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Konditionswunder

Im Test: Die GPS-Uhr Garmin Fenix 7 Sapphire Solar

7 Minuten Lesezeit
Als echtes Akkulaufzeit-Wunder gilt die Neuauflage der Garmin Fenix, das Modell Fenix 7. Welche spannenden Funktionen die neue High-End-Multisportuhr sonst noch bietet, hat Bergzeit Experte Arnold für Dich getestet.

Hinweis: Neben der Fenix 7 hatte unser GPS-Uhren-Experte Arnold auch die neue Epix von Garmin im Test. Mehr über diesen Test und den direkten Vergleich der beiden Uhren erfährst Du hier:

Ich gebe zu – meiner Garmin Fenix 3, die ich im Jahr 2015 erworben habe, hielt ich jahrelang die Treue. Nach einem etwas holprigen Start mit vielen Bug Fixes läuft die Uhr immer noch superzuverlässig. Sie ist mir über die Jahre ans Herz gewachsen und begleitete mich auf zahllosen Laufrunden, Ski- und Radtouren, Hochtouren und Wanderungen.

Als ich das Angebot bekam, die Fenix 7 „Sapphire Solar“ zu testen, zögerte ich jedoch nicht lange – denn in der Zwischenzeit hat sich technisch vieles getan. Allein die Möglichkeit, den Puls direkt am Handgelenk zu messen, ist ein inzwischen bewährtes, angenehmes Standardfeature – schließlich muss man nicht mehr wie einst den Brustgurt umständlich anlegen, ehe es mit der Aktivität losgehen kann.

Video: Die Garmin Fenix 7 Sapphire Solar im Test

Die Garmin Fenix 7: Quantensprung für Nutzer älterer Fenix-Ausgaben

Doch der Reihe nach. Im Vergleich zur Fenix 3 ist das Gehäuse der Fenix 7 kleiner geworden, rund 50 Millimeter Außendurchmesser stehen 46 Millimetern gegenüber. Auch im Vergleich zur Fenix 6 ist die 7er etwas “geschrumpft” und flacher geworden. Sogenannte “Button Guards” verhindern, dass man den Stopp-Start-Knopf versehentlich betätigt, wenn man zum Beispiel schnell einen Pullover überwirft. Garmin hat die Fenix ordentlich abgespeckt. Brachte die 3er-Fenix 84 Gramm auf die Waage, sind es bei der 7er nur noch 68 Gramm. Diese “Rosskur” habe ich im Test durchaus bemerkt – man bleibt beim An- und Ausziehen nicht so leicht am Ärmel hängen. Trotzdem geht die Bedienung noch genauso leicht und intuitiv vonstatten wie bei älteren Fenix-Modellen – und Garmin legt beim User Interface noch ordentlich einen drauf. Je nach Belieben lassen sich nun deutlich mehr Daten abrufen, ohne dass man dafür zu tief in die Menüs abtauchen müsste.

Die Fenix 7 lässt sich entweder über die fünf physischen Knöpfe oder über den Touchscreen bedienen.

Bergzeit

Die Fenix 7 lässt sich entweder über die fünf physischen Knöpfe oder über den Touchscreen bedienen.


Frickler und Datenschieber wird eines besonders begeistern – die Konfiguration der Fenix 7 lässt sich nun via Garmin Connect-App auf dem Smartphone erledigen. Wer also bisher regelmäßig fluchte, weil die doch recht aufwändige Konfiguration direkt über das Display der Uhr wenig übersichtlich ist, wird aufatmen – via Smartphone-Bildschirm ist sie ein Genuss.

Garmin hat die GPS-Uhr darüber hinaus mit einem ausgezeichnet bedienbaren Touchscreen ausgestattet. Das ist nicht nur so dahingesagt – mit alten kapazitiven Touchscreens hat die sehr exakte und schnelle Eingabe nichts mehr zu tun. Bleibt man mit dem Finger etwas länger auf einem Bedienfeld – zum Beispiel auf “Höhe” oder “HF”, werden zusätzliche Daten eingeblendet. Besonders praktisch ist das insbesondere dann, wenn man die jeweiligen Verläufe (zum Beispiel das Herzfrequenz- oder Höhenprofil) im Blick behalten möchte. Wie bei Garmin üblich kann die App-Auswahl über Garmins IQ Store erweitert und angepasst werden, auch lassen sich hier weitere Displaydesigns herunterladen – der Konfiguration sind (fast) keine Grenzen gesetzt.

