der aktuellen Outdoor-Mode entsprechenden Farbgebung – hellgraue Bespannung in Kombination mit himbeerfarbenem Alurahmen, selbst Kralle und Bindung sind in das Farbschema eingepasst – machen aus den neuen Lightning Ascents einen Hingucker, den „frau“ sich gerne an die Füße schnallt. Meine nächsten Gedanken waren: „Sind die leicht.“ und „Was ist das für eine abgefahrene neue Bindung?“. Alles in allem war mein erster Eindruck durchweg positiv und ich konnte es kaum erwarten, dem durchaus vollmundigen Herstellerversprechen im Gelände auf den Zahn zu fühlen.

Die MSR Lightning Ascent Schneeschuhe im Schnee
Zweifellos ein Hingucker: stylische Farbwahl und ein auffälliges neues Bindungssystem. | Foto: Anke Hoffmann

Die Paragon™-Bindung: intuitiv und komfortabel

Mit Sicherheit eines der auffälligsten und auch in der Praxis hervorstechenden Merkmale – auch im Vergleich zu den Vorgängermodellen – ist das neue Paragon-Bindungssystem. Herstellerseitig werden folgende Punkte ins Feld geführt, die mir in der Vorbereitung der ersten Tour mit den neuen Schneeschuhen durchaus ambitioniert erschienen.

Versprechen 1: einfaches und schnelles Anlegen passend für alle Schuhtypen bzw. -größen

Was diesen Punkt angeht, war ich zunächst skeptisch, da ich zugeben muss, dass ich zum einen nicht gerne Anleitungen lese, zum anderen mir aber auch meist der Blick fehlt, um auf Anhieb zu erkennen, wie die technische Lösung gedacht ist. Daher hat mich die neue Bindung wirklich überrascht und für sich eingenommen. Denn sie funktioniert in der Tat völlig intuitiv und vor allem auch ohne großen Einstellungsaufwand zu Hause vor der ersten Tour auf Nutzer, spezifischen Schuh und Schuhgröße.

Denn wie vom Hersteller versprochen, gibt die Bindung das perfekte Fitting vor: Man stellt den Fuß mittig auf die Bindungsplatte, steckt den Vorderfuß in das Frontnetz und rutscht mit den Zehen bis zur Zehenbegrenzung nach vorne. Jetzt steht man automatisch richtig und zwar mit dem Fußballen mittig über der Bindung. Auch mit rechts oder links gibt es keine Probleme mehr, denn dies ist auf der Bindungsplatte vermerkt. Als nächstes wird der Bindungsriemen an der Ferse festgezogen und durch den Riemenhalter geführt. Als letztes werden dann nur noch die beiden Riemen am Frontnetz gleichmäßig fixiert.

Das Bindungssystem ist außerordentlich schnell und einfach einstellbar und vor allem auch jederzeit leicht nachjustierbar – auch auf Tour mit Handschuhen im Schnee. Denn das elastische und wasserabweisende Material (Uretan) bleibt auch bei Kälte und Schnee gut zu handhaben. Außerdem positiv aufgefallen ist mir, dass die flexiblen Bindungsteile sich auch auf kleine und insbesondere schmale Füße sehr gut einstellen lassen. Gerade für einen dezidierten Frauen-Schneeschuh ein wichtiger Punkt auf der Positiv-Liste.

Versprechen 2: optimaler Sitz und Druckverteilung durch elastisches Vorderfußnetz, Fersenriemen und Zehenbegrenzung

Zugegebenermaßen konnte ich mir zunächst unter dem „handschuh“-gleichen Sitz, den die Werbevideos für die Bindung versprechen, wenig vorstellen. Versprochen wird ein sicherer und angenehmer Sitz ohne unangenehme Druckstellen auf dem Fuß. Im Vergleich zur HyperLink™-Bindung mit Ratschensystem, die ich von meinem Vorgängermodell kenne, konnte ich im Praxistest feststellen, dass die Bindung in der Tat quasi wie ein gut sitzender Überschuh um den Wanderschuh liegt.

Man spürt sie kaum und hat dennoch die direkte und sichere Verbindung zum Schneeschuh und diesen maximal unter Kontrolle. Dies bleibt auch in Querungen, beim Aufstieg mit Steighilfe oder beim Abstieg der Fall, wo ich bei anderen Modellen oft mit einem Verrutschen des Schuhs auf der Platte zu kämpfen hatte, was sich auf Dauer mit Verspannungen im Fuß und auch in den Fußgelenken unangenehm spürbar machte. Bei der Paragon verschiebt sich der Schuh nicht, sondern bleibt immer gerade und mittig über der Kralle fixiert und das ohne spürbaren Druck. Alles in allem ein optimales Zusammenspiel aus Zehenbegrenzung, Frontnetz und Fersenriemen.

