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Das Freeride-Leichtgewicht

Die Marker Kingpin M-Werks im Test

5 Minuten Lesezeit
Marker präsentiert seinen Klassiker, die Kingpin, in einer leichteren Version als Kingpin M-Werks. Bergzeit Autor Lorenzo Rieg hat die Freerideorientierte Tourenbindung getestet.

Die Kingpin von Marker hat sich im Bereich der Pin-Bindungen in den letzten Jahren stark etablieren können. So gibt es kaum eine Aufstiegsspur in der man nicht das ein oder andere Exemplar des abfahrtsorientierten Leichtgewichtes antrifft. Kein Wunder, hat Marker es mit der Kingpin doch als erstes geschafft die logische Kombination aus Pin-Vorderbacken und einem Hinterbacken, der am Skischuhrand greift zu realisieren.

Mittlerweile ist die Kingpin schon eine Weile in Gebrauch und hat sich viele Fans erobert, was vielleicht mit ein Grund war, dass Marker mit der neuen Kingpin M-Werks noch einen drauf setzt, bzw. die bewährte Bindung in einer  leichteren Version herausbringt. Durch einen etwas minimalistischeren Vorderbacken sowie die Verwendung von Carbon wird das Gewicht reduziert, während Stabilität und Kraftübertragung gleichbleiben. Dabei bietet die Bindung, welche zunächst mit Bremsen in 100mm oder 125mm Breite ausgeliefert wird, Einstellwerte zwischen 5 und 12. Ich konnte die neue Bindung im Frühjahr ausgiebig testen.

Ski mit Freeridebindung vor Bergpanorama
Die Marker Kingpin M-Werks ist die leichtere Version der Kingpin. | Foto: Lorenzo Rieg

Was ist jetzt neu an der Kingpin M-Werks?

Die Neuheit der Kingpin M-Werks ist im Prinzip, dass der Hinterbacken der Kingpin mit dem Vorderbacken der aufstiegsorientierten Pin-Bindung von Marker, der Alpinist, kombiniert wurde. Um zusätzlich Gewicht zu sparen und die Steifigkeit und damit die Kraftübertragung in der Abfahrt zu verbessern, sind sowohl der Vorderbacken als auch der Hinterbacken aber mit einem 30%igen Anteil an Carbon gefertigt. Auch der Hebel zum Umschalten vom Aufstiegs- in den Abfahrtsmodus wurde überarbeitet, wodurch einerseits die Ergonomie verbessert, andererseits weiter Gewicht eingespart werden konnte. Ähnliches gilt für die beiden Steighilfen, auch diese wurden etwas leichter und sind jetzt besser zu bedienen. Wie bei der bekannten Kingpin bieten sie Winkel von 0°, 7° und 13°.

Tester und Testbedingungen

Ski stecken in Schnee vor Bergpanorama
Bergzeit Autor Lorenzo hat die Kingpin M-Werks auf einem Völkl BMT 90 getestet. | Foto: Lorenzo Rieg

Ich bin 183cm groß und wiege etwa 75kg. Ich bin sehr viel auf Ski unterwegs, vor allem auf Skitour. Die Kingpin M-Werks konnte ich auf einem Völkl BMT 90 testen. Als Schuhe habe ich den Scott S1 und den Scarpa Maestrale verwendet. Ich hatte das Set ab April zum testen zur Verfügung, hauptsächlich war es daher auf Frühjahrstouren im Einsatz. Durch den kalten und feuchten Mai waren allerdings auch fast hochwinterliche Verhältnisse dabei und ein paar wenige Tage im Skigebiet haben sich auch noch eingeschlichen.

Die Kingpin M-Werks im Test

Die Bindung ist schnell auf den Schuh eingestellt, hier kann man gleich positiv den relativ großen Einstellbereich vermerken. Im Alltag brauche ich den jetzt nicht unbedingt, allerdings kommt es ja doch mal vor das man einen neuen Schuh hat der dann doch deutlich länger oder kürzer ausfällt als der alte und man dann froh ist die Bindung nicht neu bohren zu müssen.

Von der Bedienung unterscheidet sich die neue M-Werks praktisch nicht von der klassischen Kingpin. Der Hebel zum Umschalten zwischen Geh- und Skimodus und die Steighilfen wurden etwas leichter und ergonomischer ausgeführt, lassen sich aber ebenso gut bewegen wie bei den Schwestermodellen. Auch der Einstieg in die Bindung geht leicht vom Fuß. Vorder- und Hinterbacken schnappen mit einem vernehmlichen Klacken zu und los kann es gehen.

Skischuh in Kingpin M-Werks
Die Bindung lässt sich leicht auf den Skischuh einstellen und auch im Gelände ist unser Tester schnell in der Kingpin M-Werks. | Foto: Lorenzo Rieg

Bei der Abfahrt verhält sich die Bindung wie erwartet top. Tolle Kraftübertragung und direkte Skikontrolle in allen Schneearten. Hier gibt es nichts auszusetzen, wobei ich hier keinen Unterschied zur ebenfalls exzellenten „normalen“ Kingpin feststellen kann.

Beim Ausstieg aus der Bindung muss man, zumindest wenn man den direkten Wiedereinstieg vorbereiten möchte, sowohl den Vorder- als auch den Hinterbacken öffnen. Das ist, wenn man von einer Rahmenbindung oder einem der klassischen Pin-Modelle auf die Kingpin umsteigt ungewohnt, für Nutzer von moderneren Pinbindungen aber ohnehin schon Standard.

Auch im Aufstieg zeigt die Bindung keine Schwächen. Das Umstellen geht auch hier schnell: Hebel umlegen, Hinterbacken schließen, einsteigen und losgehen. Gerade in Verbindung mit dem leichten Ski hat man wirklich wenig Gewicht am Fuß und kommt entsprechend schnell voran. Die Steighilfen lassen sich durch Entlangfahren mit der Stockspitze am Hinterbacken leicht einstellen und Spitzkehren gehen besonders leicht, da die Gewichtsverteilung der Bindung dafür sorgt das der Ski leicht wegklappt.

Skitourengeher im Aufstieg
Im Aufstieg – wie in der Abfahrt – zeigt die Kingpin M-Werks keinerlei Schwächen. Und ein bisschen weniger Gewicht im Aufstieg hat noch keinem Skitourengeher geschadet. | Foto: Lorenzo Rieg

Testfazit zur Kingpin M-Werks

Tolle Fahreigenschaften, die für mich der „normalen“ Kingpin in keiner Weise nachstehen. Die Gewichtsreduktion ist natürlich erfreulich, schließlich hat weniger Gewicht am Fuß auf Skitour noch niemandem geschadet. Die überarbeiteten Hebel etc. sind nett, aber faktisch erhält man mit der Kingpin M-Werks eine leichtere Kingpin, die von der Funktion mit Ausnahme des etwas niedrigeren Einstellwertes praktisch identisch ist. Immer noch keine Ultraleicht-Bindung, dafür mit vollem Funktionsumfang und toller Kraftübertragung.

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