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Hardshell für Anspruchsvolle

Arc’teryx Alpha FL Jacket im Test

Von Alex Bell
6 Minuten Lesezeit
Die Arcteryx Alpha FL ist eine der hochgelobten Bersportjacken dieser Saison. Die leichteste Pro-Shell-Jacke aus der Arcteryx-Kollektion besticht durch robustes Material, ergonomische Passform und hohe Funktionalität. Was kann die Hardshell draußen?

Die Alpha-Serie von Arc’teryx verspricht kletter- und bergsportorientierte Jacken mit klettergurttauglicher Länge, Taschen, die auch mit Rucksack oder Klettergurt bedient werden können, und maximale Bewegungsfreiheit auch bei bei Überkopfbewegungen. Diese ergonomische 3D-Schnittführung nennt Arc’teryx e3D. Sie verspricht einen körpernahen Schnitt ohne Einschränkungen in der Bewegungsfreiheit. Eine helmtaugliche Kapuze, verlängerter Rücken sowie das bestmögliche Verhältnis von Robustheit zu Gewicht gehören ebenso zu den Standardmerkmalen der Alpha-Serie. Also eine Jacke, die dem Credo „form follows function“ durch und durch folgt. Ob das wirklich funktioniert? Dazu gleich mehr.

Arc’teryx Alpha FL Jacket: Das Material

Alex schaut im Test genau hin: Die Verarbeitung der Alpha FL Jacke mit Gore-Tex® Pro Shell ist wie aus einem Guss - Arcteryx eben! | Foto: Alex Bell
Alex schaut im Test genau hin: Die Verarbeitung der Alpha FL Jacke mit Gore-Tex® Pro Shell ist wie aus einem Guss – Arc’teryx eben! | Foto: Alex Bell

FL steht für Fast & Light. Bei dieser Serie werden möglichst leichte Materialien verwendet und das Produkt wird auf das Nötigste reduziert. Die Alpha FL Jacket ist aus dreilagigem Gore-Tex® Pro Shell mit recht weichem N40p-X-Obermaterial und Micro Grid-Futter gefertigt. N40p-X bedeutet: Das Material ist ein Nylon (Polyamid) mit 40 Denier (die Fadenstärke wird in Denier gemessen, wobei ein Denier einem Gramm pro 9.000 Meter Garn entspricht). Das p bedeutet plain weaves – eine Webtechnik, die ein extrem dichtes Gewebe erzielt. Das X steht für ein außerordentlich hohes Haltbarkeits-Gewichts-Verhältnis. Der Micro Grid-Futterstoff ist ein dünnes Material, welches eine feine Gitterstruktur aufweist. Dadurch ist es sehr verschleißresistent, Fadenziehern wird vorgebeugt. Außerdem sorgt das Material für verbesserte Atmungsaktivität. Das Futter fühlt sich auf der Haut angenehm an und lässt sich zudem einfach über die darunter liegende Kleidung ziehen, da es weder klebt noch sich statisch auflädt.

Gore-Tex® Pro-Jacke: extra robust und atmungsaktiv

War in den ersten Alpha FL-Modellen noch die Gore-Tex® Active Shell Membran verbaut, ist die aktuelle Version durchgängig aus Pro Shell gefertigt. Obwohl die Jacke deutlich robuster geworden ist, konnte damit die Atmungsaktivität um 28 Prozent gegenüber dem Vorgänger gesteigert werden und erreicht einen RET-Wert von 3 bis 4 (je niedriger dieser Wert, desto atmungsaktiver die Membran; unter 6 = extrem atmungsaktiv). Neben neuen Materialien tragen auch eine verbesserte Schnittführung mit weniger Nähten, dünne Acht-Millimeter-Tapes und der Verzicht auf Pit-Zips zu der erhöhten Atmungsaktivität bei. Das beste Material kann Wasserdampf nicht mehr durchlassen, wenn Nähte und Kleber dies verhindern.

Die Passform

Weit genug, um eine Daunenjacke drunter zu tragen, und trotzdem körpernah - die ergonomische 3D-Schnittführung der Arcteryx Alpha FL macht's möglich. | Foto: Alex Bell
Weit genug, um eine Daunenjacke drunter zu tragen, und trotzdem körpernah – die ergonomische 3D-Schnittführung der Arc’teryx Alpha FL macht’s möglich. | Foto: Alex Bell

Ich habe die Arc’teryx Alpha FL Jacket in Größe Medium gewählt und sie passt mir perfekt. Ausreichend weit, um bequem zu sein, körpernah genug, um nicht hängen zu bleiben. Eine isolierende Schicht, zum Beispiel eine Daunenjacke, passt locker drunter, aber auch nur über einem Shirt getragen ist die Alpha FL nicht zu weit. Die Ärmel sind relativ lang, was ich aber nicht als störend empfinde. Perfekt ist die Ärmellänge hingegen beim Klettern oder Radfahren; hier bleibt der Bund, wo er hingehört und das Wasser läuft nicht in den Ärmel rein.

