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Recycelte Hardshell

Pyua Breakout-Y Skitourenjacke im Test

5 Minuten Lesezeit
Pyua bricht mit seinem geschlossenen Recyclingsystem aus dem Rang der anderen Outdoorhersteller aus. Ausbruch - "breakout" - vielleicht kommt daher der Name dieser neuen recycelten Dreilagen-Hardshell. So macht sich die Skitourenjacke im Test.

„Hast mal Lust ’ne Skitourenjacke zu testen?“ Schon hatte ich die Pyua Breakout Jacke in der Hand. Gut fühlte sich der Stoff zwischen meinen Fingern an. Und aussehen tut sie auch noch top. „Gleich mal anprobieren!“, musste ich nicht lang überlegen – und machte schon Pläne, wo ich die Hardshell-Jacke überall testen konnte.

Gleich am nächsten Wochenende ging’s dann los mit der neuen Wunderjacke. „ISPO Award Gewinner 2015/2016 … Leichte und gleichzeitig robuste Dreilagen-Skitourenjacke mit vielen smarten Details wie der einzigartigen Kapuzenverstellung oder dem Belüftungsreißverschluss.“ Man darf gespannt sein…

Hersteller Pyua: hochwertige Skibekleidung aus Recycling-Material

Die dreilagige Pyua Breakout-Y Jacke wurde in Europa aus 100 Prozent recyceltem Polyester hergestellt. Die Imprägnierung ist PFC-frei. | Foto: Florian Widmesser
Die dreilagige Pyua Breakout Jacke wurde in Europa aus 100 Prozent recyceltem Polyester hergestellt. Die Imprägnierung ist PFC-frei. | Foto: Florian Widmesser

Die Firma Pyua ist Hersteller der Breakout Jacke. „Minimize your ecological footprint!“ Damit werben sie – und zu Recht. Pyua setzt auf eine umweltfreundliche Produktion, zum Beispiel durch Recycling. Außerdem sorgt das Unternehmen dafür, dass die Textilien nach ihrem Gebrauch wieder verwendet werden können. Das bedeutet, man schickt seine altes Pyua-Kleidungsstück zu der Firma zurück oder entsorgt es in einem Pyua-Recyclingcontainer. Der Hersteller verwendet die Rohstoffe dann für neue Produkte. Da geht doch gleich der Daumen nach oben.

Wer nun denkt, der Stoff sei weniger funktional als vergleichbare Materialien oder die Breakout Jacke hätte nicht alle Features vergleichbarer Skijacken, der irrt. Die Dreilagen-Hardshell ist atmungsaktiv, winddicht und wasserdicht – dafür sorgt das hauseigene, umweltfreundliche Climaloop™-Laminat mit PFC-freier Imprägnierung. Die Skitourenjacke besteht aus einem robusten Ripstop-Material und ist sehr leicht. Außerdem besitzt sie ein Belüftungssystem und eine besondere Kapuzenverstellung, zwei Außen- und eine Innentasche sowie ein Goggle-Fach und einen abnehmbaren Schneefang. Man sieht, an alles wurde gedacht.

Die Pyua Breakout Jacke im Praxistest – Aufstieg

Aber wie verhält sich die Pyua Breakout in der Praxis? Das möchte ich unter anderem bei einer Skitour am Zischgeles (3.004 Meter) herausfinden. Der Zischgeles ist einer der beliebtesten Skigipfel im Sellrain – und das zu Recht. Teilweise steil und geradlinig führt die Route über sehr schöne Skihänge zum Gipfel.

Tragekomfort

Maximale Luftzirkulation: Der lange Belüftungsreißverschluss der Pyua Breakout-Y reicht von der Hüfte bis zum Handgelenk. Wenn's sehr heiß wird, können die Ärmel auch hochgekrempelt werden. | Foto: Florian Widmesser
Maximale Luftzirkulation: Der lange Belüftungsreißverschluss der Pyua Breakout reicht von der Hüfte bis zum Handgelenk. Wenn’s sehr heiß wird, können die Ärmel auch hochgekrempelt werden. | Foto: Florian Widmesser

Das Wetter ist noch diesig, aber mit Tendenz zum blauen Himmel. Parken, rein in die Ausrüstung, Ski auf dem Rucksack verstauen und los geht’s. Der Schnee reicht im April nicht mehr bis ganz unten, also müssen wir erstmal gut einhundert Höhenmeter tragen. Mir fällt sofort der angenehme Tragekomfort der Jacke mit Rucksack auf. Auf der Innenseite der Pyua Breakout, im Schulterbereich und am seitlichen unteren Rückenbereich, sind kleine, sehr dünne Polster verbaut, die den Druck ein wenig mindern, ohne dabei die Bewegungsfreiheit einzuschränken.

