Rund 40 verschiedene Sicherungsgeräte für Kletterer gibt es aktuell aber nur sechs sind empfehlenswert. Chris Semmel vom Deutschen Bergführerverband hat sich die Geräte genauer angeschaut und für das neue Tablet-Magazin Mountains4U getestet und verglichen.
  • Eine aktuelle Übersicht über Sicherungsgeräte (Stand 2017) bietet unser Marktüberblick

Das es 5.000 verschiedene Automodelle gibt verwundert niemanden. Na und? Alle haben ein Lenkrad, Bremse und Gas. Und diese sitzen immer an derselben Stelle. Sicherungsgeräte gibt es etwa 40 verschiedene. Zugegeben, da sind schon einige Exoten darunter, wie „Sum“ oder „Logic“. Aktuell marktrelevant sind etwa 15. Davon wiederum sind sechs empfehlenswert bzw. haben ihre Berechtigung auf dem Markt. Das Problem: Anders als beim Auto sind Bremshandposition und Bedienungstechnik bei den Sicherungsgeräten keineswegs immer gleich.

Die Auswahl an Sicherungsgeräten fürs Klettern ist groß, doch nur sechs Geräte spielen derzeit am Markt eine Rolle. Mountains4U hat den sechs Geräten in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Berg- und Skieführer e.V. auf den Zahn gefühlt. | Foto: Petra Thaller/Mountains4U
Die Auswahl an Sicherungsgeräten fürs Klettern ist groß, doch nur sechs Geräte spielen derzeit am Markt eine Rolle. Mountains4U hat den sechs Geräten in Zusammenarbeit mit dem Verband Deutscher Berg- und Skieführer e.V. auf den Zahn gefühlt. | Foto: Petra Thaller/Mountains4U

Im Rahmen der ISPO 2013 lud das Magazin AllMountain zu einem Round Table-Gespräch ein. „Wie sieht das optimale Sicherungsgerät aus?“, lautete die Frage an die Produktmanager von Black Diamond, Edelrid, Petzl und Mammut sowie die Vertreter von Bergwacht und Bergführerverband. Verständlich, dass die Meinungen hier etwas auseinander gingen. Sonst hätte ja jeder Hersteller das gleiche Gerät im Sortiment. Einigkeit herrschte dennoch bezüglich folgender Punkte: Jedes Sicherungsgerät kann fehlbedient werden. Eine Schulung ist also unerlässlich!  Bedienungsanleitungen in Form von Texten oder Zeichnungen sind nicht ausreichend. Um die korrekte Handhabung darzustellen, braucht es bewegte Bilder – also Videos, welche die richtige Bedienung zeigen. Kurse und Übung! Eine Ausbildung und Routine entsprechend dem betreffenden Sicherungsgerät ist essenziell.

Das zeigt auch die 2012 durchgeführte aktuelle Studie des DAV (vgl. Panorama 2/2013 und bergundsteigen 1/13). Kletterer mit Ausbildung machen signifikant weniger Sicherungsfehler als diejenigen, die von Freunden oder Bekannten eingewiesen wurden. Dabei machen routinierte Kletterer genauso häufig Fehler wie Personen, die erst seit wenigen Jahren klettern. Und auch bezüglich der korrekten Bedienung der Sicherungsgeräte hat die Sicherheitsforschung des DAV richtungsweisende Arbeit geleistet. Videos zur korrekten Bedienung sowie zu den häufigsten Fehlbedienungen (siehe Seite 4) stehen im Netz. Auch Mountains4U und der Deutsche Bergführerverband (vdbs.de) zeigen zu den dargestellten Sicherungsgeräten, wie es richtig geht.