Die Torsolänge ist für mich ideal. Unter dem Klettergurt getragen rutscht die Jacke nicht hoch, was unter anderem auch am HemLock-System liegt. Hier sind kleine Schaumstoffelemente im Saum verarbeitet, die ein Hochrutschen effektiv verhindern. Diese Blocker lassen sich bei Bedarf aber auch rausnehmen, mich haben sie allerdings nicht gestört. Mittlerweile trage ich die Alpha FL Jacket auch sehr gerne beim Radfahren. Der Rücken geht recht weit runter und hält Regen und Schlamm draußen. Auch hier ist die HemLock-Arretierung von Vorteil: Beim Tragen eines Rucksacks rutscht die Jacke nicht über den Hüftgurt. Sehr angenehm, wenn es bergab zur Sache geht und der Reifen das Wasser ordentlich hochschaufelt.

Ausstattung der Arc’teryx Alpha FL

Minimalismus in seiner Reinstform - An der Arcteryx Alpha FL Jacket ist nichts zu viel und nichts zu wenig! | Foto: Alex Bell
Minimalismus in seiner Reinstform – An der Arc’teryx Alpha FL Jacket ist nichts zu viel und nichts zu wenig! | Foto: Alex Bell

Die Arc’teryx Alpha FL Jacket wird mit Packbeutel geliefert, so dass man die Hardshell zum Beispiel an den Gurt hängen kann. Exklusive Beutel wiegt sie nachgewogene 307 Gramm. Sehr leicht, aber ich hatte bei einer Arc’teryx-Jacke nichts anderes erwartet.

Die Brusttasche ist sehr gut platziert und hat eine angenehme Größe. Sie bietet ausreichend Platz für Powerriegel, Telefon oder GPS-Gerät, auch eine Karte findet darin ihr Zuhause.

Bemerkenswert funktional ist die Kapuze. Sie lässt sich perfekt anpassen und dank des laminierten Schirms hält sie Regen draußen und Brillen einigermaßen trocken. Kletter- und Skihelm passen natürlich locker drunter, wodurch sie für den ganzjährigen Einsatz tauglich ist.

Wie bei Arc’teryx gewohnt, laufen die Reißverschlüsse sauber ohne zu hakeln und halten Wasser außen vor. Zusätzlich ist der Zipper mit einer Leiste unterlegt, so dass man wirklich trocken bleibt, sollte doch mal ein Tropfen Wasser durch den Zipper kommen.

Trotz ihres Minimalismus‘ ist die Alpha FL eine vollwertige Hardshell. Die Jacke verzichtet zwar wie erwähnt auf Pit-Zips und abgesehen von der Brusttasche auf zusätzliche Taschen, kann aber alles vorweisen, was eine Jacke im ambitionierten Bergsport braucht.

Fazit zum Test der Arc’teryx Alpha FL Jacket

Keine Chance für Schmutz und Wasser mit der Arcteryx Alpha FL - ob bei der Bergtour, beim Klettern oder Radfahren. | Foto: Alex Bell
Keine Chance für Schmutz und Wasser mit der Arc’teryx Alpha FL – ob bei der Bergtour, beim Klettern oder Radfahren. | Foto: Alex Bell

Ich hatte die Alpha FL bei vielen Bergtouren und alpiner Kletterei dabei und bin wirklich begeistert. Das Material funktioniert hervorragend, der Schnitt überzeugt und die Brusttasche reicht mir in den meisten Fällen völlig aus.

Das Material trägt sich sehr angenehm, es raschelt wenig und das Futter gleitet sehr gut über Base- bzw. Midlayer. War ich anfangs skeptisch ob der nicht vorhandenen Unterarmbelüftung, habe ich sie in der Praxis nie vermisst. Dank des reduzierten Designs funktioniert die Jacke wirklich gut, auch bei schweißtreibenden Anstiegen auf dem Rad hatte ich nie das Gefühl zu überhitzen.

Da sie auch zum Radfahren taugt, ist die Alpha FL mittlerweile zu meiner meist genutzten Jacke geworden. Alles in allem eine perfekte Regenjacke für alle, die eine minimalistische Hardshell mit voller Funktion für bewegungsintensive Sportarten suchen.

Wichtige Details auf einen Blick:

  • stark atmungsaktiv; wind- und wasserdicht
  • wasserabweisende Reißverschlüsse
  • helmkompatible, verstellbare Kapuze
  • Brusttasche mit Packsack mit Clip zum Befestigen
  • Hemlock™ Einsätze verhindern das Hochrutschen der Jacke unter einem Gurt
  • Zwickel-Einsätze unter den Armen
  • mit Klett verstellbare Ärmelbünchen
  • Rückenlänge 77,5 Zentimeter
  • Material: 100% Polyamid mit ePTFE-Membran

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