Gute Belüftung

Nach ein paar Metern wird es auch gleich mal steiler und unter der geschlossenen Jacke damit auch wärmer. Was für ein Glück, dass diese Skitourenjacke Belüftungsreißverschlüsse hat. Gedacht, getan. Ich stelle die Belüftung erstmal auf halbe Kraft. Die aufgestaute Wärme kann nun gut entweichen. I like!!! Nach ein paar Minuten erreichen wir eine geschlossene Schneedecke und fellen auf. Weiter geht es auf den Tourenski Richtung Gipfel, vorbei an der Schefalm, später über einen sehr langen und steilen Hang durch das sogenannte Kamplloch.

Irgendwann kommt dann auch die Sonne zum Vorschein und über uns erstreckt sich ein herrlicher blauer Himmel. Dem steileren Gelände und der erhöhten Sonneneinstrahlung geschuldet, wird es wieder ganz schön warm unter der Pyua-Jacke und es ist an der Zeit, die Belüftungsreißverschlüsse auf Anschlag aufzureißen. Sofort tritt Besserung ein. Zu Testzwecken öffne ich die Ärmel einmal komplett und rolle sie bis ganz nach hinten auf. Es sieht aus, als hätte ich Schwingflügel an oder ein neuartiges Airbag-Lawinen System um die Oberarme geschnallt. Naja… ist wohl Geschmacksache. Die Belüftung ist auf alle Fälle gut.

Wind- und wasserdicht

Auf einer Höhe von rund 2.900 Metern verpacken wir unsere Ski wieder an den Rucksäcken und beginnen die letzten 100 Höhenmeter über steiles, felsiges Gelände aufzusteigen. Das Wetter wird schlechter und Wind bläst uns um die Ohren. Das stellt aber kein Problem für die Pyua Breakout Jacke dar. Sie ist ja wind- und wasserfest. Selbst in kleinen Kletterpassagen ist die Dreilagen-Hardshell ein treuer Partner und garantiert jederzeit ausreichende Bewegungsfreiheit. Nach drei Stunden und 1.350 Höhenmetern Aufstieg ist der Zischgeles bezwungen und wir gehen zur wohlverdienten Brotzeit über.

Die Abfahrt

Weder scharfe Skikanten noch schwere Rucksäcke können der robusten Pyua-Jacke im Test etwas anhaben. | Foto: Florian Widmesser
Weder scharfe Skikanten noch schwere Rucksäcke können der robusten Pyua-Jacke im Test etwas anhaben. | Foto: Florian Widmesser

Die Abfahrt führt uns vom Gipfelkreuz Richtung Norden über den engen und steilen Gipfelhang ins Satteljoch und von dort aus über eine Stufe abwärts zur Aufstiegsroute. Nach etwa zehn Minuten erreichen ich, meine Begleiter und mein Pyua Breakout-Y Jacket wieder unseren Ausgangspunkt und beenden unsere schöne Skitour mit einem Weißbier im Alpengasthof Praxmar.

Die Pyua Breakout Jacke – Test-Fazit

Nach mehreren Skitouren sowie einigen Freeride-Erlebnissen in Eis und Schnee kann ich die Pyua Breakout nur sehr positiv bewerten. Sie ist winddicht, wasserfest und dennoch atmungsaktiv bei geringem Gewicht. Und sollte einem dennoch zu heiß werden, sorgen die seitlichen Belüftungsreißverschlüsse für schnelles Entdampfen. Das Material ist robust und ein Schultern der Ski mit scharfen Kanten oder Reibbewegungen eines schweren Rucksacks konnten der Hardshelljacke bis jetzt keinen Schaden zufügen. Die Kapuzenverstellung ist gut gelöst und funktioniert auch mit Skihelm darunter. Besonders gefällt mir, dass der Hersteller Pyua auf Nachhaltigkeit in der Produktion setzt und dafür sorgt, dass die Textilien nach ihrem Gebrauch auch wieder recycelt werden können.

  • Zur Pyua Breakout-Y Skitourenjacke bei Bergzeit – in Blau und Grün erhältlich
  • hier findet Ihr das Damenmodell
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