Durchblick im Dschungel der Sicherungsgeräte

Bleibt die Frage: Welches Gerät soll man sich denn nun kaufen? Wo liegen Vor- und Nachteile und welche Fehlbedienungen sind besonders heikel für die Geräte? Oft hört man bei Diskussionen in Kletterhallen Sätze wie: „Das GriGri ist total gefährlich“, oder: „Tuber gehören verboten. Neulich ist schon wieder im Plastiktempel einer runtergefallen…“ Das alles sind sehr persönlich gefärbte Sichtweisen. Denn betrachtet man die Unfallzahlen, so sind das erstens sehr wenige und zweitens muss man die Unfallzahlen auf die Gerätehäufigkeit beziehen. Wenn aktuell knapp 60 Prozent mit einem Tube sichern und nur noch 8 Prozent mit der HMS ist es logisch, dass auch mehr Tuber- als HMS-Unfälle zu beobachten sind. Auffällig ist, dass die sogenannten „Halbautomaten“, also Sicherungsgräte, die eine Blockierunterstützung bieten (wie GriGri, Smart, Mega Jul oder Click-Up), im Vergleich zur DAV-Studie von 2004 aktuell einen Zuwachs verzeichnen und 2012 einen „Martanteil“ von über 30 Prozent besaßen.

Würde man nun die Unfälle unter Berücksichtigung der Gerätehäufigkeiten auswerten, wäre das unfair. Denn die Unfallzahlen sind so gering, dass dies statistisch unseriös ist. Tut man es dennoch, könnte man eine „unseriöse“ Rangliste erstellen, die meilenweit vom Cinch als „unfallträchtigstes“ Gerät angeführt wird. Danach kommt lange nichts. Dann, mit großem Abstand, folgt der Achter, gefolgt von HMS und GriGri. Aber wie gesagt: Das ist unseriös und allenfalls ein Zahlenspiel, weshalb wir das ganz schnell wieder vergessen. Wesentlich Aussagekräftiger, da statistisch belegbar, ist der Ansatz, die beobachteten Fehlbedienungen der Geräte zu vergleichen (Quelle: Kletterhallenstudie des DAV, vgl. Tabelle am Ende). Die sogenannte Fehlerrate zeigt, wie häufig im Durchschnitt das entsprechende Sicherungsgerät „fehlbedient“ wurde. Die HMS liegt mit durchschnittlich 1,14 beobachteten Fehlern pro Sicherungsvorgang an der Spitze. Hier wird schnell klar, dass HMS und Tube verglichen mit den Halbautomaten eher schlechte Karten haben. Also die Aussage, das GriGri sei ein „gefährliches Gerät“, ist unsinnig! Halbautomaten bieten ein Sicherheitsplus. Doch Vorsicht! Das heißt nicht, dass man einen Halbautomaten ohne intensive Schulung einem Anfänger in die Hand drücken kann! Denn entscheidend, ob das Auto gegen einen Baum fährt, ist immer in erster Linie der Fahrer!

Bewertung der Sicherungsgeräte

Aber welches Sicherungsgerät ist denn nun das Beste? Kurz: Alle sechs Geräte, die wir hier vorstellen, sind gut! Welches Gerät was kann und sich für wen und welchen Einsatzbereich eignet, zeigt im Überblick die Tabelle im Anschluss. Bei unserer Beurteilung bewerteten wir zunächst den Bedienungskomfort. Also wie gut lässt sich das Seil ausgeben, wie kompliziert ist es, das Seil einzunehmen und wie bewährt sich das Gerät beim Ablassen. Wer hier durchfällt, kann gleich zu Hause bleiben. Denn selbst das „Fehler verzeihendste“ Gerät ist Unsinn, wenn man das Seil nicht zügig ein- und ausgeben kann.

Die getesteten Sicherungsgeräte: Mammut Smart, Climbing Technologies Click-up, Petzl GriGri2, Edelrid Mega Jul, Tuber & HMS-Karabiner. | Foto: Petra Thaller/Mountains4U
Die getesteten Sicherungsgeräte: Mammut Smart, Climbing Technologies Click-up, Petzl GriGri2, Edelrid Mega Jul, Tuber & HMS-Karabiner. | Foto: Petra Thaller/Mountains4U

Als zweiten Schwerpunkt bewerteten wir, für welchen Einsatzbereich sich das Gerät eignet, etwa zum Sportklettern in der Halle und im Klettergarten oder für Mehrseillängen-Touren und den alpinen Einsatz. Und schließlich stellt sich die Frage, ob man mit dem Gerät vernünftig abseilen kann. Hier kann der Anwender entscheiden, welches Gerät zu seinen Bedürfnissen passt.

