• Seit 1999 online
  • Powered by 350 Bergsportler
  • Am Puls der Berge
On the sticky mat

Die Flow Yogamatte von Joy in me im Test

7 Minuten Lesezeit
Der wohl wichtigste Ausrüstungsgegenstand beim Yoga? Ganz klar die Yogamatte. Bergzeit Autorin Lisa hat für uns die Matte getauscht und die Flow Yogamatte von Joy in me getestet. Ob das Produkt bei den schweißtreibenden Vinyasa Stunden den Grip gegeben hat, den es versprochen hat und wie sich die Matte des polnischen Herstellers im Vergleich zu Yogamatten-Klassikern geschlagen hat, liest Du im Testbericht.

Ganz ehrlich? Bei meiner Yogamatte bin ich sehr eigen. Ich finde sie ist wohl eines der persönlichsten Sportgeräte, wenn man sie überhaupt als solches bezeichnen kann, das man haben kann. Zum einen wird sie ziemlich angeschwitzt. Zum anderen übt man barfuß auf ihr, liegt mit dem Rücken oder dem Bauch darauf, oftmals auch direkt mit dem Gesicht, rollt auf ihr in Happy Baby die Wirbelsäule aus oder macht eventuell mal einen unfreiwilligen Abgang in der Krähe oder bei einem weiteren Versuch des Handstands. Zudem kann die Yogapraxis eine ziemlich emotionale Erfahrung sein. Das möchte ich nicht mit jeder oder jedem teilen.

Frau macht in Sonnenaufgang Easy Twist auf Joy in me Yogamatte
Die Yogamatte: Für Testerin Lisa eine sehr persönliche Angelegenheit. | Foto: Jürgen Amenda

Meine Anforderungen an eine Yogamatte

Hinzu kommt, dass ich ziemlich große Anforderungen an eine Matte habe. Erstens muss sie wirklich, aber wirklich, rutschfest sein. Denn ich bin leider eine Person, die bei einer Yogastunde gerne schwitzt. Und zwar ziemlich viel. Während andere noch im Fleecepulli neben mir frieren und höchstens gerade die Socken ausgezogen haben, bahnt sich bei mir schon die erste Schweißperle ihren Weg über meine Haut. Was natürlich auch in ziemlich schwitzigen und vor allem rutschigen Händen resultiert.

Frau auf Joy in me Yogamatte
Das Wichtigste für Lisa bei einer Yogamatte? Sie muss Grip haben und auch bei schweißtreibenden Stunden Halt versprechen. | Foto: Jürgen Amenda

Zweites lege ich Wert auf Nachhaltigkeit und den Einsatz von natürlichen Materialien. Deshalb nutze ich sonst die Matten von Jade Yoga. Außerdem sollte die Matte gut dämpfen, aber nicht zu viel. Ich will schließlich im Krieger 3 oder dem Baum nicht wie auf einem Balance Board stehen. Und sie sollte nicht allzu viel Gewicht mitbringen, damit ich sie gut mit ins Studio, in den Urlaub oder sonst wo mitnehmen kann. Zudem sollte sie lang genug sein. Ich bin 1,78 Meter groß und finde 1,80 Meter lange Matten immer relativ knapp. Deswegen habe ich beispielsweise bei meiner Jade Matte eine Länge von 1,88 Meter gewählt.

Low Lunge Variation auf Joy in me Flow Matte an See im Sonnenaufgang
Eine Yogamatte soll dämpfen, aber man darf dennoch nicht den Kontakt zum Boden verlieren und den Eindruck haben auf einem Balance Board zu stehen. | Foto: Jürgen Amenda

Die Flow Yogamatte von Joy in me

Joy in me Yogamatte auf Steg an See zwischen Segelbooten
Die Flow Yogamatte von Joy in me in der Farbe „summer cliff“. | Foto: Lisa Amenda

Und so landen wir bei meinem Testprodukt: der Flow Yogamatte von Joy in me. Joy in me wurde 2016 in Polen gegründet. Die Marke soll vor allem aktive und selbstbewusste Frauen ansprechen, die Freude an Ästhetik und Design haben und Produkte von hoher Qualität schätzen. Joy in me produziert seine Produkte in der Herkunftsregion der Ausgangsmaterialien und will außerdem unnötige Verpackungen vermeiden. Alle in Asien produzierten Yogamatten werden mit dem Zug nach Europa transportiert.

