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Komfortable Kunstfaser

Carinthia G-Air im Test: Kuscheliger Dreijahreszeiten-Schlafsack

6 Minuten Lesezeit
Wenn es bei Schlafsäcken um Packmaß und Gewicht geht, müssen Kunstfaserschlafsäcke oft Federn bzw. Kunstfasern lassen. Nicht so der Carinthia G-Air: Der mit G-Loft isolierte Schlafsack ist nicht nur äußerst komfortabel, sondern auch klein und leicht.

Mitten im Hochsommer trudelte der Carinthia G-Air bei mir zum Testen ein und hinterließ einen bleibend positiven Eindruck. Gewicht, Packmaß und Komfort sind sehr angenehm für einen Kunstfaserschlafsack. Natürlich kam ich nicht einfach so auf dieses Ergebnis:

Allgemein: Leistungs- und Komfortvergleich bei Schlafsäcken

Innenmaterial, Außenmaterial sowie Kapuzenform am Kopfteil sind für höchstmöglichen Komfort designt. Der Carinthia G-Air erhält in Sachen Komfort damit die Note Eins. | Foto: Carsten Jost
Innenmaterial, Außenmaterial sowie Kapuzenform am Kopfteil sind für höchstmöglichen Komfort designt. Der Carinthia G-Air erhält in Sachen Komfort damit die Note Eins. | Foto: Carsten Jost

Oft werden Schlafsäcke primär über ihre Leistungsfähigkeit bewertet. Das ist einfach und der Vergleich mit anderen Schlafsäcken fällt leicht, da man sich über die EN-Komfortwerte (Komfort-, Grenz- und Extremtemperaturbereich) zusammen mit dem Gewicht ein gutes Bild von Schlafsäcken machen kann. Bei dieser Betrachtung kommt in meinen Augen aber eine Sache ganz klar zu kurz: Der Schlafkomfort! Neben dem Schnitt, der bei dem einen Schlafsack klaustrophobisch eng und bei einem anderen schlabberig weit sein kann, machen auch die verwendeten Materialien einen Unterschied. Füllung und Innenmaterial haben eine große Auswirkung auf das Wohlbefinden des Schläfers. Eine Sache, die gern bei reiner Performance-Betrachtung übersehen wird und dazu führt, dass der Schlafsack dann doch nicht so „funktioniert“, wie zu Beginn angenommen.

Top-Komfort beim Carinthia G-Air: Material und Füllung

Warum jetzt aber dieser Exkurs zu Schnitt und Materialien? Ganz einfach! Weil Carinthia beim G-Air sehr angenehme Materialien verarbeitet hat. Sowohl die Füllung als auch das Innenmaterial sind wunderbar weich und schmeicheln dem Schläfer. Das Unternehmen aus Kärnten hat dabei direkte Kontrolle über die Qualität der verwendeten Stoffe, weil diese aus dem eigenen Haus kommen. Mit Shelltex Ultra als wasserabweisendes und atmungsaktives Außenmaterial und Shelltex Superlight als angenehm weiches Innenmaterial werden beim Carinthia G-Air sehr leichte, komfortable Stoffe verarbeitet.

Das weiche Innenmaterial des Carinthia G-Air und die hochwertige G-Loft Isolation schmeicheln dem Genussschläfer vom Frühjahr bis in den Herbst. | Foto: Carsten Jost
Das weiche Innenmaterial des Carinthia G-Air und die hochwertige G-Loft Isolation schmeicheln dem Genussschläfer vom Frühjahr bis in den Herbst. | Foto: Carsten Jost

Als Isolationsmaterial findet das synthetische G-Loft ISO+ Verwendung. Während man sich bei Daunenschlafsäcken über Füllmenge und cuin-Werte einen Eindruck von der Qualität machen kann, ist das bei Kunstfasern etwas schwieriger. Jeder Hersteller scheint hier sein eigenes Süppchen zu kochen, so auch Carinthia. Zwei Dinge sind mir allerdings in dem Zusammenhang bekannt bzw. aufgefallen. Carinthia produziert G-Loft selber, was dazu führt, dass das Material unkomprimiert in der Produktion angeliefert wird. Ein Bonus gegenüber vielen anderen Isolationsmaterialien. Der zweite „Vorteil“ ist, dass G-Loft einen guten Ruf hat und zum Beispiel auch vom schwedischen Outdoorunternehmen Fjällräven in Isolationsjacken eingesetzt wird.

Die nackten Zahlen: Gewicht, Temperaturen, Schlafsacktuning

Der Carinthia G-Air wiegt in der Größe Medium 980 Gramm und hat mit 3,4 Litern ein kleines Packmaß. Er kann somit recht problemlos auch in Rucksäcken mit kleinerem Schlafsackfach verstaut werden. Wer etwas Gewicht sparen möchte, tauscht den mitgelieferten robusten Kompressionspacksack gegen einen leichten wasserdichten Packsack, zum Beispiel gegen den Exped VentAir Compression Bag oder gegen den Sea to Summit Ultra-Sil eVent Compression DrySack.