Im zweiten Teil der Tabelle bewerteten wir die Fehleranfälligkeit, also: Wie empfindlich reagiert das Sicherungsgerät bei den unterschiedlichen Fehlbedienungsmöglichkeiten? Wie gefährlich ist es beispielsweise, wenn ich das Bremsseil versehentlich loslasse? Ist hier ein Gerät als „tolerabel“ bewertet heißt das nicht, dass man hier ohne Bedenken das Bremsseil „rumbaumeln“ lassen kann. Es ist und bleibt ein Fehler, und kann unter Umständen zu einem Unfall führen.

Bei unseren Tests zeigte sich jedoch, dass beim betreffenden Gerät ein Sturz meist auch ohne Bremshand am Seil gestoppt wurde. Es bietet, ähnlich einem Airbag in einem Auto, eine „Notfallsicherung“. Niemand würde freiwillig gegen einen Baum fahren, nur weil sein Auto einen Airbag hat. Wenn es doch mal passiert, hat man ein gewisses Sicherheitsplus. Die zuletzt angeführte Fehlerrate gibt an, wie fehlerhaft das Gerät laut DAV-Kletterhallenstudie 2012 im Durchschnitt von Kletterern bedient wurde.

So wurde getestet

Um die beschriebenen Fehlbedienungen zu bewerten, haben wir jeweils mit einem dünnen, glatten und einem dicken, starren gebrauchten Seil gesichert, abgelassen und abgeseilt. Weiter zogen wir uns Bremshandschuhe an und führten Sturzversuche mit einem 70-kg-Gewicht durch. Dabei variierten wir die Sturzhöhe sowie die Seilreibung und sicherten absichtlich falsch, entsprechend der vier beschriebenen Fehlerbilder. Als sehr komplex und heimtückisch zeigte sich dabei Fehler 2 (Bremshand vor Gerät, siehe Seite 4). Denn hielt man das Bremsseil direkt vor dem Sicherungsgerät, stürzte unser Gewicht oft bis zum Boden! Beim Tube mag das noch einleuchten. Bei Click-Up, Mega Jul und Smart kam es darauf an, ob die Bremshand in dem Moment das Seil wirklich festhielt, oder ob das Bremsseil nur locker in der Hand lag. Näheres in den Bewertungssteckbriefen auf Seite 3 und der Bewertungstabelle auf Seite 4.

Alles safe? Bevor es mit einem neuen Sicherungsgerät an den Fels geht ist eine Schulung wichtig. | Foto: Stefan Schlumpf/Mammut
Alles safe? Bevor es mit einem neuen Sicherungsgerät in die Halle oder an den Fels geht, ist eine Schulung wichtig. | Foto: Stefan Schlumpf/Mammut

Fazit zum Sicherungsgeräte-Vergleich

Vorweg unser Fazit: Alle sechs Geräte haben ihre Berechtigung am Markt. Das „perfekte Gerät“ gibt es nicht. Vorsicht, wer von seinem gewohnten auf ein neues Bremsgerät wechseln möchte. Bitte, bitte erst schulen lassen, dann mit Hintersicherung üben und dann erst im Ernstfall einsetzen. Ganz wichtig ist es auch, sich mit der Funktionsweise und den Schwächen seines Geräts auseinanderzusetzen. Tuber sind in Kletterhallen unnötig. Ausnahme: Man sichert deutlich leichtere Personen (Kinder oder seine/n leichte/n Partner/in). Halbautomaten bieten ein Plus an Sicherheit und sind bei Körpersicherung ausreichend dynamisch, wenn man dem Sturzzug etwas „entgegengeht“. Die HMS und der Achter werden beim Sportklettern aussterben. Der Achter wird aussterben und die HMS ist für das Sportklettern unpassend.