Schneeschuhgeher in einer Spur in weiß verschneiter Winter-Berglandschaft.
Testtour aufs Seekarkreuz mit viel Neuschnee. | Foto: Anke Hoffmann

Performance-Test im Gelände: extrem leicht und dennoch rutschsicher

Ultraleicht sind die Lightning Ascents nicht nur dem ersten Eindruck nach, sondern mit ihren insgesamt nur 1,7 Kilogramm in Summe (Größe 22) auch ein Leichtgewicht am Fuß. Gerade für schmale Schrittbreiten ist der Schuh im Gelände gut zu setzen und das Gegenteil von einem „Klotz am Fuß“. Dies wird natürlich durch das flache Profil und den schmalen Rahmen ermöglicht, der dieses Modell aber keinesfalls weniger trittsicher macht. Denn wie auch bei den Vergleichsmodellen der MSR-Serien sind bei den neuen Lightning Ascent Schneeschuhen im Alurahmen an der Unterseite durchgängig Harschzacken eingelassen und auch zwei Querstreben mit Zacken versehen, die im Zusammenspiel mit der Steigeisenkralle dafür sorgen, dass der Schneeschuh auch bei eisigem Untergrund und vor allem in steilem Gelände und auf Querungen dort bleibt, wo man ihn hingesetzt hat.

In diesem Zusammenhang ist auch die Steighilfe zu erwähnen, die sich schnell und einfach mit dem Stockgriff hochklappen oder wieder absenken lässt. Auch mit Steighilfe bleibt die Traktion erhalten und der Fuß weiter optimal positioniert.

Nice to have: Features, die das Leben als Schneeschuhgeher erleichtern

Sicher nicht spielentscheidend, aber „nice-to-have“ und damit erwähnenswert, sind neben den Kernfunktionalitäten der MSR Lightning Ascent folgende Features:

  • Die Kunststoffbespannung ist mit einer TPU-Beschichtung versehen, die das Ansammeln von Schnee und Wasser auf dem Schneeschuh verhindern soll. Gerade bei tiefem Pulverschnee ist dies in der Tat sehr angenehm. Wenn der Schuh bereits „schneeverkrustet“ ist, fließt dieser vom Schneeschuh.
  • Weiterhin besteht die Möglichkeit, wie auch bei den meisten anderen MSR-Schneeschuhen, einfach und schnell Verlängerungselemente für zusätzlichen Auftrieb anzubauen, sollten es die Bedingungen (Tiefschnee, schwerer Rucksack) erfordern.
  • Und: Durch die weiche und flexible Bindung lassen sich die Schneeschuhe gut aufeinanderlegen und somit relativ flach und mit vergleichsweise geringem Packmaß transportieren. Dies ist insbesondere beim Transport auf dem Rucksack in meinen Augen ein schöner Nebeneffekt der neuen Bindung.
Drei Schneeschuhgeher im steilen, starkt verschneiten Gelände im Tiefschnee.
Auch unter schwierigen Bedingungen und im tiefen Schnee sind die neuen MSR Lightning Ascent Schneeschuhe ein zuverlässiger Begleiter. | Foto: Anke Hoffmann

Testfazit zu den MSR Lightning Ascent Schneeschuhen

Die Women’s Lightning Ascent von MSR sind nicht nur schön anzusehen, sondern haben mich im Gelände wirklich überzeugt. Sie sind extrem leicht und weisen dennoch beste Bodenhaftung für anspruchsvolles alpines Gelände auf. Mein Highlight ist zweifellos die Paragon-Bindung. Sie hat mich durch ihre intuitive und einfache Handhabung, vor allem aber durch ihren Tragekomfort in Verbindung mit dem perfekten Fitting und der damit verbundenen Kontrolle über den Schneeschuh einfach überzeugt.

Einziger, wenn auch kleiner Wermutstropfen: Wie auch bei den Vorgängermodellen ist die Farbe auf den Aluelementen einfach sehr empfindlich und somit zeigen sich bereits nach den ersten Touren blanke Stellen auf Kralle, Rahmen und an den Zacken. Dies beeinträchtigt keineswegs die Funktion, aber wie immer tut der erste Kratzer „weh“, auch wenn man weiß, dass es sich um einen Gebrauchsgegenstand im Outdoor-Einsatz handelt.

Zum MSR Markenshop bei Bergzeit.

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