Batterie-Laufzeit der Fenix 7: Konditionswunder!

Meine gute alte Fenix 3 musste bei durchschnittlicher Nutzung – ich spreche von etwa sechs bis acht Stunden GPS-Betrieb pro Woche, die Nutzung der HF-Funktion war eher die Ausnahme – circa zwei Mal wöchentlich ans Ladegerät. Solche Ladezyklen sind mit der Fenix 7 sprichwörtlich tempi passati. Garmin gibt eine Laufzeit im Smartwatch-Modus von circa 20 Tagen an und liefert eine ganze Tabelle mit Laufzeiten bei unterschiedlichen Einsatzszenarien. Am Ende hat jeder Nutzer sein eigenes, individuelles Einsatzprofil. In den ersten drei Wochen des gut vierwöchigen Testzeitraums habe ich die Fenix 7 etwa dreimal geladen, gegen Ende des Zeitraums kam außerdem immer häufiger die Sonne hervor und die Fenix 7 konnte ihre Solar-Ladefunktion voll ausspielen.

Die Fenix 7 hält einfach verdammt lang! Wer nicht gerade eine Himalaya-Expedition plant, wird sie kaum in die Knie zwingen können.

Im Vergleich zur Fenix 6 wurde die Solarladefläche um 45 Prozent vergrößert, etwa zehn Prozent des Gesamtstrombedarfs sollen so mit Solarstrom gedeckt werden. Garmin liefert zur Stromgewinnung und zum Stromverbrauch ein ganzes Potpourri an Daten. Am Ende zählt für mich nur eines: Die Garmin Fenix 7 läuft einfach verdammt lang! Wer die Uhr im Alltag nutzt und nicht gerade einen Ultralauf, eine Himalaya-Expedition oder eine Weltumsegelung plant, muss sich geradezu bemühen, die Fenix 7 in die Knie zu zwingen. Ich habe es nicht geschafft.

Der Einsatzbereich der Garmin Fenix 7

Wie die vorangegangenen Fenixe wird auch die Fenix 7 als Multisport-Uhr beworben. Garmin formuliert das folgendermaßen:

“Was immer du vorhast: Die FENIX macht dich bei jeder Aktivität besser. Mehr als 60 Sport- und Outdoor-Apps begleiten dich gezielt vom Laufen übers Mountainbiken bis zum Bergsteigen. Aktivitäten wie HIIT (HIIT steht für Hochintensitäts-Intervalltraining, Anm. d. Red.), Wind und Kitesurfen oder Tennis sind neu dabei.”

Bergzeit Experte Arnold testete die Fenix 7 beim Trailrunning ...

Bergzeit

Bergzeit Experte Arnold testete die Fenix 7 beim Trailrunning …


... und auf Skitouren. Aber auch beim Wandern und Radfahren kam die Uhr zum Einsatz.

Arnold Zimprich

… und auf Skitouren. Aber auch beim Wandern und Radfahren kam die Uhr zum Einsatz.


Im Test habe ich die Uhr primär zum Trailrunning, zum klassischen Lauftraining, auf Skitouren, zum Wandern und auch zum Radfahren verwendet – im Grunde genau wie die Fenix 3. Wie von Garmin bereits gewohnt, liefert die Uhr sportartspezifische Daten, also beim Trailrunning zum Beispiel Pace und zurückgelegte Strecke, vertikale Geschwindigkeit und zurückgelegte Höhenmeter. Im Falle von SUP liefert die Uhr die Anzahl der Paddelschläge, eine Vielzahl an Sensoren wie 3-Achsen-Kompass, Gyroskop und ein barometrischer Höhenmesser machen die Datenvielfalt möglich. Das alles wird auf einer EU-Topo-Karte hinterlegt, die vorinstalliert ist. Garmin ermöglicht zudem den Gratis-Download internationaler Topo-Kartenpakete – damit ist die Uhr die perfekte Wahl für Entdecker, für die Spontaneität zum (Sport)Programm gehört.