Ich habe mich ganz bewusst für den Test der Flow Matte entschieden. Die Unterseite der Matte besteht aus 100 Prozent Naturkautschuk und die Oberseite aus weichem Mikrofaser-Wildleder-Imitat. Alle Designs der Matten sind von der Natur inspiriert und es wird bewusst auf saisonale Produkte verzichtet. Ich habe mich für die Farbe „summer cliff“ entschieden. Bedruckt sind die Matten mit Farben auf Wasserbasis. Meine Matte ist 3 Millimeter dick und damit genauso dick wie meine Jade Travel Matte. Sie ist ist 1,83 Meter lang, 61 Zentimeter breit und wiegt 2,4 Kilogramm.

Die Matte im Test

Ich habe die Matte Mitte Juni zugeschickt bekommen, als ich gerade in der Vorbereitung für meine 200 Stunden Vinyasa Yogalehrerausbildung war. Seitdem hat mich die Yogamatte im Urlaub, zuhause und im Studio bei meiner Ausbildung begleitet. Beim ersten langen Wochenende meiner Ausbildung habe ich die Matte noch mit meiner Jade Travel (3mm Dicke) abgewechselt. In die Intensivwoche meiner Ausbildung bin ich mit meiner Jade Harmony (5mm Dicke) gestartet. Es hatte draußen 32°C und wir haben jeden der acht Tage mit einer sehr intensiven zweieinhalbstündigen Vinyasa Praxis angefangen.

Wenn ich sonst schon schwitze, kann man sich ja vorstellen, was da passiert ist. Meine Jade konnte nicht mehr alles auffangen und die einzige Möglichkeit nicht im Herabschauenden Hund davon zu gleiten, war es ein Yogahandtuch auf meine Matte zu legen. Am zweiten Tag habe ich meine Joy in me Matte mitgebracht und ich bin im Herabschauenden Hund keinen Millimeter verrutscht. Dank des Musters der Matte hat man auch keinen Schweißtropfen gesehen und ich konnte mich voll und ganz auf die Praxis konzentrieren.

Joy in me Yogamatte im Detail
Die Flow Matte ist dank der Mikrofaser-Beschichtung auf der Oberseite wie gemacht für anstrengende Vinyasa Klassen. | Foto: Jürgen Amenda

Nach der Praxis haben wir den restlichen Tag übend oder für die Theorie sitzend auf der Matte verbracht. Obwohl die Flow Matte auch drei Millimeter dick ist, fand ich sie deutlich angenehmer zum Sitzen als meine Jade Travel. Hier musste ich nach einem halben Tag bereits eine Decke unter meine Knie legen, um die Theoriestunden aushalten zu können. Auf meiner Joy in me ging das ziemlich problemlos – was meiner Meinung nach auch an dem Wildleder-Imitat liegt. Es ist angenehm weich und fühlt sich beim Üben einfach gut auf der Haut an.

Einziges Manko: Darin verfängt sich allerhand Staub und Schmutz, den man mit den Füßen auf die Matte trägt. Mit ein paar Handbewegungen ist er aber gleich wieder weg. Wenn man sich außerdem den ganzen Tag auf der Matte aufhält und davor ordentlich drauf geschwitzt hat, dauert es ein bisschen bis die Mikrofaser-Oberfläche trocknet. Aber eigentlich kann man sich in der Zwischenzeit problemlos einen trockenen Platz auf der Matte suchen.

Einen schönen Zusatz finde ich auch, dass Joy in me jeder Matte einen Tragegurt für den Transport beilegt. Ich habe meine Matten trotzdem immer in einer Mattentasche, weil ich sie ungern auf den Boden der U-Bahn oder ähnlichem abstelle, aber für den Anfang ist der Gurt total praktisch. Weiterer Pluspunkt: Dank des auffälligen Designs habe ich meine Matte unter den 40 Matten in meiner Ausbildung immer sofort wiederentdeckt.

