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Allgäu on the rocks

Vier Sportklettergebiete im Allgäu

6 Minuten Lesezeit
Im Allgäu haben Sportkletterer die Qual der Wahl, denn Klettergebiete gibt es aller Orten. Bergzeit Autorin Frieda Knorke ist Wahl-Allgäuerin und hat für uns vier unterschiedliche Optionen aus dem breiten Angebot gepickt.

Das Allgäu ist für viele DAS Outdoor-Paradies. Als Wahlheimatlerin kann ich das nur bestätigen. Besonders schön ist das große und abwechslungsreiche Angebot an Klettergärten: Die einen hoch oben mit langen Anstiegen, die anderen mit weniger als einer Minute Zustieg. Manche liegen komplett in der Sonne, andere schön schattig vor der Hochsommer-Sonne geschützt. Es gibt enorm schwere Klettergärten, die nur für Mutige sind. Andernorts warten beinah hallenartigen Hakenabstände und etwas leichteres Terrain. Kurzum: Bei den Allgäuer Klettergärten ist für jeden etwas dabei. Wo man am besten hinfährt, verrät der folgende Überblick.

Klettergarten Seltmans

Seltmans ist prefekt, um nach dem Winter wieder auf Touren zu kommen. | Foto: Frieda Knorke
Seltmans ist perfekt, um nach dem Winter wieder auf Touren zu kommen. | Foto: Frieda Knorke

Seltmans ist der perfekte Klettergarten, um sich nach dem Winter wieder ans Klettern zu gewöhnen. Die Hakenabstände sind so gering, dass man ohne Probleme vom einen Haken zum nächsten oder teilweise tatsächlich bis zum übernächsten klippen kann. Im Gegenzug sind die Routen teilweise auf das erste Mal nicht ganz so leicht, weil man bei dem unübersichtlichen Konglomerat nicht sofort sieht, wohin man ziehen soll. Mit etwas „Beta“ steht dem Flash aber nichts mehr im Wege. Es gibt einige ganz einfache Routen (bis 5), sehr viele zwischen 6- und 7+ und noch einige im höheren Schwierigkeitsgrad, wobei diese dann die ersten Meter fast waagrecht überhängen und oben raus um einiges leichter werden.

Charakter und Absicherung: Zwei Bänke, genug Platz zum Sichern und ein ausgehängtes Topo machen Seltmans zu einem perfekten Gebiet für einen spontanen Besuch am Feierabend. Da bei Konglomerat immer wieder mal was rausbricht, sollte ein Helm mitgenommen werden. Die Absicherung ist erstklassig, Umlenker sind vorhanden.

Parken und Zustieg: Zu finden ist der Klettergarten zwischen den Orten Seltmans und Hofen an der B12. Geparkt wird hier quasi direkt neben dem Fels, der Zustieg dauert maximal eine Minute. Der Fels wird nur vormittags von der Sonne beschienen, was im Sommer vorteilhaft ist. Nach längeren Regenfällen bleiben einzelne nasse Streifen länger bestehen und trocknen nur sehr langsam.

Die schweren Routen in Seltmans verlaufen anfangs fast waagrecht. Oben raus wird's leichter. | Foto: Frieda Knorke
Die schweren Routen in Seltmans verlaufen anfangs fast waagrecht. Oben raus wird’s leichter. | Foto: Frieda Knorke

Sportkletten am Rottachberg

Bis zu 40 Meter langen Routen warten am Rottachberg. | Foto: Frieda Knorke
Bis zu 40 Meter langen Routen warten am Rottachberg. | Foto: Frieda Knorke

Das Konglomerat-Pendant zu Seltmans ist ganz klar der Rottachberg. Oberhalb der gleichnamigen Ortschaft und dem ebenfalls so benannten Bouldergebiet thront ein großer Felsgürtel, der weit über die Allgäuer Grenzen bekannt ist. Wer die nötige Ausdauer hat, kann an diesen bis zu 40 Meter langen Routen neue Schwierigkeitsgrade oder Onsight-Begehungen sammeln. An dem Fels kann dank des Überhangs von einigen Metern auch recht gut kurz nach Regen geklettert werden. Einzige nach starken und langen Regenfällen drückt das Wasser länger durch den Fels. Da es nur drei oder vier Routen im Bereich bis 7 gibt, eignet sich das Gebiet allerdings eher für fortgeschrittene Kletterer.