Bewertungssteckbriefe: Die Sicherungsgeräte im Überblick


Diverse Hersteller, Tube: viele verschiedene Modelle auf dem Markt. Empfehlenswert sind solche mit zwei Bremsstufen, also Geräte, die Bremsriffeln oder Schlitze und eine "klassische Seite" haben. Extrem gefährlich bei Bremshandfehlern, egal ob oben oder ganz losgelassen. Solche Fehler sind hier fatal! Sehr universell einsetzbar. Vorsicht bei dünnen, glatten Seilen und geringer Handkraft (leichte Personen). Hier sollte die Bremsstufe erhöht werden, indem man zwei Karabiner einhängt. | Foto: Petra Thaller/mountains4uDiverse Hersteller, Tube

Viele verschiedene Modelle auf dem Markt. Empfehlenswert sind solche mit zwei Bremsstufen, also Geräte, die Bremsriffeln oder Schlitze und eine „klassische Seite” haben. Extrem gefährlich bei Bremshandfehlern, egal ob oben oder ganz losgelassen. Solche Fehler sind hier fatal! Sehr universell einsetzbar. Vorsicht bei dünnen, glatten Seilen und geringer Handkraft (leichte Personen). Hier sollte die Bremsstufe erhöht werden, indem man zwei Karabiner einhängt.


Mammut Smart: SMART - günstiges und leichtes Sicherungsgerät ohne viel Mechanik. Gute Bedienung beim Seilausgeben. Blockiert allerdings mit glatten Seilen nicht vollständig! Ist die Bremshand "oben" oder "parkt" vor dem Gerät, kann ein Sturz oft nicht gehalten werden!Bei Stürzen mit wenig Seilreibung und dünnen Seilen stoppte das Gerät den Sturz nicht, wenn das Bremsseil losgelassen wurde! Das Ablassen ist mit dicken Seilen schwer dosierbar. | Foto: Petra Thaller/mountains4uMammut Smart

Günstiges und leichtes Sicherungsgerät ohne viel Mechanik. Gute Bedienung beim Seilausgeben. Blockiert allerdings mit glatten Seilen nicht vollständig! Ist die Bremshand „oben” oder „parkt” vor dem Gerät, kann ein Sturz oft nicht gehalten werden!Bei Stürzen mit wenig Seilreibung und dünnen Seilen stoppte das Gerät den Sturz nicht, wenn das Bremsseil losgelassen wurde! Das Ablassen ist mit dicken Seilen schwer dosierbar.


Edelrid Mega Jul: Sicher das universellste Gerät zusammen mit den Tubern (z.B. ATC-Guide oder Reverso 4). Auch für Doppelseile und zum Nachsichern geeignet. Das Seilausgeben ist mit dickeren Seilen etwas anstrengend. Beim Abseilen ist das Dosieren im "Halbautomaten-Modus" mühsam, im "Tube-Modus" gut möglich. Vorsicht bei Bremshand-oben-Fehlern, hier reagiert das Gerät sehr empfindlich und bremst nur, wenn die Hand auf das Gerät gezogen wird. Beim "Parken" der Bremshand vor dem Gerät zeigt sich ein großer Seildurchlauf, bis das Gerät bremst. Legt man das Bremsseil versehentlich falsch herum ein, wird das beim Versuch, das Seil einzuziehen, sofort deutlich. | Foto: Petra Thaller/mountains4uEdelrid Mega Jul

Sicher das universellste Gerät zusammen mit den Tubern (z.B. ATC-Guide oder Reverso 4). Auch für Doppelseile und zum Nachsichern geeignet. Das Seilausgeben ist mit dickeren Seilen etwas anstrengend. Beim Abseilen ist das Dosieren im „Halbautomaten-Modus” mühsam, im „Tube-Modus” gut möglich. Vorsicht bei Bremshand-oben-Fehlern, hier reagiert das Gerät sehr empfindlich und bremst nur, wenn die Hand auf das Gerät gezogen wird. Beim „Parken” der Bremshand vor dem Gerät zeigt sich ein großer Seildurchlauf, bis das Gerät bremst. Legt man das Bremsseil versehentlich falsch herum ein, wird das beim Versuch, das Seil einzuziehen, sofort deutlich.