Nach der Intensivwoche habe ich die Matte mit Essigwasser gereinigt und kurz abgeduscht. Nach knapp zwei Tagen über der Tür hängend, war sie wieder trocken und einsatzbereit. Joy in me gibt die Matte sogar für die 30°C-Wäsche in der Waschmaschine frei. Das habe ich mich ehrlich gesagt nicht ganz getraut und bin lieber bei meinem vertrauten Essigwasser geblieben, damit ich noch lange etwas von meiner Matte habe.

Mattengurt Joy in me Yogamatte
Mit dem mitgelieferten Mattengurt lässt sich die Matte einfach transportieren. | Foto: Jürgen Amenda

Mein Testfazit zur Flow Yogamatte von Joy in me

Nach meiner Intensivwoche und sieben Tagen quasi non-stop auf der Matte steht mein Testfazit fest: Für jemanden, der leicht beim Yoga ins Schwitzen kommt, ist die Flow Yogamatte von Joy in me aus meiner Sicht eine echte Empfehlung. Denn laut Hersteller verbessert sich ihre Rutschfestigkeit sogar mit steigender Körper- und Raumtemperatur. Und das kann ich nur bestätigen. Ich hatte bei fast keiner Matte bisher so guten Grip bei wirklich schweißtreibenden Stunden.

Wenn Du allerdings überhaupt nicht dazu neigst, beim Yoga zu schwitzen dann würde ich Dir die Flow nicht empfehlen. Auf der Mikrofaser-Oberfläche hat man wirklich nur guten Grip mit feuchten Händen. Zu Beginn der Stunde kann man sie deshalb auch mit ein bisschen Wasser einsprühen.

Frau meditiert auf Joy in me Yogamatte
Die Flow Yogamatte ist ab sofort Lisas Begleiter für Vinyasa Klassen – aber auch bei längerem Sitzen z.B. in der Meditation hat sich Lisa wohlgefühlt. | Foto: Jürgen Amenda

Auch die Designs der Matten gefallen mir gut und wenn ich meine Matte anschaue, kommt sofort Sommerfeeling auf. Allerdings würde ich mir wünschen, dass es die Flow Matte auch ohne auffällige Drucke in einfarbig geben würde. Ich persönlich bin nicht der Typ für viele Muster und hätte die Befürchtung, dass ich mich mit der Zeit an dem Design satt sehen würde.

Wie oben erwähnt, liebe ich lange Matten. Die Flow Matte ist mit 1,83 Meter schon ein bisschen länger als meine ehemalige Lululemon Matte mit 1,80 Meter war, aber hin und wieder hätte ich mir doch ein paar Zentimeter mehr unter mir gewünscht. Es gibt die Matte auch in 1,95 Meter, das finde ich aber schon wieder etwas lang. Das ist aber wirklich meckern auf sehr hohem Niveau und alles in allem bin ich wirklich sehr zufrieden mit der Matte und sie wird in Zukunft mein ständiger Begleiter bei schweißtreibenden Vinyasa Klassen.

Zur Flow Yogamatte von Joy in me im Bergzeit Shop

Weitere Beiträge zum Thema Yoga

Rubriken und Themen

Abonnieren
Benachrichtige mich zu:
0 Comments
Inline Feedbacks
View all comments

Unsere Top Outdoor Kategorien


Bergzeit Magazin - Dein Blog für Bergsport & Outdoor

Willkommen im Bergzeit Magazin! Hier findest Du Produkttests, Tourentipps, Pflegeanleitungen und Tipps aus der Outdoor-Szene. Von A wie Alpspitze bis Z wie Zwischensicherung. Das Redaktionsteam des Bergzeit Magazins liefert zusammen mit vielen externen Autoren und Bergsport-Experten kompetente Beiträge zu allen wichtigen Berg- und Outdoorthemen sowie aktuelles Branchen- und Hintergrundwissen.