Die Temperaturangaben nach Europäischer Norm EN 13537 versprechen einen Komfortwert von um die Null Grad Celsius (+2,7 Grad für Mädels und -2,7 Grad für die toughen Männer). Diese Komfortwerte erreicht der Carinthia G-Air nicht allein über die Füllung, sondern auch über die Thermoflect®-Technologie, durch die Körperwärme reflektiert wird. Für mich ist der Carinthia G-Air somit ein guter Dreijahreszeitenschlafsack. Sollte es dennoch mal etwas kälter werden, kann man problemlos etwas mehr anziehen oder ein Schlafsack-Inlet wie das Lestra Merino in den Schlafsack mit hineinnehmen.

Was sonst noch gut zu wissen ist

Der Carinthia G-Air ist ein angenehm geschnitter Dreijahreszeitenschlafsack ohne viel Schnickschnack. Die Kunstfaserfüllung ist vor allem bei feuchter Umgebung ein Vorteil. | Foto: Carsten Jost
Der Carinthia G-Air ist ein angenehm geschnitter Dreijahreszeitenschlafsack ohne viel Schnickschnack. Die Kunstfaserfüllung ist vor allem bei feuchter Umgebung ein Vorteil. | Foto: Carsten Jost

Für die Pärchen unter uns ist es immer auch gut zu wissen, dass der Carinthia Schlafsack koppelbar ist. Und für Singles bedeutet das die freie Wahl der Reißverschlussseite. Im Schlafsack befindet sich eine kleine Innentasche, in der man Taschentücher, eine Stirnlampe, den Autoschlüssel oder andere kleine Dinge verstauen kann. Die Kapuze des Schlafsackes ist der Kopfform nachempfunden und lässt sich prima anpassen, gerade wenn man bei kälteren Temperaturen dann doch mal die Kapuze stark zuziehen möchte. Der Reißverschluss ist mit einer Wärmeleiste hinterlegt, damit hier keine Kältebrücke entsteht. Außerdem wurde ein Klemmschutzband vernäht, damit der Reißverschlussschlitten sich erst gar nicht im Material verhakt und, falls das doch mal passiert, nicht das dünne Innenmaterial beschädigt.

Der Carinthia G-Air im Test-Einsatz: Vom Allgäu bis nach Stockholm

Hin und wieder hat man mich auch auf dem Sofa mit dem Carinthia G-Air erwischen können. Das hatte weniger etwas mit dem Testen zu tun, sondern vielmehr mit dem Kuschelfaktor des Schlafsacks. Das Ding ist einfach bequem. Der Schnitt ist für einen so leichten Schlafsack angenehm und nicht zu eng. Richtig eingesetzt wurde der Carinthia G-Air dann hauptsächlich bei Wochenendtouren im Pfälzer Wald, Touren in den Allgäuer Alpen und beim Seekayakfahren in den Schären vor Stockholm. Mal im Zelt und mal draußen mit Tarp. Gerade bei der Verwendung mit Tarp hat das wasserabweisende Außenmaterial gut funktioniert und die Gewissheit, dass feuchte Kunstfasern besser isolieren als feuchte Daunen, hat sich hier auch gefestigt.

Der leichte Carinthia G-Air Kunstfaserschlafsack lässt sich wirklich klein komprimieren und ist damit ein guter Begleiter auf Trekkingreisen und Kurztrips. | Foto: Carsten Jost
Der leichte Carinthia G-Air Kunstfaserschlafsack lässt sich wirklich klein komprimieren und ist damit ein guter Begleiter auf Trekkingreisen und Kurztrips. | Foto: Carsten Jost

Gegen Ende der Saison hat sich für mich persönlich wieder gezeigt, dass die EN-Testwerte ein guter Indikator für die Leistungsfähigkeit eines Schlafsackes sind. Ich friere recht früh und kaufe meine Schlafsäcke nach dem Damen-Komfortwert. Das hat auch beim Carinthia G-Air wieder gut funktioniert. Um die Null Grad wurde es mir persönlich dann immer etwas frisch und ich musste entweder etwas mehr an- oder ins Zelt umziehen.

Test-Fazit und Details zum Carinthia G-Air

Kurzes Fazit: Niedriges Gewicht, hoher Komfort! Hinzu kommt, dass der Carinthia G-Air als Kunstfaserschlafsack wenig Probleme mit Feuchtigkeit hat. Gerade wenn man im Herbst unterwegs ist, bei Regen, Nebel und Raureif oder auch beim Zelten an Gewässern, spielt der Schlafsack seine Stärken aus. Zuerst mögen die 229,95 Euro teuer erscheinen. Im Vergleich mit anderen Kunstfaserschlafsäcken in diesem Bereich relativiert sich das aber recht schnell. Hinzu kommt: Komplett in Europa gefertigt. Der Carinthia G-Air ist für mich ein rundum gelungener und vor allem klein zu komprimierender Schlafsack.

Gewicht: 980 Gramm bei der Größe Medium
Temperaturbereich: Komfort: plus 5,3 Grad Celsius, Limit: plus 0,3 Grad Celsius, Extrem: minus 14,5 Grad Celsius (Medium), minus 15,5 (Large)
Reißverschluss: links, rechts
Material: Shelltex Ultra (außen); Shelltex Superlight (innen)
Füllung: G-Loft® Iso+

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