Charakter und Absicherung: Da die leichteste Route im unteren siebten Schwierigkeitsgrad ist, tümmeln sich hier in erster Linie sehr starke Kletterer von teilweise weit her. An dem Fels wird eigentlich das ganze Jahr lang geklettert und ist sowohl bei warmen Sonnenstrahlen (ab ca. 14 Uhr) im Winter als auch in der Abendsonne im Sommer gemütlich. Die Absicherung ist gut, die Hakenabstände kurz. Umlenker sind vorhanden.

Parken, Zustieg und Übernachtungstipp:

  • Geparkt wird am Wanderparkplatz zum Falkenstein. Der Zustieg dauert ca. 10-15 Minuten und führt auf einem schmalen Trampelpfad zum Fels.
  • Übernachtung: Der Campingplatz am Niedersonthofener See ist gepflegt und liegt wunderschön direkt am Ufer. Ganzjährig geöffnet.
Ob seiner Bekanntheit sind einige Routen im Sportklettergebiet Weihar abgespeckt. | Foto: Frieda Knorke
Ob seiner Bekanntheit sind einige Routen im Sportklettergebiet Weihar abgespeckt. | Foto: Frieda Knorke

Sportklettern in Weihar

Das Klettergebiet Weihar thront hoch über dem kleinen Dorf Bad Hindelang im Herzen des Allgäus. Feiner Kalk, große Vorsprünge und Bänder sind hier charakteristisch. Überhänge gibt es ebenso wie Platten. Da das Gebiet ein Klassiker ist, es in jedem Schwierigkeitsgrad etwas gibt und auch im lokalen Führer in den höchsten Tönen gelobt wird, sind einige Routen abgespeckt. Dennoch ist der Weihar ein wunderschönes Ziel für einen gemütlichen Tag am Fels. Das Felsband zieht sich über mehrere Stufen recht weit, wodurch es immer Routen gibt, die im Schatten liegen. Als Sichernder steht man ebenso meist im Schatten der Bäume.

Parken und Zustieg

Geparkt wird an einem kleinen Wanderparkplatz in einer scharfen Rechtskurve. Der Zustieg verläuft über eine teils steile Teerstraße und dauert etwa 20 Minuten. Nicht über die Wiesen abkürzen!!

Charakter und Absicherung

Der Weihar liegt im Sommer ab Mittag in der Sonne und hat ein gemütliches Flair. Die Absicherung ist sehr gut, die Hakenabstände verhältnismäßig kurz. Umlenker sind vorhanden.

Sportklettern im Gsperr

Klettern im Gsperr. | Foto: Frieda Knorke
Klettern im Gsperr. | Foto: Frieda Knorke

Schon nicht mehr recht Allgäu, ist das Gsperr dennoch ein wunderschönes Gebiet. Ein Bach mit glasklarem Gebirgswasser plätschert am Fuß der Wand vorbei, das Bachbett ist ein weiter Steinstrand, der sich völlig unvermittelt zu einer schmalen Schlucht verengt. Blickt man durch diesen Korridor, erheben sich dahinter hohe Gipfel. Ein wunderschöner Anblick.

Im Klettergarten selbst gibt es Routen für jedermann, die sehr gut abgesichert sind. Einziges Manko an diesem Gebiet: Direkt auf der anderen Seite des Baches liegt ein Schießstand, auf dem tatsächlich in Wandrichtung geschossen wird. Abgesehen von dem Hall, der durch die Schüsse ausgelöst wird und garantiert jegliche entspannte Atmosphäre zerstört, sollte am rechten Wandteil auch nicht geklettert werden, wenn der Schießstand in Betrieb ist.

Charakter und Absicherung: Die Wände sind größtenteils nordseitig ausgerichtet und trocknen daher nicht besonders schnell. Die Absicherung ist dafür erstklassig, Umlenker sind vorhanden.

Parken und Zustieg: Von A7 in Richtung Reutte und weiter nach Mühl. Vorbei am Metallwerk Plansee geht es zum E-Werk (Richtung Stuibenfälle), wo man parken kann. Der Zustieg erfolgt über einen wunderschönen Wanderweg und wird mit einer Bachquerung direkt am Klettergarten gekrönt. Zustiegsdauer etwa 15 Minuten.

 

Die geeignete Ausrüstung für’s Klettern findet Ihr hier:

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