Diverse Hersteller, HMS-Karabiner: Sehr universell und "simpel" - bezüglich Fehlbedienungstücken jedoch nicht zu unterschätzen. Besonders das Seileinziehen entpuppt sich als sehr fehlerträchtig. Beim Ablassen sehr hoher Seilverschleiß und Krangelbildung. Eher für das alpine Gelände geeignet. Zum Abseilen weniger geeignet. Verzeiht keine Fehlbedienung außer Bremshandpositionsfehler. | Foto: Petra Thaller/mountains4uDiverse Hersteller, HMS-Karabiner

Sehr universell und „simpel” – bezüglich Fehlbedienungstücken jedoch nicht zu unterschätzen. Besonders das Seileinziehen entpuppt sich als sehr fehlerträchtig. Beim Ablassen sehr hoher Seilverschleiß und Krangelbildung. Eher für das alpine Gelände geeignet. Zum Abseilen weniger geeignet. Verzeiht keine Fehlbedienung außer Bremshandpositionsfehler.


Petzl GriGri2: guter Halbautomat, unempfindlich gegenüber Bremshand-Positionsfehlern sowie beim Loslassen des Bremsseils. Gut in der Toprope-Bedienung, etwas kompliziert beim Seilausgeben. Das Ablassen muss geschult werden, sollte dann aber kein Problem sein, egal ob mit dünnen oder dicken Seilen. | Foto: Petra Thaller/mountains4UPetzl GriGri2

Guter Halbautomat, unempfindlich gegenüber Bremshand-Positionsfehlern sowie beim Loslassen des Bremsseils. Gut in der Toprope-Bedienung, etwas kompliziert beim Seilausgeben. Das Ablassen muss geschult werden, sollte dann aber kein Problem sein, egal ob mit dünnen oder dicken Seilen.


Climbing Technologie Click-Up: sehr angenehm zu bedienendes Gerät, außer man "pennt" und es "klickt" beim Seilausgeben. Dann nämlich ist das Gerät blockiert und bleibt auch blockiert. Das Lösen der Blockierung muss geübt werden. Bei dicken, alten Seilen etwas schwer bedienbar. Das Ablassen ist sehr gut dosierbar. Vorsicht bei Bremshand-oben-Fehlern und beim "Parken" der Bremshand vor dem Gerät. Hier läuft das Bremsseil sehr lange durch, bevor das Gerät "zumacht". Beim Loslassen des Bremsseils blockiert das Gerät bei unseren Tests. Wirkt jedoch viel Reibung im Seilverlauf, läuft das Seil sehr lange durch, bis das Gerät blockiert. | Foto: Petra Thaller/mountains4u

Climbing Technologie Click-Up

Sehr angenehm zu bedienendes Gerät, außer man „pennt” und es „klickt” beim Seilausgeben. Dann nämlich ist das Gerät blockiert und bleibt auch blockiert. Das Lösen der Blockierung muss geübt werden. Bei dicken, alten Seilen etwas schwer bedienbar. Das Ablassen ist sehr gut dosierbar. Vorsicht bei Bremshand-oben-Fehlern und beim „Parken” der Bremshand vor dem Gerät. Hier läuft das Bremsseil sehr lange durch, bevor das Gerät „zumacht”. Beim Loslassen des Bremsseils blockiert das Gerät bei unseren Tests. Wirkt jedoch viel Reibung im Seilverlauf, läuft das Seil sehr lange durch, bis das Gerät blockiert.


Bewertungstabelle zum Sicherungsgeräte-Test 

Sicherungsgeräte im Vergleich: der Überblick.
Sicherungsgeräte im Vergleich. Für großere Ansicht bitte auf Grafik klicken. | Quelle: Mountains4U

 

Überblick Fehlbedienungen der Sicherungsgeräte

Zur Bewertung der Geräte bei den Fehlbedienungen haben wir uns an typischen Unfallmustern orientiert. Wird die Bremshand beispielsweise oberhalb des Geräts gehalten, so kann das gravierende Folgen haben.

1. Fehler: Bremshand oben

Das Bremsseil wird mit beiden Daumen nach oben zeigend oberhalb des Sicherungsgeräts gehalten. Viele Tube-Unfälle sind so erklärbar. Auch Smart, Click-Up und Mega Jul versagen so, während die HMS und das GriGri hier unempfindlich reagieren!