Garmin hat der neuesten Fenix-Generation Multiband-Empfang verpasst, durch den die Anzahl der zur GPS-Aufzeichnung herangezogenen Satelliten erhöht wird. Ergebnis ist eine exaktere Aufzeichnung des Tracks in zum Beispiel schmalen Tälern und entlang von Felswänden, wo ältere Garmins gerne mal “verrücktspielten” (Zickzacklinie) oder mangelhaft aufzeichneten. 

Welche Gesundheitsdaten lassen sich erfassen?

Spannend ist zu sehen, was sich die Entwickler im Bereich Datenauswertung ausgedacht haben. So liefert die “Stamina”-Funktion Angaben zur voraussichtlichen Zeitdauer bzw. Strecke, die man im wahrsten Sinne des Wortes noch durchhält, ehe einem die Puste ausgeht. Das ist insbesondere für Langstreckensportler interessant, die häufig viele Stunden am Stück unterwegs sind. Ob man sich bei diesem durchaus heiklen Thema auf die Uhr oder auf das Körpergefühl verlässt, muss jeder für sich selbst herausfinden.

Besonders interessant für Langstreckensportler: Die Stamina-Funktion verrät Dir, wie lange Du noch durchhältst.

Ein weiteres tolles Feature ist die verbesserte Wettkampf-Vorhersage. Die Uhr eruiert anhand während des Trainings nachjustierter Daten, mit welchen Zeiten man auf den Standardstrecken wie zehn Kilometer, Halbmarathon und Marathon in etwa rechnen kann. Ein schönes Feature, lässt sich doch hier – neben der Veränderung der maximalen Sauerstoffaufnahme im Blut, dem VO²Max-Wert – am besten beobachten, wie sich das Training auf die vielbeschworene “Kondition” auswirkt.

Was mir (als attestiertem Schnarcher) besonders gut gefallen hat, ist die Schlafanalyse. Lässt man die Uhr über Nacht am Handgelenk (nicht jedermanns Sache), liefert sie einem am nächsten Tag Daten zur Schlafqualität, also wieviel Zeit man im Tiefschlaf, im REM-Schlaf und in leichtem Schlaf verbracht hat.

Trainingszustand Formaufbau: Anhand Deines VO2max-Wertes kann die Fenix 7 Auskunft über Deine Ausdauerleistungsfähigkeit geben.

Bergzeit

Trainingszustand Formaufbau: Anhand Deines VO2max-Wertes kann die Fenix 7 Auskunft über Deine Ausdauerleistungsfähigkeit geben.


Testfazit zur Garmin Fenix 7

900 Euro kostet die von mir getestete Fenix 7, die mit einem durchdachten Leuchtsystem ausgestattete 7X würde noch 100 Euro mehr kosten. Kein Pappenstiel, erst recht wenn man bedenkt, dass die Fenix einst bei etwa 500 Euro UVP lag. Das wird die Uhr nicht jedem Wert sein, erst recht, wenn man nicht mehrmals die Woche zum Sport ausrückt. Für fleißige Multisportler ist die Fenix 7 in meinen Augen jedoch das Maß aller GPS-Dinge, was primär an der intuitiven Bedienbarkeit, dem vereinfachten Zugriff auf die Unterfunktionen und der enormen Akkulebensdauer liegt.

Hand aufs Herz – ich zähle mich zur Plug&Play-Fraktion, für mich muss die Uhr auf Anhieb Spaß machen. Langes Herumkonfigurieren ist nicht das meine. Trotz der umfassenden Individualisierungsmöglichkeiten macht die Garmin Fenix 7 genau das – jede Menge Spaß. Und zwar auf vielen Kilometern und über einen sehr, sehr langen Zeitraum.

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