2. Fehler: Bremshand vor Gerät

Oft wurde beobachtet, dass der Sichernde beim Tube das Bremsseil schon vermeintlich korrekt in der Hand hielt. Doch bei genauerem Hinsehen zeigte sich, dass die Bremshand beim Seilausgeben knapp vor dem Gerät „parkte“, bis der Vorsteiger das Seil endlich in die Zwischensicherung geklippt hatte. „Na und?“, mag man sich fragen. Unfallbeispiele zeigen, dass es besonders beim Tube, aber auch bei Halbautomaten hier im Falle eines Falles schwierig wird, den Sturz zu bremsen.

3. Fehler: Bremsseil losgelassen

Klassisch und weithin bekannt ist der Fehler, das Bremsseil gänzlich loszulassen. Warum auch immer, versehentlich oder weil man unbedingt die eben eingetroffene SMS lesen, ein Krangel aus dem Seil schütteln oder dem Kind dern Schnuller wieder in den Mund schieben muss, oder der … aus der Nase… Meist liegt es schlicht und ergreifend an einer falschen Bedienung beim Seil einnehmen!

4. Fehler: Seil verdreht eingelegt

Selten vorgekommen aber fatal kann es sein, wenn das Bremsseil versehentlich falsch in das Gerät eingelegt wird. Hier bewerteten wir, wie „naheliegend“ solch ein Fehler ist und ob man diesen zwangsläufig beim Versuch, das Seil ein- und auszugeben, bemerkt. Auch mit welcher Bremskraft das Gerät dann noch reagiert ist relevant.


 

Mountains4U - Cover Oktober 2013Mountains4U – das Tablet Magazin für Bergsport & Outdoor

Der Sicherungsgeräte-Test erscheint im Bergzeit Magazin mit freundlicher Genehmigung von Mountains4U. Das  interaktive Tablet-Magazin für Bergsport und Outdoor ist seit September 2013 bei Google Play und im Apple-Store erhältlich, Ausgabe 10/2013 ist seit einigen Tagen bereit zum Download. Weitere Infos unter www.mountains4u.de und hier im Bergzeit Magazin.

 

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Kommentare

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Michael Mütze
Hallo liebe Bergfreunde, seit 1979 gehe ich klettern und habe wirklich in der Sächsischen Schweiz mit der legendären Wäscheleine und barfuß begonnen. Ebenso fingen wir zunächst an mit Brustkreuz, dann Karabinerkreuz, selbstgebaute Stichbremse, kleinem selbstgebautem Achter (Bruchlast getestet 55 KN) bis wir endlich einen Birnenkarabiner hatten für die Halbmastwurfsicherung. Verschiedene Kletterunfälle begleiteten meine „Karriere“. Vorgestern erdete ich von ganz oben (12 m) in unserer Kletterhalle, weil der Sichernde (noch etwas ungeübt) die HMS losgelassen hatte. Es ist wie durch ein Wunder wirklich nix passiert außer dass der Sichernde die „Nach Oben Hand“ sich etwas verbrannte. Seit Jahren sichere ich mit… Read more »
David Müller

Hallo zusammen,
wird denn beim Sichern mit HMS der Fehler „Bremshand oben“ als solcher in die Fehlerrate mit einbezogen? Oder werden hier nur wirkliche Bedienfehler gerechnet.
Da die HMS-Sicherung ja lange Zeit so gelehrt wurde und in keinster Weise unsicherer ist, als mit Bremshand unten fände ich das eine etwas verzerrende Darstellung.
Wenn nicht, welche Fehler werden bei HMS am häufigsten gemacht?
Beste Grüße, David

peter le crack

was mich immer belustigt bei all den kommentaren und meinungen. was die leute alles für titel haben. soll das mehr respekt erheischen? bergführer, leiter von.. und noch viel mehr.
da grinst der alte alpinist.
scheint durch berg und steigen mode zu werden.
wenn ich da an echt große alpinisten denke..
gelle?

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